#616

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 15.11.2020 19:12
von Meridian | 2.873 Beiträge

Holz wächst rasch nach. So sehe ich grundsätzlich keine Probleme mit Holzöfen. Es sollte aber 2 Regelungen geben, auf deren Einhalten streng geachtet werden muss:

1. Generell darf nicht mehr Holz verbraucht werden, als nachwachsen kann.
2. Holz muss gut getrocknet werden, bevor man es verbrennen darf.
3. Sollte es Rußfilter oder andere Vorrichtungen zum Abfangen von Ruß und Staub geben, die für einen normalen Haushalt locker erschwinglich sind, wäre eine Filter-Pflicht durchaus zu überlegen.

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Zu einigen Singularitäten in diesem Jahr: Gemeint ist nicht die Singularität in einem Schwarzen Loch im Weltall, sondern in der Meteorologie bestimmte Wetterereignisse, die zu einer bestimmten Jahreszeit sehr gerne vorkommt. Dieses Jahr gab es trotz Klimawandel die eine oder andere Singularität:

Die Hochwinter-Phasen in Januar und Februar sind ausgefallen, der Märzwinter kam Ende des Monats sogar teilweise (in Berlin der erste und einzige Schnee des Winters). Aprilwetter ist wieder ausgefallen, zumal die letzten Aprils recht beständig daher kamen. Die Eisheiligen im Mai kamen sehr deutlich und zudem schon auffallend termingerecht. Die Schafskälte im Juni kam v.a. in Süddeutschland. Der Siebenschläfer (wonach sich die Großwetterlage Ende Juni / Anfang Juli 7 Wochen halten soll) hat immerhin 4-5 Wochen gehalten. Der Juli-Hochsommer trat nur ansatzweise in Süddeutschland auf. Dagegen fiel die Hitzewelle im August perfekt in die Hundstage. Der Altweibersommer im September war eher ein Hochsommer, der Goldene Oktober fiel aus. Mitte November gibt es die Singularität "Martinssommer". Das ist eine milde Phase, die häufig um diese Zeit auftritt. Heute, am 15. November, ist St. Martin. Mild ist es auch. Somit ist diese Singularität termingerecht aufgetreten. Im Dezember ist die wichtigste Singularität das Weihnachtstauwetter.
Fazit: In der ersten Jahreshälfte repräsentieren die Singularitäten stets Kälterückfälle, während es sich in der 2. Jahreshälfte um überdurchschnittlich warme Wetterphasen handelt. 2020 gab es gleich drei Singularitäten, die auch noch datums-genau aufgetreten sind, das Weihnachtstauwetter steht allerdings noch aus.

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Zur Energiebilanz: Zur Halbzeit im November führt die Windenergie - wieder! Während der ruhigen Hochdruckphase hat die Windkraft wenig geleistet, und die Braunkohle überholte diese Woche. Doch seit Donnerstag ist der Wind wieder aufgekommen, seit heute weht er noch stärker. Der Wind soll mehr oder weniger bis Donnerstag anhalten. V.a. heute, Mo und Do sollen Tage mit hohen Windenergiemengen werden. Danach ist es offen, ob ein nachfolgendes Hoch nur einen Gastauftritt hat oder sich über Mitteleuropa festsetzt.
Trotz Lockdown ist die Braunkohle weiterhin stark am Produzieren. Es scheint so, als ob man im Gegensatz zum Frühlings-Lockdown alle wichtigen Wirtschaftszweige am Laufen halten will. Der Stromverbrauch scheint diesmal kaum zu sinken.
Die Photovoltaik kann sich auch sehen lassen, zumindest für November ist sie auf Rekordkurs.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#617

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 15.11.2020 19:20
von Findus | 2.536 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #616
Holz wächst rasch nach. So sehe ich grundsätzlich keine Probleme mit Holzöfen. Es sollte aber 2 Regelungen geben, auf deren Einhalten streng geachtet werden muss:

1. Generell darf nicht mehr Holz verbraucht werden, als nachwachsen kann.
2. Holz muss gut getrocknet werden, bevor man es verbrennen darf.
3. Sollte es Rußfilter oder andere Vorrichtungen zum Abfangen von Ruß und Staub geben, die für einen normalen Haushalt locker erschwinglich sind, wäre eine Filter-Pflicht durchaus zu überlegen.


