#46

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 01:34
von Martin | 343 Beiträge

Zitat von moorhuhn im Beitrag #44
"
Sofern Schnitzmesser und Hammer nicht als Waffe benutzt werden, gibt es durchaus auch in der heutigen Zeit anerkannte Möglichkeiten und Angebote, sich mit diesen Werkzeugen zu betätigen.

Schon in der Grundschule, übergreifend dann bis Klasse 6 können sich nicht nur kleine Jungs im Werkunterricht an Säge, Hammer, Meißel und ähnlichem Gedöns austoben. Kartoffeldruck wird im Kunstunterricht und nachmittags im GTA zelebriert, hab erst gestern tolle Werke bewundert, auf Kleiderbügeln

Sorry, aber manchmal muten diese "früher und heute"- Beiträge doch etwas provokativ- uninformiert an.


Tut mir leid, aber aufgrund meiner fundierten Langzeitbeobachtungen gehe ich doch stark davon aus, daß die Kunst des Kartoffeldrucks heutzutage wegen der eklatanten Verletzungsgefahr beim Schnitzen der Knollen ausschließlich auf virtueller Ebene praktiziert wird. Und daß unsere grünen Hubschraubereltern sich nur noch zähneknirschend und unter der Androhung, mit 18 die AfD zu wählen, breitschlagen lassen, ihrem 12jährigen Filius ein Plastikmesser zu erlauben, welches allabendlich im eigens angeschafften Waffenschrank weggeschlossen wird, steht wohl außer Frage. >&´(

Kleiderbügel! Ja okay, das können aber nur FDPler oder grüne SUV-Fahrer_Innen sein, die solche Entgleisungen zu schätzen wissen... >x´))


"Die Kröte hat einen schlechten Leumund." >&´)


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#47

RE: MacGyver

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 01:58
von Martin | 343 Beiträge

Zitat von Jackdaw im Beitrag #34
Zitat von Martin im Beitrag #25
[…] Ein MacGyver muß also kein besonders helles Köpfchen sein, er muß nur genügend Erfahrungen gesammelt haben […]
Das ist schon ein klarer Fall von Fehldeutung… die fiktionale Figur des MacGyver dar oder sollte ganz im Gegenteil als "lebendes Beispiel" verstanden werden, was mit all dem von Schülern zumeist als langweilig oder unnütz empfundenen Wissen, das lt. Lehrplan zu bewältigen ist, im "wirklichen Leben" anzufangen ist, wenn man sich im richtigen Moment daran erinnert… 
Die praktische Intelligenz, die MacGyver so verkörpert, zeigt die Fähigkeit, ein Problem zu erkennen und improvisierend eine mögliche Lösung zur Hand zu haben. Anders als andere Serienhelden war MacGyver eben ein ganz Mensch ohne übersinnliche oder übernatürliche Kräfte, kein Held, aber einfallsreich… - und das darf man schon wahrnehmen, wenn man nur wenige Folgen angeschaut hat. Das Strickmuster ist nämlich rasch erkennbar.

Stimmt, da ist was dran. Eine effektive Problemlösung setzt natürlich erst mal ne angemessene Problemerkennung voraus, das habe ich meinen Lehrlingen auch immer als wichtigste Regel eingebläut. Sie durften so viel falsch machen wie sie wollten, aber anschließend war immer ne Fehleranalyse angesagt. Und beim nächsten Mal gab´s dann kein Herausreden mehr, dann mussten sie sich für ihre Fehler rechtfertigen und mir erklären, wie´s zu dem Fauxpas kam. Aber wir hatten immer viel Spaß dabei und aus allen ist auch etwas geworden. Bis auf den letzten, der ist heute mein "Chef", hehe... >&´)


"Die Kröte hat einen schlechten Leumund." >&´)


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#48

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 12:15
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Athineos im Beitrag #43
[…] Sie täuschen Sie!
Zitat von Martin im Beitrag #45
[…] Wen bitte täusche ich...? […]
Athineos bezog sich auf Deine Formulierung: Sie [Deine, nach eigener Einschätzung, rudimentären Lateinkenntnisse] sind es, die Dich täuschen… hier noch die Übersetzungsvorschläge für intellegere.



zuletzt bearbeitet 22.10.2017 12:18 | nach oben springen

#49

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 13:12
von Martin | 343 Beiträge

Zitat von Jackdaw im Beitrag #48
Zitat von Athineos im Beitrag #43
[…] Sie täuschen Sie!
Zitat von Martin im Beitrag #45
[…] Wen bitte täusche ich...? […]
Athineos bezog sich auf Deine Formulierung: Sie [Deine, nach eigener Einschätzung, rudimentären Lateinkenntnisse] sind es, die Dich täuschen… hier noch die Übersetzungsvorschläge für intellegere.


