#1

Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 13.07.2017 23:13
von Anthea | 12.544 Beiträge

Muss immer hinhalten, wenn es um die Verteilung von Negativem geht.

Uli Gellermann zeichnete wieder einmal ein „Porträt“ und geht in diesem mit Jakob Augstein und dessen Auslassungen im „Freitag“ nicht einig.

„Linke Russo-Phobie ist schick“ übertitelt er seinen Artikel. Und schreibt:

<<Na klar ist der FREITAG links: Viele Artikel zeugen davon, jede Menge Namen kluger Autoren im Blatt auch und schließlich Jakob Augstein selbst: Das ist einer von der linken Opposition, ein Publizist für Frieden & Gerechtigkeit und gegen den Mainstream. Jüngst kommentierte der Herausgeber mit dem großen Namen einen wirklich hasserfüllten Artikel in der FAZ zur Schwulen-Ehe. Elegant wie von Augstein gewohnt und bissig wie von ihm erhofft, macht er den FAZ-Autor nieder. Und streuselt, mit linker Hand, Bemerkungen über Schwulen-Hass anderswo ein.

So entdeckt Augstein in der FAZ „Schwulenhass. Um ihn schnellstens zu exportieren: "Wie man ihn sonst nur aus dem Osten kennt“. Und damit kein Zweifel darüber aufkommt wo der Osten liegt, schiebt der FREITAG-Herausgeber noch nach: „Homophobie gibt es offenbar nicht nur bei den Russen“. Der Russe, das weiß der deutsche Medienkonsument, ist schuld, mal an diesem oder jenem, zumeist aber an allem. Deshalb fallen dem Gewohnheitsschreiber Augstein auch keine anderen Weltgegenden der Homophobie ein, wie zum Beispiel Saudi-Arabien, wo Schwulenhass zur ersten Bürgerpflicht gehört. Vergessen auch das vorläufig letzte große Schwulen-Massaker, das in Orlando (Florida) 49 Menschenleben kostete. Fand die Studie der Field Research Corporation (San Francisco) aus dem Jahr 2006 etwa in Moskau statt? Die stellte fest, dass 73 % der Befragten US-Amerikaner angaben, dass homosexuelle Beziehungen immer abzulehnen seien. Doch so weit hätte Augstein gar nicht denken müssen, erfanden doch die Berliner noch jüngst, als Klaus Wowereit zum Regiereden Bürgermeister gewählt worden war, den diskriminierenden Spruch „Wowereit Popo bereit“. So geht Berliner Schnauze, wenn sie losgelassen wird. Und weil der Paragraph 175, der Schwul-Sein unter Strafe stellte, in der West-Republik erst im Juni 1994 abgeschafft wurde, hält sich falsches Bewusstsein eben länger.

Aber dem feinsinnigen Freitag-Herausgeber fielen in der Schnelle nur die Russen ein. Das ist ein deutscher Reflex, den schon Opa hatte. Der kannte den Russen noch als Unter-Menschen. Heute wird er in der Rubrik Un-Mensch geführt. Dieser bedingte Reflex macht leider auch vor Linken nicht halt. Wohl deshalb gibt in der deutschen Linken immer wieder Leute, die sich in der Russen-Frage zum Partner der Merkelei machen. Mal im Kampf um Kiew, dann wieder auf der Seite des Verfassungsschutzes im Kampf gegen russische Cyber-Attacken, oder bei der Befreiung der Schwulen vom russischen Joch. So träufelt denn die Russophobie vom Chef bis ins Feuilleton.
[…]
Russo-Phobie ist offenkundig schick. Vor allem aber erholsam für deutsche Oppositionelle. Denn es ist schon ermüdend, wenn man ständig gegen die Mainstream-Medien und die Bundesregierung opponieren muss. Man ist so allein. Dann wird gern nach Gemeinsamkeiten gesucht. Und in der Anti-Russland-Haltung auch gefunden. Wem das nützen mag? Der deutschen Linken kaum. Und auch kaum dem Verstand. <<

http://www.rationalgalerie.de/home/augsteins-freitag.html

Ich persönlich hielt immer schon die einseitige Anti-Haltung eines einmal ausgemachten Dauerfeindes für wenig konstruktiv. Und auch eher noch einem „Vasallentum“ geschuldet. Hintenreinkriecherei bei Big Brother.
Manchmal ist es halt besser sich an den Spruch zu halten: If you can’t beat them, join them.


