#961

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 28.02.2022 16:29
von Anthea | 12.469 Beiträge

Wer sagte neulich, dass man angesichts des Ukraine-Russland-Krieges nunmehr Kohle und Atomstrom neu bewerten müsse...? Heißt für mich: Sag niemals nie


Ich bin der Wahrheit verpflichtet, wie ich sie jeden Tag erkenne, und nicht der Beständigkeit.
Mahatma Gandhi


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#962

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 28.02.2022 17:16
von Dr. Yes | 1.389 Beiträge

Atomstrom und Braunkohle werden uns kurzfristig überhaupt nicht helfen, wenn es darum geht, 55% Erdgas und 30% Erdöl aus Russland zu ersetzen.


Sita usvi late in ista per canes
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#963

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 01.03.2022 00:00
von Atue (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #961
Wer sagte neulich, dass man angesichts des Ukraine-Russland-Krieges nunmehr Kohle und Atomstrom neu bewerten müsse...? Heißt für mich: Sag niemals niegrübel]


Zitat von Dr. Yes im Beitrag #962
Atomstrom und Braunkohle werden uns kurzfristig überhaupt nicht helfen, wenn es darum geht, 55% Erdgas und 30% Erdöl aus Russland zu ersetzen.


Hätten die Grünen seit 1980 ununterbrochen eine klare absolute Mehrheit sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat gehabt....hätten wir heute keine Abhängigkeit von russischen Importen, AKWs wären längst abgeschaltet, und die meisten Kohle- und Gaskraftwerke wären längst überflüssig.

Haben wir aber nicht. Wir haben eine Regierung, in der die Grünen die zweitstärkste Kraft in einer Dreierkonstellation sind. Wir haben Verhältnisse im Energiesektor, die die letzten Regierungen zu verantworten haben. Wir haben ein klares Bekenntnis der Ampel, diese Verhältnisse zu ändern. Und wir haben dann eine internationale Konstellation, die ein dramatisches Umdenken erfordert.

Keine 100 Tage ist die neue Regierung an der Macht, und dennoch muss sie sich aufgrund der veränderten internationalen Rahmenbedingungen in wenigen Tagen jeweils auf die veränderten Konstellationen einstellen.
Russisches Gas und Russisches Öl und Russische Kohle sind die Ursache dafür, dass wir energetisch stark von Russland abhängig sind. Wenn auf der Prioritätenliste nun ganz oben steht, dass die Abhängigkeit von Russland zwingend gelöst werden muss, dann ist es richtig, in einer Übergangsphase über alle Optionen nachzudenken, die uns zur Verfügung stehen - im Zweifel beinhaltet das sogar die für die Grünen dickste Kröte der Verlängerung der Laufzeiten der verbliebenen AKWs.

Auf Prio 2 steht dann aber einmal mehr der Wechsel der Energiepolitik in Richtung Selbstversorgung und Regenerative Energien!

Aus Sicht der FDP war der Umbau der Energiewirtschaft nicht so wichtig......da sollte umgebaut werden, aber dann doch bitte nach marktwirtschaftlichen Kriterien. Doch auch die Priorisierung der FDP hat sich aufgrund der neuen Rahmenbedingungen verändert. In der FDP geht es nun darum, dass Unabhängigkeit ein Prinzip der Freiheit ist. Eine unabhängige Energieversorgung erreichen wir aber nicht mit russischem Öl, Gas oder mit russischer Kohle - das geht nur ohne diese. Und: ökologisch geht es dann nur, wenn wir den Ausbau regenerativer Energien massiv beschleunigen.

Dieser Sichtweise schließt sich inzwischen auch die SPD und selbst die CDU an. Wir haben viele große Herausforderungen in den nächsten Jahren zu stemmen - faktisch erreichen wir aber die Ziele nur, wenn wir massiv unsere Wirtschaft in Richtung Selbstversorgung und in Richtung erneuerbarer Energien umbauen.

Ganz alleine wird das nicht gelingen - im Verbund mit den europäischen Partnern aber ist das möglich - und die richtige Strategie.



SirPorthos hat sich bedankt!
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#964

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 01.03.2022 07:47
von Thats me | 90 Beiträge

Zitat von Atue im Beitrag #963
Eine unabhängige Energieversorgung erreichen wir aber nicht mit russischem Öl, Gas oder mit russischer Kohle - das geht nur ohne diese.