Die Sprache ist das größte Kommunikationshindernis und Ursache allen Übels, wie wir alle wissen. Aber inwiefern weichen die anderen Begrifflichkeiten denn von "verstehen" ab? "Verstehen" im Sinne eines korrekten Empfangs und einer sachgerechten, adäquaten und in jeder Hinsicht zufriedenstellenden Verarbeitung empfangener Signale? Versteh´ ich nicht... >%´(


"Die Kröte hat einen schlechten Leumund." >&´)


zuletzt bearbeitet 22.10.2017 13:13 | nach oben springen

#50

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 13:39
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Martin im Beitrag #49
[…] Die Sprache ist das größte Kommunikationshindernis und Ursache allen Übels […]
Eigentlich nicht. Wie soll "sprachlose" Kommunikation überhaupt möglich sein, sobald es um die Übermittlung komplexerer Sachverhalte geht? Mag ja sein, dass im Zeitalter der Piktogramme, der Emoticons, der Emojis der Mensch zunehmend auf die Symbolik "aussagefähiger" Zeichensprache reagiert, die zunehmend sämtliche Lebensbereiche erobert hat, weil sie in ihrem meist simplen Bedeutungsgehalt sprachgrenzenüberschreitend eingesetzt werden kann und mehrheitlich auch "verstanden" wird.


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#51

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 13:52
von Anthea | 12.469 Beiträge

Zitat von Jackdaw im Beitrag #50
Zitat von Martin im Beitrag #49
[…] Die Sprache ist das größte Kommunikationshindernis und Ursache allen Übels […]
Eigentlich nicht. Wie soll "sprachlose" Kommunikation überhaupt möglich sein, sobald es um die Übermittlung komplexerer Sachverhalte geht? Mag ja sein, dass im Zeitalter der Piktogramme, der Emoticons, der Emojis der Mensch zunehmend auf die Symbolik "aussagefähiger" Zeichensprache reagiert, die zunehmend sämtliche Lebensbereiche erobert hat, weil sie in ihrem meist simplen Bedeutungsgehalt sprachgrenzenüberschreitend eingesetzt werden kann und mehrheitlich auch "verstanden" wird.


Das Problem, beziehungsweise "Kommunikationshindernis" ist die mangelnde sprachliche Bildung. Wie viele Leute sind ihrer eigenen Sprache nicht wirklich mächtig. Wobei es bereits um Rechtschreibung und Grammatik geht. Und viel mehr um das Sprachverständnis in Bezug auf Worte/Wörter, Vieldeutigkeiten von Begriffen etc.

Das liegt auch darin begründet, dass nicht mehr Wert bei der schulischen (Aus)Bildung auf Literatur gelegt wird. Auch der "alten" Art, wo sich die Autoren heute nicht mehr gängiger oder "moderner" Diktionen bedienen. Einfaches Beispiel: Man frage einen (Grund)Schüler, was für Assoziationen er mit dem Begriff "hehr" verbindet... Er wird es nicht erklären können. Viele nicht.

Deshalb empfinde ich das jetzt wieder anstehende Brimborium der Krönung eines Begriffes der "Jugendsprache" als übertrieben und erlässlich. Man sollte den Jugendlichen viel mehr erst einmal nahebringen: Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen...
Und dazu gehört eben auch die Sprache.


---


Jeder Tag ist der Anfang des Lebens. Jedes Leben ist der Anfang der Ewigkeit.
Rainer Maria Rilke
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#52

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 14:17
von MaMi (gelöscht)
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Beim Begriff Bildung besteht natürlich auch die Herausforderung, was das denn genau ist.

Ich hatte das Beispiel mit den Fußballspielen und den Politiktalkshows genannt.

