#241

RE: e-Mobilität

in Die Grünen 31.10.2019 20:34
von Findus | 2.422 Beiträge

Zitat von Atue im Beitrag #234
Sorry, aber dieses Gejammere geht mir dann doch auch ein wenig auf den Zeiger. Noch nie gab es so umfassende vielfältige Möglichkeiten sich zu informieren, wie wir das heute haben. Der MÜNDIGE Verbraucher informiert sich längst und hat auch heute kein Problem, sich ein Auto auszusuchen.


Die Realität spricht eine andere Sprache: Allgemeine Kaufzurückhaltung, weil keiner so genau weis, worauf man sich in Sachen Mobilität in den nächsten Jahren einstellen soll. Dem E-Auto fehlt zusätzlich mindestens die Reichweite und irgendwie kann es nicht richtig sein, dass die Autoindustrie sich eine goldene Nase an Batteriemieten verdient. Beides schreckt vor einem Kauf ab.

PS: "Ausleihvorgänge in Videotheken" habe irgendwie nichts mit dem Klima zu tun, irgendwie so gar nichts. Unter solcher grüner Polemik gehen die guten Argumente deines Beitrages #234 leider unter.
Ich halt mich aus solch ideologischen Klima-Debatten raus. Trotzdem eine gute weitere Diskussion



zuletzt bearbeitet 31.10.2019 20:53 | nach oben springen

#242

RE: e-Mobilität

in Die Grünen 31.10.2019 23:01
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Findus im Beitrag #241
Die Realität spricht eine andere Sprache: Allgemeine Kaufzurückhaltung, weil keiner so genau weis, worauf man sich in Sachen Mobilität in den nächsten Jahren einstellen soll.


Wießt du findus, lass uns die Diskussion in 5 Jahren weiterführen. In den Nordländern werden heute schon 50% Neuzulassungen an e-Autos vergeben. Und in Deutschland startet in diesen Monaten in der Breite die Produktion von VW und anderen in Richtung e-Mobilität. Die Preise werden bei einer Reichweite von 300km in durchaus wirtschaftlichen Gesamtbedingungen liegen, und mit staatlicher Anschubfinanzierung wird auch in Deutschland die e-Mobilität relativ schnell an Fahrt gewinnen.

In 5 Jahren wird nicht mehr die Frage sein, ob es zur e-Mobilität kommt, sondern allenfalls wie lange es dauert, bis 50% erreicht sind.

Spannend ist für mich in diesem Kontext nur noch, ob und in welchem Umfang und ab wann Brennstoffzellenfahrzeuge mithalten können.

Bei der Batterietechnik wird sich viel entscheiden - aber da passieren auch inzwischen fast täglich revolutionäre Innovationen. Da gibt es Nachrichten über Schnellladebatterien, die man in 10 Minuten für die nächsten 300km aufladen kann, und Nachrichten über alternative Batterietechnik, die ohne Rohstoffe auskommt, die eher kritisch zu bewerten sind etc. etc. etc.....und die internationale Forschung in dem Umfeld läuft eigentlich überhaupt erst so richtig an.

Ich denke, du unterschätzt die Innovationskraft eines Marktes, der gerade erst vor der Produktionsreife steht, bei dem aber feststeht, dass es ein Massenmarkt wird.

In 5 Jahren sind wir weiter.


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#243

RE: e-Mobilität

in Die Grünen 01.11.2019 08:15
von heiner | 881 Beiträge

Ein Beispiel, wie eine ganze Branche von einem Strukturwandel weggefegt wurde, ohne dass irgendein Politiker davon Notitz genommen hätte, das ist durchaus die "Videothekenbranche" nach den 1990er Jahren gewesen.

Zitat von Findus im Beitrag #241
PS: "Ausleihvorgänge in Videotheken" habe irgendwie nichts mit dem Klima zu tun, irgendwie so gar nichts. Unter solcher grüner Polemik gehen die guten Argumente deines Beitrages #234 leider unter.


Die Videothekare konnten keine technische Entwicklung auf eine Weise verzögern wie das die Automobilbranche praktiziert hat. Wir alle wissen, als der A-Mercedes umfiel, war das nicht, weil die Konstrukteure von Daimler nichts über Schwerkraft & Gewichtsverlagerung wussten, im Sandwichboden sollten Akkus eingebaut werden & das Modell das erste sein, das es auch in einer Elektro-Version gab. Das ist fast ein Viertel Jahrhundert zurück, in all dieser Zeit wurde weiter gestunken, weiterhin Smog produziert, der unnötig wie ein Kropf war. Ohne Tesla würde man dort auch heute noch behaupten, E-Mobilität ginge aus technischen Gründen nicht.

Der Beitrag "234" ist von Anfang bis Ende klug argumentiert, der Autor hat recht, ein Hinweis auf "Grünideologie" völlig daneben.


dass ein Traum nicht wahr ist, sehe ich ein, dass er wahr werden kann, auch.
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#244

RE: e-Mobilität

in Die Grünen 01.11.2019 16:20
von Findus | 2.422 Beiträge

Zitat von Atue im Beitrag #242
Wießt du findus, lass uns die Diskussion in 5 Jahren weiterführen.


Vielleicht am sinnvollsten, lieber Atue. Ich hoffe sehr, dass ich mich mit meiner Einschätzung irre und in 5 Jahren sagen kann: "Lieber Atue, du hattest damals vollkommen Recht.". Auf Grundlage des heute verfügbaren Wissens sehe ich leider eher geschlossene Fabrikationsstandorte, Probleme bei der Batterieentsorgung und eine Bahn, die in der Fläche immer noch keine Alternative ist, da vor allem der Norden der Republik schlecht mit Gleisen erschlossen ist.
In einer Sache gebe ich dir aber Recht: Die Gleise, wie es in den kommenden Jahren weitergeht, müssen heute gestellt werden. Für Bürger, Verbraucher und Markt wäre es einfacher, wenn klare Entscheidungen in die eine oder auch die andere Richtung fallen würden.


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#245

Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 10:04
von Findus | 2.422 Beiträge

Altmaier hatte beim Windkraftgipfel schnelle Weichenstellungen für den Ausbau der Windkraft zugesagt. Doch vorgestern musste der größte deutsche Hersteller von Windkraftanlagen den Abbau von 3.000 Stellen ankündigen. Das Unternehmen sucht die Schuld bei der Bundesregierung.
Das Unternehmen ist jedoch seit längerem bereits in der Krise. Zuletzt im Jahr 2018 unterstützte die niedersächsische GroKo das Unternehmen, um Stellenabbau zu vermeiden. Auch spielen Klagen von Anwohnern gegen die Windkraft eine zunehmende Rolle. Sie befürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Das Beispiel Enercon zeigt, dass es nicht sinnvoll sein kann, an der Küste Strom für das tiefste Bayern zu produzieren. Meridian und Atue haben an anderer Stelle bereits auf die Chancen, regionalisierter Versorgungsstrukturen hingewiesen.



zuletzt bearbeitet 10.11.2019 10:05 | nach oben springen

#246

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 10:46
von kuschelgorilla | 3.292 Beiträge

Lieber Findus,

Die Befürchtung gesundheitlicher Beeinträchtigungen ist nicht von der Hand zu weisen. Ich gebe hier nur das Stichwort "Windturbinensyndrom". Je nach persönlicher Veranlagung und örtlicher Dispositon ist das durchaus als realistisch zu bezeichen. Ich frage mich jedoch, ob dieses Syndrom unabhängig von der Größe der Anlage auftaucht, oder ob es da signifikante Unterschiede gibt.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/win...ticle_id=416029
https://www.heise.de/tp/features/Das-Win...kt-3398663.html

Ob es sich jedoch wirklich, wie häufig vermutet wird, um einen Nocebo-Effekt handelt (analog zur Debatte um E-Smog), lasse ich an dieser Stelle offen.


Meine Motivation ging heute morgen winkend und lächelnd an mir vorbei


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#247

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 12:17
von Findus | 2.422 Beiträge

Mit Nocebo-Effekt wäre ich sehr vorsichtig. Riecht nach Lobbyverband, statt nach Verbraucherschutz.

