#1

Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 18.09.2017 16:31
von Meridian | 2.857 Beiträge

Man liest gerade in letzter Zeit immer wieder von sogenannten Gaffern, die durch Unfall verletzte und hilflose Personen filmen anstatt Hilfe zu leisten, wie es eigentlich Pflicht ist. Als Minimum sollte der Notarzt geholt werden. Doch man liest immer wider, dass es nicht nur beim Filmen bleibt, sondern, dass Notärzte von Gaffern angepöbelt und sogar behindert werden. Hier ein neuer Fall:

http://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/...r-15204542.html

Ich denke, der Motorradfahrer wäre auch ohne die Behinderung durch den Gaffer gestorben. Dennoch sollte hier ein Exempel statuiert werden, damit hier endlich für Abschreckung gesorgt wird. Da er ja auch die Rettungskräfte behindert hat, gehört er sofort in U-Haft wegen Mordverdachts. Begründen kann man das so, dass er mit der Behinderung den Tod des Fahrers herbeiwünscht. Erst wenn nachgewiesen werden kann, dass es zw. dem Gaffer und dem Motorradfahrer keine Beziehung gibt (wobei man sich mit dem Nachweis ruhig Zeit lassen kann), kann man ihn aus der U-Haft entlassen. Dennoch sollte die Strafe saftig ausfallen: Behinderung der Rettungskräfte, Verstoßes des Rechts am eigenen Bild, Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Das sollte reichen, ihm den Führerschein abzunehmen.

Sollte aber der Fall kommen, dass ein Verkehrsteilnehmer nach nach einem Unfall nachweislich nur deswegen stirbt, weil Gaffer Rettungskräfte behindern, sollten Haftstrafen ohne Bewährung verhängt werden: wenn zw. dem Gaffer und Opfer eine Beziehung besteht, die ein Mordmotiv rechtfertigt, dann lebenslang wegen Mord durch Unterlassen und Behindern; wenn nicht, dann eine 5-10-jährige Haftstrafe wegen Behinderung von Rettungskräften bei billigender Inkaufnahme des Todes, was vom Vergehen ähnlich geahndet wird wie Totschlag.

Generell sollte Gaffern, die Straßenunfälle filmen, der Führerschein entzogen werden, auch wenn sie als Fußgänger unterwegs sind. Haben sie keinen Führerschein, soll es saftige Geldstrafen oder Bewährungsstrafen (z.B. mit Auflage: Sozialstunden in Unfallkrankenhäusern) geben. Wiederholungstäter sollten Haftstrafen ohne Bewährung erhalten und mindestens 3 Jahre keinen Führerschein machen dürfen.

Am liebsten gehören solche Gaffer an einen Pranger in demütigender Haltung gebunden (z.B. mit einem umgehängten Schild "Filmt mich! Ich bin ein Gaffer!") mit der Erlaubnis, dass sie gefilmt werden dürfen. Doch das ist der falsche Weg. Das würde die Verrohung der Gesellschaft nur noch beschleunigen. Dann werden solche Strafen wieder ein öffentliches Spektakel wie im Mittelalter.


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#2

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 18.09.2017 16:45
von heiner | 881 Beiträge

Da kommen wir in ein stürmisches Fahrwasser.

Behinderung von Rettungskräften, das ist klar, darf es nicht geben. Zu sehen was man sieht, kann/darf man nicht verbieten.

Wo beginnt was und wann hört was auf?


Hin zieht sich deine Zeit, du kannst sie gebrauchen aber, sie ist schnell abgelaufen, die Zeit.
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#3

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 18.09.2017 16:48
von antenna (gelöscht)
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Zitat von heiner im Beitrag #2
Da kommen wir in ein stürmisches Fahrwasser.

Behinderung von Rettungskräften, das ist klar, darf es nicht geben. Zu sehen was man sieht, kann/darf man nicht verbieten.

Wo beginnt was und wann hört was auf?


