#31

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 10:14
von antenna (gelöscht)
avatar

Zitat von Anthea im Beitrag #20
Auch wenn möglicherweise! solch eine Absicht gar nicht dahinter steckte.


Dieses, das ist/war nicht so gemeint, kann Menschen mit Rassismuserfahrung eine Leben lang beschaeftigt halten.
Nichts, absolut nichts ist hierbei "hochgeschaukelt oder "ueberzogen".

Rassismus ist beileibe nicht nur ein Problem der rechten Szene, der rassistischen Gesaenge und Bespucken von Neonazis, nicht nur gewisser Orte im Osten Deutschlands. . Mag ja durchaus keine rassistische Absicht dahinter stecken, wenn einem suessen dunkelhautigen Kind in die Haar gegriffen wird und diese als wollig verglichen werden mit Schaffell oder Schweinsborsten. Diskriminierungsformen sind vielfaeltig.Schwarze Menschen nahmen sich zunaechst oft nicht anders wahr, vermeintliches Anderssein wird ihnen von aussen angetragen.

Bleibt die Hoffnung, dass die Marke H&M und mit ihr einige andere durch rasstische Werbekampagnen, geschwaecht oder sogar geschaedigt werden. Es gibt auch im Marketing eine soziale Verantwortung und die Forderung nach Ethik in der Werbung ist legetim.



nach oben springen

#32

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 11:48
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von antenna im Beitrag #31
[…] Nichts, absolut nichts ist hierbei "hochgeschaukelt oder "ueberzogen".[…]
Rassismus ist ein Problem und äußert sich (im Alltag) in den unterschiedlichsten Abstufungen und Erscheinungsformen - die gekünstelte Aufregung über dies Werbebildchen, das doch hauptsächlich von potentiellen H&M-Kunden auf den Bildschirm gerufen worden sein dürfte, ging doch wahrscheinlich von jemandem aus, der via Blog, Twitter oder Facebook unter dem Vorwand, der political correctness mehr Anhängerschaft (oder mehr Gegner) zu verschaffen, Bildmotive sucht und verbreitet, die er zum Anlass für die Auslösung eines Shitstorm nutzt… 

Während die Sensibilisierung unserer Zeitgenossen für die Problematik nützlich wäre, dient die zum popkulturellen Massenphänomen aufgeblähte Aufregung in diesem Falle bloß dazu, die Zuschauer jener Kampagne - vulgo: die Mediennutzer - ihrem jeweiligen Naturell gemäß sich zu gruppieren. Die einen vertreten die Ansicht, der bedauernswerte Knabe sei in seiner Menschenwürde verletzt worden, eine zweite Gruppe erklärt dem Textilhandel jetzt den Krieg (und kauft selbst dann Freizeitkleidung mit "unpolitischen" Aufdrucken), und die dritte Gruppe ist zunehmend genervt von den "moralisch" begründeten Forderungen an eine sich verschärfende Selbstzensur, die den Medien und der Werbebranche abverlangt wird…  (wie insbesondere der zunehmende Protest gegen "sexistische" Werbung zeigt)


nach oben springen

#33

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 11:58
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von antenna im Beitrag #31
[…] Bleibt die Hoffnung, dass die Marke H&M und mit ihr einige andere durch rasstische Werbekampagnen geschwaecht oder sogar geschaedigt werden. […]
Welchen Nutzen versprichst Du Dir davon? Wem nützt die Schwächung eines Unternehmens? Meistens doch hauptsächlich den konkurrieren Unternehmen. Dem Kunden und seiner Versorgungslage schon mal nicht… und den Beschäftigten des Umsatzeinbußen erleidenden Unternehmens wird zudem rascher geschadet, als den Verantwortlichen.


nach oben springen

#34

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 12:21
von Till (gelöscht)
avatar