Beispiel Elektrosensibilität: Im Gegensatz zur bis zum nichts verdünnten Schwingung in der Homäopathie handelt es sich um messbare elektromagnetische Felder, die wirken sollen. Beim 5G Handy-Netz diskutieren wir gar seit Monaten, ob die hochfrequente Strahlung zu Krebserkrankungen führt oder vielleicht auch nur schlecht für die Zeugungsfähigkeit von Männern ist. Im Labortest mit Ratten wurde eine verstärkte Tumor-Bildung festgestellt. Anhand Studien beschreibt das BfS, dass gut 2% der deutschen Bevölkerung elektrosensibel sind.

Bei der Windenergie geht es um einen anderen messbaren Faktor, der Auswirkungen auf Tiere und menschliche Gesundheit haben soll, den Infraschall. Kurz und gut - die widerstreitenden Positionen kann man derzeit zusammenfassen zwischen den Polen "Was man nicht hören kann, kann nicht wirken" und "Infraschall wirkt negativ auf das Herz". Die Medizin kritisiert durchaus die amtlichen Messmethoden - Frequenzen unter 8 Hertz werden ausgefiltert.
Zum jetzigen Stand müsste man zu dem Fazit kommen: Es ist mehr Grundlagenforschung über die Wirkung von Infraschall notwendig (Windkraftanlagen sind durchaus nicht die einzige Quelle für Infraschall).
So am Rande, 2017 wurde bezogen auf 20 US-Diplomaten so über Infraschall diskutiert: https://www.spiegel.de/wissenschaft/tech...-a-1170765.html


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#248

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 12:56
von Meridian | 2.839 Beiträge

Zum Infraschall: Der Infraschall eines lauten Donnerschlages bei einem Gewitter ist weitaus stärker als derjenige von Windrädern. Auch der Wind selber erzeugt durch seine Geräusche reichlich Infraschall. Doch eines haben die natürlichen Infraschallquellen nicht. Sie geben keine gepulsten Schallwellen ab, Windräder hingegen schon durch ihre regelmäßige Rotordrehung. [Auch Industrieanlagen mit regelmäßig gesendeten Lärm verursachen gepulsten Infraschall.] Man hat also mit 2 verschiedenen Frequenztypen zu tun: Der Schallfrequenz selber und der Pulswiederhol-Frequenz. Und da muss bei der Forschung angesetzt werden: Wie schaden gepulste Schallwellen? Und gibt es auch bei der Pulswiederhol-Frequenz (also nicht die Schallfrequenz) bestimmte Bereiche, die besonders schaden? Im übrigen: Radarwellen von modernen Anlagen werden ja auch gepulst. Über deren Schadenswirkung wird kaum berichtet. Wenn überhaupt, dann wird etwas über die Radarfrequenz gesagt, aber nicht über die Pulswiederhol-Frequenz.

Zu Windanlagen, die auch Süddeutschland versorgen sollen: Das sollen v.a. die Offshore-Anlagen machen. Es ist nunmal so, dass Windräder an Land im Mittel nur 15-25% der Nennleistung bringen, d.h. bei Sturm leisten sie das mehrfache wie üblich, und der Strom muss irgendwo hin. Offshore-WEA leisten im Mittel 40% der Nennleistung und sind dadurch etwas grundlastfähiger, können aber auch dort bei entsprechender Wetterlage still stehen. Hochdruckzentren (also Regionen der Windstille) haben auch hin und wieder die Nordsee entdeckt, wenn auch nicht sonderlich oft. Dennoch produzieren sie bei Sturm viel zu viel Strom, der irgendwo hin muss.

Lösungen wären einerseits der Aufbau von Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff am besten in Küstennnähe, da wo die Seekabel der Offshore-Anlagen an Land gehen. Die Anlagen nehmen bei stark windigem Wetter einen Teil des erzeugten Windstromes. Wie man den Wasserstoff weiter verwendet oder ob man in einem 2. Schritt daraus Methan herstellt und es ins Erdgasnetz einspeist, wird sich ergeben.
Andererseits sollten die Windräder europaweit vernetzt werden. Man kann flexibler den Strom in Regionen schicken, wo er benötigt wird. Zudem gilt: Je größer das Netzgebiet für Windräder ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwo Wind weht oder umgekehrt: Die Wahrscheinlichkeit, dass in ganz Europa zeitgleich Windstille herrscht, ist weitaus geringer als in einem kleineren Gebiet, z.B. nur in DE* oder gar in einem Bundesland. D.h. je größer das Netzgebiet, desto grundlastfähiger wird die Windkraft, wenn man nicht die einzelnen Windräder, sondern alle als Gesamtes ansieht.


