#1

"Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 21.06.2017 19:44
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Im allseits bekannten Gesichtsbuch machte sich eine (angeblich) junge Lehrerin folgendermaßen Luft:

Liebe verantwortliche Landes- und Bezirksschulräte und Politiker, liebe Ausländer! Wenn wir nicht mehr ‚Grüß Gott' sagen dürfen, gibt es nur eine Alternative:
Ihr habt das RECHT, Deutschland zu verlassen, wenn es euch nicht passt!
Schön langsam sollten auch wir in Deutschland wach werden! Zu Schulbeginn wurden in Stuttgarter Schulen, die Kinder von ihren Klassenvorständen informiert, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hätte. Grüßen, Bitte und Danke sagen, einfach höflich und freundlich sein. Soweit in Ordnung, aber des Weiteren wurde ihnen auch mitgeteilt, dass das uns in Baden Württemberg vertraute ‚Grüß Gott' nicht mehr verwendet werden darf, da das die moslemischen Mitschüler beleidigen könnte.
Dazu kann man als Otto Normalbürger eigentlich nichts mehr anfügen und nur mehr den Kopf schütteln.
Ich kann's gar nicht glauben. Ist aber wahr. Ihr könnt Euch gerne in Stuttgart in den Volksschulen erkundigen.
EINWANDERER UND NICHT DIE Deutschen SOLLEN SICH ANPASSEN!
Ich bin es leid, zu erleben, wie diese Nation sich Gedanken macht darüber, ob wir irgendein Individuum oder seine Kultur beleidigen könnten. Die Mehrheit der Deutschen steht patriotisch zu unserem Land. Aber immer und überall hört man Stimmen ‚politisch korrekter' Kreise, die befürchten, unser Patriotismus könnte andere beleidigen.
Versteht das bitte nicht falsch, ich bin keineswegs gegen Einwanderung; die meisten kamen nach Deutschland, weil sie sich hier ein besseres Leben erhofften.
Es gibt aber ein paar Dinge, die sich Neuankömmlinge, und offenbar auch hier Geborene, unbedingt hinter die Ohren schreiben sollten.
Die Idee von Deutschland als multikultureller Gemeinschaft hat bisher nur eine ziemliche Verwässerung unserer Souveränität und unserer nationalen Identität geführt. Als Deutsche haben wir unsere eigene Kultur, unsere eigene Gesellschaftsordnung, unsere eigene Sprache und unseren eigenen Lebensstil. Diese Kultur hat sich während Jahrhunderten entwickelt aus Kämpfen, Versuchen und Siegen von Millionen Männern und Frauen, die Freiheit suchten.
Wir sprechen hier Deutsch, nicht Türkisch, Englisch, Spanisch, Libanesisch, Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, oder irgend eine andere Sprache. Wenn Sie also Teil unserer Gesellschaft werden wollen, dann lernen Sie gefälligst die Sprache!
‚Im Namen Gottes' ist unser nationales Motto. Das ist nicht irgendein politischer Slogan der rechten Parteien. Wir haben dieses Motto angenommen, weil christliche Männer und Frauen diesen Staat nach christlichen Prinzipien gegründet und entwickelt haben.
Es ist also auch nicht abwegig, dies an den Wänden unserer Schulen mit einem Kreuz zu manifestieren. Wenn Sie sich durch Gott beleidigt fühlen, dann schlage ich vor, Sie wählen einen anderen Ort auf der Welt als Ihren neuen Wohnsitz, denn Gott ist nun mal Teil unserer Kultur. Wenn Sie das Kreuz in der Schule empört, oder wenn Ihnen der christliche Glaube nicht gefällt, dann sollten Sie ernsthaft erwägen, in einen anderen Teil dieses Planeten zu ziehen, er ist groß genug. Wir sind hier glücklich und zufrieden mit unserer Kultur und haben nicht den geringsten Wunsch, uns groß zu verändern und es ist uns auch völlig egal, wie die Dinge dort liefen, wo Sie herkamen.
Dies ist UNSER STAAT, UNSER LAND, und UNSERE LEBENSART, und wir gönnen Ihnen gerne jede Möglichkeit, dies alles und unseren Wohlstand mit uns zu genießen.
Aber wenn Sie nichts anderes tun als reklamieren, stöhnen und schimpfen über unsere Fahne, unser Gelöbnis, unser nationales Motto oder unseren Lebensstil, dann möchte ich Sie ganz dringend ermutigen, von einer anderen, großartigen deutschen Freiheit Gebrauch zu machen, nämlich vom ‚RECHT UNS ZU VERLASSEN, WENN ES IHNEN NICHT PASST!'
Wenn Sie hier nicht glücklich sind, so wie es ist, dann hauen Sie ab! Wir haben Sie nicht gezwungen, herzukommen. Sie haben uns darum gebeten, hier bleiben zu dürfen. Also akzeptieren Sie gefälligst das Land, das SIE akzeptiert hat.
Eigentlich ganz einfach, wenn Sie darüber nachdenken, oder?
Wenn wir dieses Schreiben an unsere Freunde und Bekannten weiterleiten, dann werden es früher oder später auch die Reklamierer in die Finger bekommen. Versuchen könnte man's wenigstens. Egal, wie oft Ihr es empfangt... sendet es einfach weiter an alle, die Ihr kennt! ...

