Sicherlich ganz bewusst und provokant stellte der SPD Politiker Raed Saleh, Mitglied des Abgeordnetenhauses in Berlin, in Dresden an der Frauenkirche, wo ansonsten die strammen Pegidioten marschieren und Islamhetze verbreiten, die 10 Thesen in seinem Buch vor. „Ich deutsch – die neue Leitkultur“. Saleh ist in Palästina geboren und im Alter von 5 Jahren nach Deutschland gekommen.
<<Mit seinem Buch will Saleh nun „eine Hausordnung für unser Land“ aufstellen. „Es geht um einen moralischen, politischen, kulturellen Minimalkonsens“, schreibt Saleh. Vor dem Begriff „Leitkultur“, der sonst eher auf konservativen Wahlkampfveranstaltungen fällt, schreckt er nicht zurück. Sein Ziel: Den Begriff positiv besetzen. „Nur müssen wir endlich einmal sagen, was diese deutsche Leitkultur ist“, so Saleh. „Denn es ist sicher nicht mehr deutscher Wein und deutscher Sang, Hermannsschlacht und Loreley“, sagt Saleh und fügt hinzu: „Wann haben Sie zuletzt Goethe gelesen? Oder ein Glas Riesling aus dem Rheingau getrunken?“ […]
Doch Saleh macht auch deutlich, dass aus seiner Sicht noch ein Umdenken stattfinden muss, vor allem in Sachen Integration. „Jeder Bürger, der hier lebt, gehört zu unserem Volk, gehört zu Deutschland“, schreibt er. Egal welche Wurzeln, egal welche Religion. „Das Judentum gehört für mich zur deutschen Leitkultur ¬– keine Frage. Aber dasselbe gilt für den Islam.“
Problematisch werde es, wenn sich die hier lebenden Menschen nicht akzeptiert fühlen. Denn dann würden sie empfänglich für „Hassprediger“ und „Scharfmacher“. „Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat vor allem deswegen so leichtes Spiel, weil viele Deutsche mit türkischen Wurzeln sich hierzulande nicht angenommen fühlen und deswegen noch immer an der Herkunft ihrer Eltern, Großeltern oder teils sogar schon Urgroßeltern kleben.“ Saleh ist sich sicher: Wenn sich türkischstämmige Menschen in Deutschland heimisch fühlen, würden sie nicht vorwiegend über die Vor- und Nachteile des türkischen Präsidialsystems diskutieren, sondern über die Frage, wer der nächste Bundeskanzler wird. […] <<
Den „Anti-Sarrazin“ nannte die taz neulich Herrn Raed Saleh.
http://www.focus.de/politik/deutschland/...id_7370027.html
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Träume, als lebtest du ewig - lebe, als stürbest du heute. James Dean
RE: Der Versöhner – bunte Leitkultur
in Deutschland 22.07.2017 11:55von denker_1 •
| 1.644 Beiträge
Muss es denn eine Leitkultur geben? Jedes Volk hat seine wertvollen Seiten seiner Kultur. Besinnen wir uns doch mal auf das was uns ausmacht. Literatur (Göthe, Schiller), Musik (Bach, Händel, ...) aber auch heutige Unterhaltungsmusik,...
Andere Völker haben da anderes, das aber nicht weniger wertvoll ist.
Deutschland ist NICHT das Maß aller Dinge!
RE: Der Versöhner – bunte Leitkultur
in Deutschland 22.07.2017 13:14von Anthea •
| 13.427 Beiträge
Zitat von denker_1 im Beitrag #3
Muss es denn eine Leitkultur geben? Jedes Volk hat seine wertvollen Seiten seiner Kultur. Besinnen wir uns doch mal auf das was uns ausmacht. Literatur (Göthe, Schiller), Musik (Bach, Händel, ...) aber auch heutige Unterhaltungsmusik,...
Andere Völker haben da anderes, das aber nicht weniger wertvoll ist.
Deutschland ist NICHT das Maß aller Dinge!
Da gehe ich völlig mit dir einig. Eine friedliche Ko-Existenz der Kulturen, wo eine jede von der anderen lernen kann. Es geht mir ansonsten wieder zu sehr in die Forderung nach "Assimilation" anstatt Integration.
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Träume, als lebtest du ewig - lebe, als stürbest du heute. James Dean
In Wikipedia eine schöne Grafik zu einer Reihe Begriffen gefunden. Mal mit Blick auf Integration und Inklusion, worüber reden wir genau?![]()
Um Integration muss man sich auch bemühen, die wird einem nicht entgegengebracht, auch Deutsche aus anderen Landesteilen haben es keineswegs einfach, sich überall integrieren zu können. Es fällt nur wenigen leicht, von allen akzeptiert zu werden, aber Freundlichkeit und eigene Toleranz sowie das Bemühen, sich verständlich machen zu können, sind da hilfreich. Es ist meines Erachtens auch eine Mentalitätsfrage, ob sich jemand wo heimisch fühlen kann, das wird auch manchen nicht gelingen, die bereits voll integriert sind.
„Das Judentum gehört für mich zur deutschen Leitkultur - keine Frage. Aber dasselbe gilt für den Islam.“
Nun ist vieles, was einige zur "deutschen Leitkultur" zählen, anderen Deutschen nicht mal ein Begriff, doch etwas den meisten Europäern so Fremdartiges wie den Islam da mit einbeziehen zu wollen, ist schon sehr verwegen. Dass jeder glauben darf, was er will, muss als Leitkultur gelten, keine Religion. Auch wenn hier das Christentum, wie im gesamten Abendland, ein wesentliches Merkmal unserer Herkunft ist, ist es die Freiheit jedes Einzelnen, an etwas zu glauben oder eben nicht.
Beginne den Tag mit einem Lächeln, denn jeder Tag ist ein Geschenk.
RE: Der Versöhner – bunte Leitkultur
in Deutschland 22.07.2017 15:55von denker_1 •
| 1.644 Beiträge
Zitat von Minou
Um Integration muss man sich auch bemühen, die wird einem nicht entgegengebracht, auch Deutsche aus anderen Landesteilen haben es keineswegs einfach, sich überall integrieren zu können. Es fällt nur wenigen leicht, von allen akzeptiert zu werden, aber Freundlichkeit und eigene Toleranz sowie das Bemühen, sich verständlich machen zu können, sind da hilfreich. Es ist meines Erachtens auch eine Mentalitätsfrage, ob sich jemand wo heimisch fühlen kann, das wird auch manchen nicht gelingen, die bereits voll integriert sind.
Da hängt auch viel vom Verhalten der Alteingesessenen, der Einheimischen ab. Werde ich da freundlich aufgenommen oder eher distanziert. Wollen die mir nur was verkaufen, wenn sie mich kontaktieren oder sind sie wirklich an meiner Person interessiert? Die Einheimischen sollten sich dem fremden zumindest öffnen und ihm die chance gewähren, Kontakt zu finden.
Die B.Z. hat Salehs Gedanken zur Leitkultur so zusammengefasst:
1. Deutschland ist religiöse Vielfalt: Christen gehören genauso dazu wie Juden und der Islam. Die Antwort auf Terror kann nur die Annäherung sein.
2. Das Grundgesetz muss die zentrale Bezugsgröße für die neue deutsche Leitkultur sein, mit besonderem Schutz von Kindern.
3. Unsere Sprache verändert sich wie unser Leben. Durch die migrantischen Einflüsse ist sie „kosmopolitischer und geschmeidiger“ geworden.
4. Zur deutschen Kultur gehört auch der Fußball.
5. Der Sozialstaat ist Teil der deutschen Leitkultur. Deutschland zeigt wahre Stärke, wenn es Minderheiten und sozial Benachteiligten Unterstützung gewährt.
6. Nur ein wirtschaftlich starker Staat kann die Interessen seiner Bürger selbstbewusst und effektiv vertreten.
7. Die Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik hat „viel zerschlagenes Porzellan hinterlassen“. Unser Land ist noch immer zerrissen. Erfahrungen der Ostdeutschen werden nicht ausreichend gewürdigt.
8. Europa gehört zu unserer Identität, Deutschland ist ein zentraler Pfeiler der Europäischen Union. Es darf uns nicht egal sein, welche Politiker wir nach Brüssel schicken.
9. Wir tragen Verantwortung für eines der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Wer andere ausgrenzt, ist nicht bereit, eine Last, wie die Schatten der NS-Diktatur, mitzutragen. Deutschland muss Einwanderer als gleichberechtigte – aber auch verantwortliche Bürger aufnehmen.
10. Patriotismus ist nichts Verwerfliches.
Die B.Z. schreibt:
Salehs Buch "hält schlicht nicht, was es verspricht: Salehs neue deutsche Leitkultur ist weder neu noch deutsch noch leitend. „Die Spielregeln“ lautet das zentrale Kapitel. Es besteht aus einer teils willkürlich anmutenden Themenschau: Ethik, Menschenrechte, Sprache, Kultur, soziale Marktwirtschaft, deutsche Teilung, deutsche Rolle in der Welt, Nationalsozialismus.
Aus jedem Bereich destilliert sich Saleh sein Stückchen Leitkultur, mal geht es um die Goldene Regel (die nicht deutsch, sondern universell ist), mal um das Recht auf Arbeit (was keine Regel ist, sondern eine Forderung), mal um die friedliche Revolution von 1989 (die ein Glücks-, aber ganz sicher kein Regelfall in der deutschen Geschichte ist).
Daneben zählt Saleh Kulturgrößen auf, von Goethe bis Michael Ende, von Lucas Cranach bis Neo Rauch, von Bach bis, Achtung, Hannes Wader und Tom Astor. Man weiß nicht genau, wie freiwillig die Komik ist, die darin steckt. Auch Sätze wie „Mir persönlich ist Gleichberechtigung sehr wichtig“ lassen eher ratlos zurück. Ist das denn eine Frage persönlicher Vorlieben?"
– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/27980522 ©2017
Bei konservativen Kreisen kam Saleh mit seinen Forderungen gegenüber Migranten zunächst positiv an. Bei genauerem Hinschauen wird die Begeisterung für ihn eher abflauen.
Zitat von denker_1 im Beitrag #7Zitat von Minou
Um Integration muss man sich auch bemühen, die wird einem nicht entgegengebracht, auch Deutsche aus anderen Landesteilen haben es keineswegs einfach, sich überall integrieren zu können. Es fällt nur wenigen leicht, von allen akzeptiert zu werden, aber Freundlichkeit und eigene Toleranz sowie das Bemühen, sich verständlich machen zu können, sind da hilfreich. Es ist meines Erachtens auch eine Mentalitätsfrage, ob sich jemand wo heimisch fühlen kann, das wird auch manchen nicht gelingen, die bereits voll integriert sind.
Da hängt auch viel vom Verhalten der Alteingesessenen, der Einheimischen ab. Werde ich da freundlich aufgenommen oder eher distanziert. Wollen die mir nur was verkaufen, wenn sie mich kontaktieren oder sind sie wirklich an meiner Person interessiert? Die Einheimischen sollten sich dem fremden zumindest öffnen und ihm die chance gewähren, Kontakt zu finden.
Das ist richtig. Viele Deutsche mit Migrationshindergrund klagen darueber, dass sie ausgegrenzt werden, als Auslaender betrachtet, obwohl sie in Deutschland geboren wurden. Obgleich sie sich der deutschen Gesellschaft zugehoerig fuehlten, (oder es gerne taeten) immer noch die Rede von "die und wir" ist.
RE: Der Versöhner – bunte Leitkultur
in Deutschland 22.07.2017 16:58von Anthea •
| 13.427 Beiträge
Zitat von antenna im Beitrag #9
Das ist richtig. Viele Deutsche mit Migrationshindergrund klagen darueber, dass sie ausgegrenzt werden, als Auslaender betrachtet, obwohl sie in Deutschland geboren wurden. Obgleich sie sich der deutschen Gesellschaft zugehoerig fuehlten, (oder es gerne taeten) immer noch die Rede von "die und wir" ist.
Nun ja, da kam mich doch direkt das Beispiel der Neubundesländler zu denen der gebrauchten an.

Da war "Assimilierung" gefordert, hat aber vielfach nicht geklappt. Da meinen Diverse von ihnen doch tatsächlich, dass sie DAS Volk seien. Also ganz klare Abgrenzung. ;-))) Ironie natürlich, what else? Oder

"Es ist unmöglich, witzig zu sein ohne ein bisschen Bosheit. Die Bosheit eines guten Willens ist der Widerhaken, der ihn haften lässt". Meinte Richard Brinsley Sheridan.
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