Das mag allein auf das Klima bezogen vielleicht stimmen. Trotzdem stinkt die Luft um Kamine und gesund - insbesondere für Menschen mit Atemwegserkrankungen - ist das Verbrennungsprodukt eines Kamins bei Weitem nicht. Im Gegenteil, es ist eine Zumutung für die jeweiligen Mitmenschen. Dank moderner Bauweise mit zentraler Be- und Entlüftung (Stichwort Energieeffizienz!) holt man sich den Gestank des Nachbarn sogar noch kostenfrei in Küche, Schlaf- und Wohnzimmer. Ohne zentrale Belüftung darfst du heute nicht mehr bauen. Also keine Alternative zu verzichten.
Was denkst du, warum der Kamin historisch abgeschafft wurde? Eben. Weil die Menschen nicht krank in Kaminabgasen leben wollten.
Das CO2, dass ein Baum gebunden hat, wird beim Verbrennen übrigens freigesetzt. Der Kamin ist eben auch nur ein schmutziger "Verbrenner" und gehört damit abgeschafft.

Danke, ich verzichte auf solch schmutzige und geruchtsintensive Heiz-Methode. Warum kann es nicht einen vernünftigen, sauberen Weg des Heizens geben, der sowohl für Mensch als auch für die Umwelt gut ist? Bietet da nicht mehr Photovoltaik die deutlich gesundere und klimafreundlichere Möglichkeit?

Und die deutlich interessantere Frage: Warum sagst du nichts zu Brandtagen und angeblichem "Brauchtum"?



zuletzt bearbeitet 15.11.2020 19:24 | nach oben springen

#618

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 16.11.2020 21:09
von kuschelgorilla | 3.292 Beiträge

Die Verwendung von Holz unter den Kriterien, die Meridian anfügte, wäre an sich schlüssig. Da inzwischen auch entsprechende Reinigungsfilter für Neuanlagen vorgschrieben sind...

https://www.energie-experten.org/heizung...feinstaubfilter


Meine Motivation ging heute morgen winkend und lächelnd an mir vorbei
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#619

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 18.11.2020 15:51
von Meridian | 2.873 Beiträge

@findus

Ich komme ursprünglich aus dem Ländlichen. Dort habe ich ein Verbrennen von Holzabfällen äußerst selten erlebt.
Zum Verbrennen von Holzabfällen: Man könnte es gerade in dichtbesiedelten Regionen verbieten. Doch es muss möglich sein, dass man es abholen lassen kann, und zwar kostenlos. Noch besser wäre es, wenn eine Biomasse-Anlage solche Holzabfälle energetisch verwertet. Auch da soll es Pflicht sein, dass das Holz vor dem Verbrennen komplett ausgetrocknet ist.

Würdest du das das Verbrennen von Holz, zumindest für private Zwecke generell verbieten (z.B. auch Lagerfeuer)?

-----------------------------------------

Jetzt zu einem Thema, wo Holz besser komplett nass sein sollte. In den Niederlanden droht ein massives Problem, das dadurch herrührt, weil Holzfundamente vieler Häuser nicht mehr komplett im Wasser stehen.

https://www.tagesschau.de/ausland/nieder...wandel-101.html

Gerade in NL habe ich eigentlich mit einem anderen Problem gerechnet, nämlich zu viel Wasser infolge des Anstiegs des Meeresspiegels. Es gibt doch recht große Regionen, die unter dem Meeresspiegel liegen infolge Landgewinnung. Doch auch dort sinkt der Grundwasserspiegel bedrohlich tief für viele Häuser. Man stelle sich vor, wie dort die Klimakatastrophe ablaufen könnte: Bevor weite Teile von NL von einer riesigen Sturmflut überrollt werden, stürzen zuvor viele Häuser wegen vertrockneten Böden ein.