Ich gebe zu, hab die Tirade nur überflogen und will auch gar nicht das Integrationsproblem diskutieren, sondern mehr meine Erfahrungen als Lehrerin mit einem gemischten Schüler-Klientel diesem sehr polemischen Beitrag entgegensetzen.

1. Hier spricht eine Lehrerin, Schülermeinungen kommen nicht vor. Soll heißen, hier tut sich ein gewaltiges Generationsproblem auf, bzw. ist diese angeblich noch junge Lehrerin wohl eine Klosterschülerin. Meine Kids leben und lernen völlig gelassen und unbedarft mit ausländischen Kindern, werden sogar von ausländischen Kollegen in ihrer Muttersprache unterrichtet. Ich selbst unterrichte sie in Politik und Ethik, wo schon mal die Schöpfungsgeschichte, das Judentum und der Islam parallel zur Diskussion stehen, am Ende der Einheit erfolgt dann ein Austausch über Vorurteile, Rassismus und Globalisierung. Man staunt, wie neutral und "gerecht" es da zugeht.
2. Unsere junge Generation hats nicht so mit den Traditionen, weil diese per se erst mal einen Einschnitt in ihre sich noch entwickelnden Persönlichkeitsstrukturen bedeuten. Schon Aristoteles war der Meinung, die Jugend sei faul, unbekehrbar und unbelehrbar (sinngemäß) Sie saugt alles auf, was sich ihr aktuell bietet und trifft Entscheidungen aus dem Bauch heraus, bzw. entsprechend ihrer Erfahrungen. Bezogen auf das Kernthema heißt das, wenn ich mit Achmed und Soraya Spaß habe, mag ich sie. Weder politische, noch kulturelle Vorgaben könnten sie davon abhalten. Von Kindern können Erwachsene viel lernen!
3. Kruzifixe in Klassenzimmern wurden schon vor 15 Jahren abgeschafft, ebenso waren religiöse Grußformeln, Rituale und andere Bekenntnisse aus Gründen der Säkularisierung in öffentlichen Schulen nicht üblich. Aus gleichen Motiven erließ man später Kopftuchverbote und die Pflicht für alle Kinder, am Schwimmunterricht teilzunehmen. Ich unterstütze nach wie vor jegliche Bestrebungen der Administration, religiöse oder andere Bekenntnisse aus dem Klassenzimmer fernzuhalten. Politische Parteien haben ebenfalls dort nichts zu suchen. (gibt es Verwaltungsvorschriften)
4. Haben wir keine anderen Sorgen? Ca. 30 Prozent der Schüler in meinen Klassen haben den sogenannten "Integrationsstatus", das sind keine Ausländer, sondern deutsche Kinder, die an ADHS und anderen Verhaltensauffälligkeiten leiden, die leider auch nicht mit einem täglichen "Grüß Gott" verschwinden. Kultur und Tradition müssen wohl auch in den Elternhäusern nicht so hoch angelegt sein, weil diesen Kindern die elementarsten Grundlagen im Sozialverhalten nicht vermittelt wurden. Grüße an Gott haben scheinbar auch nicht geholfen Zum Schluss noch was ganz Ketzerisches, meine "Ausländer" haben zwar manchmal Sprachprobleme und lernen schnell pubertäres Gehabe ihrer deutschen Kumpel, sie sind aber nie unhöflich oder versuchen, ihre Defizite auf meinem Schreibtisch abzuladen.


