#61

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 10.02.2018 13:42
von denker_1 | 1.609 Beiträge

Zitat von Meridian

Es wäre schon ein Fortschritt, wenn Hartz4 so reformiert würde, wie Peter Hartz (und auch rot-grün) es ursprünglich wollte: nämlich einen H4-Grundsatz von 511€ (umgesetzt wurden 359€, jetzt 405€).



Was der "ursprünglich wollte", ist nicht entscheidend, der hat selber monatlich stolze 25.000,00€, der kann gut reden. Die Umsetzung ist ganz zentral entscheidend! Der soll mal selber mit Hartz IV auskommen u8nd beser jeden Tag auf dem Amt erwscheinen müssen, jeden Tag sich seinen Tagesanteil abholen, nachedem er den X Seitigen Antrag auch wirklich fehlerfrei ausgefüllt hat, sei Vermögen gehört konfisziert! Wasser predigen und Wein saufen kann ich auch.

Ordentliches BGE her! Die einzige faire Lösung. Mit Vollbeschäftigung wird da nix mehr!



zuletzt bearbeitet 10.02.2018 13:42 | nach oben springen

#62

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 10.02.2018 13:43
von SirPorthos | 3.127 Beiträge

Zitat von denker_1 im Beitrag #58

Zitat von Till

Meiner Ansicht nach ist das einzige Argument für ein bGE (in Höhe der heutigen Grundsicherung) die Einsparung von Bürokratie.


Ja, auch diese Bürokratie kostet Geld, UNsummen Geld. LEISTUNGSLOSES EINKOMMEN für die gierigen machtbesessenen Bürokraten.

BGE ist die einzige Lösung!



Moin,

ich war nie Kommunist, ich habe zur Zeit des kalten Krieges unser Land vor den angeblichen Feinden verteidigt.

Aber die Welt hat sich in den letzten 30 Jahren rasant verändert.

Wie können 45 Menschen der Welt mehr Vermögen besitzen, als die Hälfte der übrigen Menschheit ?

Und dieser Spagat wird weitergehen.

Warum zahle ich mit meiner Hände Arbeit den Spitzensteuersatz während Einkünfte aus Kapitalvermögen nur mit der geringen Abgeltungssteuer besteuert werden ?

Warum leben alte Menschen, die meine Mutter oder mein Vater sein könnten und mehr leisteten, als ich jemals in der Lage bin, in bitterer Altersarmut ?

Unsere Produktionskraft steigt und Maschinen werden immer mehr Arbeit übernehmen.

Das alles gerät immer mehr in Schieflage.

In bin Mathematiker und entwickle komplexe Algorithmen. Manchmal bleibe ich zuhause im HomeOffice und tippe vielleicht 2 Stunden am Tag auf die Tasten. Das wars dann. Dafür verdiene ich wirklich gut. Gegenüber hier wird gerade ein Neubau hochgezogen. Die Jungs dort ackern den ganzen Tag....auch Samstags und auch jetzt bei Scheißkälte.

Sie verdienen nur einen Bruchteil von dem, was ich bekomme. Machen sich die Knochen kaputt und haben später nichts davon.

Ist das gerecht ? Nein !

Lieben Gruß aus Hamburg !


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#63

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 10.02.2018 13:44
von Findus (gelöscht)
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Zitat von denker_1 im Beitrag #60

Zitat von Minou

Unsere Sozialausgaben betragen zur Zeit noch nicht ganz 1 Billion Euro im Jahr, das ist ein nahezu ein Drittel des gesamten Bruttoinlandsprodukts. Gäbe es ein Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden, was geschieht dann mit dieser Form der Unterstützung für Menschen, die trotz dieses Betrages darauf angewiesen sind?


Altersgrundsicherung, ALG, Hartz IV, Renten, ... werden bei anständig hohem BGE nicht mehr gebraucht, das Geld für diese Behörden kann unmittelbar in die Finanzierung des BGE fließen. "Nicht ganz 1 Billion Euro" ist auch schon fast 1 Billion davon, also kann auch gleich BGE ausgezahlt werden.



