#1

Die Sprache des Hasses

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 09.07.2017 10:07
von Anthea | 12.282 Beiträge

Darüber sollte, so die Reda eines bekannten Forums, mit den Usern geplaudert werden. Über Hate Speech – in großen Buchstaben geschrieben. Und da sollten dann die User Beispiele geben, was das denn sei resp. wo sie diesen antreffen würden.

*Heiterkeit* - um mal bei FR zu klauen - überkam mich, als ich zuerst einmal las, was alles zu Hate Speech zu gehören habe. Als da wären:

<<Diskriminierung - HATE Speech - Herabsetzung - Verunglimpfung - Diskreditierung - Diffamie von Andersdenkenden, Menschen anderer Meinungen und Menschen außerhalb kapitalistischer Verwertbarkeit seitens der Regierungsparteien und anderer Institutionen mittels der Medien<<

Beispiel für hatespeech, den User f. aufzeigte und der dort im Forum geduldet wird, blieb quasi unkommentiert. Text:

<<"Für jeden getöteten einheimischen Europäer = 10.000 Moslems hinrichten, das wäre ein Weg der Vergeltung.
Am besten Marschflugkörper in fundamentalislamistische Regionen. Mit Sprengladungen, die nichts mehr übrig lassen.
Und wenn in Europa so eine Terrormistsau gefangen wird, dann auf der Stelle hinrichten und die gesamte Großfamilie mit. Eltern, Kinder, Brüder, Nichten usw. bis zum 5. Grad. Alle plattmachen"<<

Stattdessen ließ sich der „sanftmütige“ Mod – geheimer Spitzname „no brain“ darüber aus, wem denn nun was zustehen würde. Hier aus einem Thread, „Was stimmt nicht in diesem Land“. Hatte doch ein User geschrieben:

<< Links wie rechts nur Zerstörung
Was die linken Demonstranten gegen den Hamburger G20-Gipfel und rechte Populisten vereint: Sie haben nicht verstanden, dass eine vernetzte Welt eine bessere ist. <<

Gar nicht mal so verkehrt, möchte man meinen. In den Augen des „Brainies“ jedoch schon. Denn, man höre und staune, er regte sich darüber auf, dass man doch die "edlen" Pegida Marschierer (das sind diejenigen mit Galgen und Hasskappe auf) und ähnliches Kroppzeug „rechts“ verorten würde. So jedenfalls der Tenor:

<< Hier gibt es unserer Meinung nach einen Hass auf die Demonstranten eines Demokratischen Landes, der sich darin äußert ihnen Zerstörung und Populismus vorzuwerfen und sie mit der negativ besetzten Verortung: "rechts" zu diskreditieren. <<

Und "herrliches" Modi-Statement über die böse Lügenpresse, habe die entsprechende und erheiternde Stelle gefettet:

<<Mehr oder weniger subtil laufen sie ab: Die negativen Konnotationen bei den Berichterstattungen über Andersdenkende, Menschen mit anderer Meinung, Menschen die ihren Protest ausdrücken, auf der Straße, bei Demonstrationen oder im Netz - und auch Menschen die sich, freiwillig oder nicht, einer kapitalistischen Verwertbarkeit entziehen. <<

Ein Hoch auf die Hängemattenmentalität. Vorsicht: Ironie

Dann wurde es einige Postings lang im anderen Thread weiter witzig. Der Mod im Clinch mit einem User. Wobei Ersterer überhaupt nicht verstand, was der User meinte. Denn „brainie war offensichtlich der Meinung, dass die herumgröhlenden Blödis „wir sind das Volk“ das Gros der Menschen im Land ausmachen würde. Irgendwie beharrte er darauf nach dem Motto „bekenne“. Der Fußballfan schien offenbar auch recht amüsiert.;-)

Witzig in dem Zusammenhang des "Hate-Speech" Threads- nein, mehr noch: ganzes Forum - die Tatsache, dass ich seinerzeit in zwei Threads über den Hass „Die Wurzeln des neuen deutschen Hasses“ und „Wo der Hass seine Heimat hat“ die geballte Wucht von „Hate Speech“ auf mich vereinigt sah. Beispiel: „Am Ende können sich Leute wie Sie mal fragen ob das, was sie an Gift gegen die berechtigte Unruhe im Volk verspritzt haben, nicht der eigentliche Ursprung von Hass gewesen ist“.
Na so was!

http://www.politik-sind-wir.de/showthrea...ATE-Speech-quot

http://www.politik-sind-wir.de/showthrea...-in-diesem-Land

Übrigens nochmals Heiterkeit. Da war ein neuer Nick „Circopolitico“, der sich meines ehemaligen Avatars bediente. Was der- oder diejenige schrieb war in meinen Augen recht vernünftig. Jedoch wurde dieser User direkt „entsorgt“. Ich wurde danach gefragt: Nein, ich war es nicht! ;-)))

Im Übrigen war seinerzeit „Die Wurzeln des neuen deutschen Hasses“ eine Headline in „DIE WELT“.

Eingangstext: << Die Bundesrepublik war von Anfang an ein auf Mäßigung angelegtes Gemeinwesen. Das ändert sich gerade. Der neue Ton: patzig, primitiv, weinerlich. Und auch radikal. Was hat sich geändert“ <<

https://www.welt.de/debatte/kommentare/a...hen-Hasses.html

Woher rührt all dieser Hass?


---


"Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!"
Albert Einstein


zuletzt bearbeitet 09.07.2017 10:07 | nach oben springen

#2

RE: Die Sprache des Hasses

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 09.07.2017 10:37
von denker_1 | 1.591 Beiträge

Dazu passt dieser Strang im Politik sind Wir Forum:
http://www.politik-sind-wir.de/showthrea...zialschmarotzer

Der User "Lester Maul" schreibt dort folgenden Eingangsbeitrag:

Zitat

Endlich haben es Nahles und Co. gemerkt, dass hier sozialschmarotzende Bulgaren und Rumänen nur herkommen um Hartz IV oder andere Sozialleistungen abzuzocken. Jetzt sollen die zuerst 5 Jahre arbeiten ehe Ansprüche auf Sozialleistungen bestehen. Das Wort Arbeit kommt im Bulgarischen und Rumänischen so gut wie gar nicht vor.

Diese Frühmerker haben es endlich geschnallt. Wenn die in Zukunft wieder abwandern müssen, weil es keine Kohle mehr gibt, dann wird Deutschland ein Stück sauberer in wahrsten Sinne des Wortes. Man muss sich nur einmal umschauen wie es dort aussieht wo diese Ehrenbürger hausen.

Und wenn die endlich wieder abhauen, dann wird die Luft zum Atmen auch wieder besser, wie das gemeint ist, kann jeder selbst interpretieren.




Eine Herabwürdigung dieser Menschen, wie sie schlimmer nicht mehr kommen kann.

Für Bomben ist Geld da. Zuerst diese Länder ausrauben, die Menschen für Billiglohn arbeiten lassen, aber wenn die auch mal ihren Teil vom Wohlstand abhaben wollen, dann am besten umbringen.

Lidice ist vergleichsweise gleich "um die Ecke". Da sind wir erschüttert über diese Ungeheuerrlichkeit, ein ganzes Dorf auszurotten, weil so ein dreckiges Nazischwein ermordet wurde. Aber in wievielen Regionen unserer Erde widerholt sich dieses Verbrechen genau heute????? Bloß weiter weg von Deutschland.


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#3

RE: Die Sprache des Hasses

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 09.07.2017 10:44
von thunibert (gelöscht)
avatar

Wo der Hass herkommt? Er entsteht dort wo sich Menschen zurückgestellt fühlen, aus Neid etwa gebiert Hass, aus Habgier und aus überhöhten Erwartungen, die sich schlussendlich nicht erfüllen können. Hass kann auch etwas sein das von bestimmten Parteien kultiviert wird um Identitätsstiftend gegen andere, bevorzugt Schwächere, brutale Gewalt zu inszenieren.

Nun verstehen, meist jene die nicht ausreichend klug sind, die Freiheitsrechte, die sich aus der Verfassung ergeben, als etwas das nur den Deutschen zusteht und sie selektieren, so dass am Ende Ansprüche formuliert werden, die nur in der Überhöhung und der Unterdrückung anderer Werte, begründet werden können. Ins Unreine gesagt:" Als Deutscher geboren zu sein, genügt um exklusive staatliche Versorgung zu erwarten."

Dass über eine etwa "Europäische Freizügigkeit" Menschen aus anderen Länder kommen können, das stört sie, sie empfinden es als Konkurrenz und sie reagieren teilweise mit einem unfassbaren Hass auf alles was ihrer "Deutschtümelei" entgegensteht. Dass man diesen Menschen immer wieder klar machen muss, wir wollen nicht nach eurem Gusto leben, wir verachten diese Ideologie, das fordert sie heraus und sie radikalisieren sich mehr und mehr.

Stoppt "Neonazis" ist angesagt und da darf/muss, mit allem das im Rahmen der Gesetze möglich ist, die Trennung erfolgen.


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#4

RE: Die Sprache des Hasses

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 09.07.2017 13:37
von Anthea | 12.282 Beiträge

Und Hass gebiert wieder Hass, Vergeltung anstatt Vernunftdenken und Innehalten. Die Sprache des Hasses ist eine der Dummheit. Denn Menschenverachtung ist dumm, wenn kleine Würstchen die Richtlinien an sich selbst anlegen.

Aus dem Stern Artikel, der ungemeinen Unmut auf den Verbreiter desselbigen hervorrief. ;-) Denn solch ein "Volk", das sich da in den NBL aufplusterte und mit Hassparolen gegen Merkel, den Westen und das "Establishment" meinte, in Proleten- und Gossenmanier auf die Straßen gehen zu müssen mit kriminellen Anführern wie einen Bachmann, die meinten, Frau Merkel eine "Volksverräterin" nennen zu dürfen, die waren für mich von Anfang an No Goes:
Für solch ein "Volk" kann sich das richtige Gros der Bürger nur schämen.

<<Es ist auch kein Zufall, dass es Sächsinnen und Sachsen waren, die sie erstmals "Volksverräterin nannten: Im Osten Deutschlands hat, zumal im Freistaat, ein rabiater Ton aus älteren, weit in Weimarer Republik und NS-Deutschland zurückreichenden Zeiten überdauert. Das Gefühl, regelmäßig übervorteilt und nicht gehört zu werden, ist hier weit verbreitet. Und wenn vom Volk die Rede ist, meint so mancher, eine Demokratie sei nichts wert, wenn Volkes Wille nicht unmittelbar regiere, wenn Politiker sich nicht zu Vollzugsgehilfen des ewig zu kurz gekommenen Volkes machen - wobei jeder Einzelne dieser Rabiaten erst zufriedengestellt wäre, wenn sich sein ganz persönlicher Wille eins zu eins erfüllt. <<


"Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!"
Albert Einstein
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#5

RE: Die Sprache des Hasses

in Alles rd. um Familie, Jugend, Kriminalität, Gesetze, Sozialstaat uvm 09.07.2017 17:54
von fjodorov (gelöscht)
avatar

Hass in Größenordnungen hat für gewöhnlich soziale Ursachen aber nicht nur.Ich erinnere daran,dass lange vor dem großen Flüchtlingstreck,besonders der Spiegel in vielen seiner Ausgaben,den Islam zum Thema hatte.Nicht um über diese Religion aufzuklären sondern diese in einem ganz bestimmten Licht darzustellen.Man schaue sich dazu nur die damaligen Titelseiten an,immer schön in schwarz gehalten mit dem entsprechenden Titeln. "Allahs blutiges Land", "Allahs rechtlose Töchter", "Papst contra Mohammed", "Mekka Deutschland – die stille Islamisierung","Haben wir schon die Scharia hier" , – das waren nicht etwa ironische, sondern bitterernst gemeinte "Spiegel"-Titel unter Stefan Aust. Und die Geschichten dazu waren ebenso tendenziös und diffamierend wie die Titelzeilen.Aber auch von der Politik wurde Ausländerfeindlichkeit durchaus gefördert,"Kinder statt Inder" waren die Schlagworte.Roland Koch mit seiner Forderung "verschärfte Strafen gegen ausländische,jugendliche Straftäter zu verhängen" passte sich dieser Stimmung an.Kombiniert mit einer zunehmenden sozialen Verwahrlosung in D durch das extreme Hervorpreschen neoliberaler Arbeitsgesetze (H4,prekäre Beschäftigung und all dieser auf Verarmung großer Teile der Bevölkerung ausgerichteten Maßnahmen) haben eine explosive Mischung hervorgebracht.Es gibt an dieser Fremdenfeindlichkeit nichts zu entschuldigen wohl aber zu erklären.


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