#1

Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 09.07.2017 23:08
von Till (gelöscht)
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Luat eienr Stduie der Cambrdige Uinevrstiät speilt es kenie Rlloe in welcehr Reiehnfogle die Buhcstbaen in eniem Wrot vokrommen... Der Rset knan trtozedm prboelmols gelseen wreden, weil das menchsilche Ague nicht jeedn Buhcstbaen liset.

Ertsuanlcih, nihct?

Ist Rechtschreibung also nur etwas für verzopfte Bildungsbürger?


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#2

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 09.07.2017 23:37
von Martin | 343 Beiträge

Als Schriftsetzerlehrling hätte ich mir solche Scherze jedenfalls nicht erlauben können. >&´)


Ich bin der Geist der strikt verneint, daß Gut´s aus Schlechtem stets entstunde. Dann nichts ist wie es anfangs scheint, schnell geht Utopia zugrunde. >&´)
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#3

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 08:27
von Luftdrache (gelöscht)
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Das eine ist eine Frage des möglicherweise fehlenden Humors deines Lehrmeisters.
Das andere ist einfach nur interessant, denn der Text von Till ist einfach und flüssig zu lesen. Und wenn ich an die vielen Rechtschreibreformen denke, wird da Rechtschreibung nicht auch ein Stück beliebig?
Das dumme ist, dass mir jetzt auf der Tastatur eine Taste für das GROßE ß fehlt


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#4

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 09:17
von Anthea | 12.282 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #3
Das eine ist eine Frage des möglicherweise fehlenden Humors deines Lehrmeisters.
Das andere ist einfach nur interessant, denn der Text von Till ist einfach und flüssig zu lesen. Und wenn ich an die vielen Rechtschreibreformen denke, wird da Rechtschreibung nicht auch ein Stück beliebig?
Das dumme ist, dass mir jetzt auf der Tastatur eine Taste für das GROßE ß fehlt


Es gibt wieder eine Reform der Reform. Einfach lachhaft. mdr schreibt:

<<21 Jahre nach der umstrittenen Rechtschreibreform ist das amtliche Regelwerk damit erneut an einigen Stellen geändert worden – jedoch in viel kleinerem Ausmaß. Neben dem großen Eszett ist nun außerdem die Großschreibung des Adjektivs in Fällen wie "Goldene Hochzeit" und "Neues Jahr" zulässig. Darüber hinaus passte der Rechtschreibrat einzelne Wortschreibungen an den gängigen Schreibgebrauch an. Er strich zum Beispiel die eingedeutschte Schreibweise "Ketschup", die kaum verwendet wurde – zulässig ist jetzt nur noch "Ketchup". Auch andere ungebräuchliche Varianten fallen weg und müssen also zum Beispiel bei Schuldiktaten als Fehler angestrichen werden, zum Beispiel "Grislibär" (amtlich erlaubt ist nur noch Grizzlybär), "Joga" (nur noch: Yoga) oder "Majonäse" (Mayonnaise). <<

Ich schreibe von Anfang der Reform an immer viel Unzulässiges. Denn ich bin der Meinung, dass es vielfach eine Frage der Bedeutung resp. des "feelings" ist. Z.B. bei "Neues Jahr". Ich schreibe z.B. "Im neuen Jahr werden wir......" Jedoch zu Silvester: Begrüßen wir das Neue Jahr....
Man sehe auch "Goldene Hochzeit". Das ist gewissermaßen wie ein Eigenname. Wäre ich nie auf die Idee gekommen, das Adjektiv klein zu schreiben.

Ich finde schon, dass Rechtschreibung wichtig ist - aber man muss nicht jedem Humbug Folge leisten. Was das Schreiben anbelangt! Jedoch sollte man sich verständlich ausdrücken können. Sprache ist ein wichtiges Kommunikationsmittel - das wichtigste überhaupt.
Deshalb empfinde ich es immer als grässlich, wenn "gute Deutsche" der Abteilung rassistische Hetzer sich über mangelnde Deutschkenntnisse von Flüchtlingen auslassen. Diese Leute, die ihrer eigenen Sprache als "Kulturgut" überhaupt nicht wirklich mächtig sind. Weder in Wort noch Schrift - noch Sprachgefühl.

---


"Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!"
Albert Einstein


zuletzt bearbeitet 10.07.2017 09:18 | nach oben springen

#5

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 09:45
von Luftdrache (gelöscht)
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Der Gedanke stimmt. Sprache und Schrift sind eine Kulturtechnik. Rechtschreibung eine Methode, diese Kulturtechnik anwenden zu können. Wenn aber alles so schön einfach ist, warum eine Rechtschreibreform nach der anderen? Durch die vielen "Reformen" wird es nur unübersichtlicher.
Dein zweiter Gedanke zur sprachlichen Ausdrucksfähigkeit führt zu einer Frage zum Bildungswesen: Warum schafft es Schule nicht, allen Schülern zumindest ein solides Grundgerüst mitzugeben?