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#2

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 21.06.2017 20:18
von antenna (gelöscht)
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Es ist zum Haareraufen. Warum um Himmels Willen sollte das im Schwabenland uebliche "Gruess Gott" auch nur einen Muslim " beleidigen"? Es mag ja nicht bei allen muslimischen Einwanderern angekommen sein, dass sie sich den Gepflogenheiten des Gastlandes anzupassen haben - doch der Gottesgruss muss jedem eingewanderten Muslim aus dem heimischen Sprachgebrauch gelauefig sein, ist doch der Allmaechtige im muslimischen Alltag allgegenwaertig. Als Gruss, als Dank bei Tisch, ja sogar beim Frisoer.

Ich glaubs einfach nicht, dass dieser Unsinn, den Gottesschwabengruss zu verbieten, auf muslimischem Mist gewachsen ist.
Vielleicht waren es atheistische Helikopter- Eltern, die diese Forderung stellten aus Angst vor " Indoktrination" ihrer Sproesslinge.
Schoen, dass Moorhuhn diesem "polemischen Beitrag" etwas entgegenzusetzen hat.
Ich moechte der (angeblich) jungen Lehrerin nur so viel sagen: "Libanesisch"und "Arabisch" sind ein und die selbe Sprache. Vergelts Gott.



zuletzt bearbeitet 21.06.2017 20:19 | nach oben springen

#3

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 21.06.2017 20:37
von Minou
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Nun mokieren sich auch immer mehr Deutsche über das bei uns in im Süden gebräuchliche "Grüß Gott", antworten ihrer Meinung nach witzig mit "Wenn ich ihn treff'!" oder "Von wem?" und kommen sich dabei sicher sehr geistreich vor. Denen würde ich am liebsten das Gleiche empfehlen, was Sie geschrieben haben, die sollen sich doch, bitte, eine andere Gegend aussuchen, in der sie nicht mit solchen Grußformeln belästigt werden.

Wer sich durch einen freundlich gemeinten Gruß beleidigt fühlt, dem ist nicht mehr zu helfen.


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#4

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 21.06.2017 20:39
von Till (gelöscht)
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Der Beitrag gehört in die Rubrik "Fake News".

Sorge um "Grüß Gott" in Baden-Württemberg


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#5

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 21.06.2017 20:44
von Anthea | 12.274 Beiträge

Sehe ich genau so.

Aber es gibt nun einmal überall solche "Spezies". Auch genannt "Stinkstiefel". Oder so.
Irgendwie finde und fand ich den Gruß immer selbstverständlich, wenn ich in Bayern war.
Also: Grüß Gott, liebe Minou und alle miteinand.



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#6

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 21.06.2017 21:50
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Schit, der ganze Aufsatz umsonst


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#7

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 21.06.2017 22:28
von Till (gelöscht)
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Macht nix. Ihre Anmerkungen sind trotzdem schön.


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#8

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 22.06.2017 11:10
von antenna (gelöscht)
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Zitat von Till im Beitrag #4
Der Beitrag gehört in die Rubrik "Fake News".