---


Will man einen Freund haben, so muss man auch für ihn Krieg führen wollen: und um Krieg zu führen, muss man Feind sein können. Friedrich Wilhelm Nietzsche
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#2

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 14.07.2017 06:08
von thunibert (gelöscht)
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Russland verfolgt nicht Menschen mit gleichgeschlechtlicher Sexualität in der Form wie es der §175 in Deutschland tat, es macht die Werbung für "Schwul sein" zum Thema und verbietet dort.

Während der § 175 die Gleichgeschlechtliche Liebe an sich zum Straftatbestand gemacht hat, also die Polizei in den persönlichen Verhältnissen nach Beweisen für "schwul sein" suchte, sagt das Russische Recht: Wer in der Öffentlichkeit mit schwulen Aktionen (etwa küssen) den "Normalos" das schwul sein schmackhaft machen möchte, der wird bestraft.

Nun mag man sagen, der Unterschied ist nicht so groß, dass man es kleinteilig argumentieren muss, ist jedoch nicht richtig, denn wenn die Türe zu ist, hat der Staat dort nichts mehr zu suchen in der Privatheit dieser Menschen. Allerdings ist die Basis dieser Gesetzgebung brüchig zu nennen, denn eine Werbung will das Beworbene vermitteln und kein Mensch der "Hetero" ist wird "Homo" weil er durch Werbung dahin kommt. Etwas das bereits im Mutterleib, also beim "Mensch werden" als Anlage zur Sexualität konditioniert ist, wechselt nicht die Fronten.


Göttliche umarmen schnell.
Leben windet sich, Schicksal wird geboren.
Und im Innern weint ein Quell
(frei nach Rilke)
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#3

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 14.07.2017 09:04
von Anthea | 12.544 Beiträge

Zitat von thunibert im Beitrag #2
Russland verfolgt nicht Menschen mit gleichgeschlechtlicher Sexualität in der Form wie es der §175 in Deutschland tat, es macht die Werbung für "Schwul sein" zum Thema und verbietet dort.

Während der § 175 die Gleichgeschlechtliche Liebe an sich zum Straftatbestand gemacht hat, also die Polizei in den persönlichen Verhältnissen nach Beweisen für "schwul sein" suchte, sagt das Russische Recht: Wer in der Öffentlichkeit mit schwulen Aktionen (etwa küssen) den "Normalos" das schwul sein schmackhaft machen möchte, der wird bestraft.

Nun mag man sagen, der Unterschied ist nicht so groß, dass man es kleinteilig argumentieren muss, ist jedoch nicht richtig, denn wenn die Türe zu ist, hat der Staat dort nichts mehr zu suchen in der Privatheit dieser Menschen. Allerdings ist die Basis dieser Gesetzgebung brüchig zu nennen, denn eine Werbung will das Beworbene vermitteln und kein Mensch der "Hetero" ist wird "Homo" weil er durch Werbung dahin kommt. Etwas das bereits im Mutterleib, also beim "Mensch werden" als Anlage zur Sexualität konditioniert ist, wechselt nicht die Fronten.


Somit hat Uli Gellermann in Bezug auf Jakob Augstein in dem Falle Recht, dass dieser offenbar "reflexartig" zu kurz gesprungen ist. In dem Falle also dann "Russo-phobisch" zu nennen.

Focus stellte einmal das angebliche Land der unbegrenzten Möglichkeiten als „Spaßbremse“ dar, wobei in den einzelnen Bundesstaaten der Sex und was nicht erlaubt ist unter die Lupe genommen wurde. Da steht z.B. <<Und in Daytona Beach verbietet es der Gesetzgeber, öffentliche Mülleimer sexuell zu belästigen. <<

Kann mir das mal jemand erklären? Aber nichts ist unmöglich. Ich sah auch einen Fall, wo jemand seinem Auto sexuell verbunden ist. Nichts ist unmöglich.

Aber lest selber:

http://www.focus.de/reisen/usa/knigge/la...id_4658844.html


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#4

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 16.07.2017 12:06
von fjodorov (gelöscht)
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Ja,es gibt in den deutschen und internationalen Medien ein ständiges Russlandbashing.Fast egal was geschieht,der Russe ist schuld.Das kann aber nicht bedeuten,dass man keine Kritik an Russland üben darf.Das russische Gesetz gegen die Propagierung von Homosexualität ist schlicht von Unwissenheit und Vorurteilen geprägt.Der Gesetzgeber hat der Gesellschaft in Russland mit diesem Gesetz einen Bärendienst erwiesen.Nicht nur ist es objektiv Blödsinn zu behaupten,dass durch schwule Propaganda(was auch immer man dort darunter versteht),Menschen entgegen ihrer eigenen Gefühlslage zur Homosexualität erzogen werden könnten und zweitens verstößt man Heranwachsende die diese Orientierung nun mal haben,direkt aus der Gesellschaft.Aber kommt Zeit kommt vielleicht auch das Verstehen.


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#5

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 17.12.2017 11:12
von sagittarius (gelöscht)
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Bundesnachrichtendienst streute heimlich Russland-Kritik unter Medien

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat Journalisten heimlich mit russlandkritischen Informationen und Einschätzungen versorgt, bevor BND-Präsident Bruno Kahl diese Mitte November in einer Rede öffentlich machte. Dies bestätigte der BND jetzt dem Tagesspiegel. Zu dem Thema hätten zuvor nicht öffentliche sogenannte Hintergrundgespräche mit ausgewählten Pressevertretern stattgefunden, hieß es. Einzelheiten dazu würden nicht bekannt gegeben: „Über Inhalte und Details dieser Gespräche, bei denen auch die Teilnehmer-Medien ihrerseits auf die Vertraulichkeit setzen, wird grundsätzlich keine Auskunft erteilt“, teilte der Nachrichtendienst mit.
http://www.tagesspiegel.de/politik/selek...Fzen.yandex.com

Die Medien,die eigentlich die vierte Gewalt im Lande darstellen ,die Regierenden also kontrollieren sollen,als Sprachrohre der Politik.Soweit zur Unabhängigkeit von Medien.Aber wenn man die Gesellschaft beeinflussen und in eine bestimmte Richtung lenken will,wird man nicht umhinkönnen sich dieser fragwürdigen Methoden zu bedienen.Hofberichterstattung vom Feinsten.


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#6

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 17.12.2017 13:11
von Anthea | 12.544 Beiträge

Woran man erkennen kann, wer eigentlich und wirklich eine "potenzielle Gefahr" bedeutet.
Diejenigen, die unter dem Siegel der Verschwiegenheit und Einforderung selbiger diverse "Schei*hausparolen" verbreiten, wohl wissend, dass diese "ins Vertrauen Gezogenen" durch ihr angebliches "Insiderwissen" und in Anbetracht ihres "medialen" Berufes durchaus in irgendeiner Form davon Gebrauch machen würden. Damit das "gemeine" Volk auch wohl informiert ist... Die Indoktrination und Instrumentalisierung mit dem Ergebnis von nützlichen Idioten bemerken sie dabei nicht...
Und das Publikum ist wieder fasziniert. Wie nach dem alten Motto: Bild sprach zuerst mit dem Toten...

Die Gefahr und das Perfide an solchen Methoden, denen sich die "Hüteren" bedienen, ist nun einmal, dass durch die Naivität Leute sich zu gerne bereitwillig lenken lassen. Eben auch durch eine gewisse "Obrigkeitshörigkeit". Wenn doch solche "seriösen" Institutionen das meinen.... Die müssen es ja wissen...

"Faulheit ist Dummheit des Körpers, Dummheit ist Faulheit des Geistes". Johann Gottfried Seume

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Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran


zuletzt bearbeitet 17.12.2017 13:12 | nach oben springen

#7

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 18.12.2017 10:54
von sagittarius (gelöscht)
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Russland könnte zu einer ernsten Gefahr für weltweit wichtige Kommunikationswege werden. Davor warnt der britische Chef des Verteidigungsstabes Sir Stuart Peach. Das Problem: Ein Großteil der Kommunikation läuft über Unterseekabel, die am Boden der Meere verlegt sind.
Durch die gesteigerte Präsenz russischer Schiffe und U-Boote im Nordatlantik entsteht bei den NATO-Mitgliedern die Befürchtung, die Verbindungen könnten gestört oder gar gekappt werden. Stuart zufolge seien Großbritannien und seine NATO-Verbündeten schlecht auf solch ein Szenario vorbereitet. Die NATO habe den Schutz der Unterseekabel nun priorisiert – und zwar ZITAT „als Antwort auf die Bedrohung, die von der Modernisierung der russischen Marine ausgeht – nämlich sowohl von nuklearen als auch konventionellen U-Booten und Schiffen“.
https://www.focus.de/politik/ausland/war...Fzen.yandex.com