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#6

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 10:25
von Anthea | 12.282 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #5
Warum schafft es Schule nicht, allen Schülern zumindest ein solides Grundgerüst mitzugeben?



Gute und berechtigte Frage. Gerade die deutsche Sprache ist hinsichtlich der Möglichkeiten ihrer Ausdrucksformen so vielfältig. Umso erschreckender erscheint mir oft, über welch ein eingeschränktes Vokabular Schüler verfügen.
Ich denke allerdings auch, dass Worte/Wörter, die Verwendung dieser und den Kontext, in dem sie zum Einsatz kommen, reine "Emotion" sind. Und empathielose Menschen kennen für die Vielschichtigkeit vieler Dinge eben nur ein einziges Wort. Hell ist hell, dunkel ist dunkel. Die verschiedenen Facetten und Nuancen, das Be- und Ergreifen "mit allen Sinnen" ist ihnen nicht gegeben.
Sicherlich auch eine gute Frage an unsere Lehrerin Moorhuhn, wenn sie aus der Karibik zurück ist.

---


"Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!"
Albert Einstein


zuletzt bearbeitet 10.07.2017 10:26 | nach oben springen

#7

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 11:37
von merte | 446 Beiträge

Und das gesprochene Gegenstück ist die Rechtsprechung, oder?
Es wird mir ein ewiges Rätsel bleiben, wie bspw Schweizer die Rechtschreibung beherrschen können, oder die Sachsen, Badenser und Österreicher!


Ich bin verantwortlich für Das was ich schreibe, nicht für Das, was ihr darunter versteht(verstehen wollt!
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#8

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 11:47
von Anthea | 12.282 Beiträge

Lach* Das sind wieder so Feinheiten. Denn de facto wäre "Rechtsprechung" das Gegenstück dazu. Und hier muss wieder gewaltig interpretiert werden. Denn es müsste "Richtigschreibung" heißen. "Recht" in dem Falle nur, weil eine Institution von Schwachmaten sich das "Recht" herausnimmt, Unfug als "rechtmäßig" ansehen zu wollen.
Was dann Konsequenzen hat, denn Unrichtigschreibungen werden dann rechtmäßig geahndet werden dürfen.

Eigentlich ist das ja ein Unding für "richtige und aufRECHTE Deutsche".Denn in die "gute deutsche Sprach" fließen ja dann schließlich "ausländische Elemente" ein. Jetzt ist die "Majonäse" auch schon wieder "fromage". Lach*


"Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!"
Albert Einstein


zuletzt bearbeitet 10.07.2017 11:51 | nach oben springen

#9

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 11:49
von merte | 446 Beiträge

Es ist ja letztlich so, in einigen Gegenden des deutschsprachigen Raums müssen die Bewohner die Kommunikation 2x erlernen, stuemmts?
Sagt man in norddeutsch-tiefgeebneten Gegenden auf die Frage "Wie schreibt man Das?"
Mit " Wie du es sprichst!" würde das in anderen Gegenden im heillosen Chaos enden, oder?
Btw, ich spreche auch anders, als ich schreibe, aber das geht wohl Jedem so.


Ich bin verantwortlich für Das was ich schreibe, nicht für Das, was ihr darunter versteht(verstehen wollt!
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#10

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 12:02
von Anthea | 12.282 Beiträge

Manche "Tonarten" - ich schreibe bewusst nicht "Dialekte" sind in meinen Augen eine Verunglimpflichung der deutschen Sprache. Was nun einmal die Aussprache anbelangt.

Einige Ausdrücke sind jedoch recht lustig und klingen besser als im Hochdeutschen. Besonders die Beschimpfungen.
Beispiel im bayrischen mit Übersetzung:

Am Depp sei Brotzeitbeitl = besonders lächerliche Form für Trottel, Tölpel, dummer Mensch.

Oder in Sächsisch:

Nimmd der mir eenfach de Vorfohrt, der Gnusbogobb! - klingt netter als "Spinner".