Gibt es Bereiche, die man objektiv als Teil des Bildungskanons betrachten kann, andere aber nicht? Mein Beispiel suggeriert das natürlich. Ist Bildung nur mit Themenbereichen verbunden, mit denen man sich üblicherweise an höheren Schulen beschäftigt?

Wir mussten als Schüler im Religionsunterricht einst die Abfolge der biblischen Bücher und auch das eine oder andere Gedicht wie „Die Bürgschaft“ von Schiller auswendig lernen.

Ist das Bildung?

So albern das mit dem Auswendiggelernten natürlich auf Anhieb wirkt, es ist natürlich ein Basisinstrument, das auch für Bildung sorgen kann, auch wenn das Aufsagen können selbst natürlich nicht fundamental für Bildung steht.
Jemand, der die biblischen Bücher auswendig lernen musste, der weiß zumindest schon einmal, dass es in diesem Buch einen Propheten gab, der Amos hieß und hat einen kleinen Bildungsvorsprung gegenüber dem, den dieser Name gar nichts sagt.

Andererseits stellt sich die Frage, ob jeder in der Lage dazu ist, längere Texte auswendig zu lernen. Bei Schauspielern gehört das zur Schlüsselqualifikation.


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#53

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 14:29
von MaMi (gelöscht)
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Ich habe sehr bewusst den Begriff Metzger verwendet, um damit indirekt den Unterschied zwischen Bildung und Intelligenz deutlich zu machen, so wie ich es sehe.

Ein gelernter Metzger oder Handwerker kann im Einzelfall durchaus intelligenter sein als ein anderer, der Sozialpädagogik oder Chemie studiert hat.

Das, was ich Problemlösungskompetenz nannte, bezieht sich natürlich auf die Bereiche, mit denen sich der Einzelne beschäftigt und nicht auf alles, was es gibt.

Das Universalgenie ist eine sehr seltene Ausnahmeerscheinung.

Ein Metzger muss halt keine Flugzeuge bauen, weshalb entsprechende Fähigkeiten auch gar nicht von ihm erwartet werden müssen, auch von einem überdurchschnittlich intelligenten Metzger nicht.

Man erwartet ja umgekehrt auch nicht von einem studierten Chemiker, dass er Autos reparieren kann.


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#54

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 14:55
von MaMi (gelöscht)
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Vor einigen Jahren gab es in der Onlineausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ einmal eine Beitragsreihe über sogenannte Hochbegabte, die ich sehr gut fand.

Da ging es eher um die Innenansicht bei diesen Leuten, um die Probleme aus deren Sicht, mit denen sie sich im Alltag herumärgern müssen.

Normalerweise steht ja eher die Außensicht der Normalbegabten auf die Hochbegabten bei Diskussionen im Vordergrund, weil die „Normalen“ schlichtweg die Mehrheit sind und deshalb das Thema auch eher prägen.

Man wirft seitens der Normalbegabten den Hochbegabten oft Arroganz und Eingebildetheit, aber auch Mangel an Sozialkompetenz vor, was unterschiedliche Ursachen hat. Manchmal spielen Hochbegabte auch nur damit, weil sie wissen, dass bestimmte Verhaltensweisen von ihnen erwartet werden.

Ich musste bei der Beitragsreihe an einen Kollegen denken. Er arbeitet in einem höherqualifizierten Bereich. Wenn er konzentriert eine Stunde an einem bestimmten Thema arbeitet, dann bekommt er Arbeitsergebnisse, für die seine Kollegen nicht eine, nicht zwei, nicht drei Stunden benötigen, sondern drei Wochen.

Was geschieht in einem solchen Berufsumfeld, in dem sich ein Hochbegabter befindet?

Bei den Kollegen löst sein Verhalten extreme Neidkomplexe aus, die natürlich in Eitelkeit ihren Ursprung haben. Denn die meisten haben halt ein sehr hohes Bild von ihrer eigenen Leistung und werden hier indirekt permanent vorgeführt und eines besseren belehrt. Es wird hinten rum extrem gegen ihn gestichelt. Das, was dann dabei herauskommt, nennen die Leute dann mangelnde Sozialkompetenz der Hochbegabten.

Die andere Seite ist die, dass es für den Kollegen völlig unverständlich ist, dass seine Kollegen für einen Job, den er in einer Stunde erledigt, drei Wochen benötigen. Das kommt dann als Arroganz herüber.