Gute Frage. Eigentlich sollte man sich das Zuschauen selbst verbieten, so es klar ist, dass man nicht helfen kann. Es ist einfach pietaetlos, tatenlos zuzuschauen.



zuletzt bearbeitet 18.09.2017 16:50 | nach oben springen

#4

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 18.09.2017 16:52
von Minou | 149 Beiträge

Meridian, das Bußgeld ist eindeutig viel zu niedrig angesetzt, der Verwaltungsaufwand wird grad mal die Kosten decken:
https://www.bussgeldkatalog.de/gaffer/

Doch für viele, die ihre Bilder und Videos ins Netz stellen, ist das dann eben die Gebühr, die sie für ihren "Ruhm" zahlen müssen. Entzug des Führerscheins für einige Zeit und wesentlich höhere Strafen, wenn sie ihre Aufnahmen veröffentlichen, hätten bestimmt eine abschreckendere Wirkung.


Beginne den Tag mit einem Lächeln, denn jeder Tag ist ein Geschenk.


zuletzt bearbeitet 18.09.2017 16:54 | nach oben springen

#5

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 18.09.2017 16:56
von Anthea | 12.377 Beiträge

Schlimm ist das mangelnde Unrechtbewusstsein und das "nur" im Sinne von "ich habe doch gar nichts gemacht".

Ich finde auch, dass härteste Strafen angemessen sind. Man frage sich, was es damit auf sich hat, dass Menschen so bar jeglicher Emotion von Mitgefühl sein können.

Man sollte solchen Leuten wirklich als eine Art "learning by doing"- oder Erfahrung am eigenen Leib - wünschen, dass ein solch "freundlicher Zeitgenosse" wie sie es sind, sich Rettungskräften in den Weg stellt, die ihm helfen wollen. Aber dann würde man sich auf die gleiche Stufe wie solche Gesinnungsproleten stellen. Tut man nicht. Obwohl: Gedanken sind frei. Und man sollte sich nicht "päpstlicher als der Papst" präsentieren wollen.
Mich jedenfalls überkommt bei manchen Dingen eiskalte Wut. Besonders wenn ich über die Milde höre, die manchen Straftätern zuteil kommt.


---


Jeder Tag ist der Anfang des Lebens. Jedes Leben ist der Anfang der Ewigkeit.
Rainer Maria Rilke


zuletzt bearbeitet 18.09.2017 16:57 | nach oben springen

#6

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 18.09.2017 17:33
von Luftdrache (gelöscht)
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Zitat von heiner im Beitrag #2
Da kommen wir in ein stürmisches Fahrwasser.

Behinderung von Rettungskräften, das ist klar, darf es nicht geben. Zu sehen was man sieht, kann/darf man nicht verbieten.

Wo beginnt was und wann hört was auf?


So oder so: Was die Gaffer da treiben ist bereits eine unterlassene Hilfeleistung.


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#7

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 18.09.2017 17:40
von Hamlets Gummibärchen (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #5
Schlimm ist das mangelnde Unrechtbewusstsein und das "nur" im Sinne von "ich habe doch gar nichts gemacht".

Ich finde auch, dass härteste Strafen angemessen sind. Man frage sich, was es damit auf sich hat, dass Menschen so bar jeglicher Emotion von Mitgefühl sein können.

Man sollte solchen Leuten wirklich als eine Art "learning by doing"- oder Erfahrung am eigenen Leib - wünschen, dass ein solch "freundlicher Zeitgenosse" wie sie es sind, sich Rettungskräften in den Weg stellt, die ihm helfen wollen. Aber dann würde man sich auf die gleiche Stufe wie solche Gesinnungsproleten stellen. Tut man nicht. Obwohl: Gedanken sind frei. Und man sollte sich nicht "päpstlicher als der Papst" präsentieren wollen.
Mich jedenfalls überkommt bei manchen Dingen eiskalte Wut. Besonders wenn ich über die Milde höre, die manchen Straftätern zuteil kommt.


Mir scheint, daß wer sich im (Realty-)Fernsehen und in diversen Videogames, angesehen hat, wie zerfetzte Körper aussehen, will sie auch mal in naturra sehen. Man gönnt sich ja sonst nichts.