---


"Welch triste Epoche, in der es leichter ist, ein Atom zu zertrümmern als ein Vorurteil!"
Albert Einstein


zuletzt bearbeitet 10.07.2017 16:33 | nach oben springen

#11

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 15:17
von Till (gelöscht)
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Zitat von Luftdrache im Beitrag #5
Der Gedanke stimmt. Sprache und Schrift sind eine Kulturtechnik. Rechtschreibung eine Methode, diese Kulturtechnik anwenden zu können. Wenn aber alles so schön einfach ist, warum eine Rechtschreibreform nach der anderen? Durch die vielen "Reformen" wird es nur unübersichtlicher.
Rechtschreibung lediglich als Methode, um Sprache zu speichern, so sehe ich es auch. Deshalb sollte Rechtschreibung keine Wissenschaft sein, und ich habe nichts gegen Reformen, die die Rechtschreibung einfacher und vor allem logischer machen. Natürlich tut man sich schwer, wenn man 50 Jahre lang eine bestimmte Schreibweise gelernt und angewandt hat.
Bereits um 1900 gab es eine Rechtschreibreform, bei der Schreibweisen wie "Thür" und "Thor" abgeschafft wurden, und ich kenne niemanden, der dieser alten Schreibweise nachtrauert. (Übrigens sollte auch "Thron" in "Tron" geändert werden, aber dagegen hat angeblich Kaiser Wilhelm höchstpersönlich interveniert.)



zuletzt bearbeitet 10.07.2017 15:39 | nach oben springen

#12

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 10.07.2017 18:16
von Geraldo | 96 Beiträge

Ich gebe zu das meine Rechtschreibung auch nicht immer die beste ist
Shit happens oder so ähnlich.Das mit dem das oder dass habe ich schon in der Grundschule
nicht begriffen aber grundsätzlich kenne ich natürlich noch das ß.
Meine strenge Mutter und mein Beamtenvater haben dann irgendwann meine
Talente erkannt und gesagt, lass doch den Jungen eine Technische Ausbildung machen
und somit war das Thema erledigt.

In der Berufsschule konnte ich mich noch Rudimentär an einige
Dinge erinnern aber spielten eigentlich keine Rolle da Rechenschieber/Bits/Byts und
Hexadezimalsystem wichtiger waren und
Ankreuzfragen schon in den 60er Jahren eingeführt wurden.

Danach habe ich meine Schriftlichen Geschichten 30 Jahre ins Büro vergeben
und mich darauf verlassen das die Damen im Büro die neueste Software
auf ihren Rechnern haben.
Bei Nachfragen gab es da manchmal kritische oder auch freundliche Blicke
aber die Damen waren ja Kummer gewohnt.

So meine Geschichte dazu

MfG Geraldo


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#13

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 11.07.2017 08:39
von Andreas1975 | 217 Beiträge

Auch ich versuche mich an den allgemeinen Regeln zu halten. Das mache ich um mein geschriebenes Wort auch für andere Verständlich zu machen.
Wenn es mir mal nicht gelingt? Egal.
Es ist zum Glück noch nicht gesetzlich geregelt wie ich zu schreiben habe.


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#14

RE: Wie wichtig ist Rechtschreibung?

in Schule und Bildung 14.07.2017 18:45
von Till (gelöscht)
avatar

Zitat von Anthea im Beitrag #4
Ich schreibe von Anfang der Reform an immer viel Unzulässiges.
Ich habe andere Erfahrungen gemacht. Eingefleischten Gegnern der Rechtschreibreform habe ich ein paar Fragen zur neuen Rechtschreibung gestellt, und alle konnten sich an Ottfried Fischer halten, der mal sinngemäß sagte: Ich finde die neue Rechtschreibung klasse. Ich schreibe wie bisher, und jetzt ist es richtig.


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#15

F oder Ph?

in Schule und Bildung 05.07.2018 17:17
von Till (gelöscht)
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Viele trauern ja der alten Schreibweise "Geographie", "Telephon" usw. statt "Geografie" bzw. "Telefon" nach.

In Wikipedia heißt es dazu:

"Im Altgriechischen wurde das Phi nicht als [f], sondern als aspiriertes p [p-h] ausgesprochen. Bei der Übernahme griechischer Wörter ins Lateinische wurden die Lehnwörter, insbesondere technische Bezeichnungen und Eigennamen, die den Buchstaben Φ enthielten, mit „p“ oder „ph“ transkribiert, womit sich die Schreiber bemühten, diesen Laut wiederzugeben, den das Lateinische nicht kannte. Später, in den ersten Jahrhunderten nach Christus, tauchten erstmals Schreibungen mit „f“ in solchen Lehnwörtern auf, was darauf hinweist, dass das Phi im Griechischen zu einem Frikativ (Reibelaut) geworden war. So wurde im zweiten Jahrhundert „P(h)ilippus“ durch „Filippus“ ersetzt. Im modernen Griechisch sowie in der Schulaussprache des Altgriechischen ist die Aussprache [f]. In deutschen Wörtern griechischen Ursprungs, die die Buchstabenfolge „ph“ enthalten (z. B. Philologie, Philosophie), kann unter gewissen Bedingungen „ph“ durch „f“ ersetzt werden."

Das heißt, schon die alten Lateiner waren weiter als wir. Wer auf "Telephon" beharrt, sollte also so konsequent sein und es nicht "telefon" sondern "telep-hon" aussprechen.


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