#106

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 16:13
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von sagittarius im Beitrag #105
[…] Für mich ist zum Thema alles gesagt.
Es ist eigentlich unmöglich, dass in einer Diskussion zu einem Thema alles gesagt wurde - rein philosophisch betrachtet verknüpft sich jedes Thema mit einer unüberschaubaren Anzahl von Assoziationen und zu bedenkenden Aspekten. Und wie die Aufregung bzw. das Insistieren darauf, aufgeregt zu sein, zeigt, ist der Gesprächsbedarf ja offenbar hoch. Schon deswegen ist die Zusammenfassung des Gesprächsthemas unter'm Rubrum "Werbung" falsch bzw. unklar betitelt.


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#107

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 16:19
von antenna (gelöscht)
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Ja, es ist - fast - alles gesagt.
Deswegen wundert es mich, dass teilweise hier weiterhin die rassistische H & M Werbung verharmlost wird.
Wie sehen das schwarze Menschen, wenn man ihnen sagt, das sei doch nicht "so gemeint"?

Lorenz Narku Laing ist ein solcher, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Politische Theorie der Ludwig-Maximilians-Universität München und Diversity-Trainer.
Er fordert: "Wir brauchen Fortschritte in Diskriminierungsfragen" und behauptet, dass die rassistische H&M Werbung an krude evolutionsbiologische Argumente anknuepfe. Sie schliesse an die bis heute anhaltende historische Erfahrung schwarzer Menschen an, als Tiere bezeichnet zu werden.
Ueberzogen?
Er sieht in diesen Tagen hart erkaempften gesellschaftlichen Fortschritt einen Rueckzug vollziehen - und meint damit nicht nur die rassistische Werbung von H & M, die nach seiner Meinung in vielen Kommentaren heruntergespielt wird und ihre Tragweite negiert.
Da ist der Fall eines Bundestagsabgeordneten, der Noah Becker als "Halbneger" beleidigte. Oder ist das einer der Faelle, dass das doch ueberhaupt nicht boese gemeint war.? Fussballer Boating kann auch ein Lied davon singen.
In seinem Leben wurde Lorenz Narku Laing hauefig "Affe", afrikanischer Affe" oder "Negeraffe" an den Kopf geworfen.
Auch der Bundestagsabgeordnete Dr. Karamba Diaby wurde waehrend seines Wahlkampfes immer wieder auf diese Weise angegriffen. Selbst die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, wurde als "Affe auf High Heels" betitelt.

Alles nicht so gemeint?

Rassismus im Westen und Beleidigungen von Schwarzen haben Tradition, so Lorenz Narka Laing.

"Die Werbung der H&M-Modekette ist beleidigend. Sie schließt an die bis heute anhaltende historische Erfahrung Schwarzer Menschen an, als Tiere bezeichnet zu werden. Der Glaube einer Unterlegenheit des Schwarzen Menschen führt in meiner Welt bis heute zu Aussagen wie: „Wenn du studierst, dann bist du doch ein weißer Schwarzer“, „Mich wundert, dass ein Schwarzer promoviert“ oder „Du bist schlauer als ein normaler Schwarzer“. Die Forderungen von Kevin-Prince Boateng und Boris Becker dieser Ideologie aktiv zu begegnen, sind absolut notwendig!

Brennende Flüchtlingseinrichtungen oder der Fall des Schwarzen Pfarrers im bayerischen Zorneding verdeutlichen zudem, dass auch andere Formen von Rassismus in unserer Gesellschaft noch nicht überwunden sind. Vielmehr berichten mir Freunde und Verwandte von einer neuen Normalität. Einer Normalität in den rassistischen Äußerungen immer alltäglicher werden: Eine Ärztin mit afrikanischer Herkunft trifft auf Patienten, die nur von weißen Medizinern behandelt werden wollen. In der Münchner Innenstadt fordert mich ein Mann auf, wieder nach Afrika zu gehen, da Deutschland den Deutschen gehöre. In meiner Zeit als Sozialarbeiter in Frankfurt führte ich lange Gespräche mit verzweifelten jungen Menschen, da sie nicht wussten wie man mit dem Rassenhass umgehen kann."

http://www.migazin.de/2018/01/15/h-m-wer...r-fortschritte/

Und damit ist fuer mich - fast - alles gesagt.



zuletzt bearbeitet 16.01.2018 16:20 | nach oben springen

#108

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 16:20
von sagittarius (gelöscht)
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Dann noch einen Satz dazu,Firmen werden daraus lernen und in Zukunft besser prüfen wie sie in der Öffentlichkeit auftreten.Das wird das Positive daran sein.