"Bosheit, mein Herr, ist der Geist der Kritik, und Kritik bedeutet den Ursprung des Fortschritts und der Aufklärung" (Thomas Mann, Der Zauberberg)

Man kann aus keiner Mücke einen Elefanten machen, aber jeden Elefanten zur Schnecke.
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#8

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 18.09.2017 18:31
von Meridian | 2.857 Beiträge

Zitat von heiner im Beitrag #2
Da kommen wir in ein stürmisches Fahrwasser.

Behinderung von Rettungskräften, das ist klar, darf es nicht geben. Zu sehen was man sieht, kann/darf man nicht verbieten.

Wo beginnt was und wann hört was auf?


Sehen selber ist nicht verboten. Aber wenn man schon stehen bleibt, bevor der Notarzt da ist, ist man wenigstens verpflichtet, Hilfe zu leisten und wenn diese auch nur daraus besteht, den Notarzt anzurufen. Davon abgesehen ist man auch dann verpflichtet, diesen zu holen, wenn man an verunglückten oder leblosen Personen vorbeigeht, ohne zu gaffen. Immerhin sind in so einem Fall Geldstrafen verhängt worden.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgesc...e-hilfeleistung

Hier ist es offenbar völlige Gleichgültigkeit gewesen.

Wenn aber ein Unfall auch noch ohne Hilfeleistung gefilmt wird, dann wird nicht nur gegen unterlassene Hilfeleistung geklagt, sondern auch gegen das Recht am eigenen Bild. Ich meinte in meinem ersten Beitrag gerade das Filmen, das ja mit den Smartphones so große Mode geworden ist.

In den USA sind übrigens Urteile möglich, wonach so einer über Jahre der Besitz von Kameras verboten werden kann. Wenn er weiterhin ein Handy braucht, dann ohne Funktion einer Kamera, was gar nicht mehr so einfach ist. Es gab einmal ein Bsp., wonach in Texas ein Fitnessbetreiber Frauen in der Umkleidekabine gefilmt hat. Das Urteil: 2 Jahre Haft (die bis zum Ende ausgesessen werden), 10 Jahre lang Verbot von Kameras und verschärfend ebenso 10 Jahre Verbot, elektrischen Strom zu beziehen (schließt damit das Verbot von Solarzellen und anderen Stromerzeugern ein). Ein Auto durfte er allerdings haben. Missbraucht er die Autobatterie für Strombedarf im Haus, ist da Auto auch futsch.

Auch in Großbritannien dürfen bestimmte Gegenstände nicht mehr besessen werden, wenn man mit diesen nicht verantwortungsvoll umgeht. So durfte eine Frau 2 Jahre lang keine Lautsprecher mehr besitzen (auch nicht in Laptops), weil sie in ihrer Wohnung über Monate in unmäßiger Lautstärke und oft mitten in der Nacht zum Ärger ihrer Nachbarn Musik gehört hat.
In einem anderen Fall hat ein Engländer (auf eigenen Wunsch!) lebenslang Alkoholverbot bekommen. Grund: Nüchtern ist er ein netter Kerl, bei Alkohol wird er zum Randalierer, der alles kurz und klein hackt. Hinterher tat es ihm immer leid. Ist er eingeladen, muss er stets eine Kopie des Gerichtsurteils mitnehmen und alle Leute informieren. Bietet ihm jemand dennoch wider besseren Wissens Alkohol an ("Ach komm! Ein Bier geht doch."), macht dieser sich ebenso strafbar, wie wenn der Delinquent von sich aus gegen das Urteil verstößt.

Vielleicht sollten in DE auch solche Urteile möglich sein, die den Verbot des Besitzes von Gegenständen regeln, wenn man mit diesen nicht verantwortungsvoll umgeht bzw. mit Hilfe dieser sich strafbar macht.


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#9

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 19.09.2017 09:40
von heiner | 881 Beiträge

Klar, anlässlich eines Unfalls, erste Hilfe zu gewähren, wenn die Sanitäter noch nicht da sind, muss selbstverständlich sein.

Wenn ich jedoch für die örtliche Tageszeitung eine Aufnahme mache, um ein Unfallgeschehen zu protokollieren, möcht ich mich auch nicht strafbar machen.

Merke, nach Verboten zu rufen ist weniger schwer als Gesetze zu machen die allen Ansprüchen gerecht werden können.


Hin zieht sich deine Zeit, du kannst sie gebrauchen aber, sie ist schnell abgelaufen, die Zeit.
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#10

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 19.09.2017 11:09
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #8
[quote="heiner"|p4401]Da kommen wir in ein stürmisches Fahrwasser.

Behinderung von Rettungskräften, das ist klar, darf es nicht geben. Zu sehen was man sieht, kann/darf man nicht verbieten.

Wo beginnt was und wann hört was auf?


Sehen selber ist nicht verboten. Aber wenn man schon stehen bleibt, bevor der Notarzt da ist, ist man wenigstens verpflichtet, Hilfe zu leisten und wenn diese auch nur daraus besteht, den Notarzt anzurufen. Davon abgesehen ist man auch dann verpflichtet, diesen zu holen, wenn man an verunglückten oder leblosen Personen vorbeigeht, ohne zu gaffen. Immerhin sind in so einem Fall Geldstrafen verhängt worden.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgesc...e-hilfeleistung

Hier ist es offenbar völlige Gleichgültigkeit gewesen.

Wenn aber ein Unfall auch noch ohne Hilfeleistung gefilmt wird, dann wird nicht nur gegen unterlassene Hilfeleistung geklagt, sondern auch gegen das Recht am eigenen Bild. Ich meinte in meinem ersten Beitrag gerade das Filmen, das ja mit den Smartphones so große Mode geworden ist.

In den USA sind übrigens Urteile möglich, wonach so einer über Jahre der Besitz von Kameras verboten werden kann. Wenn er weiterhin ein Handy braucht, dann ohne Funktion einer Kamera, was gar nicht mehr so einfach ist. Es gab einmal ein Bsp., wonach in Texas ein Fitnessbetreiber Frauen in der Umkleidekabine gefilmt hat. Das Urteil: 2 Jahre Haft (die bis zum Ende ausgesessen werden), 10 Jahre lang Verbot von Kameras und verschärfend ebenso 10 Jahre Verbot, elektrischen Strom zu beziehen (schließt damit das Verbot von Solarzellen und anderen Stromerzeugern ein). Ein Auto durfte er allerdings haben. Missbraucht er die Autobatterie für Strombedarf im Haus, ist da Auto auch futsch.

Auch in Großbritannien dürfen bestimmte Gegenstände nicht mehr besessen werden, wenn man mit diesen nicht verantwortungsvoll umgeht. So durfte eine Frau 2 Jahre lang keine Lautsprecher mehr besitzen (auch nicht in Laptops), weil sie in ihrer Wohnung über Monate in unmäßiger Lautstärke und oft mitten in der Nacht zum Ärger ihrer Nachbarn Musik gehört hat.
In einem anderen Fall hat ein Engländer (auf eigenen Wunsch!) lebenslang Alkoholverbot bekommen. Grund: Nüchtern ist er ein netter Kerl, bei Alkohol wird er zum Randalierer, der alles kurz und klein hackt. Hinterher tat es ihm immer leid. Ist er eingeladen, muss er stets eine Kopie des Gerichtsurteils mitnehmen und alle Leute informieren. Bietet ihm jemand dennoch wider besseren Wissens Alkohol an ("Ach komm! Ein Bier geht doch."), macht dieser sich ebenso strafbar, wie wenn der Delinquent von sich aus gegen das Urteil verstößt.

