#1

Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 30.06.2017 15:50
von Anthea | 12.282 Beiträge

Oder ganz spezifisch gefragt: Was meint eigentlich „Kultur“? Ich persönlich finde den Begriff oft genau so „beliebig“ verwendet – oder zweckentfremdet, vom eigentlichen Stellenwert her betrachtet – wie z.B. Begriffe wie „Liebe“ oder „Philosophie“.

Geht es um „Bewahrung“? Geht es um „das war schon immer so“, wobei der Begriff „Wert“ „wert sein“ einfach nicht zum Tragen kommt? Das Lexikon spricht bei Kultur von der „Gesamtheit der intellektuellen, künstlerischen und materiellen Leistungen, die eine soziale Gruppe oder eine bestimmte Epoche charakterisiert".

Dann fängt es schon an, schwierig zu werden, wenn von dem neueren Begriff „Leitkultur“ gesprochen wird. Hierzu meint Wikipedia:

<<Leitkultur ist ein Begriff, der von dem Politologen Bassam Tibi in die politikwissenschaftliche Debatte eingeführt wurde, um einen auf europäischen Werten basierenden gesellschaftlichen Konsens zu beschreiben, der als Klammer zwischen Deutschen und Migranten dienen soll. Seit einer Rede des CDU-Abgeordneten Friedrich Merz im Jahr 2000 wird der Begriff in der politischen Diskussion im Zusammenhang mit dem Themenkomplex Zuwanderung und Integration von Einwanderern bzw. als Gegenbegriff zum Multikulturalismus verwendet. <<

Gibt es überhaupt eine „deutsche Kultur“? Es gibt diverse länderspezifische „Gebräuche“ deutscher Art. Was nun soll in einen Sammelbegriff einfließen? Was würde man einem Schüler sagen: Was zählt zu deutscher Kultur?

Mir würden dazu immer nur spontan unsere Dichter und Denker einfallen. Vieles andere, was sich Kultur nennt, rangiert in meinen Augen nur unter dem Begriff „Mode und Zeiterscheinungen“.

--


"Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!"
Albert Einstein
nach oben springen

#2

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 30.06.2017 16:32
von merte | 446 Beiträge

Isses nicht egtl ganz einfach, alles was über die Grundbeduerfnisse, wie Essen, Trinken, Wohnen, Vermehren hinausgeht ist Kultur?
Imho schon, oder!


Ich bin verantwortlich für Das was ich schreibe, nicht für Das, was ihr darunter versteht(verstehen wollt!
nach oben springen

#3

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 19:26
von Luftdrache (gelöscht)
avatar

Zitat von Anthea im Beitrag #1
Geht es um „Bewahrung“? Geht es um „das war schon immer so“, wobei der Begriff „Wert“ „wert sein“ einfach nicht zum Tragen kommt? Das Lexikon spricht bei Kultur von der „Gesamtheit der intellektuellen, künstlerischen und materiellen Leistungen, die eine soziale Gruppe oder eine bestimmte Epoche charakterisiert".


Damit ist zumindest klar, dass Kultur etwas lebendiges ist, manches wird bewahrt, manches wird modernisiert, manches neu geschaffen und manches ist Avantgarde.

Zitat
Dann fängt es schon an, schwierig zu werden, wenn von dem neueren Begriff „Leitkultur“ gesprochen wird. Hierzu meint Wikipedia:<<Leitkultur ist ein Begriff, der von dem Politologen Bassam Tibi in die politikwissenschaftliche Debatte eingeführt wurde, um einen auf europäischen Werten basierenden gesellschaftlichen Konsens zu beschreiben, der als Klammer zwischen Deutschen und Migranten dienen soll.



Der Begriff impliziert die vollständige Assimilation. Assimilation ist aber etwas ganz anderes als die angestrebte Integration, die durchaus einige kulturelle Freiräume lässt. Insofern ist der Begriff der "Leit"kultur in einer pluralistischen demokratischen Gesellschaft schlicht und ergreifend ein sinnfreies Wortungetüm.

Zitat
Gibt es überhaupt eine „deutsche Kultur“?



Keine Ahnung. Weiswürstel sind sicherlich nicht sehr westfälisch oder rheinländisch.



zuletzt bearbeitet 01.07.2017 19:27 | nach oben springen

#4

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 19:36
von Till (gelöscht)
avatar

Zitat von Luftdrache im Beitrag #3
Der Begriff impliziert die vollständige Assimilation. Assimilation ist aber etwas ganz anderes als die angestrebte Integration, die durchaus einige kulturelle Freiräume lässt. Insofern ist der Begriff der "Leit"kultur in einer pluralistischen demokratischen Gesellschaft schlicht und ergreifend ein sinnfreies Wortungetüm.
Bassam Tibis Vorstellung von Leitkultur basiert auf den westlich-liberalen Werten Demokratie, Laizismus, Aufklärung, Menschenrechte und Zivilgesellschaft. Dagegen ist zunächst einmal nichts einzuwenden, denn diese Werte stehen im Wesentlichen auch in unserem Grundgesetz; man muss sie in der "zivilisierten westlichen Welt" allerdings auch leben. Sich als Migrant an diesen Werten zu orientieren heißt nicht, dass er sich assimilieren muss.



zuletzt bearbeitet 01.07.2017 19:38 | nach oben springen

#5

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 19:38
von Luftdrache (gelöscht)
avatar

Warum sagt man dann nicht einfach, dass das Grundgesetz die Grundlage für ein gutes Zusammenleben aller miteinander ist? Das wäre viel verständlicher als der starre Begriff "Leit"kultur.


nach oben springen

#6

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 19:42
von Till (gelöscht)
avatar

Bassam Tibi hatte europäisch gedacht. Ich vertrete schon seit je her die Ansicht, sich integrieren heißt unsere Gesetze respektieren und unsere Sprache lernen; das gilt für Migranten wie für Biodeutsche. Die ständige Sommerloch-Diskussion der Konservativen über die teutsche Leitkultur ist dagegen quasi-intellektuelle Selbstbefriedigung.


nach oben springen

#7

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 19:43
von Luftdrache (gelöscht)
avatar

Zitat von Till im Beitrag #6
Bassam Tibi hatte europäisch gedacht. Ich vertrete schon seit je her die Ansicht, sich integrieren heißt unsere Gesetze respektieren und unsere Sprache lernen; das gilt für Migranten wie für Biodeutsche. Die ständige Sommerloch-Diskussion der Konservativen über die teutsche Leitkultur ist dagegen quasi-intellektuelle Selbstbefriedigung.


Wo liegt der Wert eines Begriffes, den keiner richtig versteht?


nach oben springen

#8

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 19:45
von Till (gelöscht)
avatar

Im Nirgendwo.


nach oben springen

#9

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 19:48
von Luftdrache (gelöscht)
avatar

Zitat von Till im Beitrag #8
Im Nirgendwo.


Das ist jetzt irgendwie eine frustrierende Antwort ...
Ich weis keinen Deut mehr damit.


nach oben springen

#10

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 19:50
von Till (gelöscht)
avatar

Zitat von Luftdrache im Beitrag #7
Wo liegt der Wert eines Begriffes, den keiner richtig versteht?
Hm. Dachte, das war eine rhetorische Frage.


nach oben springen

#11

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 20:21
von Luftdrache (gelöscht)
avatar

War es auch


nach oben springen

#12

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.07.2017 21:05
von antenna (gelöscht)
avatar

Zitat von Till im Beitrag #6
Bassam Tibi hatte europäisch gedacht. Ich vertrete schon seit je her die Ansicht, sich integrieren heißt unsere Gesetze respektieren und unsere Sprache lernen; das gilt für Migranten wie für Biodeutsche. Die ständige Sommerloch-Diskussion der Konservativen über die teutsche Leitkultur ist dagegen quasi-intellektuelle Selbstbefriedigung.