Das ist richtig. Aber auch nicht mit LNG der Amis. Worauf der - auch in Bezug auf die Ukraine - mit Sicherheit hin gearbeitet hat.
Zwar ist es nie gut, nur auf ein Pferd zu setzen und man sollte immer mehrere Lieferanten haben. Die Abhängigkeit von RU war bisher aber nie ein Problem, da es die Verträge immer einhielt.
Ein Hauptgrund war wohl auch der bessere Preis. Da die Energiepreise in DE hoch sind, war das auch eine kleine Beruhigungspille für's Volk.

NS II bzw. Erdaspipelines eigenen sich ja auch für den Transport von Wasserstoff. Die Piplelines aus dem Osten führen hauptsächlich durch die Ukraine! Wo ich auch einen starken Grund sehe für den Konflikt, der ja - mal wieder - in großem Interesse der Amis steht. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Man hätte in Zusammenarbeit mit RU auch dort für eine Steigerung des Ausbaus von Wind- Wasser- und Solarenergie und Herstellung von H2 sorgen können.
RU ist/war ja auch dabei EE auszuweiten, wenn sie auch bisher nur eine Nebenrolle spielt.
https://www.erneuerbareenergien.de/markt...odelle-fuer-die
https://www.gtai.de/gtai-de/trade/russla...denergie-244610
Reduzierte allerdings 2021 die Förderung. (Plante er da schon den Ukraine-Krieg??)
https://www.gtai.de/gtai-de/trade/russla...russland-629800

Zitat
Analysten von Vygon Consulting gehen davon aus, dass durch die geringeren Subventionen und verschärften Konditionen das geplante Neubauvolumen im Zeitraum von 2025 bis 2035 von 7 Gigawatt auf 5 Gigawatt sinken könnte.
Installierte Leistung soll bis 2024 verdoppelt werden

Nach Angaben des Branchenverbands ARWE war Anfang 2021 eine Leistung von rund 2,9 Gigawatt aus erneuerbaren Energiequellen in Russland am Netz. Davon entfielen 1,73 Gigawatt auf Solarkraftwerke, 1,03 Gigawatt auf Windparks und 58 Megawatt auf kleine Wasserkraftwerke. Bis 2024 soll die Gesamtleistung auf 6 Gigawatt erhöht werden.

Die Stromerzeugung aus alternativen Quellen war 2020 um über 80 Prozent auf fast 2,2 Millionen Megawattstunden gestiegen. Der Anteil an der gesamten russischen Stromproduktion (2020: 1085 Terawattstunden) blieb mit 0,2 Prozent aber sehr gering.



TM, die denkt dass wir uns einig sind, dass die "Pseudo-Klimakanzlerin" den zu geringen Ausbau der EE zu verantworten hat


Der Fehler im System ist der Mensch, denn er wehrt sich nicht.
Wären Menschen Banken.......


zuletzt bearbeitet 01.03.2022 07:49 | nach oben springen

#965

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 01.03.2022 09:53
von Meridian | 2.875 Beiträge

Nebenbei:
RU hält die Gasverträge jetzt noch ein. Trotz Krieg wird über die Leitung, die durch die Ukraine führt, immer noch Gas nach Europa geliefert, und zwar in den vertraglich geregelten Mindestmengen. Irgendwie bizarr. Fragt sich, wie lange noch...


Doch zum Thema: Hier die Energiebilanz von Februar 2022:

https://www.energy-charts.info/charts/en...=month&month=02

Dank der vielen stürmischen und sehr windigen Tage war die Windkraft überragend dominant. Mit 20,6 TWh ist das nach jetzigen Angaben sogar ein Rekord und damit noch mehr als im Feb 2020 mit ca. 20,3TWh (im Link einsprechendes Jahr aufsuchen, Achtung: Hier sind onshore- und offshore-Windenergie getrennt gelistet). Selbst wenn durch Nachkorrektur der Feb 2022 doch kein Windenergierekored ist, dann ist es trotzdem der Monat mit der höchsten mittleren täglichen Lieferung an Windstrom (0,735TWh/d), denn Feb 2020 hatte 29 Tage.

Auch dank der sonnigen letzten Tage (und auch ein paar Mitte Feb.) könnte es auch der ertragreichste Feb bei der PV sein. Allerdings wird die PV oft nach unten korrigiert, so dass wohl doch der Feb 2019 höher ausfallen könnte. Dennoch: So sonnig war dieser Februar insgesamt nicht. Der Zubau zeigt hier eher seine Wirkung.