*Ich beobachte ja die WEA-Leistung, und es kommt bislang nie vor, dass die WEA-Leistung in DE komplett auf Null gefallen ist. Aber es gab und gibt schon sehr ruhige Wetterlagen mit einer minimalen WEA-Leistung von 0,5GW. Bei über 50GW Nennleistung entspricht das einer Grundlastfähigkeit von weniger als 1%. Ich behaupte, dass diese Fähigkeit sich bei europaweiter Vernetzung erhöhen wird.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#249

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 13:00
von Findus | 2.422 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #248

Lösungen wären einerseits der Aufbau von Anlagen zur Erzeugung von Wasserstoff am besten in Küstennnähe, da wo die Seekabel der Offshore-Anlagen an Land gehen. Die Anlagen nehmen bei stark windigem Wetter einen Teil des erzeugten Windstromes. Wie man den Wasserstoff weiter verwendet oder ob man in einem 2. Schritt daraus Methan herstellt und es ins Erdgasnetz einspeist, wird sich ergeben.


Ich verstehe das jetzt also richtig, dass du mitten ins Weltnaturerbe Offshore-Windkraftanlagen bauen willst? Oder um das mal zu übersetzen: Das ist in etwa so, als wenn im Schloßhof von Neuschwarnstein ein 30 Meter hohes Windrad aufgestellt wird



zuletzt bearbeitet 10.11.2019 13:00 | nach oben springen

#250

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 14:01
von Meridian | 2.839 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #249

Ich verstehe das jetzt also richtig, dass du mitten ins Weltnaturerbe Offshore-Windkraftanlagen bauen willst? Oder um das mal zu übersetzen: Das ist in etwa so, als wenn im Schloßhof von Neuschwarnstein ein 30 Meter hohes Windrad aufgestellt wird

Wo liest du das heraus, dass ich Offshore-WEA im Wattenmeer haben will?


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#251

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 14:07
von Findus | 2.422 Beiträge

Weil die Gegend die du beschreibst, nämlich "da wo die Seekabel der Offshore-Anlagen an Land gehen" an der deutschen Nordseeküste bereits zum Weltnaturerbe Wattenmeer gehören.
Direkt an der Küste gibt es gar nicht so viel Fläche, wo Windkraftanlagen in Konflikt mit dem Umweltschutz kommen. Die ansonsten in Frage kommenden Flächen sind zumeist bereits touristisch genutzt. Also werden Windkraftanlagen ein gutes Stück hinter die Küstenlinie gebaut oder gleich weit draußen auf der Nordsee.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man in einem Naturschutzgebiet einen Flächennutzungsplan aufstellen kann, der irgendeine Art von Bebauung vorsieht. Es tut mir ja leid, aber die Bayern müssen ihre eigene Landschaft für die Stromerzeugung "verschandeln".

Wenn man das alles bedenkt, warum gelingt es uns nicht, Strom zu sparen?



zuletzt bearbeitet 10.11.2019 14:25 | nach oben springen

#252

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 14:54
von Meridian | 2.839 Beiträge

Dann hast du was falsch aufgefasst. Ich meine, dass in der Küstenregion ungefähr da, wo die Seekabel an Land gehen, besser noch ein Stück landeinwärts (und natürlich nicht in Natürschutzgebieten!), Anlangen zur Erzeugung von H2 oder CH4 (sogenannte Power-to-gas-Anlagen) gebaut werden sollen. Hierfür soll überschüssiger Windstrom aus den Offshore-Anlagen genutzt werden, der ja gerade bei windigem Wetter reichlich vorhanden ist. Dass die Offshore-WEA weiter draußen im Meer sind (50-200km von der Küste entfernt), weiß ich selber.