Vielleicht sollten in DE auch solche Urteile möglich sein, die den Verbot des Besitzes von Gegenständen regeln, wenn man mit diesen nicht verantwortungsvoll umgeht bzw. mit Hilfe dieser sich strafbar macht.[/quote]


Nun ja, manche Urteile sind etwas sehr skurril, die Sie aufgeführt haben. Und wenn die Verurteilte laute Musik hören möchte, dann geht sie eben zu einer Freundin und dreht da auf. Und wenn diese z.B. keine Nachbarn hätte...
Und zum Bilder machen leiht sich der Verurteilte eben den Fotoapparat eines anderen aus. Oder so.

Sorry, dass mich beim Lesen des von mir gefetteten Satzes eine seltsame Vorstellung ankam. Wie wäre die Bestrafung eines Sexualverbrechers denkbar? Der ja auch nicht verantwortungsbewusst mit seinem "Apparat" umgehen kann? Vorsicht. Ironie, lach*

Den Fall, den Sie ansprechen, wo gerade drei Personen verurteilt wurden, die über einen zusammen gebrochenen hilfebedürftigen Mann im Foyer einer Bank hinwegstiefelten,so sind die Urteile mit beabsichtigt abschreckender Wirkung gefällt worden. Ich hoffe, dass sie etwas nutzen.


Jeder Tag ist der Anfang des Lebens. Jedes Leben ist der Anfang der Ewigkeit.
Rainer Maria Rilke


zuletzt bearbeitet 19.09.2017 11:11 | nach oben springen

#11

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 19.09.2017 13:30
von Hamlets Gummibärchen (gelöscht)
avatar

Zitat von heiner im Beitrag #9
Klar, anlässlich eines Unfalls, erste Hilfe zu gewähren, wenn die Sanitäter noch nicht da sind, muss selbstverständlich sein.

Wenn ich jedoch für die örtliche Tageszeitung eine Aufnahme mache, um ein Unfallgeschehen zu protokollieren, möcht ich mich auch nicht strafbar machen.

Merke, nach Verboten zu rufen ist weniger schwer als Gesetze zu machen die allen Ansprüchen gerecht werden können.

Nun, das ist schon etwas merkwürdig. Etwas übertrieben: hundert Leute wollen ein Photo für die örtliche Tageszeitung machen, aber keiner hilft. Ein zerfetzter Körper gibt eben nur ein gutes Bild ab, solange noch keine Santäter um ihn herumstehen. Übrigens: die Tageszeitungen bringen keine Photos von Fastleichen, sondern bestenfalls von zerfetzten Karossereien. Die halten nämlich gewisse Geschmachsgrentzen ein, die Tageszeitungen.


"Bosheit, mein Herr, ist der Geist der Kritik, und Kritik bedeutet den Ursprung des Fortschritts und der Aufklärung" (Thomas Mann, Der Zauberberg)

Man kann aus keiner Mücke einen Elefanten machen, aber jeden Elefanten zur Schnecke.
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#12

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 19.09.2017 14:11
von Anthea | 12.377 Beiträge

Im Falle der verurteilten Bankkunden lässt sich mMn zur Entschuldigung dieser sagen, dass sie nicht bewusst den alten Mann seinem Schicksal überlassen haben, sondern einfach die Situation nicht richtig einschätzten.
Ich hatte selbst schon gesehen, dass sich Obdachlose im Foyer einer Bank, wo also die Außentür nicht verschlossen war, zum Schlafen niedergelegt hatten.
Allerdings wäre es dann angebracht gewesen, in der Bank jemanden der Mitarbeiter darauf aufmerksam zu machen.

Ich glaube, dass "unterlassene Hilfeleistung" vielfach auch aus einer Angst heraus resultiert, dass man etwas falsch machen könnte. Oder auch denken, dass viele andere Anwesende sich schon kümmern würden oder gekümmert hätten.. Angst auch davor, selbst sich strafbar zu machen, beispielsweise, wenn man jemanden bei einer Herzmassage ein paar Rippen bricht. Das jedoch wäre nicht schlimm und keinesfalls dann geahndet werden, da die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt wurde.

Und auch Angst davor, selbst zum Opfer zu werden. Wenn ich auf einsamer Straße jemanden würde liegen sehen, dann würde ich nicht anhalten sondern weiterfahren. Und aus Entfernung heraus dann die Polizei und den Rettungsdienst benachrichtigen.

Es gibt viele Menschen im Lande, die nicht wegschauen. Die sich engagieren, die helfen, die Hilfesuchende nicht ignorieren. Und das sind mMn mehr als diese gewissenlosen Sensationslustigen mit dem Handy in der Hand. Und die Straftäter, die andere daran hindern wollen, Hilfe zu leisten.
Und für diese - ich wiederhole mich - ist zu fordern, dass sie die ganze Härte des Gesetzes spüren. Und nicht die "Wattebäuschchen" von "Bewährungsstrafen".


---


Jeder Tag ist der Anfang des Lebens. Jedes Leben ist der Anfang der Ewigkeit.
Rainer Maria Rilke


zuletzt bearbeitet 19.09.2017 14:12 | nach oben springen

#13

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 30.12.2017 18:37
von Meridian | 2.857 Beiträge

Hier ein Video, dass für Gaffer abschreckend sein soll.

https://www.focus.de/regional/osnabrueck...id_8093146.html

Erstellt aus einem Filmprojekt in Osnabrück.


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#14

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 30.12.2017 19:11
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Meridian im Beitrag #13
Hier ein Video, dass für Gaffer abschreckend sein soll.

https://www.focus.de/regional/osnabrueck...id_8093146.html

Erstellt aus einem Filmprojekt in Osnabrück.


Ich konnte das Video nicht abspielen. Falls das anderen auch so geht, dann hier noch einmal ein anderer Link hierzu



Das ist schon heftig. Aber ob sich Gaffer-Idioten durch diese Botschaft wirklich abschrecken lassen?
Ich glaube, dass es nur dadurch geht, was ihnen wirklich weh tut: Wenn man ihnen durch heftige Strafen an die Geldbörse geht.

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran


zuletzt bearbeitet 30.12.2017 19:15 | nach oben springen

Moderations-Kommentar:
Sorry, hatte versehentlich zuerst einen anderen Link eingestellt.
#15

RE: Gaffer

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 30.12.2017 22:31
von Meridian | 2.857 Beiträge

Bei mir hat es geklappt trotz Adblocker. Kann vom Browser abhängen und dessen Einstellungen.

Egal, mein Vorschlag: Jugendliche sollen beim Filmen von Unfallopfern zu folgendem bestraft werden: 100 Sozialstunden in der Unfallklinik, vielleicht auch Erlaubnis zum Führerschein um 2 Jahre verschieben.

Erwachsene sollen (besonders im Wiederholungsfall) neben Geldstrafen zu einer Bewährungsstrafe verdonnert werden, dazu Auflage: bis zu 300 Sozialstunden in der Unfallklinik, bei Eignung auch beim Rettungsdienst in der Hoffnung, dass sie dort selber die Erfahrung machen werden, gefilmt und angegafft zu werden. Wurde vom Auto gefilmt oder das Auto bis zum Unfallort verwendet, dann Führerscheinentzug für lange Zeit.

In den USA und Großbritannien sind auch Strafen möglich, wonach man den Besitz bestimmter Geräte für einige Zeit (z.B. 2 Jahre) verbieten kann, wenn man diese missbraucht. So wäre z.B. ein Verbot von Geräten, die Bilder oder Videos aufnehmen können, sinnvoll. Und wer auf ein Handy weiterhin angewiesen ist (sind ja die meisten, oder...?), der muss sich eines besorgen, das nicht filmen und photographieren kann. Gibt es das nicht, hat er Pech gehabt, oder es gibt die Möglichkeit, Foto- und Filmfunktion des Handys zu entfernen. Das gilt ebenso für klassische Kameras und Laptops mit Webcam. Zusätzlich sollte jedem angedroht werden, der einem so Verurteilten sein Handy oder seine Kamera leiht, dass ihn so ein Verbot auch ereilen wird.



zuletzt bearbeitet 30.12.2017 22:33 | nach oben springen


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