Offenbar droht 3-5 Mio Häusern der Einsturz. Da droht eine massive Wohnungsnot. Oder man besinnt sich auf DAS Symbol der Niederlande, den Wohnwagen.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.


zuletzt bearbeitet 18.11.2020 15:54 | nach oben springen

#620

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 18.11.2020 20:02
von Findus | 2.536 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #619
@findus

Ich komme ursprünglich aus dem Ländlichen. Dort habe ich ein Verbrennen von Holzabfällen äußerst selten erlebt.
Zum Verbrennen von Holzabfällen: Man könnte es gerade in dichtbesiedelten Regionen verbieten. Doch es muss möglich sein, dass man es abholen lassen kann, und zwar kostenlos. Noch besser wäre es, wenn eine Biomasse-Anlage solche Holzabfälle energetisch verwertet. Auch da soll es Pflicht sein, dass das Holz vor dem Verbrennen komplett ausgetrocknet ist.

Würdest du das das Verbrennen von Holz, zumindest für private Zwecke generell verbieten (z.B. auch Lagerfeuer)?

-----------------------------------------

Jetzt zu einem Thema, wo Holz besser komplett nass sein sollte. In den Niederlanden droht ein massives Problem, das dadurch herrührt, weil Holzfundamente vieler Häuser nicht mehr komplett im Wasser stehen.

https://www.tagesschau.de/ausland/nieder...wandel-101.html

Gerade in NL habe ich eigentlich mit einem anderen Problem gerechnet, nämlich zu viel Wasser infolge des Anstiegs des Meeresspiegels. Es gibt doch recht große Regionen, die unter dem Meeresspiegel liegen infolge Landgewinnung. Doch auch dort sinkt der Grundwasserspiegel bedrohlich tief für viele Häuser. Man stelle sich vor, wie dort die Klimakatastrophe ablaufen könnte: Bevor weite Teile von NL von einer riesigen Sturmflut überrollt werden, stürzen zuvor viele Häuser wegen vertrockneten Böden ein.

Offenbar droht 3-5 Mio Häusern der Einsturz. Da droht eine massive Wohnungsnot. Oder man besinnt sich auf DAS Symbol der Niederlande, den Wohnwagen.


Hallo Meridian,

vielerorts wird auf Osterfeuer und ähnliches verzichtet. Warum dann im ländlichen Raum noch der traditionelle Brandtag für Gartenabfälle sowie Holz- und Strauchgut notwendig ist, erschließt sich mir nicht. Zumal in Zeiten, in denen bundesweit eine funktionierende Sammlung von Strauchgut vorhanden sein dürfte.
Wie Klimagewissen beim Auto (Verzicht auf den Verbrenner) zum privaten Lagerfeuer oder der privat genutzten Feuerschale passen soll, erschließt sich mir ebenso wenig. Das empfinde ich als ein sich die Tatsachen schönreden. Ein Verbrennungsprozess ist ein Verbrennungsprozess und schlecht für das Klima. Das private Lagerfeuer sogar eine höchst unnötige Belastung für die Umwelt. Wenn es uns um die Bewältigung des Klimawandels geht, dann sollten wir nicht nur allein über das Auto reden, sondern über sämtliche unnötige Freisetzung von CO2. Da gehört nun mal auch auch der Hobby- und Freizeitbereich zu oder das Silvesterfeuerwerk.

Über das Klima hinaus halte ich auch saubere Luft für einen wichtigen Teil des Umweltschutzes.



zuletzt bearbeitet 18.11.2020 20:11 | nach oben springen

#621

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 18.11.2020 22:46
von Meridian | 2.873 Beiträge

Dann musst du auch konsequent sein und gegen das Grillen mit Holz, Kohle, ja sogar mit Gas sein. Gasfeuer (d.h. Erdgas oder Flüssiggase wie Butan und Propan als Nebenprodukt der Erdölindustrie) verschlechtert zwar am wenigsten die Luftqualität, schadet aber trotzdem dem Klima. Nur Elektrogrills sollten dann noch in Frage kommen, am besten mit Ökostrom.

Weiter wird es auch für Trekker schwierig, die mit dem Zelt tagelang unterwegs sind in der Wildnis ohne Stromanschluss. Wasser und Essen erhitzt man mit dem Camping-Kocher, meist mit Flüssiggas oder Benzin. Ein Elektrokocher mit Akku für mehrere Tage dürfte für Wanderer viel zu schwer sein. Oder du sagst, dass das dann nicht mehr erlaubt sein soll. Natürlich kann man auch Flüssiggas aus erneuerbaren Quellen erzeugen, aber bei dir scheint mir es mehr um die Verbrennung selber zu gehen.

