#751

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 17.03.2021 18:12
von Findus | 2.504 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #750
Doch ich teile absolut die Befürchtung dass die Emissionen wieder steigen werden bis 2023, und zwar wegen der zu erwartenden wirtschaftlichen Erholung. Doch der Atomausstieg wird in dieser Zeit auch eine Rolle spielen. Die Kohle wird noch einmal eine kleine Renaissance erfahren (unabh. davon, ob Nord-Stream-2 doch noch ans Netz geht). Und der schleppende Ausbau insbesondere der Windenergie wird für das Erreichen der Klimaziele auch nicht hilfreich sein. Das einzige, was in DE derzeit immer besser vorankommt, ist der Ausbau der Photovoltaik, auch wenn die besten Zeiten von 2010-12 noch nicht erreicht sind.


Bennen es doch direkt, Meridian: Der Atomausstieg führt zu einem späten Termin für den Kohleausstieg.
Sicher muss man heute keine neuen Kraftwerke bauen. Doch was wäre schlecht, wenigstens die modernen Kraftwerke ein paar Jahre länger zu betreiben um schneller aus der Kohle rauszukommen?
Dann müsste es auch keine "Kohle-Renaissance" geben.


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#752

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 17.03.2021 22:37
von Meridian | 2.857 Beiträge

Es gab tatsächlich die Überlegung, die letzten 2-3 Atommeiler in Süddeutschland ein paar Jahre länger laufen zu lassen. Denn mit dem Atomausstieg 2022 war eigentlich erwartet, dass beim Ausbau der Leitungskapazitäten der Nord-Süd-Link fertig würde. Damit soll an windigen Tagen Strom aus Offshore-Windrädern zum Lastenausgleich leichter nach Süddeutschland transportiert werden. Doch er wird erst frühestens 2025 fertig.

Viele Länder wollen erst aus den fossilen und dann vielleicht aus der atomaren Energie aussteigen, so z.B. auch Schweden. Doch in DE steht man sehr negativ zur Atomkraft. Eine Verlängerung des Ausstiegs ist nur schwer vermittelbar. Der Ausstieg wird wohl bleiben. Bayern hat deswegen 4x 300MW starke Kraftwerke ausgeschrieben, dabei außer Kohle und Atom technologieoffen. Ich meine, mind. zwei davon werden Gaskraftwerke.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
kuschelgorilla hat sich bedankt!
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#753

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 18.03.2021 20:48
von Meridian | 2.857 Beiträge

In der Türkei will man Investoren für Kohlekraftwerke es so einfach wie möglich machen. Aber sie wollen nicht. Kohle lohnt sich offenbar nicht.

https://www.iwr.de/ticker/keine-investor...-ab-artikel3121

Erneuerbare Energien sind dort begehrter.


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#754

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 18.03.2021 20:58
von Findus | 2.504 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #752
Es gab tatsächlich die Überlegung, die letzten 2-3 Atommeiler in Süddeutschland ein paar Jahre länger laufen zu lassen. Denn mit dem Atomausstieg 2022 war eigentlich erwartet, dass beim Ausbau der Leitungskapazitäten der Nord-Süd-Link fertig würde. Damit soll an windigen Tagen Strom aus Offshore-Windrädern zum Lastenausgleich leichter nach Süddeutschland transportiert werden. Doch er wird erst frühestens 2025 fertig.

Viele Länder wollen erst aus den fossilen und dann vielleicht aus der atomaren Energie aussteigen, so z.B. auch Schweden. Doch in DE steht man sehr negativ zur Atomkraft. Eine Verlängerung des Ausstiegs ist nur schwer vermittelbar. Der Ausstieg wird wohl bleiben. Bayern hat deswegen 4x 300MW starke Kraftwerke ausgeschrieben, dabei außer Kohle und Atom technologieoffen. Ich meine, mind. zwei davon werden Gaskraftwerke.


In der Risikoabwägung ist ein durch Kohlekraft begünstigter Klimawandel eindeutig das höhere Risiko als drei, vier Jahre länger moderne Atommeiler laufen zu lassen.
Man verstehe hier die deutschen Grünen. Die französischen Les Verts bzw. heute Europe Écologie - Les Verts haben sich seit den 1990ern aktiv gegen Kohlekraft eingesetzt. Die Umweltbewegung hat in Frankreich rationaler gehandelt.


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#755

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 18.03.2021 21:39
von denker_1 | 1.591 Beiträge

Zitat von Findus

In der Risikoabwägung ist ein durch Kohlekraft begünstigter Klimawandel eindeutig das höhere Risiko als drei, vier Jahre länger moderne Atommeiler laufen zu lassen.
Man verstehe hier die deutschen Grünen. Die französischen Les Verts bzw. heute Europe Écologie - Les Verts haben sich seit den 1990ern aktiv gegen Kohlekraft eingesetzt. Die Umweltbewegung hat in Frankreich rationaler gehandelt.



Stimmt so nicht, denn wohin mit dem über jahrtausende strahlenden hoch radioaktiven Abfall?

Den wirklich sicheren Reaktor gibt es auch nicht. Siehe Tschernobyl und Fukushima.

In radioaktiv verseuchtem Gebiet kann mit das Klima auch herzlich egal sein.

Jedes radioaktive Material ist waffenfähig, auch das nur schwach angereicherte Uran das in Panzerfäusten verwendet wird. Auch da bleibt Radioaktivität zurück und Kinder spielen an den zerstörten radioaktiv verseuchten Panzern in den Kriegsgebieten.

AKW aber dienen auch als getarnte Beschaffungslager für radioaktives Material zum Bau von Atomwaffen.

Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft ohne Wenn und Aber.

Kohle-Abgase belasten die Atemwege die dann dem Killervirus des Jahrhunderts die perfekte Angriffsfläche bieten da hilft dann auch keine Impfung mehr. Kohle als Energieträger muss weg.



zuletzt bearbeitet 18.03.2021 21:43 | nach oben springen

#756

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 18.03.2021 22:03
von Findus | 2.504 Beiträge

Zitat von denker_1 im Beitrag #755
Stimmt so nicht, denn wohin mit dem über jahrtausende strahlenden hoch radioaktiven Abfall?



Dem würde ich gegenüberstellen: Wohin mit dem schädlichen Klimagasen, dass wir Tag für Tag in die Luft blasen und die Klimaerwärmung so Sekunde für Sekunde verschlimmern?
Es geht hier doch nicht um einen Neubau, denker. Es geht nur um einen Weiterbetrieb für drei, vier Jahre, damit der Kohleausstieg schneller erfolgen kann. Denk doch mal pragmatisch und weniger ideologisch.
Die Frage des Wohin stellt sich unabhängig davon, ob wir Atomkraft 3 oder 4 Jahre länger nutzen oder nicht. Ansonsten heißt die Antwort: Endlager in Bayern.


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#757

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 18.03.2021 22:06
von Meridian | 2.857 Beiträge

Zudem ist ein Atomkraftwerk eine potentielle Atomwaffe für Terroristen.

Es ist letztlich schwer zu beurteilen, aus was man eher aussteigen sollen: Kohle oder Atom. Natürlich beides, doch einen Vorrang sollte man geben.

Frankreich sieht seine Atomkraft auch als atomare Absicherung seines Landes. Die Besetzung durch die Nazis haben genau diese Bedürfnisse einer solchen Absicherung aufkommen lassen.

In Deutschland hat man ein recht emotionales Verhältnis zur Kohle. In beiden deutschen Staaten war die Kohle ein Symbol des Wiederaufbaus.

Lustig wäre, wenn 2021 die Grünen den Kanzler stellen und ausgerechnet sie den Atomausstieg bis 2025 verlängern (aber ihn vor der BT-Wahl 2025 vollziehen).


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kuschelgorilla hat sich bedankt!
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#758

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 19.03.2021 10:12
von denker_1 | 1.591 Beiträge

Zitat von Findus

Dem würde ich gegenüberstellen: Wohin mit dem schädlichen Klimagasen, dass wir Tag für Tag in die Luft blasen und die Klimaerwärmung so Sekunde für Sekunde verschlimmern?



Klar, Gas ist genau so schlecht. Allerdings nützt mir in einer radioaktiv verstrahlten Umgebung das Klima auch nix mehr, siehe Tschernobyl oder Fukushima oder Majak in der ehemaligen Sowjetunion, wo Atommüll explodiert und ordentlich radioaktive Strahlung ausgetreten ist, so dass eine Million Menschen evakuiert werden musste.