Das gleiche könnten sicher auch andere Staaten tun,weshalb ausgerechnet Russland das machen sollte wird nicht begründet.Es reicht anscheinend aus solche irren Vorstellungen in die Welt zu setzen in der Hoffnung das dies im Unterbewusstsein der Menschen hängen bleibt.Russland könnte auch alle Zivilflugzeuge ausländischer Fluggesellschaften,die sich über seinem Territorium befinden,zur Landung zwingen und beschlagnahmen.Es könnte auch alle Heringe aus den Weltmeeren fischen,dann gebe es keine mehr oder alle Russen stampften gleichzeitig auf den Boden auf um in Westeuropa Erdbeben auszulösen.So langsam scheinen den Kriegstreibern wohl die Argumente auszugehen dass sie zunehmend schizophren reagieren.


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#8

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 25.12.2017 17:32
von sagittarius (gelöscht)
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US-General Robert B. Neller hat amerikanische Soldaten in Norwegen auf einen "riesigen Kampf" eingestimmt. Der Oberkommandierende des US Marine Corps sagte laut der Nachrichtenseite "military.com" bei einem Truppenbesuch: "Ich hoffe, dass ich mich irre, aber: ein Krieg naht."Den 300 Marines erklärte Neller: "Alleine durch eure Anwesenheit hier führt ihr einen Kampf – einen informationellen und einen politischen Kampf." Die 300 Soldaten der US-Marineinfanterie sollen in Norwegen Operationen der Nato unterstützen und im kalten Klima trainieren. Der General bekräftigte, die Marines sollen stets darauf vorbereitet sein, ihre Mission zu ändern.
Im Fokus stünden vor allem der Pazifik und Russland. Noch deutlicher wurde demnach Sergeant Major Ronald Green, als er den Soldaten sagte: "Sie beobachten euch, so wie ihr sie beobachtet. Wir haben hier 300 Marines, aber es können über Nacht auch 3000 werden." Ein Sprecher des Generals verteidigte die Rede gegenüber der "Washington Post". Es sei darum gegangen, Soldaten zu inspirieren.
https://www.focus.de/politik/ausland/truppenbesuch-in-norwegen-hoffe-dass-ich-mich-irre-us-general-stimmt-soldaten-auf-riesigen-kampf-ein_id_8093374.html

https://kurier.at/politik/ausland/us-gen...Fzen.yandex.com
Bereitet man eine false flag Operation vor?Erst beschuldigt man Russland Unterseekabel zerstören zu wollen nun bereitet man die eigenen Truppen mental auf einen großen Krieg vor.Parallell dazu liefert man Waffen an die Ukraine.

In einer spektakulären Rede warnt der ehemalige US-Verteidigungsminister William J. Perry in der National Cathedral in Washington vor dem Nuklearkrieg gegen Russland. Nur leider berichtet kaum jemand darüber.

Die Kassandra-Rufe des neunzigjährigen Stanford-Mathematikers und ehemaligen Verteidigungsministers unter Bill Clinton, William J. Perry, verhallen ungehört, denn die Konzernmedien berichten darüber nicht. William J. Perry hatte am 28. November 2017 in der National Cathedral in Washington einen spektakulären Auftritt. Hunderte von Kirchenbesuchern hörten sich an einem Dienstagabend in der zentralen Kirche ihrer Hauptstadt an, wie William J. Perry vor einer so noch nie dagewesenen Kriegsgefahr warnte.

Perry trat als erster Redner im Rahmen des "Nancy and Paul Ignatius Program" auf, ihm folgte eine höchst illustre Runde von Diskussionsteilnehmern: der ehemalige US-Außenminister unter Obama, John Kerry, die Enkelin des früheren US-Präsidenten Eisenhower, Susan Eisenhower, der einflussreiche Stephen Hadley, ehemaliges Mitglied des "National Security Council" und Berater von Donald Rumsfeld, und der Sohn der Veranstalter, David Ignatius, ein Journalist der Washington Post.