In Süddeutschland und noch mehr in der Schweiz wird der Komplettumstieg auf erneuerbare Energien nicht so leicht ausfallen. V.a. in der Schweiz ist Windkraft regelrecht unerwünscht. Während CH nicht einmal 100MW an Windkraft hat, haben Baden-Württemberg und Bayern je 1500 bzw 2500MW. Viel im Vgl. zu CH, aber wenig im Vgl. zu Niedersachsen mit über 11000MW. Doch in CH gibt es in der Tat wenig gute Windstandorte. Denn im flachen Mittelland ist der Wind noch schwächer als im ohnehin windschwachen Süddeutschland. Die Alpen will man mit WEA nicht versauen, wobei gute Windstandorte auch so keineswegs leicht zu finden sind. Zudem wird die Luft mit der Höhe dünner, so dass für gleiche WEA-Leistungen stärkerer Wind nötig ist. Typische in den Alpen vorkommende Unwetter sorgen dafür, dass WEA dort sehr wetterfest gebaut werden müssen und damit teurer sind. Am ehesten findet man Windräder in CH noch im Schweizer Jura (meist französisch-sprachiges Gebiet), wobei gerade die französische Schweiz für Umweltvorhaben am meisten offen ist. Die Grünen haben dort am stärksten abgeschnitten.
Die Wasserkraft ist im süddeutschen Sprachraum so gut wie ausgereizt, allenfalls Solarenergie und Geothermie haben noch Potentiale, vielleicht auch noch Biomasse. Doch in CH ist die Geothermie auf Eis, nachdem bei Probebohrungen in Basel leichte Erdbeben ausgelöst wurden. Derzeit kommt sie gerade in Bayern am meisten voran. Doch die Risiken bei Tiefengeothermie sind generell recht hoch: nicht nur Erdbeben, sondern auch keine Fündigkeit von Wasser.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geothermie#Stromerzeugung_3

Man sieht, dass relativ viele Projekte abgebrochen werden.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#253

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 15:04
von Findus | 2.422 Beiträge

Dann vielen Dank für deine Erklärung. So hört sich das ganz richtig an.
Trotzdem werbe ich dafür, auch hier einen weiten Blick auf den Umweltschutz insgesamt zu werfen. Es geht z.B. nicht nur um die menschlichen Energie-Interessen, sondern auch z.B. um die Belange von Seevögeln. Vom Tourismus hingegen leben auch Menschen und da sieht so ein Windrad nebenan auch nicht so gut aus.
Wir haben viel über technische Details und Bürgerinteressen gesprochen. Aber wie sieht jetzt eine gute Planung der Maßnahmen aus, dass idealerweise alle Ziele unter einen Hut zu bekommen sind?


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#254

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 10.11.2019 22:38
von Meridian | 2.839 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #253
Dann vielen Dank für deine Erklärung. So hört sich das ganz richtig an.
Trotzdem werbe ich dafür, auch hier einen weiten Blick auf den Umweltschutz insgesamt zu werfen. Es geht z.B. nicht nur um die menschlichen Energie-Interessen, sondern auch z.B. um die Belange von Seevögeln. Vom Tourismus hingegen leben auch Menschen und da sieht so ein Windrad nebenan auch nicht so gut aus.
Wir haben viel über technische Details und Bürgerinteressen gesprochen. Aber wie sieht jetzt eine gute Planung der Maßnahmen aus, dass idealerweise alle Ziele unter einen Hut zu bekommen sind?



Auf eines hat @Atue immer wieder hingewiesen:
Wenn wir wie beim Akku die ethischen Bedenken so hochbauschen, dass man das Gefühl hat, sie seien schlimmer als Erdöl oder jetzt bei den Windrädern zusätzlich zum Infraschall und Vogelschreddern (Landwirtschaft und Verkehr töten viel mehr Vögel) der Vorwurf kommt, dass sie durch das Abbremsen des Windes das globale Windsystem durcheinander gerät und das in den Generatoren verwendete Neodym radioaktiv strahlt, dann besteht die Gefahr, dass dann alles beim Alten bleibt, und glaube mir, dann finden sich auf einmal immer mehr Befürworter der Klimaskeptiker.

Alles, was der Mensch neu errichtet, hat irgendwie Einfluss auf die Natur. Doch Windräder stoßen während der Betriebszeit kein CO2 aus und müssen auch nicht ständig mit Rohstoffen versorgt werden. Energetisch amortisieren sie sich relativ schnell (einige Monate).


