#16

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 13:15
von Anthea | 12.441 Beiträge

Vor Jahren geriet "Kik" in den Fokus, da diese in armen Ländern produzieren ließen und durch Billiglöhne die Menschen ausbeuteten, um ihre Produkte preisgünstig anbieten zu können.
Somit wurde dann zum "Boykott" eines Kaufes dort aufgerufen. Allerdings nicht berücksichtigend, dass viele Menschen darauf angewiesen waren, billig einkaufen zu können.

Der Aufschrei verstummte erst als publik wurde, dass diverse (Edel)Designer dort auch produzieren ließen.

Was ist eigentlich, wenn man einer Mutter sagt, dass sie "Affenliebe" zum Kind zeigt? Ist die dann beleidigt oder hat das Bild einer lieben Affenmama mit niedlichem kleinen Äffchen vor Augen? Liebenswert, liebevoll, anrührend?

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
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#17

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 13:36
von Till (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #16
Vor Jahren geriet "Kik" in den Fokus, da diese in armen Ländern produzieren ließen und durch Billiglöhne die Menschen ausbeuteten, um ihre Produkte preisgünstig anbieten zu können.
Somit wurde dann zum "Boykott" eines Kaufes dort aufgerufen. Allerdings nicht berücksichtigend, dass viele Menschen darauf angewiesen waren, billig einkaufen zu können.

Der Aufschrei verstummte erst als publik wurde, dass diverse (Edel)Designer dort auch produzieren ließen.
Bigotterie gibt es überall. Aber wir können unsere sozialen Probleme nicht lösen, indem wir Menschen in der Dritten Welt ausbeuten.

Zitat
Was ist eigentlich, wenn man einer Mutter sagt, dass sie "Affenliebe" zum Kind zeigt? Ist die dann beleidigt oder hat das Bild einer lieben Affenmama mit niedlichem kleinen Äffchen vor Augen? Liebenswert, liebevoll, anrührend?

Affenliebe: „Eine durch Übertreibung schädliche Liebe zu Kindern, da die Äffin ihr Junges aus Liebe zuweilen so herzen soll, daß es erstickt.“ Pierer's Universal-Lexikon, 1857.
An dieser Definition hat sich bis heute nichts geändert.
Aber langsam verflacht die Diskussion. Es wäre vielleicht sinnvoll, den Thread in "Rassismus" oder ähnlich umzubenennen und in in die Rubrik "Gesellschaft" zu verschieben.


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#18

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 13:44
von Till (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #15
Zitat von Till im Beitrag #14
Irgendwie hat der Mann einen Knall. Er will, dass man Rassismus bekämpft, wenn man aber Rassismus Rassismus nennt, ist das empörend. Kopfschüttel.
Nein, hat der nicht.
Was er da sagt ist genau so zu sehen, wie in Sitcoms dauernd "Lachen vom Band" ertönt, damit der Zuschauer nur ja weiß, wann er was lustig zu finden hat und mitlachen muss...
Das ist ja ein toller Vergleich.
Ich habe mir mal ein paar Artikel von Oliver Rasche angeschaut. Die sind alle vom gleichen "Niveau". Schwamm drüber.


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#19

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 14:58
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Anthea im Beitrag #9
[…] war das Ganze tatsächlich rassistisch motiviert oder nur als verunglückter Gag zu sehen? Hätten sich die Leute auch so aufgeregt, wenn der Junge weiß gewesen wäre? […]
Die von H&M beauftragte Werbeagentur wird die entsprechende Zielgruppe für jene bedruckten Hoodies (Kapuzenpullover) im Visier gehabt haben. Also sich rebellisch gebärdende Jugendliche, die sich zu Gangsta-Rap-Beschallung fühlen, als wären sie goldkettenbehängte Spielfilm-Mafiosi.
Zitat von Anthea im Beitrag #9
[…] Glaubt irgendjemand, dass nunmehr weniger Kunden zu H+M gehen?
Kurzfristig könnte genau dies durch das Medienecho verursacht werden. Welch perfektes Timing, dass die lokalen Medien gerade jetzt berichten, dass Zalando in Hamburg die Eröffnung eines Outlet angekündigt hat. Wahrscheinlich schlagen schon heute Abend die ersten potentiellen Kunden ihre Zelte an jener Adresse auf.


