Ohne Beispiel, dafür mit Geschmäckle, ist allerdings, dass der Empfänger eines Ehrensoldes über 236.000 Euro pro Jahr meint, sich etwas hinzu verdienen zu müssen. Eigentlich erwartet man von Bundespräsidenten a.D., dass sie ihre Zeit für ehrenamtliches Engagement nutzen.[/quote]
Der Fehler liegt m. E. im System, das sich Wulff ganz legal zu Nutze macht, wie so viele andere abgehalfterte, ausgeschiedene und/oder in Ehren verabschiedete Politiker auch.
Der uneigennützige, auf das Gemeinwohl bedachte Politiker, der es dank großzügiger Besoldungs- und Abfindungsregelungen nicht nötig hat, sein Engagement auf profane eigenökonomische Aktivitäten zu verlagern, stirbt allmählich aus. Wobei man beim Wulff noch nicht mal sicher sein kann, dass ihn nur der schnöde Mammon umtreibt. Es soll ja Leute geben, die mit Mitte 50 auch noch Visionen/Pläne haben, die nicht unbedingt/direkt dem Mutter Theresa- Bonus entspringen. Auch wenn die Umstände der Amtsenthebung beim Wulff grenzwertig waren, er hat aus meiner Sicht für seine Zukunft das Beste draus gemacht, auf der Basis von Gesetzen, die nicht er verabschiedet hat.
Wo liegt der Fehler? In antiquierten Gesetzen, die weder ökonomisch sinnvoll sind, noch Politiker hervorbringt, die zukünftig ehrenamtlich alles geben. Das liegt in der Natur des Menschen, und in Zeiten des Haifischkapitalismus sowieso.
Mal ehrlich, der Grüßaugust in Deutschland ist dermaßen bedeutungslos, ein entlassener gleich doppelt. Warum also soll ein Mann in der Blüte seiner Jahre in der Bedeutungslosigkeit verschwinden, wenn ihm andere Optionen offen stehen?
Jo, die "gemeinnützige" Verantwortung, die ihm erwächst, weil er doch so viel Kohle bekommt, wird man jetzt wütend anprangern. Nee, das ist nicht seine Baustelle, das ist wieder der Systemfehler 
Im übrigen ist dieser Systemfehler für mich seit langem der Grund, warum ich keiner Partei über den Weg traue.