Sorge um "Grüß Gott" in Baden-Württemberg


Aehnliche "Fake News" gab es in der Vergangenheit oefter. Ziel und Absicht ist klar und deswegen keinesfalls witzig, sondern absolut boesartig.


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#9

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 22.06.2017 11:21
von antenna (gelöscht)
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Zitat von moorhuhn im Beitrag #6
Schit, der ganze Aufsatz umsonst


Nein, er war alles andere als "umsonst". Es ist gut zu wissen, dass es Menschen gibt, die solchen "news" etwas entgegensetzen im Gegensatz zu den "Islamkritikern" , die ohne jegliche Hinterfragung solche Nachrichten instrumentalisieren, um einmal mehr sagen zu duerfen : "Passt euch an oder haut ab." Und nichts besseres tun, als diese in Windeseile in sozialen Netzwerken verbreiten, explizit Jene, die nicht einen einzigen Muslim wirklich kennen.


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#10

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 22.06.2017 11:51
von Hamlets Gummibärchen (gelöscht)
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Zitat von moorhuhn im Beitrag #1


Liebe verantwortliche Landes- und Bezirksschulräte und Politiker, liebe Ausländer! Wenn wir nicht mehr ‚Grüß Gott' sagen dürfen, gibt es nur eine Alternative:
Ihr habt das RECHT, Deutschland zu verlassen, wenn es euch nicht passt!
Schön langsam sollten auch wir in Deutschland wach werden! Zu Schulbeginn wurden in Stuttgarter Schulen, die Kinder von ihren Klassenvorständen informiert, wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hätte. Grüßen, Bitte und Danke sagen, einfach höflich und freundlich sein. Soweit in Ordnung, aber des Weiteren wurde ihnen auch mitgeteilt, dass das uns in Baden Württemberg vertraute ‚Grüß Gott' nicht mehr verwendet werden darf, da das die moslemischen Mitschüler beleidigen könnte.


Such a Quatsch! Ich als Atheist bin nicht beleidigt, wenn man mich ultimativ auffordert, einen Gott zu grüßen, an den ich nicht glaube, sondern ich antworte meistens: "Warum den denn? Der Kerl soll bitte mich zuerst grüßen". Zweitens fehlt natürlich wieder einmal die Stellung der Muslime dazu. Finden die es eigentlich nicht völlig in Ordnung, daß man Gott grüßt, egal, welcher es denn sein soll? Es ist schon ein bißchen unfair, wenn man jede deutsche Dummheit den Muslimen anhägen will. Die sind gar nicht so.



zuletzt bearbeitet 22.06.2017 11:58 | nach oben springen

#11

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 22.06.2017 13:44
von thunibert (gelöscht)
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Nun bin ich täglich in diesem "grüß Gott-Umfeld" und wenn einer lieber "guten Morgen" sagt, was solls? Sag ich eben auch "guten Morgen".

Dass mir jemand böse ist weil ich ihn mit "grüß Gott" begrüße, das habe ich noch nicht erlebt. Wenn ich einen "Döner" kaufe, sagt der freundliche "Döner-Verkäufer" zuerst "Grüß Gott".

Das sind doch alles künstlich aufgebaute Konfliktherde, die zu stützen, einfach daneben ist.


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#12

RE: "Grüß Gott" in der Kritik

in Schule und Bildung 14.02.2018 17:28
von woipe (gelöscht)
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ich wühle mich mal durch die ollen kamellen hier im forum und muss feststellen, dass man manchmal sagen kann...:

gut, dass es keine größeren staatstragenden probleme gibt...

ich bin bajuware... ich kenne hier jede menge "göttlicher" grüße...
und sie werden auch nicht aussterben, allen politisch korrekten zum trotz...


"nichts habe ich mir fester zum grundsatz gemacht, als meine lebensführung nicht nach euren vorurteilen zu gestalten." seneca
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