Doch zu einem anderen Thema: Gleichstrom

https://www.elektroniknet.de/markt-techn...ion-170723.html

Interessant scheint mir das Einsparpotential von 30% zu sein. Gleichstrom kann man zwar nicht über Blindleistung regeln, dafür aber speichern. Alle Akkus sind ja Gleichstromspeicher. Wird der Strom ins Netz entlassen, muss er erst durch einen Wechselrichter mit entsprechenden Verlusten und zurück durch einen Gleichrichter. Doch im Alltag haben wir es schon viel mit Gleichstrom zu tun. Dabei zählen alle Geräte mit Akku und Batterien: Handy, Laptop, Tablet, aber auch Akkubohrer, teilweise auch Lampen, Stereoanlagen regeln die Lautstärke teils auch über Gleichstrom, Modelleisenbahn über Trafos,...
Vorteil ist bei gleicher Spannung ein wesentlich geringeres elektrisches Feld. Da sich das Feld im Gegensatz zum Wechselstrom (da ja in der 50Hz-Frequenz) nicht oder nicht wesentlich ändert, entsteht kein magnetisches Feld und damit auch kein elektromagnetisches Feld.

Bis aber alles auf ein Gleichstromnetz umgestellt ist, wird es noch lange dauern. Aber es scheint Stück für Stück anteilsmäßig zuzunehmen. Man denke auch an die in Bau befindlichen HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen).


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#255

RE: Krise der zentralistischen Energiewende

in Die Grünen 11.11.2019 08:55
von kuschelgorilla | 3.292 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #247
Mit Nocebo-Effekt wäre ich sehr vorsichtig. Riecht nach Lobbyverband, statt nach Verbraucherschutz.

Beispiel Elektrosensibilität: Im Gegensatz zur bis zum nichts verdünnten Schwingung in der Homäopathie handelt es sich um messbare elektromagnetische Felder, die wirken sollen. Beim 5G Handy-Netz diskutieren wir gar seit Monaten, ob die hochfrequente Strahlung zu Krebserkrankungen führt oder vielleicht auch nur schlecht für die Zeugungsfähigkeit von Männern ist. Im Labortest mit Ratten wurde eine verstärkte Tumor-Bildung festgestellt. Anhand Studien beschreibt das BfS, dass gut 2% der deutschen Bevölkerung elektrosensibel sind.

Bei der Windenergie geht es um einen anderen messbaren Faktor, der Auswirkungen auf Tiere und menschliche Gesundheit haben soll, den Infraschall. Kurz und gut - die widerstreitenden Positionen kann man derzeit zusammenfassen zwischen den Polen "Was man nicht hören kann, kann nicht wirken" und "Infraschall wirkt negativ auf das Herz". Die Medizin kritisiert durchaus die amtlichen Messmethoden - Frequenzen unter 8 Hertz werden ausgefiltert.
Zum jetzigen Stand müsste man zu dem Fazit kommen: Es ist mehr Grundlagenforschung über die Wirkung von Infraschall notwendig (Windkraftanlagen sind durchaus nicht die einzige Quelle für Infraschall).
So am Rande, 2017 wurde bezogen auf 20 US-Diplomaten so über Infraschall diskutiert: https://www.spiegel.de/wissenschaft/tech...-a-1170765.html


Lieber Findus,

besten Dank für deine Antwort. Ich sagte bereits in meinem vorangegangenen Post, dass ich mich zum Nocebo-Effekt nicht äußern werde. Es kann sich jeder selbst seine Gedanken zu den Informationen machen, die man erhalten kann. Ich gehe davo aus, dass hier jeder von uns mit Quellen umgehen kann.
Aber ich verstehe deinen Einwand gut. Ich selbst beschäftige mich mit E-Smog bereits seit den 90er Jahren und weiß ganz gut wovon du sprichst. Auch in Sachen Infraschall, bin ich kein unbeschriebenes Blatt. Wenn du dazu Fragen haben solltest bitte per PN.
Dein Fazit teile ich übrigens.
Im Grunde finde ich die verbreitete Meinung, dass nur thermische oder hörbar akustische Effekte einen Einfluss auf unsere Gesundheit haben, sehr bedenklich. Das macht sich im Grunde auch auf die Einstellung unserer Gesetzgeber zur Homöopathie bemerkbar.


Meine Motivation ging heute morgen winkend und lächelnd an mir vorbei


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