Zitat von Jackdaw im Beitrag #33
...;und den Beschäftigten des Umsatzeinbußen erleidenden Unternehmens wird zudem rascher geschadet, als den Verantwortlichen.
Also weiter so. Lasst die Kinder im Kongo weiter das Kobalt aus der Erde holen; Hauptsache, wir haben billige Smartphones. Lasst die Näherinnen in Bangladesh weiter unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten; Hauptsache, wir haben billige Klamotten. Und alles unter der Decke halten; es könnte ja sonst unsere Arbeitsplätze gefährden.


nach oben springen

#35

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 12:23
von Till (gelöscht)
avatar

Zitat von Jackdaw im Beitrag #32
Während die Sensibilisierung unserer Zeitgenossen für die Problematik nützlich wäre, dient die zum popkulturellen Massenphänomen aufgeblähte Aufregung in diesem Falle bloß dazu, die Zuschauer jener Kampagne - vulgo: die Mediennutzer - ihrem jeweiligen Naturell gemäß sich zu gruppieren.
Du nennst es "zum popkulturellen Massenphänomen aufgeblähte Aufregung" und kapierst nicht, dass der Shitstorm nur eine Form der von dir geforderten Sensibilisierung ist.



zuletzt bearbeitet 14.01.2018 12:51 | nach oben springen

#36

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 14:43
von antenna (gelöscht)
avatar

Zitat von Jackdaw im Beitrag #33
[…] Bleibt die Hoffnung, dass die Marke H&M und mit ihr einige andere durch rasstische Werbekampagnen geschwaecht oder sogar geschaedigt werden. […]
Welchen Nutzen versprichst Du Dir davon?[/quote]
------------
Provokative Werbung verspricht Aufmerksamkeit, garantiert aber dennoch keine positive Werbewirkung. Darin liegt meine begrenzte Macht als Konsument, naemlich meinen Unmut ueber eine rassistische oder sexistische Werbung zum Ausdruck zu bringen.
Der naechste Schritt ist ein Konsumentenboykott als Mittel, das Verhalten, in diesem Fall das Marketing bzw. Werbeverhalten eines Unternehmens zu beeinflussen.



zuletzt bearbeitet 14.01.2018 14:43 | nach oben springen

#37

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 16:25
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von antenna im Beitrag #36
Provokative Werbung verspricht Aufmerksamkeit […|
Das Bildchen, an dem eine Internetusermenge Anstoß genommen hat, und das so auch Anlass war, diese Diskussion zu starten, wäre eigentlich nicht jener jetzt ins Spiel gebrachten "provokativen Werbung" zuzurechnen, denn der Knabe im Kapuzenpullover wurde meines Wissens nicht als Anzeigenmotiv fotografiert, sondern zur Veranschaulichung des zu verkaufenden Produktes im Onlineshop der Hersteller- und Vertriebsfirma… bei solchen Bildchen geht's ohnehin nicht um das Gesicht des Trägers, sondern allein um das Kleidungsstück, dessen Bedruckung gewöhnlicherweise auch keinerlei Bedeutung beigemessen wird - wer Wert auf eine inhaltliche Botschaft auf Brust oder Rücken vorzuzeigen wünscht, kauft eh nicht Konfektionsware, sondern beauftragt eines der in Ballungsräumen so zahlreich vorzufindenden Druckstudios ein individuelle Motiv auf ein unifarbenes Textil aufzubringen… 


nach oben springen

#38

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 16:42
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Till im Beitrag #34
[…] Lasst die Näherinnen in Bangladesh weiter unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten; Hauptsache, wir haben billige Klamotten. Und alles unter der Decke halten; es könnte ja sonst unsere Arbeitsplätze gefährden.
Welch selbstgerechte Ideale Du doch hier so vehement vertrittst… übrigens ist de facto keinem Opfer rassistisch motivierter Ausgrenzung oder Anfeindung geholfen, indem dieser social-media-Shitstorm veranstaltet wurde und wird - übrigens wäre auch der Näherin in Bangladesh keineswegs dadurch geholfen, wenn dort keine Textilien mehr hergestellt würden - Land und Leute würden nur weiter verarmen und der Näherin gesellschaftliche Stellung als Frau würde noch weiter sinken.
Übrigens ist die Herausstellung des fotografierten Jungen als Verkörperung eines Menschen, den man ja nur als Opfer betrachten kann und den man deswegen meint, vor H&M beschützen zu müssen, offen rassistisch. Deswegen bin ich ja gar nicht so sicher, ob der Shitstorm wirklich von einem Weltverbesserer losgetreten worden ist - oder von jemandem, der sich sagt, dass, je häufiger sich "Protestkultur" an jeweils herausgegriffenen aktuellen Anlässen erschöpft, desto lächerlicher macht sich diese Aufregung auf Dauer… 


nach oben springen

#39

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 16:44
von antenna (gelöscht)
avatar