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#109

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 16:25
von Till (gelöscht)
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Zitat von Jackdaw im Beitrag #106
Schon deswegen ist die Zusammenfassung des Gesprächsthemas unter'm Rubrum "Werbung" falsch bzw. unklar betitelt.
Das Rubrum "Werbung" war als Eröffnung gewählt und nicht als Zusammenfassung.
Kannst dich ja als Moderator bewerben, dann kommt Ordnung in den Laden.


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#110

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 17:01
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von antenna im Beitrag #107
J[…] Wie sehen das schwarze Menschen, wenn man ihnen sagt, das sei doch nicht "so gemeint"? […]
Auch schwarze Menschen werden recht unterschiedliche Auffassungen hierzu äußern können. So hat bekanntlich die Mutter des fotografierten Knaben, um den sich diese Aufregung entfacht hat, den Medien gegenüber bereits geäußert.
Zitat von antenna im Beitrag #107
J[…] Da ist der Fall eines Bundestagsabgeordneten, der Noah Becker als "Halbneger" beleidigte. […]
Dieser (getrennt von H&M zu betrachtende) Fall ist vom Timing her nur zu willkommen, als dass man ihn nicht mit herbeiziehen musste.
Zitat von antenna im Beitrag #107
J[…] Fussballer Boating kann auch ein Lied davon singen. […]
Ist eine Anschlusskarriere als Sänger geplant? Wie ist das jetzt mit Charles Darwin? Darf sein Name überhaupt noch im Zusammenhang mit dem wissenschaftlichen Fortschritt genannt werden, wo er doch den Menschen als vom Affen abstammend beschrieben hat, was seinerzeit die Kirche ja bereits in Rage gebracht hat. Welch ein Glück, dass damals noch kein Facebook existierte!
Zitat von antenna im Beitrag #107
J[…] Selbst die ehemalige First Lady der USA, Michelle Obama, wurde als "Affe auf High Heels" betitelt. […]
Von einem einzelnen Rassisten? Von einem Tea-Party-Mitglied? Oder, wie die Erwähnung in diesem Zusammenhang nahelegt, von der Presse insgesamt? Irgendwie geraten hier die Proportionen durcheinander. Als nächstes entzündet sich der Zorn der H%M-Gegener am Wort "cool" auf dem Kleidungsstück, wo Menschen mit dunkler Hautfarbe doch aus tropisch warmen Regionen stammen… das kann doch nur rassistisch gemeint sein!


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#111

RE: Das Positive

in Ökonomie 16.01.2018 17:09
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von sagittarius im Beitrag #108
[…] Das wird das Positive daran sein.
Wenn, aus Befürchtung, einen Shitstorm auszulösen, dann nur noch kaukasische und hellhäutige Menschen im Bekleidungsgewerbe werden werben dürfen, dann werden sich die dunkelhäutigen Mitbürger wiederum aus rassistischer Motivation ausgeschlossen fühlen - wird damit nicht gezeigt, dass sie als potentielle Kunden nicht erwünscht sind? Unterstellte die Abbildung nur weißer Menschen mit Markenkleidung nicht, dass man nach Jahrhunderten des Kolonialismus insgeheim immer noch annehme, dass stärker pigmentierte Menschen unbekleidet zu leben gewohnt seien? Der Vorwände für Proteste und Plünderungen wird's nicht mangeln!


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#112

RE: Das Positive

in Ökonomie 16.01.2018 17:13
von Till (gelöscht)
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Zitat von Jackdaw im Beitrag #111
Zitat von sagittarius im Beitrag #108
[…] Das wird das Positive daran sein.
Wenn, aus Befürchtung, einen Shitstorm auszulösen, dann nur noch kaukasische und hellhäutige Menschen im Bekleidungsgewerbe werden werben dürfen ...

hau.gif - Bild entfernt (keine Rechte)


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#113

RE: Das Positive

in Ökonomie 16.01.2018 17:21
von sagittarius (gelöscht)
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Zitat von Jackdaw im Beitrag #111
Zitat von sagittarius im Beitrag #108
[…] Das wird das Positive daran sein.
Wenn, aus Befürchtung, einen Shitstorm auszulösen, dann nur noch kaukasische und hellhäutige Menschen im Bekleidungsgewerbe werden werben dürfen, dann werden sich die dunkelhäutigen Mitbürger wiederum aus rassistischer Motivation ausgeschlossen fühlen - wird damit nicht gezeigt, dass sie als potentielle Kunden nicht erwünscht sind? Unterstellte die Abbildung nur weißer Menschen mit Markenkleidung nicht, dass man nach Jahrhunderten des Kolonialismus insgeheim immer noch annehme, dass stärker pigmentierte Menschen unbekleidet zu leben gewohnt seien? Der Vorwände für Proteste und Plünderungen wird's nicht mangeln!

