Zitat von moorhuhn im Beitrag #78
Ist mir piepegal, Findus, überall wurde irgendwas kleingeredet aus verschiedenen Motiven heraus.
Ich bin die Letzte, die in Ostalgie verfällt, weil ich dieses kranke Stasisystem noch heute zutiefst verabscheue. Allerdings verschließe ich deshalb nicht die Augen vor den heuchlerischen bundesrepublikanischen Bekenntnissen zur Aufarbeitung von NS- Vergangenheit.
Die 68er haben für eine ernsthafte Aufarbeitung gesorgt. Die 68er haben Kritik am autoritären Charakter geübt. Sicher zum Unmut, ihrer Eltern- und Großelterngeneration, in der viele lieber über die Vergangenheit geschwiegen hätten. Nicht umsonst folgte Aussöhnung und Ostpolitik mit der sozialliberalen Koalition. Nicht umsonst setzte Richard von Weizsäcker als Bundespräsident mit seiner Rede vom Mai 1985 einen wichtigen Akzente für den Umgang mit der Geschichte. Man darf nicht vergessen, dass die Rede auch eine Reaktion auf den Skandal rund um den Besuch des Bitburg Friedhofs durch Helmut Kohl ist, zu dem er Roland Reagan wenige Tage vorher gedrängt hat.
Und mit all dem, was vor der Wiedervereinigung war, hätte sich der Osten mal beschäftigen müssen, statt scheinbar Geschichte weiter zu ignorieren.
Bei solchen Beiträgen, Moorhuhn, kommt bei vielen Westdeutschen das bittere Gefühl hoch, dass es besser wäre, wenn es noch eine Mauer gäbe. Der Osten hat gefühlt nicht verstanden.