Betrachtet man die nicht erneuerbaren Energien von Feb 2020 und 2022 (wo die erneuerbaren Energie beide etwa gleich viel lieferten), dann sieht man eine Verschiebung zu Kohle zum Nachteil von Gas und Atomkraft: ersteres ist teuer, letzteres reduziert. V.a. der Windstrom hat die Preise reduziert. Hier die Daten für 2022 seit Jan:

https://www.energy-charts.info/charts/pr...E&interval=year

Es zeigt: Je mehr die Windräder leisten, desto günstiger wird der Strom. Für die PV gilt das schon ansatzweise auch, aber das wird sich erst im Sommer so richtig herausstellen.

Wir wären bei der Energiewende schon deutlich weiter, wenn solche Monatsbilanzen bei einem durchschnittlich windigen Februar üblich wären.

Interessant, dass ausgerechnet die Februar-Monate (2020, 2022) auf Windstrom-Rekordjagd sind. Erinnert mich, dass auch im Feb 1990 heftige Stürme gab. Wer erinnert sich noch an "Vivian" und "Wiebke"? Dabei sind eigentlich Dezember und Januar mit ihren 31 Tagen und ebenso hohen Sturmwahrscheinlichkeiten für Windrekorde geschaffen. Ich wünschte, Dez 2011, der fast durchgehend stürmisch war, würde sich wiederholen. Damals hat er mit Abstand für einen neuen Windenergie-Monatsrekord geführt. Aber 4-5 Wochen windig-stürmisches Wetter müssen erst einmal genau in einem Kalendermonat geschehen...


Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
(Benjamin Franklin)
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#966

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 07.03.2022 18:50
von Meridian | 2.875 Beiträge

Böse, böse Energien...

https://www.der-postillon.com/2022/03/solarkatastrophe.html

Ob Querdenker sowas glauben?


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#967

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 13.03.2022 00:34
von Atue (gelöscht)
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Wo bleiben die Reformen zur Energieversorgung in Deutschland und Europa?



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#968

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 13.03.2022 11:38
von Meridian | 2.875 Beiträge

@Atue

Hast du das nicht mitbekommen? Zumindest in Deutschland soll der Ausbau der Erneuerbaren massiv vorangetrieben werden. Bis 2035 soll der Strom bereits komplett aus EE kommen. Das ist schneller als ursprünglich erwartet. Auch andere EU.Länder wollen nachziehen.

https://www.agrarheute.com/energie/habec...-novelle-590913

Ob es reicht, ist eine andere Frage. Während Friday for Future aus Solidarität einen "Friday for Ukraine" machen, hat sich Greta Thunberg selber bislang zu diesem Thema überhaupt nicht geäußert.

Laut Satire (diesmal nicht vom Postillon) doch:

https://www.welt.de/satire/article237418...imir-Putin.html

Und doch ist Wahres dran: Offenbar braucht Europa erst einen Krieg in gefährlicher Nähe, um die Energiewende ernsthaft anzugehen. Traurig, traurig...


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#969

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 13.03.2022 22:52
von Atue (gelöscht)
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@Meridian:

Das habe ich schon mitbekommen - mir ist aber noch immer nicht klar, wieso erste Schritte noch nicht umgesetzt sind.
Jeder Monat, jede Woche, ja jeder Tag zählt. Wo hängt die Gesetzesinitiative? Und warum kann man nicht pragmatisch schon mal Dinge entbürokratisieren - also beispielsweise für PV-Anlagen pragmatische Lösungen analog zu den Niederlanden SOFORT zur Umsetzung bringen?



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#970

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 14.03.2022 14:08
von Anthea | 12.469 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #968
Ob es reicht, ist eine andere Frage. Während Friday for Future aus Solidarität einen "Friday for Ukraine" machen, hat sich Greta Thunberg selber bislang zu diesem Thema überhaupt nicht geäußert.



Das nennt sich "Fachidiotismus".
Die Satire passt.


Ich bin der Wahrheit verpflichtet, wie ich sie jeden Tag erkenne, und nicht der Beständigkeit.
Mahatma Gandhi


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#971

RE: EEG-Erneuerung

in Die Grünen 30.04.2022 09:41
von Findus | 2.550 Beiträge

Zitat von Atue im Beitrag #969
Jeder Monat, jede Woche, ja jeder Tag zählt. Wo hängt die Gesetzesinitiative? Und warum kann man nicht pragmatisch schon mal Dinge entbürokratisieren - also beispielsweise für PV-Anlagen pragmatische Lösungen analog zu den Niederlanden SOFORT zur Umsetzung bringen?


Wie gehst du mit dem aktuellen Rohstoffmangel um, der auch die Produktion von Photovoltaikanlagen betrifft? Ohne Rohstoffe weniger Anlagen und die Preise steigen leider wieder.
Was bedeutet der Krieg in der Ukraine letztlich für Energiewende und Klimaschutz? Wie umgehen mit der Rohstoffknappheit? Oder bleibt uns tatsächlich nur Energie sparen, Energie sparen, Energie sparen?