Und wie siehst die die Verwendung von Kerzen? Da verbrennt Wachs.

Ich finde deine Haltung sehr einseitig. Holzfeuer verschlechtert zwar die Luftqualität, ist aber nicht klimaschädlich, da das frei werdende CO2 durch Nachwuchs in einem überschaubaren Zeitraum wieder gebunden wird. Anders ist es mit Kohle, Erdöl und Gas, das sich erst in Jahrmillionen wieder bildet.

Zudem kommen Feuer und Verbrennungen auch in der Natur häufig genug vor, so durch Wald- und Buschbrände oder Vulkane. Die Asche bildet dabei eine gute Voraussetzung für neuen Wuchs. Auch vulkanisch geprägten Böden sind sehr fruchtbar. Deswegen würde ich menschgemachtes Feuer per se nicht ablehnen. Wie immer macht es die Menge und Intensität.

In dünnbesiedelten Ländern wie Schweden ist das Mittsommerfest mit seinen riesigen Feuern ein immer noch wichtige Tradition, ja fast schon ein Ritual. Wenn du dich dagegen aussprechen würdest, solltest du dich in Schweden nicht mehr blicken lassen, zumindest in Finnland, Estland und Lettland auch nicht. Nicht einmal Greta Thunberg hat diese Feuer zu kritisieren gewagt. Oder sie hat tatsächlich nichts dagegen.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#622

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 18.11.2020 23:20
von Atue (gelöscht)
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Zitat von Meridian im Beitrag #616
Zur Energiebilanz: Zur Halbzeit im November führt die Windenergie - wieder! Während der ruhigen Hochdruckphase hat die Windkraft wenig geleistet, und die Braunkohle überholte diese Woche. Doch seit Donnerstag ist der Wind wieder aufgekommen, seit heute weht er noch stärker. Der Wind soll mehr oder weniger bis Donnerstag anhalten. V.a. heute, Mo und Do sollen Tage mit hohen Windenergiemengen werden. Danach ist es offen, ob ein nachfolgendes Hoch nur einen Gastauftritt hat oder sich über Mitteleuropa festsetzt.
Trotz Lockdown ist die Braunkohle weiterhin stark am Produzieren. Es scheint so, als ob man im Gegensatz zum Frühlings-Lockdown alle wichtigen Wirtschaftszweige am Laufen halten will. Der Stromverbrauch scheint diesmal kaum zu sinken.
Die Photovoltaik kann sich auch sehen lassen, zumindest für November ist sie auf Rekordkurs.


Um die Energiebilanz richtig zu bewerten, muss man eigentlich zusätzlich noch anschauen, ob der Strom für den Eigenverbrauch oder den Export erzeugt wurde. Seit vielen Jahren schon ist es gute Tradition, dass Deutschland Jahr für Jahr zig Terrawattstunden ins Ausland exportiert (Bewertung nach Stromaustauschsaldo) - und die Jahre ab spätestens 2011 zeigen auf, dass dabei die Mengen keineswegs geringer werden, sondern eigentlich ein rekordverdächtiges Niveau erreicht haben.

Eine gute Fragestellung wäre deshalb, wie viel (Braun-)kohlestromerzeugung hätten wir vermeiden können, wenn wir auf Export von diesem über einen Nullsaldo hinaus verzichtet hätten.



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#623

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 19.11.2020 07:56
von Meridian | 2.873 Beiträge

@Atue

Gehe einfach auf http://www.energy-charts.info

Dort gehe auf Energie oder Leistung. Man kann sich u.a. die Exportbilanz anzeigen lassen. Der Export nimmt übrigens seit 2018 merklich ab.

Dennoch könnte die Braunkohle noch einmal eine Renaissance feiern, und zwar nach erfolgtem Atomausstieg. Ich kann nur hoffen, dass diese Lücke bald wieder mit neuen Ökostromkraftwerken gefüllt wird.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#624

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 19.11.2020 12:45
von kuschelgorilla | 3.292 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #621
Dann musst du auch konsequent sein und gegen das Grillen mit Holz, Kohle, ja sogar mit Gas sein. Gasfeuer (d.h. Erdgas oder Flüssiggase wie Butan und Propan als Nebenprodukt der Erdölindustrie) verschlechtert zwar am wenigsten die Luftqualität, schadet aber trotzdem dem Klima. Nur Elektrogrills sollten dann noch in Frage kommen, am besten mit Ökostrom.

Weiter wird es auch für Trekker schwierig, die mit dem Zelt tagelang unterwegs sind in der Wildnis ohne Stromanschluss. Wasser und Essen erhitzt man mit dem Camping-Kocher, meist mit Flüssiggas oder Benzin. Ein Elektrokocher mit Akku für mehrere Tage dürfte für Wanderer viel zu schwer sein. Oder du sagst, dass das dann nicht mehr erlaubt sein soll. Natürlich kann man auch Flüssiggas aus erneuerbaren Quellen erzeugen, aber bei dir scheint mir es mehr um die Verbrennung selber zu gehen.
...


Päpstlicher als der Papst möchte ich ja eigentlich nicht sein, aber muss ich dann meinen Gaskocher im Wohnwagen durch einen Solarstromkocher ersetzen??? Oder die Gasheizung im Wohnwagen??? Wintercamping ade?


Meine Motivation ging heute morgen winkend und lächelnd an mir vorbei
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#625

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 22.11.2020 10:28
von Findus | 2.536 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #621
Dann musst du auch konsequent sein und gegen das Grillen mit Holz, Kohle, ja sogar mit Gas sein. Gasfeuer (d.h. Erdgas oder Flüssiggase wie Butan und Propan als Nebenprodukt der Erdölindustrie) verschlechtert zwar am wenigsten die Luftqualität, schadet aber trotzdem dem Klima. Nur Elektrogrills sollten dann noch in Frage kommen, am besten mit Ökostrom.


Das fällt mir als Vegetarier sogar höchst leicht. Ich grille nicht mit Holz, Kohle oder Gas. Wenn ich Gäste habe, die gerne Fleisch essen, wird das auf einem kleinen Elektrogrill gegrillt. Das Beispiel Elektrogrill zeigt doch, dass es eine Alternative zum Holz und Kohle verbrennen gibt, ohne dass man gleich aufs Grillen verzichten muss.
Gleiches ist es mit dem Kaminfeuer. Zum Heizen überflüssig, eher das Produkt eines übersättigten Bürgertums. Möglicherweise sogar mit E-Auto, denn das ist doch ein guter Ablass für sämtliche anderen größeren und kleineren Klimasünden, nicht?
Die Notwendigkeit sauberer Mobilität will ich keinesfalls in Abrede stellen. Ich muss sogar sagen, dass ich mit der technischen Entwicklung der E-Mobilität oder auch des Wasserstoffs durchaus zufrieden. Langsam kommen bei den Autos die Reichweiten, die auch für Urlaubsfahrten o.ä. interessant sind. Daumen hoch, weiter so. Trotzdem möchte ich hier nochmal eine Parallele zum Thema Kaminöfen, Brandtagen auf dem Land und Holz verbrennen ziehen. Ich bin sicher, du würdest einen auf Holz-Paletts basierenden Verbrennungsmotor ablehnen. Warum? Weil eben doch CO2 freigesetzt wird. Warum dann deine widersinnige Position gerade bei den Brandtagen? Wenn der Kamin schon klimaschädlich ist, wie schädlich für das Klima ist dann erst der Brandtag, bei dem in der Fläche Gartenfall und Holz verbrannt wird? Vom Tierschutz einmal abgesehen. Natürlich wird sich jeder daran halten, seinen kleinen Abfallhaufen für Igel und Kleintiere nochmals umzuschichten, gelle?
Auch hier wirst du irrational: Du kannst Vulkane und natürlich entstandene Waldbrände nicht mit einem bewussten und unnötigen Verbrennen an Brandtagen vergleichen. Ein Brandtag ist die bewusste - wie unnötige - Freisetzung von CO2.

Also, wie steht es mit dir und dem Klimaschutz? Worauf kannst du verzichten? Oder beschränkt sich deine hochgehaltene Ökologie allein auf den Ablass "E-Auto fahren", mit der es leicht ist, sich ein gutes gewissen für ein paar tausend Euro zu erkaufen?



zuletzt bearbeitet 22.11.2020 10:35 | nach oben springen

#626

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 22.11.2020 10:36
von Findus | 2.536 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #623
Dennoch könnte die Braunkohle noch einmal eine Renaissance feiern, und zwar nach erfolgtem Atomausstieg. Ich kann nur hoffen, dass diese Lücke bald wieder mit neuen Ökostromkraftwerken gefüllt wird.


Von welchen Wechselwirkungen zwischen Braunkohle und Atomkraft gehst du den aus, Meridian?


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#627

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 22.11.2020 10:38
von Findus | 2.536 Beiträge

Und mal eine andere Frage: Grünenparteitag. Wie löst sich das Dilema Regierungsbeteiligung 2021 und weitergehende Forderungen der FFF Richtung strenger Einhaltung des 1,5 Grad-Ziels an die Grünen wohl in einem Jahr auf?


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#628

1,5 ist unrealistisch - und selbst 2 Grad kaum mehr zu erreichen

in Die Grünen 24.11.2020 01:20
von Atue (gelöscht)
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Relativ einfach - die 1,5 Grad sind kaum mehr zu realisieren. Also wird es dabei bleiben, so nah wie möglich an die 1,5 zu kommen, wobei man inzwischen schon optimistisch sein muss, wenn man auch nur an das 2 Grad Ziel glaubt......0,9 Grad haben wir heute schon, und von einem Stopp der Steigerung der Steigerung der Klimagase kann noch nicht gesprochen werden - schon gar nicht von einem Stopp der Klimawirksamen Gase überhaupt. Dies wäre aber zeitnah notwendig, um bei 1,5 Grad rauszukommen - und auch für das 2 Grad Ziel bleibt nicht mehr all zu viel Zeit übrig. Bereits in wenigen Jahren wird das 2 Grad Ziel nur noch zu erreichen sein, wenn massiv Techniken eingesetzt werden, um wieder CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen.....und solche Techniken stehen heute noch gar nicht in der Breite zur Verfügung, und für deren Energieversorgung steht erst recht keine regenerativen Energien zur Verfügung......



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#629

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 24.11.2020 14:02
von Meridian | 2.873 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #626
Zitat von Meridian im Beitrag #623
Dennoch könnte die Braunkohle noch einmal eine Renaissance feiern, und zwar nach erfolgtem Atomausstieg. Ich kann nur hoffen, dass diese Lücke bald wieder mit neuen Ökostromkraftwerken gefüllt wird.


Von welchen Wechselwirkungen zwischen Braunkohle und Atomkraft gehst du den aus, Meridian?


2011 wurden infolge Fukushima 8 AKWs stillgelegt. 2010 hat DE für damalige Verhältnisse viel Strom exportiert, 2011 wenig, aber immer noch mit positiver Exportbilanz. Dennoch war 2012 der Export so hoch wie noch nie. Bis 2017 stieg der Export weiter an, um aber seit 2018 wieder zu sinken. 2020 dürfte der Export sogar niedriger werden als 2012, aber immer noch höher als 2010.

Während zw. 2012 und 2020 alle 2 Jahre ein weiterer Atomreaktor vom Netz genommen wird, werden es 2021 und 2022 werden jeweils drei. Da der Ausbau der erneuerbaren Energien derzeit nicht so gut vorankommt wie erwartet (v.a. bei der Windenergie, Photovoltaik dagegen besser), muss - hoffentlich nur vorübergehend - die Kohle in diese Stromlücke einspringen. So erwarte ich nach erfolgtem Atomausstieg einen vorübergehenden CO2-Anstieg (auch bei negativer Wirtschaftsentwicklung). Das kann ausgerechnet dann geschehen, wenn die von den Grünen beabsichtigt, diese ab 2021 an einer Regierungskoalition beteiligt sind. Andererseits würde es auch für die Grünen ein Triumph sein, wenn das das Abschalten des letzten Atomkraftwerkes unter ihrer Regierungsbeteiligung stattfinden würde. Denn der Atomausstieg war und ist für die Grünen lange eine Herzensangelegenheit.

