"Als ein Zeichen, dass wir das politische Erbe Leuschners, das politische Erbe, das uns die Opfer des 20. Juli hinterließen, ehren und mehren wollen, stifte ich an seinem 20. Todestage die Wilhelm-Leuschner-Medaille." So lautet der Stiftungserlass von 1964.
Die Medaille ist als Auszeichnung für Personen bestimmt, die sich im Geiste Wilhelm Leuschners hervorragende Verdienste um die demokratische Gesellschaft und ihre Einrichtungen erworben haben. Der Erlass wurde 2008 geändert. Seitdem kann die Medaille auch "zur Würdigung des Einsatzes für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit verliehen" werden.
Jetzt soll die Medaille Roland Koch verliehen werden. Man erinnere sich: Derselbe Roland Koch, der in die CDU-Spendenaffäre verstrickt war und mit der Erfindung "jüdischer Vermächtnisse" zur Verschleierung beitrug, derselbe Roland Koch, der die Unterschriftenaktion gegen die doppelte Staatsbürgerschaft ("wo kann ich hier gegen Ausländer unterschreiben") initiierte, derselbe Roland Koch, in dessen erste Amtszeit die Steuerfahnder-Affäre fiel. 2010 trat Koch als Ministerpräsident zurück und wechselte ein halbes Jahr später zu Bilfinger Berger, einem Baukonzern, der zuvor mit dem Ausbau des Frankfurter Flughafens (Landebahn Nordwest) beauftragt worden war.