PS: Ich nutze verstärkt mein Fahrrad wo es vom Weg her möglich ist. Trotzdem gibt es Wege, die mit dem Rad einfach viel zu lang wären. Bus und Bahn sind leider mit spärlichen Strecken und Mindestaktung keine Alternative. Das 9 Euro - Ticket nützt mir also gar nichts.



zuletzt bearbeitet 30.04.2022 09:49 | nach oben springen

#972

RE: Photovoltaik und Stromverbrauch

in Die Grünen 31.05.2022 16:01
von Meridian | 2.875 Beiträge

Haushalte mit PV-Anlage verbrauchen mehr Strom. Das bremst aber die Energiewende.

https://www.solarserver.de/2022/05/31/oe...cht-mehr-strom/

Das kann man aber niemandem verübeln. Wer PV-Anlagen auf dem Dach hat, hat auch niedrigere Stromrechnungen, sei es durch Einspeisevergütung oder/und Eigenverbrauch mit oder ohne Speicherung. Das macht den Umgang mit Strom automatisch sorgloser. Wie die Photovoltaik richtig gefördert wird und gleichzeitig erhöhter Stromverbrauch sich doch nicht lohnen soll, das dürfte kompliziert werden.

Allgemein könnte man die Strompreise anders gestalten (unabh. von PV-Installation) und zwar so wie in Italien: Wer wenig verbraucht, zahlt pro kWh wenig, bei höherem Verbrauch rutscht man in eine teurere Klasse, d.h. der Preis pro kWh steigt auch. Damit würde der Strompreis bei höherem Verbrauch überproportional steigen. In Deutschland ist es leider umgekehrt: Mehrverbraucher zahlen pro kWh oft weniger. Zumindest ist das italienische Modell ein Anreiz zum Sparen.


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#973

RE: Photovoltaik und Stromverbrauch

in Die Grünen 01.06.2022 23:12
von Atue (gelöscht)
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Die Darstellung des Rebound-Effekts an dieser Stelle halte ich für irreführend. Ein privater Häuslebesitzer wird durch seine PV-Anlage nicht zum Unternehmer, der möglichst hohen Gewinn einstreichen möchte. Das tatsächliche Ziel des Hausbesitzers ist es, die laufenden Energiekosten zu minimieren. Das ist aber bereits erreicht, wenn man deutlich mehr Strom erzeugt, als man selbst verbraucht.

Um unternehmerische Optimierungen wirksam werden zu lassen, müssten die Gewinnmöglichkeiten bei einer optimierten Nutzung der eigenen PV-Anlage verbessert werden. Das könnte man durch eine Umgestaltung des Strompreises und der Abrechnung erreichen - also beispielsweise dadurch, dass es zukünftig keinen Grundpreis mehr gibt, sondern dieser in den Verbrauchspreis eingepreist wird. Eine zweite Option wäre hilfreich - dass man des Stromzähler einfach rückwärts laufen lässt. Solange die eigene PV mehr Strom erzeugt, als man verbraucht, zahlt man dann gar keinen Preis mehr an seinen Vertragspartner. Wer mehr Strom erzeugt, verdient echt daran. Und: Was man verdient, könnte man gut noch an die Preise an der Strombörse koppeln - dann würden sich auch private Batterien mehr lohnen.

Nicht unterschätzen darf man auch die Veränderungen, die in den nächsten Jahren zu erwarten sind. Mehr und mehr PV-Anlagenbesitzer werden den eigenen Strom nutzen, um günstig das eigene e-Auto zu betanken. Das ist heute noch selten, wird aber zunehmend mehr normal werden.

Um den Rebound Effekt zu vermeiden muss möglichst viel dafür getan werden, dass der private Hausbesitzer mit PV-Anlage wirklich mit der PV-Anlage sparen oder sogar einen richtig guten Ertrag erwirtschaften kann. Das ist derzeit nicht der Fall.

Der Gesetzgeber könnte den Effekt aber auch noch vermeiden - derzeit geht man davon aus, dass im Wesentlichen der Hausbesitzer seine PV-Anlage betreibt. Würde der Gesetzgeber aber vorgeben, dass man sonst nicht genutzte Dachflächen einer PV-Nutzung zuführen muss - würde sich mehr das Modell lohnen, dass man das eigene Dach vermietet, damit ein Stromanbieter auf diesem Dach eine PV-Anlage betreibt.