Zitat von Jackdaw im Beitrag #37
Zitat von antenna im Beitrag #36
Provokative Werbung verspricht Aufmerksamkeit […|
Das Bildchen, an dem eine Internetusermenge Anstoß genommen hat,


Das "Bildchen" hat in Suedafrika zu zahlreichen Demonstrationen und sogar Randalen gefuehrt. Einige H & M Laeden sollen lt. Meldungen sogar geschlossen worden sein.

Was ist nun der Nutzen, was der Schaden dieser verdammt dummen und rassistischen Werbung, die man bagatalisieren oder auch ignorieren kann, um weiterhin Dummheit Tor und Tuer zu oeffnen, oder auch kritisieren und anprangern in der Hoffnung auf kuenftig besseren Geschmack in Sache Werbung zu erzielen.



nach oben springen

#40

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 16:52
von Anthea | 12.385 Beiträge

Zitat
"Das "Bildchen" hat in Suedafrika zu zahlreichen Demonstrationen und sogar Randalen gefuehrt. Einige H & M Laeden sollen lt. Meldungen sogar geschlossen worden sein."



Das kam so einigen "Demonstranten" aber wohl auch gelegen. Die haben nämlich Läden geplündert und sich dabei neu eingekleidet.

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran


zuletzt bearbeitet 14.01.2018 16:55 | nach oben springen

#41

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 16:52
von antenna (gelöscht)
avatar

Zitat von Jackdaw im Beitrag #38
Welch selbstgerechte Ideale Du doch hier so vehement vertrittst… übrigens ist de facto keinem Opfer rassistisch motivierter Ausgrenzung oder Anfeindung geholfen, indem dieser social-media-Shitstorm veranstaltet wurde und wird - übrigens wäre auch der Näherin in Bangladesh keineswegs dadurch geholfen, wenn dort keine Textilien mehr hergestellt würden - Land und Leute würden nur weiter verarmen und der Näherin gesellschaftliche Stellung als Frau würde noch weiter sinken.


Wie bitteschoen ist Ihr Vorschlag, einem Opfer rassistisch motivierter Ausgrenzung oder Anfeindung zu helfen?
Die Ausgrenzungen fangen naemlich genau in der Dummheit und Empathielosigkeit von Menschen an, im Kleinen wie im Grossen.



nach oben springen

#42

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 16:56
von antenna (gelöscht)
avatar

Zitat von Anthea im Beitrag #40
Das kam so einigen "Demonstranten" aber wohl auch gelegen. Die haben nämlich Läden geplündert und sich dabei neu eingekleidet.


Zaehlst du das nun zum Konto "Nutzen" oder "Schaden"? Ladenpluenderungen bei Demos geschahen selbst schon im reichen Amerika. Was sagt uns das zum Thema?



zuletzt bearbeitet 14.01.2018 16:57 | nach oben springen

#43

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 17:01
von Anthea | 12.385 Beiträge

Zitat von antenna im Beitrag #42
Zitat von Anthea im Beitrag #40
Das kam so einigen "Demonstranten" aber wohl auch gelegen. Die haben nämlich Läden geplündert und sich dabei neu eingekleidet.


Zaehlst du das nun zum Konto "Nutzen"? Ladenpluenderungen bei Demos geschahen selbst schon im reichen Amerika, was sagt uns das zum Thema?


Ich zähle das zum Konto "halbherzige Empörung".
Menschen des Bildungsbürgertums der Farbigen in Südafrika waren bestimmt nicht dabei.
Sondern Pack! Wie es das überall gibt und was Randale veranstaltet. Und das hat jetzt überhaupt nichts mit Hautfarbe zu tun.