Du wirst einige dieser Stellen behalten müssen und für die Verwaltung und Auszahlung des bGE nutzen. Denn ohne jemand der für eine reibungslose Auszahlung des bGE sorgt, hast du faktisch kein Geld auf dem Konto.

Du wirst vor allem die Rentenversicherung nicht gleich abschaffen können. Wer dort eingezahlt hat, hat einen individuellen Anspruch auf Auszahlung von Leistung. Wenn du einen Wechsel zum bGE willst, wirst du über Steuerzuschüsse über Jahrzehnte das alte Sicherungssystem auslaufen lassen müssen. Um es klar zu sagen: Das bGE ist nur für die junge Generation eine reale Option, die noch nicht im Arbeitsprozess steht. Unsere Generation kann faktisch nicht in den Genuss eines bGE kommen.

Jobcenter und Arbeitsagentur bestehen nicht nur aus Leistungssachbearbeitern. Die Kernaufgabe dieser Verwaltung ist die Vermittlung in Arbeit. Die staatliche Arbeitsvermittlung ist ein Soziales Recht, dass vor gerade mal vor 100 Jahren von Gewerkschaften erstritten wurde.

Ein bGE muss schließlich existenzsichernd sein, damit du an der Leistungssachbearbeitung einsparen kannst. Unter 1000,- € + Krankenversicherung geht das nicht.

Und zuletzt: Was machst du mit den dann arbeitslosen Leistungssachbearbeitern, die vielleicht sogar arbeiten wollen?


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#64

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 10.02.2018 13:53
von denker_1 | 1.609 Beiträge

Letztere können dann in den Genuss des BGE kommen oder müssen sich neue Arbeit suchen. Haben sogar den Vorteil dabei, dass sie mit ordentlich BGE nicht so schikaniert werden, wie sie es oft mit den ihnen unterstellten Arbeitslosen getan haben. Passt schon!


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#65

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 10.02.2018 13:59
von Findus (gelöscht)
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Zitat von denker_1 im Beitrag #64
Letztere können dann in den Genuss des BGE kommen oder müssen sich neue Arbeit suchen. Haben sogar den Vorteil dabei, dass sie mit ordentlich BGE nicht so schikaniert werden, wie sie es oft mit den ihnen unterstellten Arbeitslosen getan haben. Passt schon!


Das ist auf eine einzige von fünf angerissenen Fragestellungen eine Antwort. Und eine, die nicht gerade den Wert eines bGE erkennen lässt.
Das bGE lässt die Möglichkeit von Arbeit und Verdienst. Wer arbeitet, hat mehr als nur das bGE. Die Betroffenen - die möglicherweise ja auch Verpflichtungen haben - bedrohst du in ihrer Existenz. Wenn das bGE sein soll, nein danke.
Ein ehrliches und faires bGE müsste auch die Frage beantworten, wie sie einige Zehntrausend Verwaltungskräften neue Perspektiven geben möchte, wenn sie arbeiten wollen oder auch müssen um ihre Existenz zu erhalten.
Du kannst nicht ein bGE einführen, ohne Übergänge zu schaffen und die Menschen mitzunehmen.

So wie du das gerade am Beispiel der Verwaltungskräfte beschreibst, ist das BGE also nicht notwendigerweise ein Instrument mehr Freiheit zu schaffen. Es sind als durchaus bGE-Konzeptionen mit restriktiven Elementen in der Diskussion.


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#66

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 18.03.2018 19:28
von Meridian | 2.884 Beiträge

Seit den Äußerungen von Jens Spahn über Hartz4 kommt offenbar Bewegung in die Diskussion. Der Berliner Bürgermeister Müller wirbt für ein Grundeinkommen. Bedingungslos ist es zwar nicht; es soll ein solidarisches Grundeinkommen sein, aber ein Schritt richtung BGE wäre es allemal.

https://www.berliner-zeitung.de/berlin/w...haffen-29885916

Auch ehrenamtliche Tätigkeit soll mit so einem solidarischen Grundeinkommen belohnt werden. 1200€ netto ist nicht viel und entspricht offenbar dem Mindestlohn. Angesichts steigender Mieten gerade in Großstädten droht selbst das nicht mehr ausreichend zu sein.

