#31

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 14.09.2017 18:45
von Luftdrache (gelöscht)
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Zitat von denker_1 im Beitrag #29
So ist der Kommunismus nicht wirklich zukunftsfähig. Dazu müsste er sich zuerst von seinen Dogmen eigenwilligen Moralvorstellungen befreien und dann alles erlauben was dem wirtschaftlichen Fortschritt dient und den dann zugunsten der an der Basis arbeitenden einsetzen.


Unter Gesichtspunkten der klimaschädlichen Kohleverstromung ist der größte Klimasünder leider immer noch die USA. Unter Trump mehr den je. China hat z.B. das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet.
Die Kategorien der 50er Jahre gelten heute nicht mehr. China ist heute vom Wirtschaftssystem eine Marktwirtschaft.



zuletzt bearbeitet 14.09.2017 18:46 | nach oben springen

#32

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 14.09.2017 19:10
von Till (gelöscht)
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Zitat von denker_1 im Beitrag #29

Zitat von Meridian
Dabei werden v.a. Windräder dermaßen schnell aufgebaut, dass oft bis zu 6 Monate nach Fertigstellung nutzlos dastehen, weil der Netzanschluss noch fehlt.

Und in China sind sie zwar schneller, wenn sie einmal wollen, aber da fehlt offenbar dann auch die Infrastruktur. So ist der Kommunismus nicht wirklich zukunftsfähig.


OT: Hat zwar nichts mit Energie zu tun, aber kennen Sie bei uns die Soda-Brücken? Die heißen so, weil sie einfach so da stehen. Sie wurden gebaut, und auf die Straßen wartet man heute noch.
Nutzlose Bauten gibt's nicht nur im Kommunismus.


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#33

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 14.09.2017 19:43
von denker_1 | 1.609 Beiträge

Ja, die kenne ich. Man will Tatsachen schaffen, in Deutschland bei Protesten gegen Autobahnbau. Weil es ja anschließend sinnlos ist, die Straße nicht zu bauen.


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#34

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 14.09.2017 22:47
von Meridian | 2.884 Beiträge

@denker

Ich meine, bei Strom aus Steinkohle sind die Schadstoffemissionen bei gleichem Wirkungsgrad etwa halb so hoch wie bei Braunkohle. Bei Erdgas sind sie allerdings halb so hoch wie bei Steinkohle.

Nein, die Strominfrastruktur ist gerade im ländlichen China weit weniger entwickelt wie in Deutschland. Aber gerade dort werden Windräder aufgebaut. Jedoch tragen die Windräder dort trotz des enormen Zubaus in diesem riesigen Land nur zu wenigen Prozenten zur Stromversorgung bei. In DE sind es ca. 15%. 15% ist aber ein Jahresdurchschnitt, d.h. in der Regel im Winter mehr, im Sommer weniger. Es gibt Tage, wo die Windkraft zu unter 1% beiträgt, aber auch solche wie der stürmische Mittwoch, der 13.9., mit fast 50%. Diese 50% sind aber auf ganz DE bezogen. Wenn man nur Schleswig-Holstein betrachtet, dürften es sogar weit über 100% gewesen sein.

Ich weiß nicht, ob es in China bereits solche Überkapazitäten-Potentiale gibt. Wenn aber die Windkraft in CN 15% ausmachen wird, dann muss das Stromnetz erst einmal dafür fit sein. In DE plant und baut man ja für ein Stromnetz, das in Zukunft mind. 30% Windkraft und mind. 20% Photovoltaik (aktuell ca. 7%) verkraften kann.

Ob man das Bauchaos in CN auf den Kommunismus zurückführen kann, ich glaube eher nicht, sondern auf die chin. Mentalität. Aber auch in kapitalistischen Ländern wird gerne im Unverstand gebaut. Die Katastrophe von Houston ist auch auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen, nicht nur der Klimawandel, sondern auch eine ungezügelte Bauwut, damit eingehende Flächenversiegelung und damit weniger Möglichkeiten für den Abfluss von großen Wassermengen.


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#35

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 15.09.2017 17:46
von Meridian | 2.884 Beiträge

Bsp. Äthiopien

Dieses Land steht offenbar in den Startlöchern, ein Industrieland ohne fossile Brennstoffe zu werden.

http://www.euractiv.de/section/eu-aussen...le-brennstoffe/

Das ist überhaupt die Chance für Afrika, bei der Elektrifizierung der Infrastruktur nicht den "Umweg" über Kohle- und Atomkraft zu gehen. Besonders die Solarenergie ist dort durch die guten Wetterbedingungen schon ziemlich billig geworden. Äthiopien hat es generell etwas leichter, weil es während der Kolonialzeit unabhängig geblieben ist. Später kam zwar die Besatzung durch das faschistische Italien, aber das war mehr Besatzung als Kolonie.

