#451

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 05.06.2020 18:44
von Findus | 2.521 Beiträge

"Ja - wenn wir alle Zeit der Welt hätten." ist eine argumentative Killerphrase. Somit lasse ich sie nicht gelten.

Wir sind in der Sache ja nicht weit voneinander Weg. Beide wollen wir saubere Energie statt Kohlekraft und Forschung, Forschung, Forschung.

Trotzdem halte ich den Spruch vom Alles tun was möglich ist für einen höchst ideologischen Spruch. Ich sehe das pragmatischer: Wir sollten die Dinge so tun, dass Klimarettung möglich ist. Es wird nur mit Kompromissen gehen. Nicht umsonst gehören Kompromisse zur Demokratie.
Daher halte ich die Idee einen gesunden Weg zwischen den beispielhaften Prioritäten CO2-Reduzierung - Wasserschutz - Landschaftliche Schönheit - Ökonomie zu finden für eine charmante Idee und könnte mir vorstellen, dass solch ein politisches und gesellschaftliches Handeln von vielen Menschen verstanden würde.

Kompromisslosigkeit hingegen langweilt. Was soll man mit einem kompromisslosen über gute Wege und Möglichkeiten der Klimarettung reden, wenn ihn andere Meinungen nicht interessieren?
Genau dieses Moment macht mir persönlich die Klimabewegung so fremd, auch wenn ich ihre Ziele grundsätzlich richtig finde.


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#452

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 05.06.2020 23:02
von Atue (gelöscht)
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Zitat von Findus im Beitrag #451
Nicht umsonst gehören Kompromisse zur Demokratie.


Keine Frage - für Kompromisse hatten wir auch lange Zeit. Das Problem ist aber, dass das Klima keine Demokratie ist, und sich nicht um Kompromisse schert. Es reagiert vor allem entsprechend physikalischer Gesetze. Und du kannst der Schwerkraft noch so viel beibringen, dass wir in langen Verhandlungen als Kompromiss ausgearbeitet haben, dass sie von 22:00 Uhr bis 23:00 Uhr nur noch halb so stark sein darf - es wird genau gar nichts ändern.

Zeit für Kompromisse hatten wir spätestens seitdem der Club of Rome in einem seiner ersten Berichte über die drohenden Klimaveränderungen geschrieben hat. Und Probleme haben wir ja nicht nur mit dem Klima - sondern generell mit dem, dass bei einer Weltbevölkerung von bald 8 Milliarden und dann demnächst wohl 10 Milliarden wir einfach diesen Planeten nicht nachhaltig bewirtschaften.

Die Zeit läuft uns davon - und ich bin da durchaus noch bei dir: Wo wir noch sinnvoll Möglichkeiten haben, wirklich noch demokratisch sinnvoll zu gestalten, sollten wir die ruhig auch nutzen. Doch mit jedem Tag der verstreicht, wird die Zeit knapper, und die Maßnahmen, die ergriffen werden müssen um ein für Menschen weltweit erträgliches Klima halbwegs zu erhalten, werden drastischer.

Gerade kamen wieder die Meldungen, dass der Mai der wärmste weltweit war, seit Beginn der Aufzeichnungen. 0,6 Grad über dem langjährigen Mittel.....und selbst im relativ fortschrittlichen und auch noch halbwegs klimafreundlichen Industrieland Deutschland sind wir noch weit (Jahrzehnte) davon entfernt, Klimaneutral aufgestellt zu sein.

Nein - Kompromisse werden nur dazu führen, dass der Klimawandel vollends zuschlägt und mit harter Grausamkeit in vielen Gegenden der Welt wirksam wird. Und dann stehen die Klimaflüchtlinge vor unseren Grenzen - und die will dann auch niemand....ich denke - es wird langsam Zeit, entschiedene Maßnahmen anzugehen. Den Part der Kompromisse haben wir die letzten 20 Jahre schon weidlich ausgenutzt.