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Zu Holzfeuern, Grillen usw. Da werden wir und nicht einig. Solange regenerative Brennstoffe eingesetzt werden wie Holz, Holzkohle (nicht aber fossile Kohle) oder auch regenerativ erzeugte Gase, habe ich bis zu einem gewissen Maße nichts dagegen. Je dichter aber die Region besiedelt ist, desto mehr bis ich natürlich für Einschränkungen (nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Tagen, Filterpflicht) der gegenseitigen Rücksichtnahme wegen. Zudem soll nicht mehr Holz verbraucht werden, als nach wächst. Mit Verbrauch meine ich nicht nur Verbrennung, sondern in erster Linie auch alle andere Arten der Holzverarbeitung wie in der Schreinerei.

Alleine deswegen ist natürlich ein Verbrennungsfahrzeug auf Holzbasis Unsinn, weil so viel Holz, wie da weltweit benötigt wird, das gibt es gar nicht. Erinnert mich an einen Witz:

Kommt ein kleines Männchen zu den Holzfällern in Kanada, alles Schränke von "echten Männern". Er bewirbt sich als Holzfäller. Die Männer lachen ihn nur aus, aber er besteht auf eine Arbeitsprobe. Schließlich geben sie ihm die größte Axt in der Hoffnung, dass er diese gar nicht heben kann. Doch das Männchen hebt die Axt mit erschreckender Leichtigkeit auf und bumm bumm bumm, liegt ein ausgewachsener Baum auf dem Boden.
Die Holzfäller glotzen nur noch. Schließlich sagt einer: "Wahnsinn! Das habe ich noch nie gesehen! Aber wo hast du früher Holz gefällt?" Das kleine Männchen: "In der Sahara." "Aber in der Sahara gibt es doch gar keine Bäume." Das Männchen mit einem bestätigendem Nicken: "Ja, jetzt nicht mehr."

Ich glaube, solche Männchen wären nötig, wenn man den Verkehr auf Holzverbrennung umstellen würde. In wenigen Jahren hätte auch Kanada keinen Wald mehr.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#630

RE: Brandtage und Kaminöfen - Klimakiller!

in Die Grünen 25.11.2020 21:09
von Findus | 2.536 Beiträge

Ich denke, dass es auch nicht notwendig ist, in allen Fragen völlig übereinzustimmen. An einem gesellschaftlichen Konsens wäre am Ende ja die klare Zielrichtung Klimaerwärmung möglichst auf die 1,5 Grad Grenze zu beschränken das entscheidende.

Nur wie Aute schon schrieb:

Zitat von Atue im Beitrag #628
Relativ einfach - die 1,5 Grad sind kaum mehr zu realisieren. Also wird es dabei bleiben, so nah wie möglich an die 1,5 zu kommen, wobei man inzwischen schon optimistisch sein muss, wenn man auch nur an das 2 Grad Ziel glaubt......0,9 Grad haben wir heute schon, und von einem Stopp der Steigerung der Steigerung der Klimagase kann noch nicht gesprochen werden - schon gar nicht von einem Stopp der Klimawirksamen Gase überhaupt.


Wir werden also über mehr als über Kohlekraftwerke und Autos / LKWs / Flugzeuge reden müssen. Denke ich an das Klimagas Methan geht es auch um große Dinge wie die Landwirtschaft. Und auch kleine Dinge können ein wenig Beitrag leisten, warum ich auch weiter über den Klimakiller Kaminofen und den unsäglichen Brandtag für Gartenabfälle und Landwirtschaft diskutieren werden. Und sicher über eine Vielzahl anderer - teils auch liebgewonnener - Traditionen.

Gerade beim Beispiel des Brandtages muss man darauf hinweisen, dass zum Umweltschutz nicht allein nur der Klimaschutz gehört. Auch saubere Luft oder Tierschutz sind Bereiche, die zum Umweltschutz gehören. Und warum ausgerechnet nur Städter ein Anrecht auf saubere Luft haben sollen, dass erschließt sich mir nicht.

Noch ein Anmerk zu den klimawirksamen Gasen: Wir reden allein über CO2. Was behindert eigentlich die Diskussion über das mittelfristig sogar noch schädlichere Methan?



zuletzt bearbeitet 25.11.2020 21:11 | nach oben springen


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