Neu ist, dass so eine Idee von einem SPDler kommt. Bislang haben sich zum Thema Grundeinkommen v.a. Linke geäußert (und immerhin einige Splitterparteien vor der Bundestagswahl). Bemerkenswert ist noch das Bekenntnis zu testweisen Untersuchungen eines BGE seitens der Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein. Bemerkenswert deswegen, weil auch CDU und FDP dazu bereit sind. Ob und was inzwischen daraus gemacht wird, weiß ich nicht.

Ob in der SPD angesichts miserabler Umfragewerte die Zeichen erkannt werden. Gerade Äußerungen wie von Spahn sollte für eine sich erneuernde SPD eine Steilvorlage sein.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#67

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 18.03.2018 19:42
von Findus (gelöscht)
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Spannend, dass Müller endlich Bewegung in die Frage der Alternativen zu Hartz IV bringt. Auch manch eigener Genosse wird durch Müllers Verstoß überrascht sein.
Ich gebe dir Recht, Meridian. Es ist noch kein bGE und "nur" Kindergeld drauf zurechnen wird den Bedarfen von Kindern nicht unbedingt gerecht werden. Aber das sind Detailfragen, die geregelt werden können. Müller bleibt dem Paradigma der Erwerbsarbeit treu und zeigt als Sozialdemokrat, dass es linke Alternativen zu Hartz IV gibt. Hieraus kann sich etwas entwickeln
Weiter so, Herr Müller

PS: Wenn Jamaika in Schleswig - Holstein ein bGE erproben würde, hätten wir schon davon gehört.



zuletzt bearbeitet 18.03.2018 19:51 | nach oben springen

#68

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 18.03.2018 22:05
von Meridian | 2.884 Beiträge

Hier ein schon älteres, aber interessantes und schönes Interview zum BGE mit dm-Gründer Götz Werner.

http://www.businessinsider.de/dm-gruende...monopoly-2016-6


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#69

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 28.03.2018 20:41
von Meridian | 2.884 Beiträge

Noch eine interessante Meinung zum BGE sowie zur Definition von Arbeit.

https://www.stern.de/neon/wilde-welt/pol...an-7908266.html

15 Stunden Arbeit pro Woche... Könnte infolge der fortschreitenden Automatisierung Realität werden.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#70

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 28.03.2018 22:10
von Anthea | 12.544 Beiträge

Seit Jahrzehnten mühen sich diverse "Erfinder", in Bezug auf Lebensqualität das beste Rezept zu finden.
Das bGE ist eines davon.
Und im Grunde genommen ist alles graue Theorie, so nicht ein "learning by doing" ein Konzept als tragfähig betrachten kann oder als gescheitert.

So erscheinen mir gewissn Übungen damit auch nicht wirklich aussagefähig. Weil z.B. 2000 Leute oder so nur wie ein Tropfen im Meer wirken können angesichts der Millionen von Menschen, die damit beglückt würden.
Denn tatsächlich wird all das, was dann geschehen würde, wenn man bedingungslos eine Summe X automatisch jedem zahlen würde, in Bezug auf das, was dann geschehen würde, beziehungsweise wie sich alles gestalten würde, lediglich im Bereich der Vorstellungen, oder aber auch des Wunschdenkens angesiedelt sein. Denn die Auswirkungen kann keiner wirklich überblicken.

Aber "probieren geht über studieren"?
Auf jeden Fall ist es hochlöblich, dass offenbar sich Menschen Gedanken machen.


---


Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)


zuletzt bearbeitet 28.03.2018 22:38 | nach oben springen

#71

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 15.04.2018 11:51
von Meridian | 2.884 Beiträge

Jetzt will ein Anti-Trump sich auf die nächsten US-Präsidentschaftswahlen vorbereiten und dort ein BGE einführen.

https://www.finanzen.net/nachricht/aktie...rsetzen-6092743

Ich glaube, dass Gegenkräfte das als "kommunistisch" verschreien werden. Passt ein BGE überhaupt zur Mentalität der USA?