"Als intellektueller Fähnleinführer im identitätspolitischen Diskurs über die deutsche Leitkultur taugt im Grunde niemand so schlecht wie Bassam Tibi....
In den achtziger Jahren ein angesehener Forscher, hat er im Drang nach Geltung und Anerkennung inzwischen offenbar jede Übersicht verloren.
Dass er 20 Bücher in deutscher Sprache veröffentlicht habe, 5 auf Englisch, in 13 Sprachen übersetzt worden sei und dafür auf allen Kontinenten geschätzt werde, ist dem Mann wichtig, der nur vier Stunden pro Nacht schläft und 100 000 Mark pro Jahr allein für seine Flugtickets benötigt. Überall werde er geachtet, nur nicht an der deutschen Universität, nur nicht von seinen Kollegen. Dass er aber gerade auch durch die serielle Produktion haarsträubend fahriger Bücher, durch rastlose Medienpräsenz und pausenlose Kollegenschelte längst die hart erarbeitete wissenschaftliche Reputation verbraucht hat, will Tibi nicht wahrhaben."

http://www.zeit.de/2000/45/200045_bassam_tibi.xml

Dass dieser Mann die "Uebersicht verloren" hat, konnte man bereits im Jahr 1990 feststellen anhand seiner Kommentare zur Irak -Kuwait Krise.



nach oben springen

#13

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 02.07.2017 00:29
von Athineos | 551 Beiträge

Da ich nahezu 25 Jahre als Wochenendheimfahrer in Göttingen tätig war - und ich bin seit Mai schon 10 Jahre im Ruhestand -, hatte ich das Unglück, Herrn Tibi schon sehr früh kennen zu lernen, auch in privatem Kreise. Ich kann voll unterschreiben, was hier veröffentlicht ist. Ich darf noch einen Charakterzug hinzufügen, den ich hier nicht beschrieben, vielleicht umschrieben, sah, nämlich dass er, solange ich ihn kannte, neben der hier erwähnten Selbstmitleidstour einer der größten Selbstdarsteller war, die mir jemals begegneten.


Μολών λαβέ!


zuletzt bearbeitet 02.07.2017 00:30 | nach oben springen

#14

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 02.07.2017 02:33
von Athineos | 551 Beiträge

Da isser ja, der Hilfsnazi und Erfüllungsgehilfe. Haben Sie sich extra meinetwegen enttarnt? Dann erzählen Sie mir doch ein bisschen darüber, woraus die Muslime ihre unauslöschliche Mordgier schöpfen. Oder trauen Sie sich das nur im heimischen Blut und Boden mit Rückendeckung des Supergermanen und des Nordpolarvogels? Ihr seid doch nur in der Gruppe stark.
Ich stelle mit Vergnügen fest, dass Sie in kürzestes Zeit den Gebrauch einer korrekten Anrede erlernten. Ach ja, Sie wollten mir doch noch erläutern, wie ein Abstractum wie Religion ein Gebaren an den Tag legen kann. Ich warte. Ich würde mich an Ihrer Stelle aber beeilen, denn vielleicht sind Sie hier wieder draußen, bevor Sie Heinrich Himmler sagen können, oder Sissi.


Μολών λαβέ!
nach oben springen

#15

RE: Kultur – das, was man daraus macht?

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 02.07.2017 02:35
von Kammerjäger (gelöscht)
avatar

Das Thema wurde editiert, ein überflüssiger Beiträg vom User Martin, der auch unter dem Pseudonym Frosch bzw. Kroethe u.a.m. sein Unwesen treibt, wurde auf die digitale Müllhalde befördert. Das Profil des Users Martin ist für 24 Stunden gesperrt, danach wird entschieden, wie damit weiter umgegangen wird. Ich wünsche dem Frosch noch einen schönen Sonntag.


--
Wie immer, keine Zeit.
nach oben springen



Besucher
0 Mitglieder und 3 Gäste sind Online

Besucherzähler
Heute waren 165 Gäste und 3 Mitglieder, gestern 224 Gäste und 5 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 2247 Themen und 49809 Beiträge.

Heute waren 3 Mitglieder Online: