#1

Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.10.2017 11:19
von Anthea | 12.377 Beiträge

„Ordnung muss auch in der Demokratie herrschen“ sagte vormals mein Geschichtslehrer. Und auch wenn, wie man sagt, Genies das Chaos beherrschen, so darf man nicht auf das Gros der Genialen vertrauen. Ironie off

Somit muss der Bürger sich diversen Regularien unterziehen. Sprich: Seinen ihm staatlicher-/behördlicherseits auferlegten Verpflichtungen nachkommen. Das Neugeborene muss angemeldet werden, der Verstorbene „abgemeldet“, jeder Bundesbürger muss einen Ausweis beantragen und mit sich führen, Kinder müssen ab einem bestimmten Lebensjahr eine Schule besuchen (Ausweispflicht, Meldepflicht, Schulpflicht etc.). Alle diese Dinge sind bindend und Verstöße dagegen werden bestraft.
Eines nur habe ich noch nie begriffen und es kam immer besonders wieder in Erinnerung, wenn nach Wahlen die Parteien sich rühmten und brüsteten, dass doch X Prozent der Wähler ihnen die Stimme gegeben hätten. Und ganz klar hier DER Bürger entschieden hätte. Nur ist dies natürlich eine Milchmädchenrechnung. Denn die Nichtwähler werden außen vor gelassen. Also die „schweigende Mehrheit“, die vielleicht das Zünglein an der Waage hätte sein können und die Waagschale anders ausrichten können.

Und diese Nichtwähler sind vielfach genau die größten „Kritiker“ und „Motzer“ an der Politik der Gewählten. „Ich habe die ja nicht gewählt“. „Warum nicht?“ „Ich habe überhaupt nicht gewählt, nutzt ja doch nichts. Auf mich hört doch niemand…“ So ist eine oftmals gehörte Erklärung resp. Entschuldigung der Nichtwähler, die sich im Grunde genommen recht feige aus der gemeinschaftlichen Verantwortung der Bürger eines demokratischen Landes gestohlen haben.

Deshalb würde mich mal interessieren, um ein klare(re)s Bild von „Volkes Willen“ zu erhalten, wäre es nicht sinnvoll, eine Verpflichtung zur Wahl einzuführen? Dies kann u.U. nur für die Bundestagswahl gelten. Natürlich wird es dabei auch ungültige Stimmzettel geben, die jedoch dann aus der feststehenden Zahl der Wahlberechtigten heraus gerechnet werden könnten!


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#2

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.10.2017 11:43
von Luftdrache (gelöscht)
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Die Frage nach der Wahlpflicht ist nicht uninteressant. Derzeit hätte eine GroKo eine knappe rechnerische Mehrheit. Würden die Nicht-Wähler mit berücksichtigt, würden sowohl Jamaika als auch die GroKo nicht einmal die Hälfte der wahlberechtigten Bürger repräsentieren.
Zugleich bin ich wenn es um Repräsentation geht auch bei einer weiteren Absenkung des Wahlalters. Bei den meisten Kommunalwahlen ist Wählen mit 16 bereits gute Tradition. Warum nicht also auch Wahlalter 16 bei Bundestags- und Landtagswahlen?
Eine Wahlpflicht würde ich hingegen nicht sehen. Zur Wahl gehört eben auch die Freiheit, sich zu enthalten und keinem die Stimme zu geben. Daran würde auch eine Wahlpflicht nichts ändern können.


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#3

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.10.2017 11:54
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #2
Die Frage nach der Wahlpflicht ist nicht uninteressant. Derzeit hätte eine GroKo eine knappe rechnerische Mehrheit. Würden die Nicht-Wähler mit berücksichtigt, würden sowohl Jamaika als auch die GroKo nicht einmal die Hälfte der wahlberechtigten Bürger repräsentieren.
Zugleich bin ich wenn es um Repräsentation geht auch bei einer weiteren Absenkung des Wahlalters. Bei den meisten Kommunalwahlen ist Wählen mit 16 bereits gute Tradition. Warum nicht also auch Wahlalter 16 bei Bundestags- und Landtagswahlen?
Eine Wahlpflicht würde ich hingegen nicht sehen. Zur Wahl gehört eben auch die Freiheit, sich zu enthalten und keinem die Stimme zu geben. Daran würde auch eine Wahlpflicht nichts ändern können.


Das sehe ich anders. Der Bürger hat ja auch keine Wahl, sich zu enthalten, wenn es darum geht, durch die Beantragung eines Personalausweises ein Bürger von Deutschland zu werden. Somit kann er/sie auch nicht argumentieren, sich das überlegen zu wollen, ob er denn diesem Staate angehören will, wozu er denn "kraft Geburtsort" verpflichtet werden soll.

Diejenigen, die sich bei einer Wahlpflicht enthalten wollen, können das ja durch Ungültigmachung ihrer Stimmzettel tun. Diese werden, wie ich schrieb, dann rausgerechnet. Aber die vielen Nichtwähler, die durchaus eine Meinung haben, wo jedoch Faulheit. Phlegma oder Resignation sie nicht zur Wahlurne schreiten lässt, die könnten mit berücksichtigt werden, um dadurch ein realistischeres Bild von Wählergunst oder Ungunst zu erhalten.
Herabsetzung des Wahlalters auf 16 halte ich für nicht sinnvoll.


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#4

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.10.2017 11:55
von Luftdrache (gelöscht)
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Und was würdest du damit verändern, Anthea, außer dass aus einem Bürgerrecht plötzlich eine zusätzliche Pflicht wird?


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#5

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.10.2017 13:03
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #4
Und was würdest du damit verändern, Anthea, außer dass aus einem Bürgerrecht plötzlich eine zusätzliche Pflicht wird?


Ich würde dadurch verändern, dass eine realistische Willenskundgebung der Bürger möglich wäre.
Bezogen auf die letzte BT wären bei mehr als 25% von Nichtwählern diese gewissermaßen eine eigene Partei und zweitstärkste Kraft im Bundestag.
Und eine "Pflicht", die alle 4 Jahre mal zum Tragen kommt, dürfte keine großartige Belastung bedeuten, sich da einmal zu positionieren. Ich würde das gegenüber den Menschen, die zur Wahl gehen und die dies heute schon als eine "Bürgerpflicht" ansehen, weil es um die Zukunft des Landes geht, für fair betrachten.


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zuletzt bearbeitet 01.10.2017 13:04 | nach oben springen

#6

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.10.2017 13:20
von Meridian | 2.857 Beiträge

@Anthea

Freiheit ist stets mit mehr Pflichten verbunden. Kein Wunder, dass es immer wieder Anhänger gibt vom umsorgenden Staat, wie z.B. die DDR es war. Die Freiheiten waren eingeschränkt, die Pflichten auch. Doch wehe, wenn einem diese Umsorgungen nicht gefallen. Ein Thema, das schon philosophisch ist. Wieviel Freiheit hält der Mensch aus? Man sieht es z.B. in den USA (generell in der westlichen Welt), was Freiheit bedeutet: Man kann damit den größten Scheiß anstellen. Andererseits bietet diese Freiheit natürlich auch eine maximale, auch geistige Entfaltung an. Doch wie viele nutzen dieses Potential?

Zur Wahlpflicht: Sollte sie für jeden ohne Ausnahme gelten? Wie ist es mit geistig behinderten? Oder alten Menschen mit fortgeschrittener Demenz? Oder Häftlingen? Letztere sind in der Tat vom Wahlrecht ausgeschlossen, besonders Mörder. Oder z.B. Rechtsextreme, die wegen Volksverhetzung vom Wahlrecht für einige Jahre ausgeschlossen sind?

Und was soll mit solchen geschehen, die ihrer Wahlpflicht nicht nachkommen? Eine Legislaturperiode lang Entzug der Grundrechte wie Meinungsfreiheit, passives und aktives Wahlrecht? Geldstrafe (bei Hartz4-Empfängern die üblichen 3 Monate Kürzung)? Oder gar Haft? Oder: Passentzug, Ausbürgerung, Verbannung? Zwangskurse zum Thema "demokratische Pflichten"?
Am ehesten kann ich mir noch vorstellen: Wer nicht wählt, darf für 5 Jahre nicht wählbar sein, also sich nicht für eine Wahl für ein politisches Amt (Bürgermeister, Gemeinderat, Landtag, Bundestag, Parteichef...) zur Verfügung stellen sowie 5 Jahre lang kein Mitglied einer politischen Partei sein. Zur Wahl von einem nicht politischen Verein darf er sich weiterhin stellen. Allerdings sehe ich die Tendenz, dass sich viele "nicht"-politische Vereine gründen, die im Geheimen doch politisch sind.

Fazit: Die Wahlpflicht wird höchstens zu einem Katz-und-Mausspiel. Viele werden sich bevormundet fühlen. Andere erinnern sich an die DDR, wo es ja tatsächlich eine Wahlpflicht gab. Es gab manchmal auch Verhaftungen, wenn jemand nicht wählen ging. In diesem Konflikt waren ausgerechnet die Zeugen Jehovas, weil sie sich laut ihrer Satzung ja jeglicher politischer Beteiligung entsagen, d.h. auch nicht zu Wahlen gehen. Gerade in der DDR war das krass: Mitglieder einer diktatorisch geführten religiösen Sekte wurden von einem ebenso diktatorischen Staat bedrängt.

Du sagtest, man könne ja ungültig wählen. Ich glaube, so manche werden aus Trotz, wenn Pflicht herrschen würde, nach dem Motto "Jetzt erst recht nicht" der Wahl fern bleiben - oder aber aus Protest eine extreme Partei wählen. Ich kann mir denken, dass eine Wahlpflicht der AfD zugute kommen wird.


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#7

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 01.10.2017 16:01
von Anthea | 12.377 Beiträge

Du hast mich nachdenklich gemacht, Meridian. Grübel

Okay, das ist nicht logistisch durchdacht, sprich: ausgefeilt. Und auch hier würde es dann mEn Ausnahmen von der Regel geben, wie z.B. geistig Behinderte oder auch diejenigen, die sich durch ihre Verbrechen außerhalb der Gesellschaft gestellt haben. Aber grundsätzlich wäre es mMn immer noch überlegenswert.

Was übrigens die Sache mit der Wahl für 16-Jährige anbelangt, so las ich Erschreckendes: Vier von zehn Jugendlichen können mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen. Wie also sollte man solchem eine Wahl erlauben, wenn sie gar nicht wissen, was mit der Wahl von Parteien bestimmter Ideologien sie da wieder herbeirufen...

Wenn es also - wie es aussieht - bei Wahlfreiheit bleibt - dann sollte man jedoch überlegen, WIE man mehr Bürger an die Wahlurnen bekommt. Wie kann da "Bewusstseinsbildung" betreiben funktionieren, dass nicht Leute stark werden, die aufgrund ihrer Ideologie in einem guten Deutschland nichts zu suchen haben...
Schwieriges Unterfangen.


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#8

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 02.10.2017 19:04
von Luftdrache (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #7

Was übrigens die Sache mit der Wahl für 16-Jährige anbelangt, so las ich Erschreckendes: Vier von zehn Jugendlichen können mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen. Wie also sollte man solchem eine Wahl erlauben, wenn sie gar nicht wissen, was mit der Wahl von Parteien bestimmter Ideologien sie da wieder herbeirufen...


Ich weis nicht, was du gelesen hast. Dafür habe ich tatsächlich einen Blick in den 15. Kinder- und Jugendbericht geworfen.
Das Bild der heutigen Jugend ist sehr positiv. Die heutige Jugend weist eine sehr hohe Demokratieorientierung auf. Die U18 - Wahlen haben das Bild des 15. Kinder- und Jugendberichts einer sehr demokratischen Jugend umso mehr bestätigt. Daher verstehe ich deine Sorge eigentlich nicht.

Wohl ist festzustellen, dass die Parteien weniger der ort sind, wo sich Jugend engagiert. Jugend engagiert sich im Sozialen oder im Tierschutz, also irgendwo ja auch im Ehrenamt. Daher zur Diskussion die Gegenthese: Vielleicht repräsentieren die Parteien ja auch nicht ausreichend die Jugend?



zuletzt bearbeitet 02.10.2017 19:05 | nach oben springen

#9

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 02.10.2017 21:57
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #8
Zitat von Anthea im Beitrag #7

Was übrigens die Sache mit der Wahl für 16-Jährige anbelangt, so las ich Erschreckendes: Vier von zehn Jugendlichen können mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen. Wie also sollte man solchem eine Wahl erlauben, wenn sie gar nicht wissen, was mit der Wahl von Parteien bestimmter Ideologien sie da wieder herbeirufen...


Ich weis nicht, was du gelesen hast. Dafür habe ich tatsächlich einen Blick in den 15. Kinder- und Jugendbericht geworfen.
Das Bild der heutigen Jugend ist sehr positiv. Die heutige Jugend weist eine sehr hohe Demokratieorientierung auf. Die U18 - Wahlen haben das Bild des 15. Kinder- und Jugendberichts einer sehr demokratischen Jugend umso mehr bestätigt. Daher verstehe ich deine Sorge eigentlich nicht.

Wohl ist festzustellen, dass die Parteien weniger der ort sind, wo sich Jugend engagiert. Jugend engagiert sich im Sozialen oder im Tierschutz, also irgendwo ja auch im Ehrenamt. Daher zur Diskussion die Gegenthese: Vielleicht repräsentieren die Parteien ja auch nicht ausreichend die Jugend?


Hallo Luftdrache, da muss ich mal wieder sagen: Es gibt solche und solche.
Und wenn du oder ich dank des Umfeldes die "guten solchen" kennen, dann gibt es natürlich auch die anderen. Und ich denke mal, leider nicht zu knapp.

So las ich in der Zeit: "Beinahe sechs Prozent der Jugendlichen verlassen in Deutschland die Schule ohne Abschluss. Das ist in etwa jeder Siebzehnte." http://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2...bbrecher-schule

Und das von mir Angesprochene, dass nämlich junge Menschen mit dem Begriff "Auschwitz" nichts anfangen können, liest sich hier:

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/sch...-a-1170423.html

Das jedenfalls sind für mich Gründe, nicht für ein herabgesetztes Wahlalter zu plädieren.


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Rainer Maria Rilke


zuletzt bearbeitet 02.10.2017 21:58 | nach oben springen

#10

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 03.10.2017 16:40
von Luftdrache (gelöscht)
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Danke für die beiden Links, Anthea. So ganz verstanden habe ich deine Meinung zwar immer noch nicht, da ich auch die verlinkten Artikel scheinbar anders lese als du. Aber das macht nichts, ich gebe mir Mühe und es geht schließlich ums Verständnis, nicht ums einig werden.

Beide Artikel beschreiben mehr oder weniger das Versagen des Schulsystems. Zu viele Schulabbrecher und zu wenig Geschichtsunterricht. Das ist jedoch kein Problem der Jugend, sondern das ein Problem erwachsener Entscheidungsträger, die keine ordentlichen Rahmenbedingungen für Schulen schaffen. Unterrichtsausfall etc. hat schließlich etwas mit Lehrermangel zu tun.
Warum man die Fehlentscheidungen von Erwachsenen jedoch auf das Wahlrecht ab 16 projeziert, dass ist mir ein absolutes Rätsel....

Auf U18-Wahl bist du leider nicht eingegangen. Aber gut.

Ich glaube eher, dass in einer demographischen Entwicklung hin zum Alter, die Jugend und junge Erwachsene von den Parteien vernachlässigt werden. Umso anregender war es heute von einem neuen Netzwerk in der SPD zu lesen, dass die Erneuerung der Partei vorantreiben will. Hierzu gehört auch die Jugendquote von 25%. D.h. 25% aller Mandate der SPD soll an Menschen unter 35 Jahre gehen! Wenn wir Veränderung und Aufbruch wollen, dann kommt der doch wohl von den jungen Menschen!



zuletzt bearbeitet 03.10.2017 16:45 | nach oben springen

#11

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 03.10.2017 17:30
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #10
[…] Auf U18-Wahl bist du leider nicht eingegangen. […]
Naja, jenes Thema hätte mit dem titelgebenden Thema des Gesprächsstranges eher wenig zu tun.
Zitat von Luftdrache im Beitrag #10
[…] Wenn wir Veränderung und Aufbruch wollen, dann kommt der doch wohl von den jungen Menschen!
Wäre unüberlegter, eher spontan, emotional oder gar im Affekt motivierter "Aufbruch" wirklich, was der Gesellschaft nützte? Die meisten technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen erscheinen doch der Bevölkerungsmehrheit ohnehin zu rasch zu erfolgen… wenn jetzt noch die gesellschaftliche Ordnung in ebensolchem Tempo sich änderte und änderte, wäre doch höchstens das Chaos perfekt.


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#12

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 03.10.2017 17:33
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #10
Beide Artikel beschreiben mehr oder weniger das Versagen des Schulsystems. Zu viele Schulabbrecher und zu wenig Geschichtsunterricht. Das ist jedoch kein Problem der Jugend, sondern das ein Problem erwachsener Entscheidungsträger, die keine ordentlichen Rahmenbedingungen für Schulen schaffen. Unterrichtsausfall etc. hat schließlich etwas mit Lehrermangel zu tun.Warum man die Fehlentscheidungen von Erwachsenen jedoch auf das Wahlrecht ab 16 projeziert, dass ist mir ein absolutes Rätsel....


Lieber Luftdrache, das ist doch ganz einfach und logisch. Wenn ein Erwachsener, der einem Jugendlichen etwas beibringen soll, jedoch sein erforderliches "SOLL" hinsichtlich einer erfolgreichen Übermittlung von Wissen nicht erfüllt hat, dann ist das bedauerlich und natürlich Schuld des Erwachsenen. Jedoch kann dieser Jugendliche dennoch nicht zu "Jugend forscht" - oder so - angemeldet werden. Weil ihm/ihr Wesentliches fehlt.

Im hier zur Rede stehenden Fall also Geschichtswissen, was eng verbunden ist mit einem "nie wieder".
Und wenn Jugendliche nichts erfahren über das dritte Reich und die dahinter stehenden Ideologien dann können sie auch "neue Schweine" dieser Art nicht erkennen.
Die glauben doch glatt, die AfD sei so was wie die Heilsbringer der Zeugen Jehovas.



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#13

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 03.10.2017 17:37
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #10
Auf U18-Wahl bist du leider nicht eingegangen. Aber gut.




Ich habe mich doch speziell mit der Frage der Wahl unter 18 Jahren auseinandergesetzt. Schätze mal, du hast das irgendwie überlesen.


Jeder Tag ist der Anfang des Lebens. Jedes Leben ist der Anfang der Ewigkeit.
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#14

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 03.10.2017 20:23
von Luftdrache (gelöscht)
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Danke, deine Sorge kann ich jetzt nachvollziehen.
Dennoch halte ich Wahlrecht mit 16 für einen Gewinn für die Demokratie. Der Jugend muss man auch Vertrauen entgegen bringen. Da steht die erste Generation, die durchgängig nach dem Wert der Partizipation erzogen wurde! Daher die hohe Demokratieorientierung (15. Kinder und Jugendbericht).
Wer sollte also besser teilhaben?


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#15

RE: Pflichten

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 03.10.2017 21:56
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #14
Danke, deine Sorge kann ich jetzt nachvollziehen.
Dennoch halte ich Wahlrecht mit 16 für einen Gewinn für die Demokratie. Der Jugend muss man auch Vertrauen entgegen bringen.


Danke, lieber Luftdrache. Aber bei dieser Frage werden wir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen.
Denn ich sage: "Vertrauen ist gut - Kontrolle besser". In diesem Fall vieler Unausgereifter.
Vernünftige Jugendliche werden verstehen, dass es gewisse Voraussetzungen gibt hinsichtlich Bildung sowie geistiger und moralischer Reife. Wo eine Headline über allem "Verantwortung" heißt. Mittragen.
Und diese Jugendlichen, die die Voraussetzungen erfüllen und somit - viele sind berufen, doch wenige auserwählt - zur Wahl zugelassen werden könnten, die wissen sehr wohl um die "Unzulänglichkeiten" von Altersgenossen.


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Rainer Maria Rilke
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