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
nach oben springen

#44

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 17:25
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von antenna im Beitrag #39
[…] Was ist nun der Nutzen, was der Schaden dieser verdammt dummen und rassistischen Werbung […]
Zunächst einmal ist durchaus unklar, ob die Ausschreitung, die jetzt in Südafrika stattgefunden haben, von den Shitstormern als gewünschte Reaktion bewertet werden - oder nur als "unvermeidliche Entladung" latent schwelender Konfliktbereitschaft… die Schädigung der Handelskette H&M mag dem Gros der ach-wie-sehr mit den Benachteiligten dieser Erde mitfühlenden Like-Button-Anklickern ja noch "gerecht" vorkommen. Solange man selbst Nike trägt - oder Armani… 


nach oben springen

#45

RE: Werbung

in Ökonomie 14.01.2018 17:36
von antenna (gelöscht)
avatar

Zitat von Anthea im Beitrag #43
Menschen des Bildungsbürgertums der Farbigen in Südafrika waren bestimmt nicht dabei.



Wenn du dich da man bloss nicht taueschst. Es waren Mitglieder der Oppositionspartei, die auf die Strasse gingen, die riefen, "packt eure Sachen ein, H&M, die Zeiten der Apartheid sind vorbei." Auch Prominente auesserten ihren Unmut.
In Deutschland zeigte sich u.a. Boateng veraergert, aus gutem Grunde.

Bei den Demos in Suedafrika ging es ganz klar gegen Rassismus und dieser hat wohl mit Hautfarbe zu tun. Ausschreitungen und Randale so wie Pluenderungen dagegen sind Nebenschauplaetze, die es zu kritisieren und nicht zu entschuldigen gilt, die nichts mit Hautfarbe zu tun haben, eher etwas mit der Sozialisation und Armut von Menschen in diesem Land, bei denen ich mir nicht anmasse, ueber sie von "Pack" zu sprechen.

https://www.welt.de/wirtschaft/article17...smus-Demos.html



zuletzt bearbeitet 14.01.2018 17:38 | nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Pistorius: Und treiben mit Entsetzen ...Werbung
Erstellt im Forum Deutschland von Anthea
2 22.12.2023 16:31goto
von Findus • Zugriffe: 121
Diskriminierende Werbung für den Lehrerberuf
Erstellt im Forum Schule und Bildung von Anthea
9 15.08.2023 17:03goto
von Anthea • Zugriffe: 645
Wie sag ich's meinem Kinde?
Erstellt im Forum Deutschland von Anthea
23 11.06.2023 12:14goto
von Findus • Zugriffe: 514
Gender Idiotismus
Erstellt im Forum Diverse Nachrichten von Anthea
78 08.08.2023 12:15goto
von denker_1 • Zugriffe: 3103
vdL - Werbung in eigener Sache
Erstellt im Forum Deutschland von Anthea
0 02.11.2018 22:49goto
von Anthea • Zugriffe: 223
Dessen Geld ich erhalte - dessen Marschmusik ich singe
Erstellt im Forum Medien von Anthea
1 09.07.2018 12:56goto
von Till • Zugriffe: 247
Der Sinn des neuen Forums
Erstellt im Forum (Fernseh)Werbung, schön und schrecklich von Anthea
2 03.03.2018 09:10goto
von Anthea • Zugriffe: 1972
Wer sich verteidigt, klagt sich an
Erstellt im Forum Medien von Anthea
4 07.08.2017 21:12goto
von Anthea • Zugriffe: 356
Die Zukunft beginnt im heute...
Erstellt im Forum Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm von Anthea
29 23.03.2024 12:22goto
von Findus • Zugriffe: 909

Besucher
1 Mitglied und 5 Gäste sind Online

Besucherzähler
Heute waren 129 Gäste und 3 Mitglieder, gestern 165 Gäste und 4 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 2261 Themen und 50127 Beiträge.

Heute waren 3 Mitglieder Online: