#16

RE: Ukraine

in Europa 01.02.2022 15:25
von Findus | 2.500 Beiträge

Sowohl der Westen als auch Russland sehen das Budapester Memorandum als gebrochen an. Jede Seite beschuldigt die andere Seite des Vertragsbruchs. Und doch hat sich bisher weder die USA mit Großbritanien noch Russland über bekannte Wirtschaftssanktionen engagiert.
Mich wundert es, dass in einer Zeit in der geredet werden müsste die Rethorik aus Zeiten des Kalten Krieges wieder aus der Mottenkiste der Geschichte geholt wird - das ist beunruhigend. Gut, dass Annalelna Baerbock und Olaf Scholz besonnen handeln und im Augenblick ganz auf Diplomatie setzen. Joe Biden macht hingegen auf mich den Eindruck, dass er nach senem Scheitern in Afghanistan gerne außenpolitische Stärke zeigen möchte. Innenpolitisch kriegt er selbst bei seinen Demokraten keine Reformen durch.



zuletzt bearbeitet 01.02.2022 15:26 | nach oben springen

#17

RE: Ukraine

in Europa 01.02.2022 23:17
von Atue (gelöscht)
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Zitat von Findus im Beitrag #16
Sowohl der Westen als auch Russland sehen das Budapester Memorandum als gebrochen an. Jede Seite beschuldigt die andere Seite des Vertragsbruchs. Und doch hat sich bisher weder die USA mit Großbritanien noch Russland über bekannte Wirtschaftssanktionen engagiert.


Durchaus korrekt - bedeutet aber auch, dass bei entsprechender Eskalation nicht die UN für ein Mandat benötigt wird.



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#18

RE: Ukraine

in Europa 02.02.2022 09:52
von Anthea | 12.377 Beiträge

Interview mit dem russischen Botschafter in Deutschland Sergej J. Netschajew, gegeben dem „Nordkurier“.

https://russische-botschaft.ru/de/2022/0...ung-nordkurier/


Ich bin der Wahrheit verpflichtet, wie ich sie jeden Tag erkenne, und nicht der Beständigkeit.
Mahatma Gandhi


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#19

RE: Ukraine

in Europa 02.02.2022 22:38
von Findus | 2.500 Beiträge

Zitat von Atue im Beitrag #17
Zitat von Findus im Beitrag #16
Sowohl der Westen als auch Russland sehen das Budapester Memorandum als gebrochen an. Jede Seite beschuldigt die andere Seite des Vertragsbruchs. Und doch hat sich bisher weder die USA mit Großbritanien noch Russland über bekannte Wirtschaftssanktionen engagiert.


Durchaus korrekt - bedeutet aber auch, dass bei entsprechender Eskalation nicht die UN für ein Mandat benötigt wird.


Und doch nur ein Grund für diplomatische Initiativen. Über mehr als das richtige Gesprächsformat ist zur Zeit nicht zu reden.


Anthea hat sich bedankt!
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#20

RE: Ukraine

in Europa 03.02.2022 13:20
von Anthea | 12.377 Beiträge

Ich hoffe, dass Olaf Scholz die richtigen Worte findet, wenn er zu Putin reist. Diejenigen der Beruhigung, was die Haltung Deutschlands gegenüber Russland anbelangt. Und diejenigen eines strikten "Nein", was eine militärische Unterstützung der Ukraine anbelangt.

Jetzt hatte sich auch Poroschenko eingemischt, seines Zeichens Milliardär im Bereich Schokolade und Ex-Präsident, und sein Missfallen an Deutschland kundgetan. Er steht gerade wegen Hochverrats vor Gericht, bleibt aber wohl vorerst frei.

Das AA schreibt: "Deutschland hat großes Interesse an einer stabilen, demokratischen und wirtschaftlich prosperierenden Ukraine. Deshalb engagiert sich die Bundesregierung dort in herausragendem Umfang. Seit 2014 hat Deutschland die Ukraine insgesamt mit über 1,8 Mrd. EUR unterstützt. Projekte von z.B. politischen Stiftungen, Verbänden und NROs ergänzen die staatlichen Maßnahmen."

Deutschland kann und darf jedenfalls kein Interesse daran haben, irgendwelche Maßnahmen kriegerischer Art zu unterstützen. Denn mit "den Säbeln rasseln" tut aus meiner Sicht Russland nicht, sondern da ist das Gehör der ukrainischen Entscheidungsträger wohl etwas gestört.

---


Ich bin der Wahrheit verpflichtet, wie ich sie jeden Tag erkenne, und nicht der Beständigkeit.
Mahatma Gandhi


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#21

RE: Ukraine

in Europa 03.02.2022 20:43
von Dr. Yes | 1.319 Beiträge

Wie Frau Lambrecht die Lieferung der 5000 Helme im Fernsehen gepriesen hat, war an Lächerlichkeit und Peinlichkeit nicht zu überbieten. Was zum Fremdschämen. (Ich wünsche mir endlich wieder einen Verteidigungsminister wie Helmut Schmidt. )

Der Ukraine Säbelrasseln vorzuwerfen, ist Täter-Opfer-Umkehr; damit kennen wir uns Deutschland aus. Das Jahr 2014 hat der Ukraine gezeigt, dass man sich nicht auf Garantien anderer Staaten verlassen kann, schon gar nicht Russlands, sondern nur auf eigene Stärke. Militärisch ist die Ukraine Russland natürlich immer noch hoffnungslos unterlegen, aber es würde für Russland kein Spaziergang mehr wie 2014.


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#22

RE: Ukraine

in Europa 03.02.2022 21:37
von Findus | 2.500 Beiträge

Zitat von Dr. Yes im Beitrag #21
Wie Frau Lambrecht die Lieferung der 5000 Helme im Fernsehen gepriesen hat, war an Lächerlichkeit und Peinlichkeit nicht zu überbieten. Was zum Fremdschämen.


Dann brauchen wir die 5.000 Helme auch nicht zu liefern. Überhaupt sollten solche Güter nicht außerhalb der EU exportiert werden.


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#23

RE: Ukraine

in Europa 03.02.2022 22:35
von Atue (gelöscht)
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Lächerlich war nicht, dass Deutschland diese Helme geliefert hat. Die Ukraine hat um diese Helme gebeten, und wir haben geliefert. Lächerlich war aber, dass das so öffentlichkeitswirksam platziert und dargestellt wurde. Das im Kontext der Diskussion um Waffenlieferungen - es wirkte wie ein schlechter Witz.

An anderer Stelle tut Deutschland auch viel - Wirtschaftshilfe u.ä. - aber man redet nicht so offen darüber. Bei den 5000 Helmen hätte es gereicht, diese einfach zu liefern und gut.



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#24

RE: Ukraine

in Europa 04.02.2022 15:10
von Findus | 2.500 Beiträge

Die Säbelrasselei hat jedenfalls im Ergebnis dazu geführt, dass China jetzt an Russlands Seite steht. Siehe: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/russland-china-nato-101.html
Mehr Diplomatie hätte eine chinesische Einmischung sicherlich vermieden.


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#25

RE: Ukraine

in Europa 04.02.2022 17:51
von Dr. Yes | 1.319 Beiträge

Das ist so überraschend wie Schnee im Winter. Eine Retourkutsche für den diplomatischen Boykott der Winterspiele.


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#26

RE: Ukraine

in Europa 04.02.2022 19:35
von Findus | 2.500 Beiträge

Zitat von Dr. Yes im Beitrag #25
Das ist so überraschend wie Schnee im Winter. Eine Retourkutsche für den diplomatischen Boykott der Winterspiele.


Allerdings hätten die Chinesen dafür auch andere Anlässe suchen können.
Ist es denn wirklich sinnvoll, Russland in Chinas Arme zu treiben?


Anthea hat sich bedankt!
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#27

RE: Ukraine

in Europa 04.02.2022 19:46
von Dr. Yes | 1.319 Beiträge

Gleich und gleich gesellt sich nun mal gern.


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#28

RE: Ukraine

in Europa 04.02.2022 20:25
von Meridian | 2.857 Beiträge

Wollen wir wirklich, dass Russland und China sich zusammentun? Von den beiden Ländern ist China bei weitem die stärkere Wirtschaftsmacht. Russland hat bislang immer noch die meisten Atomwaffen.

China will ja den Bau der Neuen Seidenstraße vorantreiben. Durch Kasachstan ist mit chinesischer Hilde eine Schnellstraße gebaut worden von der chin. Grenze bis kurz vor Russland bei Orenburg. Von Orenburg selber führt die M5 nach Moskau. Offenbar soll diese nicht für die Seidenstraße ausgebaut werden. Auffallend ist, das in RU zunächst nicht weitergebaut wird. Am Geldmangel liegt das weniger, denn Russland baut seine Infrastruktur auch besser aus, als man glaubt. Man will nicht zu stark in chinesische Abhängigkeit geraten.
Inzwischen ist aber bekannt, wie die Neue Seidenstraße durch RU verlaufen soll: Eigenartig abgelegen soll sie durch das südliche Russland vorbei an größeren Städten vorbei führen. Vom baulichen Zustand soll sie einer Autobahn oder Schnellstraße entsprechen. Auch an Moskau wird südlich umfahren. Dann geht es weiter durch das südöstliche Weißrussland, auch dort weit südlich an Minsk vorbei. Erst ca. 100km vor der polnischen Grenze soll sie die wichtige M1 erreichen, die Hauptmagistrale durch Weißrussland, deren westliche Fortsetzung nach Warschau und Berlin und deren östliche Fortsetzung nach Moskau (auch in RU als M1 bezeichnet). Kurz: Auch wenn M5 und M1 derzeit ausgebaut werden, sollen sie nicht als Seidenstraße dienen, sondern es liegt am allgemeinen Ausbau der Straßen (auch wenn der Ausbau im Vgl. zum Ausbau in China recht bescheiden ist).

Natürlich kann man sagen, dass die Seidenstraße bewusst durch strukturell unterentwickelte Gebiete in RU und BY führen soll, damit diese wirtschaftlich davon profitieren sollen. Aber der Fall Kasachstan zeigt, dass die Seidenstraße dort kaum den Einheimischen zugute kommt, sondern nur den Chinesen. Eher habe ich den Eindruck, RU und BY wollen die Seidenstraße möglichst weit von ihren Wirtschaftszentren weghalten. Natürlich kreuzt die geplante Seidenstraße in RU wenigstens 3 der Hauptmagistralen nach Moskau. V.a. die M4 von Rostow-am-Don nach Moskau ist bereits durchgehend 4-spurig ausgebaut mit autobahnähnlichen Abschnitten. Von der Seidenstraße kann man natürlich auf diese Magistralen wechseln.


Für Putin ist in der jetzigen Situation China eine Hilfe, aber CN behandelt RU bezüglich der Wirtschaft wie ein Juniorpartner. Der demonstrative Zusammenschluss soll eher als Zeichen an die NATO verstanden werden.


Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
(Benjamin Franklin)
Findus hat sich bedankt!
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#29

RE: Ukraine - Waffen - Verteidigung

in Europa 06.02.2022 12:52
von SirPorthos | 3.127 Beiträge

Moin liebe Gemeinde,

derzeit geht es um Waffenlieferungen an die Ukraine.

Andere Staaten haben schon geliefert. Natürlich nur Waffen zur "Verteidigung". Was soll das sein ? Ich diente 12 Jahre als Offizier und jede Waffe kann zum Angriff und zur Verteidigung genutzt werden. Es gibt keine "friedlichen" Waffen. Daher halte ich die Diskussion um "Verteidigungswaffen" für absoluten Blödsinn.

Ich möchte ein Beispiel nennen: "Panzerabwehrwaffen". Das ist eine Panzerfaust, die ein Soldat tragen kann. Sie dient dazu Panzer zu vernichten. Klingt ja erstmal wie "Verteidigung". Aber diese Waffen können auch bei einem Angriff benutzt werden, um feindliche "Abwehrpanzer" zu vernichten.

Fazit: Jede Waffe kann zur Verteidigung und zum Angriff genutzt werden. Das entscheidet die militärische Führung. Lösen wir uns davon, Waffen scheinheilig zu klassifizieren. Sie dienen nur zu einem: "Zum Töten und Vernichten". Das kann Verteidigung sein oder Angriff.

Lieben Gruß aus dem alten Land !


Imperare sibi maximum bellum est
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#30

RE: Ukraine

in Europa 06.02.2022 14:03
von Findus | 2.500 Beiträge

Laut Lambrecht hat sich an der Haltung der Regierung nichts geändert: Keine Lieferungen in Krisengebiete um weiter Eskalation vorzubeugen.
Unterstützung soll hingegen Litauen als EU - Mitglied bekommen.
Siehe: https://www.tagesschau.de/inland/lambrecht-truppen-litauen-101.html


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