Perry, der als Berater von Präsident John F. Kennedy während der Kuba-Krise 1962 hautnah mitbekam, wie nur um Haaresbreite ein nuklearer Krieg verhindert werden konnte, war in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre Staatssekretär im Verteidigungsministerium unter Präsident Carter. Er gilt als führender Experte für alle Sachfragen zur nuklearen Hochrüstung. Zu Beginn seiner Rede nahm Perry Bezug auf eine Parabel des deutschen Philosophen Günther Anders (1902-1992), der mehrere Jahre mit Hannah Arendt verheiratet war.

Dass ein ehemaliger US-amerikanischer Verteidigungsminister einen der politischen Linken zugehörigen Philosophen zitiert, der in vergangenen Jahrzehnten gegen die nukleare Hochrüstung, die Wiederbewaffnung und den Vietnamkrieg protestierte und dessen früher Aufsatz "Über die Bombe und die Wurzeln unserer Apokalypse-Blindheit" eine fundamental-kritische und hochbedeutsame philosophische Reflexion über die Atombombe darstellt, hat großen Seltenheitswert und macht die Dringlichkeit seines Anliegens deutlich. Desweiteren wies Perry darauf hin, dass die Beziehungen zwischen den nuklearen Supermächten USA und Russland in dem zurückliegenden Vierteljahrhundert noch nie so angespannt waren wie zur Zeit.

Zahlreiche Fehlalarme, so Perry, brachten die Welt während des ersten kalten Kriegs mehrfach an den nuklearen Abgrund. Er selbst sei im Oktober 1979 um drei Uhr nachts als damaliger Staatssekretär von einem Offizier des "North American Aerospace Defense Command" aus dem Bett geholt worden – mit der Falschmeldung, dass sich zweihundert sowjetische Interkontinentalraketen im Anflug auf Nordamerika befänden (mit dem Manöver "Able Archer" war im November 1983 der nukleare Abgrund noch näher gerückt).

Die aktuelle hochgefährliche Situation beschrieb William J. Perry in drastischen Sätzen:

Heute erschaffen wir aufs Neue die geopolitische Feindschaft des kalten Krieges. Wir tun das ohne eine öffentliche Diskussion, ohne irgendein Verständnis unseres Handelns – wir bewegen uns schlafwandelnd in einen neuen kalten Krieg und es besteht die sehr reale Gefahr, dass wir in einen Nuklearkrieg hineinstolpern.

Darüberhinaus wandte sich William J. Perry nachdrücklich gegen die Russland-Sanktionen und betonte, dass der Westen sich damit selbst bestrafe und es einer Katastrophe gleichkomme, die Russen gegen den Westen aufzubringen. Erstaunlicherweise wies Perry gegen Schluss seiner Ansprache auch noch auf die Möglichkeit eines baldigen globalen Zusammenbruchs des Weltklimas hin, der ebenfalls nukleare Vernichtungskriege zur Folge haben könnte.

Die vollständige Rede des ehemaligen Verteidigungsministers kann hier eingesehen werden. In den Vereinigten Staaten hat "The Nation" über die Veranstaltung in der National Cathedral berichtet. William J. Perrys Auftritt verdient größte Beachtung: Unmissverständlich hat er darauf aufmerksam gemacht, dass die westlichen Bevölkerungen gegenwärtig in keinster Weise begreift, wie groß die reale Gefahr eines Nuklearkriegs ist. Perry besitzt präzises Detailwissen über den sinistren rüstungsindustriellen Komplex (Lockheed Martin) und dessen eindimensionalem Profitstreben: Vor diesem Hintergrund kommt seinem Auftritt größte Bedeutung zu.

Gleichlautendes gilt auch für die Wahl der National Cathedral, Washingtons wichtigstem Sakralbau, als Veranstaltungsort. Dass so einflussreiche und bedeutende Persönlichkeiten wie der ehemalige US-Außenminister John Kerry und das ehemalige Mitglied des "National Security Council" Stephen Hadley, der sich u.a. für die NATO-Osterweiterung einsetzte, die an Perrys Auftritt anschließende Diskussion mitgestaltet haben, macht mehr als deutlich, wie sich Teile der US-Oligarchie vor einem drohenden Nuklear-Krieg fürchten, während andere Teile der US-Oligarchie bemüht sind, ihn herbeizuführen.