In englischsprachigen Medien wird bereits gezeigt, dass Äthiopien beim Ausbau der Infrastruktur enorme Fortschritte macht. Als bevölkerungsreichstes Binnenland der Welt ist die Bahnlinie zum Hafen von Dschibuti auf westlichen (bzw. modern-chinesischen) Standard gebracht worden, d.h. elektrifiziert und für Geschwindigkeiten bis 160km/h gebaut. Ein landesweites Bahnnetz ist in Bau oder geplant, und alle Strecken sollen elektrifiziert werden. D.h. von der Bahn wird kein Dieselskandal ausgehen. (Allerdings wird bei steigender Wirtschaft der Straßenverkehr auch zunehmen. Erste Autobahnen sind bereits fertig.)

Möglich, dass Äthiopien der Geschichte wieder gerecht wird und eine regionale Macht in Ostafrika wird. Das wirkt hoffentlich auch stabilisierend auf die Umgebung. Die Nachbarstaaten sind dabei weit instabiler oder existieren nur auf dem Papier: Somalia, Kenia, Südsudan, Sudan, Eritrea und Dschibuti.


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#36

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 15.09.2017 19:02
von Luftdrache (gelöscht)
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Zitat von Meridian im Beitrag #34
Ob man das Bauchaos in CN auf den Kommunismus zurückführen kann, ich glaube eher nicht, sondern auf die chin. Mentalität. Aber auch in kapitalistischen Ländern wird gerne im Unverstand gebaut. Die Katastrophe von Houston ist auch auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen, nicht nur der Klimawandel, sondern auch eine ungezügelte Bauwut, damit eingehende Flächenversiegelung und damit weniger Möglichkeiten für den Abfluss von großen Wassermengen.


Wirtschaftlich gesehen ist China kapitalistisch. In anderen Dingen nicht.
Umweltsünden gibt es leider überall auf der Welt. Und kein Wirtschaftssystem verbraucht mehr Ressourcen als die Marktwirtschaft. Beowulf hat in einem anderen Thema die Frage bereits aufgeworfen, wie sich unsere Marktwirtschaft an Klimawandel und Umwelt anpassen muss. Sein Stichwort war die ökosoziale Marktwirtschaft, die sich auch von der alleinigen Dominanz des Wachstumsdenkens trennen muss.



zuletzt bearbeitet 15.09.2017 19:05 | nach oben springen

#37

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 17.10.2017 13:29
von Meridian | 2.884 Beiträge

Die Kosten für große Solaranlagen in Deutschland sinken immer weiter.

http://www.iwr.de/news.php?id=34598

Es sind in der letzten Ausschreibung unter 5ct/kWh. Die Gestehungskosten* für Braunkohle in DE liegen knapp über 5ct. Damit wird Photovoltaik nicht nur billiger als Braunkohle. Sie wird auch zunehmend eine Konkurrenz für die Windenergie, die onshore bislang als die günstigste Stromerzeugung aus regenerativen Quellen gilt. Noch dazu kommt, dass man Solarstrom leichter speichern kann. Denn tagsüber wird mehr Strom verbraucht als nachts, so dass die Photovoltaik im Groben der Stromnachfrage folgt. Strom aus Windenergie ist dagegen an keine Tageszeit und Nachfrage gebunden.

Ich bin zwar kein Windkraftgegner, aber sollte es eine Energieform geben, die genauso emissionsfrei ist wie die Windenergie, aber nicht teurer, jedoch landschafts-schonender, kann diese gerne die Windenergie ersetzen, besonders solche, die nahe an Siedlungen gebaut sind. Vorrang hat aber zunächst der Ausstieg aus Atomkraft und Braunkohle. Gaskraftwerke sollten jedoch länger erhalten bleiben, vielleicht sogar noch ausgebaut werden, teils durch Neubau, teils durch Umbau von Steinkohlekraftwerken, da Gaskraftwerke flexibel auf die Schwankungen von Wind- und Solarstrom reagieren können. Überschüssige Windkraft sollte dabei immer mehr verwendet werden für die Herstellung von künstlich erzeugtem Erdgas. Das reduziert die Importabhängigkeit.


*Kosten für Abbau der Braunkohle, Bau des Kraftwerkes und sonstige Betriebskosten, dabei eine übliche Lebensdauer von 40 Jahren berücksichtigt. Bei Photovoltaik und Windkraft wird übrigens nur eine Lebensdauer von 20 Jahren angenommen. Dennoch scheinen die Gestehungskosten für Großanlagen niedriger geworden zu sein.


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#38

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 24.10.2017 17:15
von Meridian | 2.884 Beiträge

Der angebliche Vorreiter Deutschland steht immer weiter hinten. Immer mehr Industrieländer beschließen den Kohleausstieg, jetzt auch Italien.

http://www.klimaretter.info/politik/nach...t-kohleausstieg

Und Deutschland schafft es nicht einmal, aus der Braunkohle auszusteigen. Von der Steinkohle ganz zu schweigen. Bei Kanada, England und Frankreich muss man allerdings sagen, dass Atomkraftwerke noch lange laufen werden.


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#39

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 05.11.2017 18:13
von Findus (gelöscht)
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Der UN - Klimagipfel in Bonn. Vertreter aus über 200 Ländern werden ab morgen über Fragen des Klimas beraten. Während den Fidschi-Inseln das Wasser bis zum Hals steht und ein Untergang noch in diesem Jahrhundert droht, haben Deutschland und die USA Zeit.
Trump hält aller Wissenschaft zum Trotz am Märchen fest, dass der Klima einfach so vom Himmel gefallen sei. Lindtner von der FDP stößt ebenfalls in das Horn der Industrie. Deutschland droht seine Klimaziele 2020 nicht zu erfüllen? Für den liberalen Lindtner nur den Hinweis wert, dass die Klimaziele des Pariser Klimaabkommens zu ehrgeizig seien. Ja, ja, die arme Industrie Kohleausstieg? Ein Unwort für den Chef der Liberalen.

Bei so viel "Eifer" bei der Umsetzung der Klimaziele werden von Experten keine wegweisenden Beschlüsse erwartet.
Kommentarloses Kopfschütteln!


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#40

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 06.11.2017 18:26
von Minou | 149 Beiträge

Wer einen Protest dagegen einlegen möchte, kann bei Change.org eine Petition unterschreiben:

https://www.change.org/p/die-parteivorsi...7259816&jb=1068


Beginne den Tag mit einem Lächeln, denn jeder Tag ist ein Geschenk.
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#41

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 06.11.2017 18:49
von Meridian | 2.884 Beiträge

Ich muss menen Beitrag #38 ein wenig revidieren.

Ja, es stimmt, dass die Energiewende in Deutschland schleppend vorankommt und der Kohleausstieg auf sich warten lässt. Rechnet man aber die Diplomatie ein und das weltweite Sich-Einsetzen-für-Klimaschutz, dann ist DE unbestritten der Klimaweltmeister.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur...-a-1176465.html

Natürlich ist dieses Sich-Einsetzen nicht uneigennützig, erwartet man doch Großaufträge von der entsprechenden Industrie.

Dennoch muss die Energiewende hier wieder in Schwung kommen. Noch stört das nicht so sehr, aber irgendwann macht sich DE unglaubwürdig.


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#42

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 06.11.2017 19:05
von Till (gelöscht)
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Am 28. Oktober war die Wettersituation so günstig, dass die Windkraftanlagen in Deutschland zwei Drittel des gesamten Strombedarfs lieferten, was neuen Rekord bedeutete.


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#43

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 06.11.2017 19:18
von Meridian | 2.884 Beiträge

Zitat von Till im Beitrag #42
Am 28. Oktober war die Wettersituation so günstig, dass die Windkraftanlagen in Deutschland zwei Drittel des gesamten Strombedarfs lieferten, was neuen Rekord bedeutete.


Schön und gut. Nicht nur die flexibleren Steinkohle- und Gaskraftwerke wurden heruntergefahren, auch die Braunkohlekraftwerke mussten zeitweise deutlich reduziert werden. Sogar die Leistung der Atomkraftwerke wurde vorübergehend gedrosselt.

Das Jahr 2017 zweigt aber, wie wichtig der v.a. der Ausbau von Speichern vorangehen muss. Es gab auch Tage mit fast keiner Windenergie und Photovoltaik, v.a. im Januar. Mehr Speicher, und bei Sturm kann ein Teil der Energie abgenommen werden, um sie an windarmen und dunklen Tagen anzurufen.


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#44

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 08.12.2017 17:50
von Meridian | 2.884 Beiträge

versteckte Subventionen für Kohle- und Atomkraftwerke höher als EEG-Umlage.

http://www.energieportal24.de/typo3/inde...aef3caa6655654e

In der ach so Trump'schen USA nimmt der Anteil erneuerbare Energien immer weiter zu, während der Beitrag von Kohle, Gas und Atomkraft zurückgeht.

http://bizzenergytoday.com/us_energiemar...us_erneuerbaren

Ich denke, dass das noch Nachwirkungen von Obamas Energiepolitik sind. Andererseits hat Trump trotz Kohleförderung bislang die Steuervergünstigungen für Wind- und Solarenergie nicht angetastet.


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#45

RE: Proteste gegen schädlichen Braunkohleabbau

in Ökonomie 31.12.2017 23:17
von Kali | 61 Beiträge

Die Zukunft der Kernenergie ist wohl Thorium. In Halden/ Norwegen ist man soweit, Thorium fuer konventionelle Akw's.
Man plant 2018 auf den Markt zu kommen.
thorenergy.no

Man muss also nicht neu bauen.



zuletzt bearbeitet 31.12.2017 23:19 | nach oben springen


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