Es geht doch erkennbarerweise nicht darum welche Nationalitäten als Werbeträger fungieren dürfen.Das ist doch nicht das Thema sondern es ging um ein Kleidungstück in Verbindung mit einem Spruch und dem Modell.Niemand kritisiert es wenn Menschen verschiedenster Hautfarbe Modell stehen.Darum geht es hier überhaupt nicht.


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#114

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 17:26
von antenna (gelöscht)
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Zitat von Jackdaw im Beitrag #110
Irgendwie geraten hier die Proportionen durcheinander.


Inwiefern?
Wird hier ueberproportional argumentiert?
Alles Einzelfaelle?

Jeder Fall von Rassismus ist einer zu viel. Natuerlich werden auch schwarze Menschen unterschiedliche Auffassung hierzu auessern koennen, das haengt u.a. von persoenlichen Erfahrungen ab.
Rassismus in der Werbung, Rassismus eines Tea-Party- oder AFD - Mitglieds muss entschieden entgegengetreten und kann nicht getrennt betrachtet werden.

So ganz nebenbei gesagt-- ich finde den Schlusssatz ihre Beitrags weder originell noch witzig. Auch nicht cool.



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#115

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 17:55
von Till (gelöscht)
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Zitat von antenna im Beitrag #114
So ganz nebenbei gesagt-- ich finde den Schlusssatz ihre Beitrags weder originell noch witzig. Auch nicht cool.
Ich frage mich schon lange, ob er selbst ernst nimmt, was er da absondert.


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#116

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 18:14
von Anthea | 12.385 Beiträge

Ich bleibe dabei – wie in #11 dargelegt: Das Empörende ist der Rassismus Aufschrei

https://www.welt.de/vermischtes/article1...-Aufschrei.html

Und was den blöden Becker Sohn anbelangt: wenn man ihn in der Kochsendung Grill den Henssler gesehen hat, wie der sich da benommen hat, dann hätte ich den einen „blöden Affen“ genannt. Völlig „unrassistisch“. Nicht hätte, tue ich immer noch.

Bedeutung:
Schimpfwort für Männer, (pejorativ, umgangssprachlich) So ein blöder Affe!
Aus http://woerterbuch.reverso.net/deutsch-definition/der+Affe

Und Papa Becker hatte da schon nichts anderes zu tun, als den Koch „rassistisch“ zu nennen. Du liebe Güte.

http://www.huffingtonpost.de/2017/08/28/...n_17855254.html

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
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#117

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 18:29
von Till (gelöscht)
avatar

Meine Güte, was liest du denn für Sachen ...

Und blöder Affe gab es schon als Schimpfwort, als Schwarze in Deutschland noch in Käfigen ausgestellt wurden. Was willst du denn damit beweisen?



zuletzt bearbeitet 16.01.2018 18:30 | nach oben springen

#118

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 18:42
von gun0815 (gelöscht)
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Zitat von sagittarius im Beitrag #108
Dann noch einen Satz dazu,Firmen werden daraus lernen und in Zukunft besser prüfen wie sie in der Öffentlichkeit auftreten.Das wird das Positive daran sein.


Nur mal klärend gefragt.
Denkst du allen Ernstes, dass diese Werbefirma nicht wußte was sie macht? Weißt du, wie die arbeiten?


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!
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#119

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 18:43
von sagittarius (gelöscht)
avatar

Zitat von Anthea im Beitrag #116
Ich bleibe dabei – wie in #11 dargelegt: Das Empörende ist der Rassismus Aufschrei


Aus europäischer Sicht ist Deine Haltung sicher zu verstehen.Wir müssen uns ja ja nicht mit der Empörung der schwarzen Südafrikaner identifizieren,wir sind weiß.Aber außer uns gibt es noch weit mehr Menschen die das Recht haben diese Werbung von H&M ganz anders aufzufassen,besonders wenn sie schwarz sind und diverse Erfahrungen mit Rassismus gemacht haben.Der Maßstab mancher Weiße muss in Südafrika keineswegs gelten.


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#120

RE: Werbung

in Ökonomie 16.01.2018 18:47
von sagittarius (gelöscht)
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Zitat von gun0815 im Beitrag #118
Zitat von sagittarius im Beitrag #108
Dann noch einen Satz dazu,Firmen werden daraus lernen und in Zukunft besser prüfen wie sie in der Öffentlichkeit auftreten.Das wird das Positive daran sein.


Nur mal klärend gefragt.
Denkst du allen Ernstes, dass diese Werbefirma nicht wußte was sie macht? Weißt du, wie die arbeiten?

Ja,das denke ich und das wird mir erlaubt sein und nein ich weiß nicht ob mein Denken der Realität entspricht.Ich arbeite nicht in der Werbeabteilung von H&M.


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