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#20

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 15:46
von Anthea | 12.441 Beiträge

Zitat von Till im Beitrag #18
Zitat von Anthea im Beitrag #15
Zitat von Till im Beitrag #14
Irgendwie hat der Mann einen Knall. Er will, dass man Rassismus bekämpft, wenn man aber Rassismus Rassismus nennt, ist das empörend. Kopfschüttel.
Nein, hat der nicht.
Was er da sagt ist genau so zu sehen, wie in Sitcoms dauernd "Lachen vom Band" ertönt, damit der Zuschauer nur ja weiß, wann er was lustig zu finden hat und mitlachen muss...
Das ist ja ein toller Vergleich.
Ich habe mir mal ein paar Artikel von Oliver Rasche angeschaut. Die sind alle vom gleichen "Niveau". Schwamm drüber.


Ja, finde ich auch. Denn es wird jetzt vorgeschrieben, dass sich der Junge rassistisch angegriffen zu fühlen hat.
Auch wenn möglicherweise! solch eine Absicht gar nicht dahinter steckte.

Da tun manche Leute "empört", die kurz darauf sich beim Anschauen von "Comedy" köstlich amüsieren und wo PC, gerade jetzt in der Karnevalszeit, nicht groß geschrieben wird.
Ich finde das Ganze maßlos übertrieben und hochgeschaukelt.
Genau so wie mit dem Babyshirt und dem Stern von Zalando, was mit Gefängniskleidung und Judenstern zu tun haben sollte. Ich wäre beim Anschauen nie auf die Idee gekommen.
Aber es kann der Frömmste nicht in Frieden leben - und besonders, wenn es um Konkurrenz in der Modebranche geht.
---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
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#21

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 16:56
von Till (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #20
Denn es wird jetzt vorgeschrieben, dass sich der Junge rassistisch angegriffen zu fühlen hat.
Meine Güte, wenn du jede andere Meinung als Vorschrift empfindest, dann ist das Forum ja ein virtuelles Gefängnis für dich.
Es geht darum, dass man nicht Kinder für jeden Scheiß benutzen soll. Der Junge würde die Aufregung sicher nicht verstehen. Aber spätestens, wenn seine Eltern auf die Idee kommen, ihm diesen Pulli zur Schule anzuziehen und er sich nicht gegen Gehänsel der Mitschüler wehren kann, wird er das anders sehen.


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#22

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 17:21
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Till im Beitrag #21
[…] Es geht darum, dass man nicht Kinder für jeden Scheiß benutzen soll. […]
Eigentlich erscheint es doch nicht allzu ungewöhnlich, ein Kind zur werblichen Darstellung von Kinderbekleidung zu fotografieren… 


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#23

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 17:32
von Till (gelöscht)
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Zitat von Jackdaw im Beitrag #22
Eigentlich erscheint es doch nicht allzu ungewöhnlich, ein Kind zur werblichen Darstellung von Kinderbekleidung zu fotografieren… 

Zitat
Die von H&M beauftragte Werbeagentur wird die entsprechende Zielgruppe für jene bedruckten Hoodies (Kapuzenpullover) im Visier gehabt haben. Also sich rebellisch gebärdende Jugendliche, die sich zu Gangsta-Rap-Beschallung fühlen, als wären sie goldkettenbehängte Spielfilm-Mafiosi.

Was denn nun: Kinder oder Jugendliche?



zuletzt bearbeitet 13.01.2018 17:33 | nach oben springen

#24

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 18:00
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Till im Beitrag #23
[[…] Was denn nun: Kinder oder Jugendliche?
Wo liegt da die genaue Grenze? Juristisch mag der 14. Geburtstag jene darstellen - in frühen Berichterstattung über diesen neuen "Skandal" ist noch von einem kleinen schwarzen Jungen die Rede, ich meine irgendwo gelesen zu haben, der Junge sei 12 Jahre alt - damit wäre also eher ein Kind als ein Jugendlicher. Aber welche Altersgruppe würde solche Hoodies tragen? Aber bitte: Der Shitstorm ist am toben, das Bild längst von der H&M-Internetpräsenz entfernt, während Kopien jetzt in den "social media" in rauhen Mengen kursieren… da der Kapuzenpullover auch aus den Läden entfernt wurde, müsste die Aufregung darum langsam abebben - aber die Pavlow'schen Reflexe funktionieren auf gesellschaftlicher Ebene am Besten.