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#453

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 05.06.2020 23:19
von kuschelgorilla | 3.292 Beiträge

Frage an alle:
Technik hin, Technik her, Technik rundherum, das fällt nicht schwer...
Ist der Einsatz von modernster Technik und Forschung ohne Ende wirklich das Gebot der Stunde?
Ich habe das Gefühl, das sind nur Grabenkämpfe, die den anstehenden Kollaps nur hinauszögern aber nicht werden verhindern können.
Denn wenn die Problematik mit Technik gelöst werden könnte, warum hat man dann seit dem Scheitern der, von den Ölfirmen torpedierten, Umwelt-Verhandlungen ende der 80er nicht ausreichend in diese Forschung investiert?


Meine Motivation ging heute morgen winkend und lächelnd an mir vorbei
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#454

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 06.06.2020 08:53
von Findus | 2.521 Beiträge

Zitat von Atue im Beitrag #452
Keine Frage - für Kompromisse hatten wir auch lange Zeit. Das Problem ist aber, dass das Klima keine Demokratie ist, und sich nicht um Kompromisse schert. Es reagiert vor allem entsprechend physikalischer Gesetze. Und du kannst der Schwerkraft noch so viel beibringen, dass wir in langen Verhandlungen als Kompromiss ausgearbeitet haben, dass sie von 22:00 Uhr bis 23:00 Uhr nur noch halb so stark sein darf - es wird genau gar nichts ändern.


Dann musst du Mehrheiten organisieren. Schau dich doch auf der Welt um: Nur in der Demokratie spricht man über den Klimawandel. Wir können mit allen Kompromissen die notwendig sind die Klimarettung in unserer westlichen Demokratie schaffen. Wenn wir es jedoch nicht schaffen, schaffst es niemand. Wenn wir in unserer Demokratie nicht zum Kompromiss bereit sind, ist Klimarettung weltweit unmöglich - egal wie die Naturgesetze lauten.

Veränderungen vollzieht sich nicht an den Extrempolen Klima-Aktivist - Klima-Leugner. Veränderung zur Klimarettung benötigt den Verstand und die Herzen des normalen Bürgers. Um Mehrheiten für die Klimarettung muss man mit Argumenten und alltagstauglichen Lösungen kämpfen.
Beispiel: Nimm doch mal eine Firma. Früher gab es nur Dienstwagen. Inzwischen stellen viele Firmen fest, dass ein Dienst-Fahrrad für kurze Strecken deutlich günstiger ist. Heute siehst du also Leute auch auf Dienstfahrrädern reisen, wenn die Strecke es erlaubt. Das dem so ist liegt daran, dass ein paar Menschen mehr mit guten Argumenten mitgenommen wurden und die Erfahrung machen konnten, dass auch dieser Weg im Alltag funktioniert.



zuletzt bearbeitet 06.06.2020 09:02 | nach oben springen

#455

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 06.06.2020 09:11
von Findus | 2.521 Beiträge

Zitat von kuschelgorilla im Beitrag #453
Denn wenn die Problematik mit Technik gelöst werden könnte, warum hat man dann seit dem Scheitern der, von den Ölfirmen torpedierten, Umwelt-Verhandlungen ende der 80er nicht ausreichend in diese Forschung investiert?


Auf Grundlagenforschung muss am Ende ein anwendbares Produkt entwickelt werden. Das kostet noch mehr Geld für weitere anwendungsorientierte Forschung. Die Forschungsbudgets waren vermutlich nie ausreichend und der kurzfristige Gewinn das erklärte Interesse des Aktionärs.
Es ist also irgendwo klar, dass wir forschungsfreundlicher werden müssen und auch die Frage klären müssen, wie Ökonomie neu ausgerichtet werden sollte.


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#456

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 06.06.2020 12:31
von kuschelgorilla | 3.292 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #455
Zitat von kuschelgorilla im Beitrag #453
Denn wenn die Problematik mit Technik gelöst werden könnte, warum hat man dann seit dem Scheitern der, von den Ölfirmen torpedierten, Umwelt-Verhandlungen ende der 80er nicht ausreichend in diese Forschung investiert?


Auf Grundlagenforschung muss am Ende ein anwendbares Produkt entwickelt werden. Das kostet noch mehr Geld für weitere anwendungsorientierte Forschung. Die Forschungsbudgets waren vermutlich nie ausreichend und der kurzfristige Gewinn das erklärte Interesse des Aktionärs.
Es ist also irgendwo klar, dass wir forschungsfreundlicher werden müssen und auch die Frage klären müssen, wie Ökonomie neu ausgerichtet werden sollte.


Nein - Geld gab und gibt es für Grundlangenforschung sicher zu wenig. Sicher kann das auch einen Beitrag leisten. Dennoch bleibt meine Frage unbeatwortet. Es fehlt bei den Kleptokraten und Plutokraten schlichtweg das Interesse, daran etwas zu ändern. Auf diese sogenannte "unsichtbare Hand" können wir uns nicht verlassen... Die Realität sieht so aus, dass weder der Trickel-Down-Effekt wirklich zu Bekämpfung von Armut und Ungleichheit beiträgt, noch dass Technik zu einem reduzierten Verbrauch von Ressourcen und somit zu einem Weniger an Schadstoffen führt. Der menschliche Faktor sagt eindeutig, dass ein durch Technik aufgepimptes Umweltbewusstsein eher zu Mehrverbräuchen führt. Dieses Denken ist so sehr bei uns in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir uns die Frage um technische Lösungen beinahe schenken können. Wir müssen primär an uns arbeiten.


Meine Motivation ging heute morgen winkend und lächelnd an mir vorbei
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#457

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 06.06.2020 12:43
von Meridian | 2.866 Beiträge

Wie angekündigt nun die Energie vom Mai 2020:

https://www.energy-charts.de/energy_de.h...ar=2020&month=5

Zahlen in eckigen Klammern zeigen die Maiwerte von 2019 an.

Die Windenergie (7,8 TWh [8,4]) ist nicht mehr so dominant wie im Winter, aber immer noch Nr. 1. Schon mäßiger Wind führt zu einigem Windstromertrag. Die Photovoltaik folgt mit 6,9 TWh [5,6] dicht dahinter als Nr. 2.

Nr. 3 ist nach jetzigem Stand die Braunkohle (4,32 [8,6]), extrem dicht gefolgt von der Atomkraft (4,31 [4,6]) und immer noch sehr dicht gefolgt vom Strom aus Erdgas (4,2 [3,3]). Auch die Biomasse folgt mit nicht großem Abstand (3,9 [3,8]). Abgeschlagen sind dagegen Wasserkraft (1,6 [1,9]) und Steinkohle (1,5 [3,7]).
[
Große Verlierer ist die Kohle. Gewinner sind Photovoltaik und Erdgas. Sonst gibt es wenig Veränderung oder leichte Verluste. Interessant ist auch das Importsaldo: Es liegt bei +1,6 TWh [+0,0]. Erstmals seit langem gibt es einen Monat mit einem nennenswerten Nettostromimport.

Schaut man sich das an, was bisher im Juni geleistet wird, ist die Steinkohle trotz Datteln 4 noch mehr abgeschlagen, auch wenn das nur eine Momentaufnahme ist.

https://www.energy-charts.de/energy_de.h...ar=2020&month=6

Es scheint so, also ob die Steinkohle zwischen der grundlastigen Braunkohle und dem spitzenlastigen Erdgas eingeklemmt wird.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#458

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 07.06.2020 09:46
von Findus | 2.521 Beiträge

Zitat von kuschelgorilla im Beitrag #456

Nein - Geld gab und gibt es für Grundlangenforschung sicher zu wenig. Sicher kann das auch einen Beitrag leisten. Dennoch bleibt meine Frage unbeatwortet. Es fehlt bei den Kleptokraten und Plutokraten schlichtweg das Interesse, daran etwas zu ändern. Auf diese sogenannte "unsichtbare Hand" können wir uns nicht verlassen...


Von der "unsichtbaren Hand" habe ich auch nicht geschrieben. Sondern davon das wer das Klima retten will gleich mit die Frage beantworten muss, wie unser Wirtschaftssystem aussehen soll. Auch eine grüne Marktwirtschaft würde nicht vom Himmel fallen oder auf Parteitagen der Grünen aus einer anderen Dimension herbeigebetet.

Zitat
Der menschliche Faktor sagt eindeutig, dass ein durch Technik aufgepimptes Umweltbewusstsein eher zu Mehrverbräuchen führt. Dieses Denken ist so sehr bei uns in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir uns die Frage um technische Lösungen beinahe schenken können. Wir müssen primär an uns arbeiten.



Wenn du wieder Jäger und Sammler werden willst, bitte. Das ist deine Entscheidung.
Ich bleibe da lieber bei intelligenter Technik wie z.B. CO2 - speichernden Pflastersteinen für die Innenstädte. Denn Technik ist nicht immer gleich nur Handy oder irgendeine "smarte" Anwendung. Der CO2 - Pflasterstein zeigt, wie grundsolide Technik sein kann.


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#459

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 07.06.2020 09:49
von Findus | 2.521 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #457
Nr. 3 ist nach jetzigem Stand die Braunkohle (4,32 [8,6]), extrem dicht gefolgt von der Atomkraft (4,31 [4,6]) und immer noch sehr dicht gefolgt vom Strom aus Erdgas (4,2 [3,3]). Auch die Biomasse folgt mit nicht großem Abstand (3,9 [3,8]). Abgeschlagen sind dagegen Wasserkraft (1,6 [1,9]) und Steinkohle (1,5 [3,7]).


Es ist schon ein wenig erschreckend, wie stark Kohle trotz Energiewende noch im Energiemix vertreten ist.


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#460

Das Dilema der SPD

in Die Grünen 07.06.2020 10:58
von Findus | 2.521 Beiträge

Keine Kaufprämie für Verbrenner. Nicht etwa das Ergebnis politischer Einflussnahme der Grünen. Die Sozialdemokratie hat mit ihren Vorsitzenden Esken und Walter-Borjans diesen Schritt als Teil der Entscheidung zum Konjunkturpaket der GroKo durchgesetzt. Sie geht damit weiter als bspw. der Grüne Ministerpräsident Kretschmann, der sich eine Förderung sauberer Verbrenner hätte vorstellen können.
Die SPD hat eine klimapolitische Entscheidung getroffen. Es musste erstmals die Ökonomie gegenüber dem Umweltschutz zurück treten. Jetzt könnte man meinen, für diese mutige Haltung erführe die SPD Lob und anerkennendes Schulterklopfen. Doch nichts dergleichen geschieht.
Wirtschaft, Gewerkschaften und Betriebsräte der Autokonzerne sind sauer auf die sozialdemokratische Klima-Entscheidung.

Die mutige Entscheidung wurde durch die Sozialdemokraten durchgesetzt, wird jedoch vermutlich wieder einmal nur AfD und Grünen nützen.


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#461

RE: Das Dilema der SPD

in Die Grünen 07.06.2020 13:19
von Meridian | 2.866 Beiträge

Zitat
Wenn du wieder Jäger und Sammler werden willst, bitte. Das ist deine Entscheidung.
Ich bleibe da lieber bei intelligenter Technik wie z.B. CO2 - speichernden Pflastersteinen für die Innenstädte. Denn Technik ist nicht immer gleich nur Handy oder irgendeine "smarte" Anwendung. Der CO2 - Pflasterstein zeigt, wie grundsolide Technik sein kann.



Es geht nicht darum, wieder Jäger oder Sammler zu werden. Auch nicht darum, wieder ins vor-industrielle Zeitalter zurück zu fallen. Aber Kuschelgorilla hat recht, wonach die Tendenz, dank immer effizienterer Technologien das Energiesparen zu vernachlässigen. So sind die Automotoren eigentlich immer sparsamer beim Spritverbrauch geworden. Da hat sich mehr getan, als man glaubt. Aber die Autos sind auch immer schwerer geworden. Ich hatte einen Polo Bj 1992 mit einem Verbrauch von 5,5l / 100km Benzin. Ein neuer Polo verbrauch ähnlich viel, ist aber um 25% schwerer. Das bedeutet, dass der Motor um 25% effizienter geworden ist. Hätte der neue Polo das Gewicht von 1992, würde er ca. 25% weniger verbrauchen. Doch nicht nur, dass die jeweiligen Automarken und Fahrzeugklassen immer schwerer werden, nein, zudem steigt noch die Nachfrage nach SUV-Fahrzeugen. Das macht die gesamte Ersparnis der Motoren zunichte. Nicht umsonst ist in den letzten Jahren der Spritverbrauch sogar gestiegen, und zwar nicht nur wegen des zunehmenden Verkehrs, sondern sogar pro Fahrzeug.

Die Kfz-Steuer für PKW sollte auf CO2-Ausstoß und Leergewicht basieren, ersteres wegen Umweltverschmutzung, letzteres wegen verstärkter Abnutzung der Straßen. Für Fahrzeuge oberhalb von 3,5t sollten andere Regelungen eingeführt werden, vielleicht da schon über eine Straßenmaut.

Grundsätzlich bin ich ja nicht gegen Technik. Das mit den Pflastersteinen ist ein schönes Bsp. Aber offenbar ist es so, dass sich der Mensch mit zunehmender Technisierung von der Natur entfernt. Ja, jeder muss an sich arbeiten, um ein Leben zu führen, das die Nutzung von Technik zwar einschließt (wir leben nunmal in einem Zeitalter der Technik), aber zumindest innerlich davon unabhängig macht.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.


zuletzt bearbeitet 07.06.2020 13:19 | nach oben springen

#462

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 07.06.2020 13:23
von kuschelgorilla | 3.292 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #458
Zitat von kuschelgorilla im Beitrag #456

Nein - Geld gab und gibt es für Grundlangenforschung sicher zu wenig. Sicher kann das auch einen Beitrag leisten. Dennoch bleibt meine Frage unbeatwortet. Es fehlt bei den Kleptokraten und Plutokraten schlichtweg das Interesse, daran etwas zu ändern. Auf diese sogenannte "unsichtbare Hand" können wir uns nicht verlassen...


Von der "unsichtbaren Hand" habe ich auch nicht geschrieben. Sondern davon das wer das Klima retten will gleich mit die Frage beantworten muss, wie unser Wirtschaftssystem aussehen soll. Auch eine grüne Marktwirtschaft würde nicht vom Himmel fallen oder auf Parteitagen der Grünen aus einer anderen Dimension herbeigebetet.


Habe ich nicht so gesagt...
Die "unsichtbare Hand" also unser globalisiertes Wirtschaftssystem wird weder eine grüne Marktwirtschaft dulden noch irgendeine andere herbeigebetete... Man müsste ja etwas ändern...
Analysieren wir doch einfach mal unser komplettes Gesellschaft und gucken dann, was geändert werden muss, wenn wir irgendwie weiter kommen wollen.

Zitat von Findus im Beitrag #458

Zitat
Der menschliche Faktor sagt eindeutig, dass ein durch Technik aufgepimptes Umweltbewusstsein eher zu Mehrverbräuchen führt. Dieses Denken ist so sehr bei uns in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir uns die Frage um technische Lösungen beinahe schenken können. Wir müssen primär an uns arbeiten.


Wenn du wieder Jäger und Sammler werden willst, bitte. Das ist deine Entscheidung.
Ich bleibe da lieber bei intelligenter Technik wie z.B. CO2 - speichernden Pflastersteinen für die Innenstädte. Denn Technik ist nicht immer gleich nur Handy oder irgendeine "smarte" Anwendung. Der CO2 - Pflasterstein zeigt, wie grundsolide Technik sein kann.



Auch das habe ich so nicht gesagt. Diese deine Polarisierung ist nicht zielführend. Mach dir erst mal klar, was deine Prioritäten sind. Klima? Umwelt? Gerechte Gesellschaft? Wirtschaft? Persönlicher Wohlstand? Dann reden wir weiter.


Meine Motivation ging heute morgen winkend und lächelnd an mir vorbei
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#463

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 07.06.2020 14:00
von Findus | 2.521 Beiträge

Wir haben schlicht eine jeweils individuell unterschiedliche Sicht, lieber kuschelgorilla. Ich erlebe deine Beiträge gerade als sehr polarisierend und wenig zielorientiert. Im nettesten Fall unreflektiert technikfeindlich - was keine Bewertung darstellt.

