#1

Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 11.01.2018 17:25
von Anthea | 12.469 Beiträge

Des Lehrermangels versucht man dadurch Herr zu werden, indem man Personal einstellt, die zwar ein Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen, jedoch nicht auf Lehramt studiert haben.

Hierzu findet sich ein Artikel in der RP

http://www.rp-online.de/politik/deutschl...g-aid-1.7313841

Es mag nach meiner Sicht durchaus ein Problem mangelnder pädagogischer Bildung geben. Denn nicht nur Wissen zählt, sondern auch wie man es weitergibt. Bei den vielfältigen Anforderungen in Bezug auf die zu „(Be)Lehrenden ist schließlich ein gutes Einfühlungsvermögen vonnöten.

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
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#2

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 11.01.2018 17:44
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Sachsen saniert seinen Haushalt schon lange, indem Quereinsteiger in die Schulen geholt werden. Die belegen ein Vierteljahr einen crashkurs und man bezahlt sie ca. mit der Hälfte eines ausgebildeteten Lehrers.
Eine ehemalige Schülerin, promovierte Germanistin, ist diesen Schritt gegegangen, weil sie keinen Arbeitsplatz findet. Und sie macht ihre Sache gut. Ich würde sie genauso bewerten wie einen Referendar im 1. Jahr. Die Lehramtsstudenten erfahren im Hauptstudium kaum mehr von Methodik als die Seiteneinsteiger in ihrem Kurs, alles weitere ergibt sich sowieso in der täglichen praktischen Umsetzung.


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#3

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 12.01.2018 07:49
von gun0815 (gelöscht)
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Dies alles zeigt doch nur, dass in Sachen Lehrerausbildung schwere Fehler gemacht wurden.
Und die versucht man nun mit Mitteln zu werben, die in Teilen grotesk wirken. Sieht man hier in Sachsen recht gut, denn die Abbrecherquote bei den Quereinsteigern ist hoch.

Es wachsen nun mal die guten Lehrer nicht auf Bäumen. Die brauchen Ausbildung und Vorbereitung auf das, was sie in den Klassen erwartet. Dort sitzen dann Schüler, die ihre Freistunden, die dem Lehrermangel geschuldet sind, genießen und sich daran gewöhnt haben, vor einem Menschen, der diese nun motivieren muß. Was das heißt, weiß ich recht gut, denn ich war Ausbilder in technischen Bereich der BW. Auch da gab es nicht grad Begeisterungsstürme, wenn die Rekruten die Schulbank drücken sollten.

Erfahrungen kommen noch hinzu, die ich über meine Holde aufschnappe, die ist nämlich im Hort tätig und muß die Ausfalllstunden der Schüler bespaßen.

Viel zu spät wurde hier auf einen absehbaren Mangel reagiert. Ist das gleiche mit KITA Plätzen. Man hat den Babyboom verschlafen und nun stehen die Kinder da und müssen die Konsequenzen tragen.

Hätte man weniger Subventionen für unsere arme Industrie vergeben und das Geld in Bildung investiert, dann bräuchten wir heute nicht unbedingt auf Fachkräfte aus dem Ausland hoffen. Denn auch das ist nur ein Eingeständnis, dass man sich keine Gedanken macht, wie es in diesem Land in ein paar Jahren aussieht.

Das alles scheint recht Konzeptlos und zeigt wie unsere Regierung den Bildungssektor vernachlässigt.

Bildung ist Investition des Staates in die Zukunft. Das mit exorbitanten Renditen! Denn gebildete Menschen leben stabiler, werden weniger Straffällig, zahlen Steuern und Sozialabgaben und liefern ein Lebenlang einen guten Gegenwert.

.....hab das jetzt stark in den monetären Bereich geschoben, weil es sonst neolib-Hirne nicht verstehen würden.

Als unsere Banken den Hals nicht voll genug bekamen, da war Geld da. Wenn aber unsere Kids verblöden, schachert man um jeden Euro. Prioritäten verstanden?


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#4

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 12.01.2018 17:30
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Die Ausbildung von Lehrern ist gar nicht so schlecht (zumindest hier in Sachsen), aber die Personalpolitik stinkt zum Himmel!
Schaut man sich die Entwicklung der letzten 10 Jahre an, kann man sehr gut die Konzeptionslosigkeit im Bildungssektor verfolgen.
In Zeiten geburtenschwacher Jahre wurden Schulen geschlossen, die Lehrer in die Zwangsteilzeit verbracht und Absolventen nicht eingestellt, die man für teuer Geld ausgebildet hat. Jeder meiner Referendare und Praktikanten, die ich in dieser Zeit betreut habe, sind in die alten Bundesländer abgewandert.
Nun ja, heute kommt eben zum Anstieg der Schülerzahl noch dazu, dass die Lehrergeneration von vor 10 Jahren allmählich ins Rentenalter kommt und der Nachwuchs fehlt. Nicht, weil er nicht existiert, sondern in anderen Gefilden längst Fuß gefasst hat.
Und ja, gun0815, der monetäre Bereich ist die Wurzel allen Übels. Man könnte sich Bildungsministerien eigentlich sparen, weil eh der Finanzminister sagt, wo es langgeht.


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#5

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 13.01.2018 07:17
von gun0815 (gelöscht)
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Zitat von moorhuhn im Beitrag #4
Die Ausbildung von Lehrern ist gar nicht so schlecht (zumindest hier in Sachsen), aber die Personalpolitik stinkt zum Himmel!
Schaut man sich die Entwicklung der letzten 10 Jahre an, kann man sehr gut die Konzeptionslosigkeit im Bildungssektor verfolgen.
In Zeiten geburtenschwacher Jahre wurden Schulen geschlossen, die Lehrer in die Zwangsteilzeit verbracht und Absolventen nicht eingestellt, die man für teuer Geld ausgebildet hat. Jeder meiner Referendare und Praktikanten, die ich in dieser Zeit betreut habe, sind in die alten Bundesländer abgewandert.
Nun ja, heute kommt eben zum Anstieg der Schülerzahl noch dazu, dass die Lehrergeneration von vor 10 Jahren allmählich ins Rentenalter kommt und der Nachwuchs fehlt. Nicht, weil er nicht existiert, sondern in anderen Gefilden längst Fuß gefasst hat.
Und ja, gun0815, der monetäre Bereich ist die Wurzel allen Übels. Man könnte sich Bildungsministerien eigentlich sparen, weil eh der Finanzminister sagt, wo es langgeht.


Das mit den 10 Jahren kommt hin. Ich bin jetzt seit ca 13 Jahren hier in Leipzig und wenn ich mal so einen Schnitt durch die Erfahrungen meiner Holden mache, dann kann ich das gut unterschreiben.

Man hätte auch die Zeit der "kleinen Klassen" nutzen können, endlich den Betreuerschlüssel zu ändern. Aber da hatten bestimmt irgendwelche Ökonomen das Sagen und haben Hochrechnungen angestellt, wieviel das pro Schülerkopf kostet.
Dabei sind kleine Lerngruppen effizient und weniger anstrengend für die Lehrkraft oder die Betreuer.

Aber immer und fast in jedem Beschluß war im Subtext "Das ist aber teuer" zu lesen. Hinzu kam noch, dass die privaten Träger bis vor kurzem unter dem Tarif für Angestellte der Stadt bleiben mußten. Dadurch hatten die schon immer Probs Nachwuchs zu finden. Ganz doof war das, als die Holde von der Stadt zur DPFA wechselte. Vorher 30h Woche und dann 38h beim Privaten und das gleiche Geld.
Die Arbeit war sogar verantwortungsvoller, denn beim Privaten sind auf Grund des Lehrermangels mehr Stunden ausgefallen, als es bei der Stadt der Fall war. Folge: Bis zu 30 Kinder mußten bespaßt werden.......pro Erzieher (obwohl ich lieber Betreuer schreibe)

Aber das ist ja nur das kleine Universum der kleinen Probleme unseres Bildungssystems. Schaut man sich dies mal genauer an, dann kann man fast nur verzweifeln. Das ganze Ding bedarf einer kompletten Neuorientierung. Der Zeit angepasst und den Anforderungen genügend. Denn genau das ist es nicht. Und dieser Quark, dass Bildung Ländersache ist, sollte auch auf den Tisch der Erneuerer.
Denn wenn man die Privatschulen und kirchlichen Träger hinzu nimmt, haben wir gefühlt 25 Standards und das kann es doch nicht sein.

Weißt du, wer nicht in der Lage ist, seinen Nachwuchs auf das vor ihm liegende Leben vorzubereiten, ihm notwendiges Wissen dicht am Puls der Zeit vermitteln kann, sozialen Umgang nahe bringen und dabei noch vernünftig verpflegen kann, der sollte sich wirklich mal grundsätzlich mit der Problematik befassen. Ständiges aufkleben von Pflastern hat das Gebilde Bildung in D völlig unkenntlich werden lassen.

All das hat letztlich zu dem geführt, was heute mit Mitteln der Unmöglichkeit in ein oder zwei Jahren korrigiert werden soll.
Dass dies zum Scheitern verurteilt ist, kann ich dir heute schon sagen. Denn letztlich wird man auch mit solch Maßnahmen der Quereinsteiger nur die Fehler beseitigen (Pflaster), die eigentlich ein aktueller Normalstand sind. Es beseitigt nicht die Defizite, die schon heute bei voller Besatzung aktuell sind. ...denn die volle Besatzung soll ja mit der Einstellung erstmal errreicht werden, da wurde noch kein Wort oder Plan geäußert, wie man sich diesem Problem dann stellen will.

mfg


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zuletzt bearbeitet 13.01.2018 07:19 | nach oben springen

#6

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 13.01.2018 10:23
von Anthea | 12.469 Beiträge

Akuter Lehrermangel, nicht zu leugnen. Epochtimes schreibt:

"Dennoch ist die Zahl der unbesetzten Lehrerstellen in Deutschland weiterhin hoch. Wie die Befragung auch ergeben hat, sind im ersten Schulhalbjahr 2017/2018 mindestens 2.000 Lehrerstellen unbesetzt geblieben. Nach Angaben der Lehrer ist der Personalmangel an Schulen aber weitaus größer.
„Wenn man zum Beispiel noch dazurechnet, was an Unterricht ausfällt und dass an zahlreichen Schulen auch fachfremd unterrichtet wird, gehen wir insgesamt von einem Mangel von 20.000 Lehrern aus“, sagte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.
Durch den Einsatz von Seiteneinsteigern fürchtet er einen Qualitätsverlust in der Lehre. „Viele Seiteneinsteiger fangen häufig direkt mit der Arbeit an und werden nicht ausreichend pädagogisch geschult.“ Die Länder betonten hingegen, dass jeder Quer- und Seiteneinsteiger gut ausgebildet werde. (dts)"

Ich habe mir die entsprechenden Schulungspunkte einmal angesehen und glaube schon, dass da akribisch gelehrt wird. Siehe dazu auch „Pädagogische Einführung“. Im Grunde alles unter dem Gesichtspunkt: Was man wissen sollte! Das wirkliche "feeling" kann man mMn nicht wirklich lernen, sondern sich nur nach "Lehrbuch" verhalten.

Wie schrieb Altvater Goethe?

"Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet's nicht erjagen,
Wenn es nicht aus der Seele dringt
Und mit urkräftigem Behagen
Die Herzen aller Hörer zwingt."

So ist alles "Eingepaukte" mehr oder weniger „graue Theorie“. Es gilt eigentlich immer noch „learning by doing.“ Und da wird ein jeder Neuling eigentlich immer ins kalte Wasser geschmissen. Rüstzeug von Wissen und „Verhaltensregeln“ sind da zwar ein gewisser wärmender Schutz und die Hoffnung, in den Beamtenstatus übernommen zu werden.

Was mich interessieren würde: Haben (wenn ja, wie viele) Nachwuchslehrer aus der Quereinsteigerfront nach kurzer Lehrtätigkeit das Handtuch geschmissen?
Denn es ist sicherlich heutzutage kein Zuckerschlecken für eine Lehrperson, sich diversen Kindern und Jugendlichen gegenüber zu sehen, die z.B. mit „Respekt“ nichts am Hut haben.

Ich vermute, „Lehrer_in“ zu sein ist kein Traumberufswunsch mehr?

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
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#7

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 15.01.2018 06:34
von gun0815 (gelöscht)
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Zu den Zahlen aus Sachsen hab ich hier was. Is aber auch ein guter Artikel zur Allgemeinsituation.

News4Teachers


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#8

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 15.01.2018 08:23
von Anthea | 12.469 Beiträge

Zitat von gun0815 im Beitrag #7
Zu den Zahlen aus Sachsen hab ich hier was. Is aber auch ein guter Artikel zur Allgemeinsituation.

News4Teachers


Das ist allerdings ein interessanter und aufklärender Artikel. Und ich denke, dass dies nicht nur eine Situation in Sachsen widerspiegelt. Und die Fluktuation von Neu-Lehrern - ich glaube, es ist von 15% nach kurzer Zeit die Rede - wird beschrieben mit "sind gegangen oder mussten gehen". Was dann beide Vermutungen von "Überforderung" bestätigt. Eine mangelnder Vorbereitung/Wissensvermittlung, um für die schwierige Aufgabe mit Kindern und Jugendlichen umgehen zu können und andererseits jene eines gewissen mangelnden "dicken Fells", was, wie ich glaube, unerlässlich ist, wenn man sich dieser Aufgabe stellt.

---


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#9

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 15.01.2018 11:01
von gun0815 (gelöscht)
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Nach einem Jahr soll es sogar noch schlimmer aussehen. Ja, die Zahlen spiegeln nur die wider, die nach den Lehrgängen in eine Klasse kommen und kurz darauf die Segel streichen. In einem Radio Beitrag bei MDR Aktuell hörte ich, dass diese Zahlen noch höher sind. Ich kann ihn leider nicht mehr finden.

Wenn ich ehrlich bin, hab ich mich dafür auch interessiert, nur hab ich leider nicht die formalen Voraussetzungen, um mich überhaupt beweben zu können.

Das aber nur nebenbei.
Am Problem selbst, scheint man aber nichts ändern zu wollen. Das Pflaster "Seiteneinsteiger" wird auch nicht lange halten und beim abreißen wird der Schmerz bleiben. Bei Bildung sollte Qualität immer vor der Quantität stehen. Aber ich ahne es, vom Bildungsetat, der natürlich auch Forschung umfaßt, wird wieder und wie immer die Forschung den Löwenanteil fressen. Was die Verkünder natürlich nie sagen, die erwähnen immer nur den BILDUNGsetat und verschweigen weiterhin, dass es ein Forschungsetat ist.

WIR BRAUCHEN EINE BILDUNGSREFORM, DIE DIESEN NAMEN AUCH VERDIENT!!!!

Oder wir experimentieren weiter auf Kosten der Bildung unserer Kinder.

mfg


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!
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#10

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 02.02.2018 21:07
von woipe (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #6

Was mich interessieren würde: Haben (wenn ja, wie viele) Nachwuchslehrer aus der Quereinsteigerfront nach kurzer Lehrtätigkeit das Handtuch geschmissen?
Denn es ist sicherlich heutzutage kein Zuckerschlecken für eine Lehrperson, sich diversen Kindern und Jugendlichen gegenüber zu sehen, die z.B. mit „Respekt“ nichts am Hut haben.

Ich vermute, „Lehrer_in“ zu sein ist kein Traumberufswunsch mehr?


du vermutest richtig, dass lehrer_in kein traumberufswunsch mehr ist.
geh mal in eine haupt-/mittelschule in einem sozialen brennpunkt.
dann wirst du wissen warum. du wirst auch wissen, was die lehrer_innen dort zu leisten haben...


"nichts habe ich mir fester zum grundsatz gemacht, als meine lebensführung nicht nach euren vorurteilen zu gestalten." seneca
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#11

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 02.02.2018 21:59
von Anthea | 12.469 Beiträge

Zitat von woipe im Beitrag #10
Zitat von Anthea im Beitrag #6

Was mich interessieren würde: Haben (wenn ja, wie viele) Nachwuchslehrer aus der Quereinsteigerfront nach kurzer Lehrtätigkeit das Handtuch geschmissen?
Denn es ist sicherlich heutzutage kein Zuckerschlecken für eine Lehrperson, sich diversen Kindern und Jugendlichen gegenüber zu sehen, die z.B. mit „Respekt“ nichts am Hut haben.

Ich vermute, „Lehrer_in“ zu sein ist kein Traumberufswunsch mehr?


du vermutest richtig, dass lehrer_in kein traumberufswunsch mehr ist.
geh mal in eine haupt-/mittelschule in einem sozialen brennpunkt.
dann wirst du wissen warum. du wirst auch wissen, was die lehrer_innen dort zu leisten haben...


Ich denke mal, das kommt, überspitzt gesagt, einem "Überlebenstraining" gleich.
Und das wird dazu noch viel zu schlecht bezahlt - ohne Gefahrenzulage.

---


Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)
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#12

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 04.02.2018 18:10
von Findus (gelöscht)
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Den Ärger in einer Brennpunktschule fängt letztlich der Schulsozialarbeiter ab. Und der ist schlechter bezahlt als die Lehrkraft.


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#13

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 05.02.2018 22:08
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Nun ja, Findus, ob Brennpunktschule oder ganz "normale" Schule, überall finden sich sozialpsyologische Problemfelder. Im Durchschnitt sind es 500 Schüler, die ein einzelner Schulsozialarbeiter mitnichten "abfangen" kann. Er steht ungefähr in der Mitte der Aktionshierarchie, vorher rödeln der Klassenlehrer im Austausch mit Eltern (oft leider auch nicht) Beratungslehrer und Fachlehrern.


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#14

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 05.02.2018 22:19
von Findus (gelöscht)
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Das ist mir noch zu undifferenziert.
- Die Unterstützungsbedarfe der Schüler sind doch sehr unterschiedlich und nicht jeder Schüler hat automatisch einen Beratungsbedarf. Es wird eine Anzahl Schüler geben, die also nie beim Beratungslehrer oder Schulsozialarbeiter auftauchen wird. Man sieht sich sozusagen nur in der Berufsorientierung.
- Es ist gut, dass Lehrer sich inzwischen durchaus auch über den Tellerrand des Unterrichts hinaus mit den Problemen ihrer Schüler auseinandersetzen. Dennoch sind Lehrer weder Therapeuten noch Sozialpädagogen. Alles was über eine gewisse Intensität hinausgeht, wird also zwingend mindestens der Schulsozialarbeiter auffangen müssen.
- Du wirst es nicht gerne lesen, in manchen Fällen ist aber sogar die Schule selbst Grund des Problems.

Das Versöhnliche ist aber, dass im Endeffekt alle Beteiligten für eine optimale Unterstützung doch wieder zusammen arbeiten und zusammenarbeiten müssen


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#15

RE: Seiteneinsteiger – Weniger Qualität?

in Schule und Bildung 05.02.2018 22:59
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Ach weißt du Findus, ich habe kein Problem damit, dass auch die Schule selbst Auslöser für psychische und soziale Probleme ist. Im Grunde ist sie der Anfang allen Übels auf dem Weg in eine Leistungsgesellschaft. Schule ist der Bumann schlechthin, verlangt sie doch schon in frühen Jahren, dass Kinder lernen sollen, sich benehmen und den Blick auf den Broterwerb richten müssen. Meistens haben Kids zwischen 7 und 17 alles andere als das im Sinn, der einer mehr, der andere weniger. Der mit "weniger" landet beim Schulsozialarbeiter und nach der Schule jammert dann die Wirtschaft, dass die Azubis nicht rechnen, lesen und schreiben können. Böse Schule! In der Uni beklagen die Studenten, dass sie nicht wissen, wie man einen Mietvertrag abschließt, müssen sie auch nicht, weil mit Studenten eh kein Vermieter verhandelt. Aber trotzdem ist erst mal die Schule schuld. Man könnte das beliebig fortführen und weißt du was, nach fast 30 Jahren Lehrerdasein hab ich eine Lösung des Problems nicht gefunden. Es gibt solche und solche Schüler, die einen kriegen sich nach der Pubertät wieder ein, andere versuchen es auf dem zweiten Bildungsweg nochmal und wieder andere gucken "Bauer sucht Frau".


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