#1

Bibliophilie

in Literatur 21.10.2017 13:24
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Martin im Beitrag Bildung und Intelligenz
Lieber nicht. Das ist hier nämlich ein anspruchsvolles Thema, das keine billigen Schenkelklopfer erträgt.

Ansonsten habe ich als Bibliophiler kein Lieblingsbuch […]
Mit anderen Worten: Es verlangt die Schaffung dieses neuen Threads, um jene unterschiedlichen Lesebedürfnisse und Lesegewohnheiten der Forumsteilnehmer zu thematisieren.

Als bibliophil bezeichnen sich übrigens häufig Sammler und Liebhaber gut erhaltener Erstausgaben - oftmals Menschen, denen die handwerkliche Qualität der Papierherstellung jener Zeit, des Einbandes und der Bindung wichtiger sind als der jeweilige Inhalt all der ledergebundenen Schätze, mit denen sie den Raum, in dem sie Gäste empfangen, zu schmücken pflegen.

Fachbücher hingegen stellen ja eine meist sehr zielgerichtete, eine am Nutzen orientierte Lektüre dar. Somit stellt sich die Frage, welcherlei Fachgebiete schwerpunktmäßig unter den schätzungsweise tausend Titeln vertreten sind.

In meinem eigenen Haushalt sind es hauptsächlich Künstlermonographien, Architekturgeschichte, Museologie, Darstellungen der Kulturgeschichte des Alltags und der gewöhnlicherweise wenig beachteten, weil als selbstverständlich empfundenen Gebrauchsgegenstände und des sozialgeschichtlichen Wandels der Freizeitgewohnheiten innerhalb der letzten ca. 300 Jahre, die neben Reiseführern und kartographischem Material die meisten Regalmeter einnehmen.


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#2

RE: Bibliophilie

in Literatur 21.10.2017 13:34
von Martin | 343 Beiträge

Erst mal sollte klargestellt werden, daß Bibliophile keinen Sex mit Büchern haben, sondern sie rein platonisch lieben. Und tatsächlich ist es manchmal nicht leicht, reine Gebrauchsliteratur, die nicht nur über keinerlei ästhetischen Anreize verfügt, sondern eher abstoßend bunt und designerisch unausgegoren daherkommt, im Bücherregal zu integrieren. (Einige besonders abstossende Exemplare musste ich schon unter einer Buch-Burka verstecken, um mit ihnen koexistieren zu können. >&´)) Mein Themenschwerpunkt ist übrigens ein spezieller Bereich der Archäologie und der "experimentellen Archäologie" mitsamt den dazugehörenden geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Hintergründen. >8´ )


"Die Kröte hat einen schlechten Leumund." >&´)


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#3

RE: Bibliophilie

in Literatur 21.10.2017 13:39
von merte | 446 Beiträge

Ja, ich bin auch der Meinung, eine gute private Bibliothek will gut geplant sein, weniger die Qualität als mehr die optische Darstellung sollte m Vordergrund stehen, ja!
Es sollte nicht die Seitenzahl im Katalog stehen, sondern die cm-Angaben, für eine genaue Planung der Ansicht.
Der besondere Blickfang einer Gesamtausgabe sollte immer der Mittelpunkt einer Bibliothek sein, ich glaube mich zu erinnern, dass die späten 68er dies Problem erkannten und die cm-Angaben der MEW* ebenso kursierten, wie für Brehms Tierleben und die Leninschen Gesamtwerke!

*huestel*

*für post68er: Marx-Engels-Werke


Ich bin verantwortlich für Das was ich schreibe, nicht für Das, was ihr darunter versteht(verstehen wollt!


zuletzt bearbeitet 21.10.2017 13:41 | nach oben springen

#4

Rollenspiel?

in Literatur 21.10.2017 13:46
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Martin im Beitrag #2
[…] Mein Themenschwerpunkt ist übrigens ein spezieller Bereich der Archäologie und der "experimentellen Archäologie" […]
Das erinnert ein wenig an diese Rollenspielgruppen, die mittelalterliche Märkte veranstalten und sich mit Holzschwertern duellieren… 


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#5

RE: Bibliophilie

in Literatur 21.10.2017 13:49
von merte | 446 Beiträge

Zitat von Martin im Beitrag #2
Erst mal sollte klargestellt werden, daß Bibliophile keinen Sex mit Büchern haben, sondern sie rein platonisch lieben. Und tatsächlich ist es manchmal nicht leicht, reine Gebrauchsliteratur, die nicht nur über keinerlei ästhetischen Anreize verfügt, sondern eher abstoßend bunt und designerisch unausgegoren daherkommt, im Bücherregal zu integrieren. (Einige besonders abstossende Exemplare musste ich schon unter einer Buch-Burka verstecken, um mit ihnen koexistieren zu können. >&´)) Mein Themenschwerpunkt ist übrigens ein spezieller Bereich der Archäologie und der "experimentellen Archäologie" mitsamt den dazugehörenden geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Hintergründen. >8´ )


Äh ja, muss man sich unter "experimenteller Archäologie" in etwa die bei Wiki unter dem Stichwort
Luis Trenker verewigte Sonderbehandlung antiker Schätze vorstellen?

Denn Wiki weiss von Trenker folgendes zu berichten:

Zitat
Nach 1945 verkaufte er zunächst Schnitzereien aus dem Grödnertal. Er verkaufte neue Schnitzereien als Antiquitäten, nachdem er sie mit Schrot beschossen, mit dem Lötkolben versengt oder zeitweise in der Erde vergraben hatte.[6]


Ich bin verantwortlich für Das was ich schreibe, nicht für Das, was ihr darunter versteht(verstehen wollt!
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#6

RE: Rollenspiel?

in Literatur 21.10.2017 13:50
von Martin | 343 Beiträge

@Jackdaw - Nee, das exakte Gegenteil ist der Fall. Wie kommst du nur auf diesen Unsinn? Wer sich ernsthaft mit der Materie befasst, wird sich doch nicht mit solchen Laienspielgruppen abgeben... >x´)


"Die Kröte hat einen schlechten Leumund." >&´)


zuletzt bearbeitet 21.10.2017 13:51 | nach oben springen

#7

RE: Bibliophilie

in Literatur 21.10.2017 13:59
von Martin | 343 Beiträge

@merte - Die Experimentelle Archäologie bezeichnet eine auf allerlei Daten beruhende Rekonstruktion nicht mehr vorhandener Gebäude, Geräte, Schiffe usw... Die Burg Guedelon in Frankreich beispielsweise wird nach dieser Methode "re"-konstruiert.

https://www.youtube.com/watch?v=ZOrHkCbrYaI

Was du meinst, ist aber etwas vollkommen anderes. Man nennt es "Fälschen", und auch das gehört natürlich zu meinem Beruf. Nicht das Vortäuschen antiker Oberflächen, sondern deren Imitation ohne betrügerische Absicht. >8´)


"Die Kröte hat einen schlechten Leumund." >&´)


zuletzt bearbeitet 21.10.2017 14:00 | nach oben springen

#8

RE: Bibliophilie

in Literatur 21.10.2017 16:20
von Luftdrache (gelöscht)
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Ich hab den einen oder anderen Krimi-Klassiker im Bücherregel. Gleichzeitig weis ich dass eine oder andere Fachbuch ebenfalls sehr zu schätzen. Komplettiert wird die Bibliothek durch Geo und Bild der Wissenschaft.


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#9

RE: Bibliophilie

in Literatur 21.10.2017 20:08
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Nun ja, wer mehrmals umgezogen ist oder Haushalte aufgelöst hat, lernt, dass auch Bibliotheken letztlich vergänglich sind.
Als Beweis von Bildung und Kulturbewusstsein mögen sie zwar herhalten, aber wem bitte muss dieser Beweis erbracht werden?
Ich sauge Literatur auf wie ein Schwamm, allerdings hole ich mir das Futter aus meinem Kindle oder öffentlichen Bibliotheken. Allein mein Handwerkszeug für die Arbeit und handverlesene Kriminalliteratur existiert in Papierform.


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#10

RE: Bibliophilie

in Literatur 21.10.2017 20:20
von Luftdrache (gelöscht)
avatar

Welche Krimis liest du am liebsten, moorhuhn


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#11

RE: Bibliophilie

in Literatur 21.10.2017 23:06
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Ich liebe die Krimifrauen Nele Neuhaus, Camilla Läckberg, Sabine Thießler und Rita Falk. Bei den Herren sind Klaus-Peter Wolf und Kober/Klüpfl meine Favoriten.


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#12

RE: Bibliophilie

in Literatur 22.10.2017 13:04
von Martin | 343 Beiträge

Das hat jetzt aber nix mehr mit dem Thema zu tun. Wer weiß denn hierzuforum Inkunabeln zu schätzen? Oder herrliche Maroquin-Einbände, vignettenverzierte schweinslederne Korane mit feuervergoldeten Schließen und sowas alles? >%´)


"Die Kröte hat einen schlechten Leumund." >&´)


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#13

RE: sehr lustig...

in Literatur 22.10.2017 13:42
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Martin im Beitrag #12
[…] schweinslederne Korane […]
[…] würden ja wohl am Markt vorbei produziert sein.


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#14

RE: Bibliophilie

in Literatur 22.10.2017 14:02
von Anthea | 12.274 Beiträge

Zitat von Martin im Beitrag #12
Das hat jetzt aber nix mehr mit dem Thema zu tun. Wer weiß denn hierzuforum Inkunabeln zu schätzen? Oder herrliche Maroquin-Einbände, vignettenverzierte schweinslederne Korane mit feuervergoldeten Schließen und sowas alles? >%´)




Beachtlich. Toll. Um welche Bibliothek handelt es sich?
Sie haben Recht: Solche bibiophilen Kostbarkeiten sind wirklichen Liebhabern vorbehalten, die diese zu würdigen wissen.
Für manche mag das nur "Protzwerk" sein. Zum "angeben" geeignet. Dekorativ.

Wobei mir doch wieder der Witz in den Sinn kommt, wo Graf Bobby und Frau Neureich sich über solche Dinge unterhalten.
Sie: Mein Mann hat auch gerade eine Rarität erstanden: Das Kapital von Karl May.
Er: Aber gnädige Frau, Das Kapital ist doch von Karl Marx.
Sie: Ach, was Sie nicht sagen. Und ich habe mich schon gefragt, warum da so wenige Indianer drin vorkommen.


---


Jeder Tag ist der Anfang des Lebens. Jedes Leben ist der Anfang der Ewigkeit.
Rainer Maria Rilke
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#15

RE: Bibliophilie

in Literatur 22.10.2017 14:05
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Martin im Beitrag #12
Das hat jetzt aber nix mehr mit dem Thema zu tun. […]
Moorhuhns Lesebedürfnisse scheinen halt mehr den marktgängigen Produkten der literarischen Unterhaltungsindustrie kompatibel zu sein. Da die Verfasserinnenaufzählung ihre Lieblingslektüre wiederzugeben scheint, drückt sich darin aus, zu welcherlei Büchern sie sich freundschaftlich hingezogen fühlt - und genau das drückt ja der Terminus "Bibliophilie" aus.

Wie an anderer Stelle schon dargestellt, würde ich, schon wegen der schier nicht zu bewältigenden Menge an gedruckten Werken, Bibliophilie, also eine allgemeine Liebe zu Büchern als Antrieb zur Lese- und Sammelleidenschaft deuten. Die weitaus meisten Leser bevorzugen, was entweder thematisch ihnen interessant erscheint oder ihrem gewohnten Sprachduktus entspricht . Aber der weitaus größte Teil gedruckter Wörter findet sich in Periodica. Und wird so quasi nebenbei aufgeschnappt.


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