Zitat von Findus

Es geht hier doch nicht um einen Neubau, denker. Es geht nur um einen Weiterbetrieb für drei, vier Jahre, damit der Kohleausstieg schneller erfolgen kann. Denk doch mal pragmatisch und weniger ideologisch.



Versuche ich ja die Ganze Zeit, Da ist aber Majak, Tschernobyl und Fukushima, wo die Menschen dort komplett für nichts gearbeitet haben, die hätten denselben Lebensstandard, wenn sie diese Jahre dort überhaupt nicht gearbeitet hätten. Und es gibt andere Länder die sehr wohl auch an Neubau von AKW denken.

Deutschand VERKAUFT Strom an das Ausland, produziert also eh schon zu viel. Da kann man auch die Atombomden endlich entschärfen. Der kleine Bürger zahlt das Risiko, wenn so ein Reaktor hoch geht oder das Atommüllager nicht sicher ist und Grundwasser verseucht wird. Die Milliardäre die solche AKW betreiben können sich viel eher noch irgendwohin flüchten wo die Umwelt noch sauber ist, als der kleine Bürger, für den jetzt noch aktuell eine P(l)andemie zur Reiseeinschränkung gesetzt wird.

Zitat von Findus

Die Frage des Wohin stellt sich unabhängig davon, ob wir Atomkraft 3 oder 4 Jahre länger nutzen oder nicht. Ansonsten heißt die Antwort: Endlager in Bayern.



Und je länger die AKW betrieben werden um so mehr dieses radioaktiven Mülls fällt an! Was die Lagerung betrifft, plädiere ich für ein überwachtes Lager. Allerdings bin ich mir der Risiken eines solchen überwachten Lagers bewusst. Die Überwacher können sich Macht aneignen. Die haben ja mit dem radioaktiven Müll Atomwaffen., Brauchen nur drohen, "Wenn ihr unsere Bedingungen nicht erfüllt, bringen wir dieses radioaktive Zeug raus". Das ist das Risiko.

Aber ist Bayern als Endlagerstätte wirklich jehrtausendelang so sicher, dass man das Zeug da versiegeln kann?



kuschelgorilla hat sich bedankt!
zuletzt bearbeitet 19.03.2021 10:14 | nach oben springen

#759

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 19.03.2021 10:39
von Meridian | 2.857 Beiträge

Zitat
Klar, Gas ist genau so schlecht. Allerdings nützt mir in einer radioaktiv verstrahlten Umgebung das Klima auch nix mehr, siehe Tschernobyl oder Fukushima oder Majak in der ehemaligen Sowjetunion, wo Atommüll explodiert und ordentlich radioaktive Strahlung ausgetreten ist, so dass eine Million Menschen evakuiert werden musste.


Gerade beim Bsp. Fukushima sind nun nutzbares Land für Ewigkeiten nicht mehr bewirtschaftbar. Für Japan besonders schlimm, denn das dicht besiedelte Land braucht jeden Quadratmeter und lebt, was Lebensmittel betrifft, eh zu einem größeren Teil von Importen.

Zitat
Deutschand VERKAUFT Strom an das Ausland, produziert also eh schon zu viel. (...)



Stimmt zwar, aber das ist ein Jahres- oder Monatsdurchschnitt. Es gibt Tage, wo mehr Strom importiert wird. Grund sind die inzwischen doch ansehnlichen installierten Nennleistungen von Solar- und Windanlagen. Sie betragen 50 GW bwz. 62 GW, also zusammen über 110 GW. Je nach Wetter kommt es zu den unterschiedlichsten Produktionen, oft verbunden mit zeitlich starken Schwankungen. Bei der Windenergie ist das v.a. dann, wenn Sturmtiefs und Zwischenhochs sich abwechseln, im Frühling und Sommer sind es die starken Tagesgänge der Photovoltaik. Letztere sind aber wenigstens an die Tageszeiten gebunden, während die Windschwankungen an keine Tageszeit gebunden sind.

In den letzten Jahren nimmt der Export ab, und es gab sogar erste Monate mit einer positiven Importbilanz.

https://www.energy-charts.info/charts/en...&c=DE&year=2020

Hier den Button "Import Saldo" in der Legende doppelt anklicken.

Natürlich ist auch für 2020 insgesamt mehr Strom exportiert als importiert worden. Doch man braucht eine Vielfalt an Speichern. Dann könnte man umso schneller aus der Atomkraft und Kohlekraft raus.

Batteriespeicher sind gut geeignet, den Tagesgang der Photovoltaik bedarfsgerechter zu regeln, aber auch alltägliche Stromschwankungen bei Verbrauch und Produktion zu glätten. Die Pumpspeicherkraftwerke decken für die Spitzenlast am Morgen.

Power-to-gas-Umwandler sollen Wasserstoff oder Methan erzeugen, welche mehr und mehr das natürliche Erdgas ersetzen sollen. Die reichlich vorhandenen Erdgasspeicher sind als Langzeitspeicher gut geeignet.

Weiterhin sollen ehemalige Kohlekraftwerke als Speicher verwendet werden. Zwei Pilotprojekte sind im Entstehen: zum einen soll es einen Flüssigsalzspeicher geben, zum anderen soll vulkanisches Gestein bei überschüssigem Strom erhitzt werden, bei Bedarf soll damit Strom erzeugt werden. Die Wirkungsgrade sind zwar nicht immer gut, aber immer noch besser, als wenn Windräder wegen Überlastung des Netzes abgeregelt werden müssen.

Doch eine nennenswerte Speicherstruktur dürfte erst im nächsten Jahrzehnt sich so richtig etablieren.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#760

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 19.03.2021 13:16
von Findus | 2.504 Beiträge

Zitat von denker_1 im Beitrag #758
Klar, Gas ist genau so schlecht. Allerdings nützt mir in einer radioaktiv verstrahlten Umgebung das Klima auch nix mehr, siehe Tschernobyl oder Fukushima oder Majak in der ehemaligen Sowjetunion, wo Atommüll explodiert und ordentlich radioaktive Strahlung ausgetreten ist, so dass eine Million Menschen evakuiert werden musste.


Ich respektiere deine Meinung. Trotzdem ist das Ergebnis, dass du mit dieser Haltung auch dafür verantwortlich bist, dass wir aus der Spirale der Klimaerwärmung nicht rauskommen.
E-Auto mit Kohlestrom ist leider nicht nachhaltig und sauber.


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#761

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 19.03.2021 16:02
von Till (gelöscht)
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Zitat von Findus im Beitrag #760
E-Auto mit Kohlestrom ist leider nicht nachhaltig und sauber.

Ganz und gar nicht. Aber vom Wirkungsgrad her betrachtet besser als ein Verbrenner.


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#762

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 19.03.2021 16:29
von Findus | 2.504 Beiträge

Das Mecki war nicht die Frage. Meine Frage zielte eher in Richtung sauberer Strom.


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#763

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 19.03.2021 16:32
von Till (gelöscht)
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Ich habe gar keine Frage gesehen, habe aber verstanden, was Sie sagen wollten.
Aber wir können nicht von heute auf morgen schmutzigen Strom durch sauberen Strom ersetzen. Das primäre Ziel ist immer noch, CO2 einzusparen, und da müssen wir manchmal auch kleine Brötchen backen.



zuletzt bearbeitet 19.03.2021 16:33 | nach oben springen

#764

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 19.03.2021 16:34
von Findus | 2.504 Beiträge

Dann bitte auch Methan einsparen, ist noch klimaschädlicher.
Mecki, Luxus wie der alte qualmende Kaminofen müssten auch Thema sein, auch wenn´s dem einen oder anderen Weh tut. Oder anders gesagt, über Luxus sollten wir in diesem Zuge auch reden.



zuletzt bearbeitet 19.03.2021 16:37 | nach oben springen

#765

RE: Klimalüge in der EU

in Die Grünen 19.03.2021 16:51
von Till (gelöscht)
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Zitat von Findus im Beitrag #764
Dann bitte auch Methan einsparen, ist noch klimaschädlicher.

Wie? Sollen die Kühe nicht mehr pupsen und die Asiaten auf Reis verzichten?
Natürlich muß man da auch etwas tun. Wenn wir Methan einsparen, sparen wir auch CO2 ein. Methan zersetzt sich mit einer Halbwertszeit von ungefähr 10 Jahren zu CO2 und Wasser.


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