In dieser Konstellation aber tritt der Rebound-Effekt gar nicht mehr auf, weil der Hausbesitzer lediglich eine Mieteinnahme bekommt, die unabhängig von der Stromerzeugung aber insbesondere auch unabhängig von seinem individuellen Verbrauch ist. Wieder spart der Hausbesitzer in dieser Konstellation vor allem, wenn er wenig Strom verbraucht.


Dass wir derzeit die Möglichkeiten der PV gar nicht richtig ausnutzen, liegt vor allem am Gesetzgeber. Der sorgt auch dafür, dass viele PV-Anlagen per se bei 70% abgeriegelt werden - obwohl sie an vielen Tagen im Jahr auch 100% erzeugen könnten. Welch ein Unsinn - da hat man 100% auf dem Dach, aber nur 70% werden genutzt.....obwohl locker 200% gebraucht würden......da nutzen wir doch lieber russisches Gas.....



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#974

RE: Photovoltaik und Stromverbrauch

in Die Grünen 02.06.2022 12:36
von Meridian | 2.875 Beiträge

Ein weiteres Potential, das genutzt werden soll...

https://www.iwr.de/news/transnet-bw-unte...etzes-news37944

Da von der Bundesregierung zu diesem Thema bislang nichts kam (jedenfalls nicht im Frühlingspaket), macht Transnet BW einen ersten Versuch damit. Heimspeicher gibt es inzwischen mehr, als man glaubt. Denn diese wurden im Zusammenhang mit dem PV-Ausbau schon länger gefördert.

https://www.solarserver.de/2022/06/01/ph...ie-speicher-pv/

Alleine 2021 sind offenbar 155000 Heimspeicher mit einer Kapazität von 1,5GWh installiert worden. Zusammen mit den vorigen installierten Speichern dürfte man da auf bis zu 4GWh insgesamt kommen. Und das alles noch ohne die größeren Speicher. Wenn man diese vernetzen und effektiv nutzen könnte, wäre man hier deutlich weiter.

Ansonsten: Während die Politik noch zögert, bieten sich für Agri-PV-Anlagen erste Möglichkeiten ohne Zuschüsse. (Wehe, man kommt auf die Idee, diese zu besteuern.)

https://www.solarserver.de/2022/06/02/gr...huesse-rechnen/

Zugleich diesen solche PV-Anlagen als Hagelschutz.

Und zur Energiebilanz im Q1-22: Der Energieverbrauch in DE ist zwar um ca. 2% gesunken, und der Anteil der Erneuerbaren hat verglichen mit dem Vorjahreszeitraum zwar zugenommen, aber wegen der abgeschalteten Atomkraftwerke hat der fossile Beitrag trotzdem zugenommen.

https://www.solarserver.de/2022/06/02/zw...n-quartal-2022/


Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
(Benjamin Franklin)
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#975

RE: Photovoltaik und Stromverbrauch

in Die Grünen 03.06.2022 01:26
von Atue (gelöscht)
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Faktisch ist es so, dass dezentral sich derzeit im Energiemarkt viel bewegt. Fraglich ist für mich, ob das effizient und effektiv ist. Völlig richtig wird ja angemerkt, dass beispielsweise die Speicher von Privatpersonen eigentlich vernetzt betrieben gehören....das gilt ähnlich natürlich auch für die Erzeugung von regenerativem Strom etc. etc. .....

Macht es ganzheitlich Sinn, dass wir bis zu 40 Mio Eigenheimbesitzer zu Unternehmern machen, auch wenn sie das eigentlich gar nicht wirklich wollen?

Oder wäre es besser, wenn man stattdessen nur deren Dächer quasi entern könnte - also als Objekte nutzen könnte, die zentrale Energieversorger für die Installation von PV-Anlagen nutzen können - aber auch nutzen müssen - gegen günstige Mietgebühren.....

Letzteres würde auch ermöglichen, dass man die derzeit übliche aber sinnfreie Kappung von ca. 70% der möglichen Erzeugungsleistung vermeiden könnte....es ist fast schon pervers, dass wir die vorhandenen Möglichkeiten nicht nutzen können, weil das gesetzlich regelrecht unterbunden wird......

Wir sind derzeit noch immer sehr konservativ unterwegs wenn es um den Ausbau und die Nutzung von PV-Energie angeht. Und auch im Bereich der Windenergie werden eher Rückzugsgefechte ausgetragen, denn sinnvolle Energiepolitik.

Ich würde mir hier wünschen, dass da deutlich mehr Seitens der Bundesregierung kommt.



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