Er beschrieb die Konflikte aus seiner Sicht einmal mit folgendem Bild: Zehn Leute treten zu einem 100 Meterlauf an, einer läuft mit 15 Metern Vorsprung als Erster über die Ziellinie, die anderen Neun beinahe gleichzeitig. Nun beginnt eine Diskussion darüber, wer dieser Neun nun der Sieger des Laufs ist. Am Ende entscheidet ein Außenstehender. Was den eigentlichen Sieger dabei belastet und beschäftigt, ist weniger die Tatsache, dass er nicht den Siegerkranz umgehängt bekommt, sondern dass er als Einziger merkt, er befindet sich in einem Irrenhaus.


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#55

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 22.10.2017 16:13
von Anthea | 12.469 Beiträge

Das fängt doch schon in der Schule an: Der Neid. Und Bessere, Klügere werden gemobbt, Streber genannt. Obwohl sie nur Selbstverständliches tun, SO zu lernen, zu arbeiten, zu antworten wie sie können. Und dies nun einmal besser als andere. Das frustet natürlich diejenigen durchaus. Jedoch ist das kein Grund, sein "Licht unter den Scheffel zu stellen". Und es ist schon immer besser, sich nach "oben" hin zu orientieren, Denn eigener Stillstand ist kontraproduktiv.

Natürlich sollte man auch versuchen, andere, Schwächere, mitzuziehen. Das bedingt Motivation. Von beiden Seiten.


---


Jeder Tag ist der Anfang des Lebens. Jedes Leben ist der Anfang der Ewigkeit.
Rainer Maria Rilke


zuletzt bearbeitet 22.10.2017 16:14 | nach oben springen

#56

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 25.10.2017 18:48
von MaMi (gelöscht)
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Als einer der Klassiker, den man als Sinnbild für das sehen kann, was wir Intelligenz nennen, gilt sicherlich Albert Einstein. Dass er überdurchschnittlich intelligent war, wird niemand bestreiten.

Ich erinnere mich an eine Aufnahme von Einstein, wo er bei irgendeiner Veranstaltung mit scheinbar wichtigen Leuten in der ersten Reihe saß und zwei unterschiedliche Socken anhatte.

Der verwirrte Professor, könnte man sagen. Diese äußerlichen Dinge, sozusagen die Fassade, schienen Einstein nicht allzu sehr zu interessieren. Auch bei sich selbst nicht. Aufgrund seiner anerkannt überragenden Fähigkeiten sah man ihm nach, was man bei anderen nicht tut, ähnlich wie man auch Helmut Schmidt das öffentliche Kettenrauchen nachsah, wobei es beim Altkanzler nicht dessen Intelligenz war, weshalb man ihm Narrenfreiheit gewährte.

Nicht nur die Fähigkeit, hinter die Fassade zu blicken, sondern die grundsätzliche Haltung, das, was sich hinter dem Schein befindet, zu erforschen, zu erblicken und als Wesentliches anzusehen, die Fassade als das zu nehmen, was sie ist, nämlich primär Fassade, ist bei den meisten Hochbegabten sehr stark ausgeprägt.

Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder Hochbegabte nicht auf sein Äußeres achtet. Keineswegs.

Aber tiefere Kenntnisse über -sozusagen- das Wesen der Dinge und seine Gesetzmäßigkeiten erlangt man nicht, indem man dem äußeren Anschein schon gefühlt eine zu große Bedeutung gibt, sondern wenn der eigentliche Blick auf eine Sache oder auf einen Menschen sich von den diversen äußeren Formen löst und eher auf etwas anderes gerichtet ist.


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#57

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 25.10.2017 19:46
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von MaMi im Beitrag #52
[…] Wir mussten als Schüler im Religionsunterricht einst die Abfolge der biblischen Bücher und auch das eine oder andere Gedicht wie „Die Bürgschaft“ von Schiller auswendig lernen. Ist das Bildung? […]
Bedenkt man, wie viele Jahrhunderte lang Bibelkenntnis in unserem Kulturraum als Basis aller Bildung galt, ist zumindest die große Zuordnung der Propheten des Alten Testaments in ihrer mutmaßlichlichen Chronologie und die Reihenfolge der vier Evangelisten nicht so völlig unnütz… das Auswendiglernen war übrigens zu Zeiten der Papierknappheit durchaus gebräuchlich - mindestens bis in 18. Jahrhundert hinein wird jeder Handwerksmeister all sein berufliches Wissen nur mündlich und Anhand seiner Werkstücke/Arbeitsmethoden weitervermittelt haben können - die vielleicht ersten schematisierten Darstellungen der verschiedenen Handwerke und Produktionsabläufe finden sich doch in d'Alemberts und Diderots "Encyclopie" und in Form zahlreicher Kupferstiche.