Zitat von kuschelgorilla im Beitrag #462
Habe ich nicht so gesagt...
Die "unsichtbare Hand" also unser globalisiertes Wirtschaftssystem wird weder eine grüne Marktwirtschaft dulden noch irgendeine andere herbeigebetete... Man müsste ja etwas ändern...
Analysieren wir doch einfach mal unser komplettes Gesellschaft und gucken dann, was geändert werden muss, wenn wir irgendwie weiter kommen wollen.


Diese Einschätzung kann ich nicht teilen, da sie nur sinnvoll ist, wenn du der Zivilgesellschaft kein Gewicht beimisst. Objektiv hat der Protest der Klima-Aktivisten jedoch die Aufmerksamkeit der Zivilgesellschaft auf Probleme des Klimawandels gerichtet, so wie es anderen sozialen Bewegungen bereits früher gelungen ist, auf soziale und ökonomische Probleme hinzuweisen.
Diese Art von dir formulierten Kulturpessimismus macht in diesem Zusammenhang also logisch wenig Sinn. Mir persönlich ist das Gerede über "die unsichtbare Hand" viel zu verschwörungstheoretisch. Daher mein Aufruf: Bitte bei den Fakten bleiben. Mit Blick auf die Fakten wäre eine wissenschaftliche Analyse ein guter Weg. An dieser Stelle bin ich argumentativ dann wieder bei dir.

Zitat von kuschelgorilla im Beitrag #462
Klima? Umwelt? Gerechte Gesellschaft? Wirtschaft? Persönlicher Wohlstand? Dann reden wir weiter.


Der Ansatz "entweder ... oder" ist mir zu eindimensional. Die Frage nach Prioritäten würde ich mit "sowohl Klima und Umwelt als auch Gesellschaft und Wirtschaft" beantworten.


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#464

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 07.06.2020 14:20
von kuschelgorilla | 3.292 Beiträge

Ich bin ob deine Kritik auch in keinster Weise verstimmt.
Nein - ich bin nicht technikfeindlich, aber frage mich, ob neue Technologien wirklich zur Lösung des Problems führen...
Sicher darf man sie nicht außer Acht lassen. Auch sie werden einen Beitrag leisten, allerdings ist es schon so, dass man sich nicht darauf verlassen darf, in angemessener Zeit eine solche Lösung zu finden. Darüber hinaus haben technische Lösungen in der Regel ein Hinkebein. Ich sag jetzt mal nur: E-Mobilität. Wir tauschen dabei zum Beispiel die eine Zerstörung durch eine andere aus. Und die Effekte, die der Schwenk nun wirklich bringt, sind locker mit dem von mir beschriebenen Menschlichen Faktor wieder zunichte gemacht. Das E-Auto wird häufig nicht anstatt sondern zusätzlich genutzt - zum einen. Zum anderen kann man "dann ja mehr fahren, weil man ja ein umweltpolitisch reines Gewissen hat".

Darüber hinaus werden sich in unserer Gesellschaft in den nächsten Jahren sooooooo viele Dinge ändern. Dass man sich zum Beispiel mit Begriffen wie Postwachstumgesellschaft und BGE weit mehr auseinandersetzen werden müssen, als es uns lieb ist. Unsere Erde ist nun mal endlich und es wird kein Wachstum bis zum St.Nimmerleins-Tag geben.

Ja - mit meiner polarisierenden Frage nach den Prioritäten die du setzt, möchte ich auf etwas ganz spezielles hinaus. Deine Antwort des sowohl als auch ist sicher richtig. Aber wirst du auch so antworten, wenn es wirklich ans Eingemachte geht? Ich sag es ganz ehrlich, ich würde mich gerne mal mit dir, Atue, meridian und noch ein paar anderen Menschen zusammensetzen um dieses Thema zu diskutieren.


Meine Motivation ging heute morgen winkend und lächelnd an mir vorbei
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#465

RE: Faktor Zeit

in Die Grünen 07.06.2020 15:10
von Findus | 2.521 Beiträge

Die Fragen sind wichtig. Leider wissen wir nicht auf jede Frage die Antwort.
Trotzdem verstehe ich deine Fragen gut: Was ist ein guter Kompass um uns durch Zeiten der Unsicherheiten und Krisen zu begleiten? Es wäre schon spannend, aus den verschiedenen Perspektiven sich dieser Frage anzunähern.


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