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#25

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 18:15
von Till (gelöscht)
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Viel Rumgeeier, aber meine Frage nicht beantwortet.


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#26

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 18:20
von Till (gelöscht)
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Die Zielgruppe dieser Werbung ist für mich klar: Schwarze Jugendliche, die einen Hang zum Masochismus haben. Oder die gerne Abenteuerurlaub in Sachsen machen: einen Tag Straßenbahn fahren in Dresden und abends eine Kneipe in Hoyerswerda aufsuchen.



zuletzt bearbeitet 13.01.2018 18:23 | nach oben springen

#27

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 20:23
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Till im Beitrag #26
Die Zielgruppe dieser Werbung ist für mich klar: Schwarze Jugendliche, die einen Hang zum Masochismus haben. Oder die gerne Abenteuerurlaub in Sachsen machen: einen Tag Straßenbahn fahren in Dresden und abends eine Kneipe in Hoyerswerda aufsuchen.
Wie gut, dass H&M ein wenig internationaler aufgestellt ist - das Fotoshooting fand beispielsweise in London statt, und auch dort verkauft H&M vergleichsweise erschwingliche Textilien an ein überwiegend relativ junges Publikum… aber diese "sozialen Medien" und das ihnen nachfolgende Presseecho haben jetzt dafür gesorgt, dass in Südafrika beispielsweise einige H&M-Stores mal so richtig als Angriffsziel für's dortige Wutbürgertum dienen durften.


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#28

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 20:42
von Till (gelöscht)
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Zitat von Jackdaw im Beitrag #27
Wie gut, dass H&M ein wenig internationaler aufgestellt ist
Deutschland auch. Und wo könnten Schwarze aus aller Welt einen schöneren Abenteuerurlaub verbringen als im Osten Deutschlands.


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#29

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 20:51
von Till (gelöscht)
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Mit einem weißen Jungen hat H&M übrigens auch Werbung gemacht. Auf seinem Pulli stand "Mangrove Jungle - Official Survival Expert".
Naja, war wohl reiner Zufall, wer welchen Pulli erwischte.



zuletzt bearbeitet 13.01.2018 20:51 | nach oben springen

#30

RE: Werbung

in Ökonomie 13.01.2018 22:11
von Anthea | 12.441 Beiträge

Zitat von Till im Beitrag #21
Zitat von Anthea im Beitrag #20
Denn es wird jetzt vorgeschrieben, dass sich der Junge rassistisch angegriffen zu fühlen hat.
Meine Güte, wenn du jede andere Meinung als Vorschrift empfindest, dann ist das Forum ja ein virtuelles Gefängnis für dich.
Es geht darum, dass man nicht Kinder für jeden Scheiß benutzen soll. Der Junge würde die Aufregung sicher nicht verstehen. Aber spätestens, wenn seine Eltern auf die Idee kommen, ihm diesen Pulli zur Schule anzuziehen und er sich nicht gegen Gehänsel der Mitschüler wehren kann, wird er das anders sehen.


Wieso sollte ich mir mit eigenem Forum ein Gefängnis geschaffen haben? Aber du klingst so, als wolltest du mir sagen, dass ich doch am besten gehen sollte zu meinem Wohlbefinden.

Ich habe nicht von deiner Meinung als "Vorschrift" geschrieben! Gegen Vorschriften bin ich nämlich allergisch.
DU kannst deine Meinung haben wie jeder andere auch. Und ich muss diese nicht teilen.

Und ein Neunjähriger hat schon seine eigene Meinung und Style. Und lässt sich nicht von Mutter anziehen.

Ich habe allerdings etwas dagegen, Kinder zu missbrauchen, wie z.B. bei den Fotos mit Waffen! Oder auch Kinder in frühen Jahren auf den Catwalk zu schicken.
Aber ich sehe den Jungen jetzt nicht "missbraucht".

So, und jetzt werde ich nächste Woche beim Stadtbummel und Shopping auch einen Abstecher zu H+M rein machen. ;-)

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran


zuletzt bearbeitet 13.01.2018 22:11 | nach oben springen


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