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#58

RE: Bildung und Intelligenz

in Allgemeine philosophische Betrachtungen 25.10.2017 20:53
von MaMi (gelöscht)
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Zitat von Jackdaw im Beitrag #57
Zitat von MaMi im Beitrag #52
[…] Wir mussten als Schüler im Religionsunterricht einst die Abfolge der biblischen Bücher und auch das eine oder andere Gedicht wie „Die Bürgschaft“ von Schiller auswendig lernen. Ist das Bildung? […]
Bedenkt man, wie viele Jahrhunderte lang Bibelkenntnis in unserem Kulturraum als Basis aller Bildung galt, ist zumindest die große Zuordnung der Propheten des Alten Testaments in ihrer mutmaßlichlichen Chronologie und die Reihenfolge der vier Evangelisten nicht so völlig unnütz… das Auswendiglernen war übrigens zu Zeiten der Papierknappheit durchaus gebräuchlich - mindestens bis in 18. Jahrhundert hinein wird jeder Handwerksmeister all sein berufliches Wissen nur mündlich und Anhand seiner Werkstücke/Arbeitsmethoden weitervermittelt haben können - die vielleicht ersten schematisierten Darstellungen der verschiedenen Handwerke und Produktionsabläufe finden sich doch in d'Alemberts und Diderots "Encyclopie" und in Form zahlreicher Kupferstiche.

Pour aller voir briller une étoile nouvelle.
Je déclare l' état de bonheur permanent.
Ich habe mir angewöhnt, beim Fremdsprachen lernen anspruchsvolle Texte oder Lieder auswendig zu lernen, so lange bis mir beim inneren Aufsagen des Textes in jeder Passage bewusst ist, was es bedeutet und ich auch den richtigen Akzent der Sprache treffe. Mit dieser Motto lernt man meiner Meinung nach eine Fremdsprache sehr gut.
Hier mal ein sehr schöner Text in französischer Sprache, den ich mal auswendig lernte, um die Sprache besser zu verstehen:





Je déclare l' état de bonheur permanent
Et le droit de chacun à tous les privilèges.
Je dis que la souffrance est chose sacrilège
Quand il y a pour tous des roses et du pain blanc.
Je conteste la légitimité des guerres,
La justice qui tue et la mort qui punit,
Les consciences qui dorment au fond de leur lit,
La civilisation au bras des mercenaires.
Je regarde mourir ce siècle vieillissant.
Un monde différent renaîtra de ses cendres
Mais il ne suffit plus simplement de l' attendre:
Je l' ai trop attendu. Je le veux à présent.
Que ma femme soit belle à chaque heure du jour
Sans avoir à se dissimuler sous le fard
Et qu' il ne soit plus dit de remettre à plus tard
L' envie que j' ai d' elle et de lui faire l' amour.
Que nos fils soient des hommes, non pas des adultes
Et qu' ils soient ce que nous voulions être jadis.
Que nous soyons frères camarades et complices
Au lieu d' être deux générations qui s' insultent.
Que nos pères puissent enfin s' émanciper
Et qu' ils prennent le temps de caresser leur femme
Après toute une vie de sueur et de larmes
Et des entre-deux-guerres qui n' étaient pas la paix.
Je déclare l' état de bonheur permanent
Sans que ce soit des mots avec de la musique,
Sans attendre que viennent les temps messianiques,
Sans que ce soit voté dans aucun parlement.
Je dis que, désormais, nous serons responsables.
Nous ne rendrons de compte à personne et à rien
Et nous transformerons le hasard en destin,
Seuls à bord et sans maître et sans dieu et sans diable.
Et si tu veux venir, passe la passerelle.
Il y a de la place pour tous et pour chacun
Mais il nous reste à faire encore du chemin
Pour aller voir briller une étoile nouvelle.
Je déclare l' état de bonheur permanent.

George Moustaki


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