Und sollte Yang tatsächlich Gegenkandidat von Trump werden (wenn der überhaupt noch einmal antritt), wird dieser hauptsächlich auf seine chinesische Abstammung herumreiten.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#72

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 15.04.2018 12:38
von Beowulf (gelöscht)
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Zitat von Meridian im Beitrag #71
Jetzt will ein Anti-Trump sich auf die nächsten US-Präsidentschaftswahlen vorbereiten und dort ein BGE einführen.

https://www.finanzen.net/nachricht/aktie...rsetzen-6092743

Ich glaube, dass Gegenkräfte das als "kommunistisch" verschreien werden. Passt ein BGE überhaupt zur Mentalität der USA?

Und sollte Yang tatsächlich Gegenkandidat von Trump werden (wenn der überhaupt noch einmal antritt), wird dieser hauptsächlich auf seine chinesische Abstammung herumreiten.


Das die Freigabe von Kannabis zur Mentalität der USA und ihrer konservativen mächtigen Lobbyisten paßt, hätte ich auch zuvor bezweifelt...
...insofern kann man das so verallgemeinert wohl kaum sagen, was letztlich auch wieder bestätigt, das das Bild was man selber im Kopf hat, wohl eher unvollständig und somit sehr grob gefaßt und auch falsch sein kann...


Marie von Ebner-Eschenbach:

Ein Urteil lässt sich widerlegen, aber niemals ein Vorurteil.
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#73

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 15.04.2018 12:51
von Anthea | 12.544 Beiträge

Hört sich nicht schlecht an, was Yang da so von sich gibt. Und auch wenn man seinen Background betrachtet und seine Fokussierung auf "Menschen" - so wie ich dies lese - dann dürfte er gute Chancen haben gegen Trump.

Ich bin nicht so sicher, ob Trump nicht doch noch einmal antreten wird? Wenn er dies tun sollte, dann wäre das seiner Eitelkeit und nicht seinem Realitätssinn geschuldet.

---


Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)
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#74

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 15.04.2018 13:40
von Meridian | 2.884 Beiträge

Zitat von Beowulf im Beitrag #72


Das die Freigabe von Kannabis zur Mentalität der USA und ihrer konservativen mächtigen Lobbyisten paßt, hätte ich auch zuvor bezweifelt...
...insofern kann man das so verallgemeinert wohl kaum sagen, was letztlich auch wieder bestätigt, das das Bild was man selber im Kopf hat, wohl eher unvollständig und somit sehr grob gefaßt und auch falsch sein kann...


Die Freigabe mit dem Cannabis könnte auch mit dem viel gerühmten Pragmatismus der Amerikaner zu tun haben. Leute, die Cannabis konsumieren, werden oft als Nichtstuer oder "ruhiggestellt" betrachtet. Vielleicht denken viele Konservative, dass Cannabis meist von Linken geraucht wird, und solange sie zugekifft sind, richten sie aus ihrer Sicht nichts an.

Die Ansichten des Yang finde ich ja schön und gut. Ich habe im letzten Beitrag nur meine Bedenken geäußert, ob er damit durchkommt. Er muss er einmal Präsidentschaftskandidat werden. Andererseits: Gerade durch die Machenschaften von Trump, der den Turbokapitalismus bis auf die Spitze treibt, kann der Wille einer entsprechenden Gegenbewegung endlich groß genug sein.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#75

RE: Das bedingungslose Grundeinkommen – bGE

in Ökonomie 15.04.2018 16:12
von Findus (gelöscht)
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Zitat von Meridian im Beitrag #74
Vielleicht denken viele Konservative, dass Cannabis meist von Linken geraucht wird, und solange sie zugekifft sind, richten sie aus ihrer Sicht nichts an.


Spannend. Bei Opiaten muss man mit ein wenig historischem Wissen eigentlich eher an Bismarck denken.


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