Darauf weist der Journalist Ernst Wolff in seinem aktuellen Buch "Finanz-Tsunami" (2017) hin: Ein großer Krieg, so Ernst Wolff, "würde riesige Summen in die Hände der Rüstungs- und Finanz-Industrie spülen, die lahmende Industrie beleben, Arbeitsplätze schaffen und die Aufmerksamkeit des Volkes auf äußere Feinde lenken" und damit – ganz im Sinne der westlichen Finanz-Oligarchie – einen erneuten Zusammenbruch des höchst labilen westlichen Finanzsystem verhindern oder zumindest verzögern. Vor diesem Hintergrund erscheinen auch die permanenten Manöver vor Nordkorea in Verbindung mit den beispiellos brutalen UN-Sanktionen in einem neuen Licht.

Das Schweigen der großen westlichen Zeitungen und der westlichen Fernsehanstalten über die Veranstaltung in der National Cathedral hätte der deutsche Philosoph Günther Anders als "eschatologische Windstille" bezeichnet.

https://deutsch.rt.com/meinung/62632-am-...Fzen.yandex.com

Vielleicht ist man in Washington und dem NATO-Hauptquartier der Meinung,das Heranrücken der NATO an die russischen Grenzen sei nun abgeschlossen auch wenn es vorerst nicht gelungen ist die Ukraine organisatorisch mit einzubinden,so dass man nun endlich losschlagen kann?Sehr beängstigend das alles.


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#9

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 25.12.2017 19:00
von grimmstone | 478 Beiträge

Generäle sind eigentlich fast immer großmäulig.
Das hängt wohl damit zusammen, dass diese einer Gefahr nicht ausgesetzt sind - nicht mal im Krieg.
Töten lassen muss sich die Truppe.
Wenn die Truppe ihre mögliche Tötung vermeiden will, muss sie sich ihrer Generäle entledigen.
Die Truppe hat die Waffen hierzu.


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#10

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 25.12.2017 19:48
von Anthea | 12.544 Beiträge

Solche Leute können gar nicht anders oder nichts anderes, als an Krieg zu denken. Das ist ihre Profession und daraus ziehen sie ihre Daseinsberechtigung.
Man schaue sich mal das Konterfei dieses Generals an. ;-(

http://cdn1.spiegel.de/images/image-1231...xrr-1231190.jpg

Bange machen gilt nicht.


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#11

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 26.12.2017 14:35
von sagittarius (gelöscht)
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Zitat von grimmstone im Beitrag #9
Generäle sind eigentlich fast immer großmäulig.
Das hängt wohl damit zusammen, dass diese einer Gefahr nicht ausgesetzt sind - nicht mal im Krieg.
Töten lassen muss sich die Truppe.
Wenn die Truppe ihre mögliche Tötung vermeiden will, muss sie sich ihrer Generäle entledigen.
Die Truppe hat die Waffen hierzu.


Sie (die Generäle) meinen einer Kriegsgefahr nicht ausgesetzt zu sein aber die Technologie der Kriege hat sich dramatisch verändert.Aber ich gebe Dir Recht,manche zumindest glauben dass der Tod in einem Krieg nur für die Untergebenen vorgesehen ist,niemals für die Befehlshaber.Eine solche vermutete Einstellung macht aber die Situation um so gefährlicher denn sie suggeriert ihren Vertretern eine Überlebenschance zu haben und einen Nuklearkrieg gewinnen zu können.Die amerikanische Außenpolitik ist durch Kriege geprägt,dieses Denken,selbst gemachte oder andere Probleme mit Kriegen zu lösen lässt angesichts der heutigen Technologien einen nur noch schaudern.Die Welt stand schon einigemale am Abgrund,1961 und 1983 um Beispiele zu nennen,ob wir immer so viel Glück haben werden dass sich diese Situationen letztlich entspannt haben,ist ungewiss.Aber solche Äußerungen eines Generals werden andernorts nicht unbemerkt bleiben und die Spannungen weiter aufheizen.Irgendwann reicht dann der sprichwörtliche Funke um die Katastrophe auszulösen.



zuletzt bearbeitet 26.12.2017 14:37 | nach oben springen

#12

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 26.12.2017 15:31
von sagittarius (gelöscht)
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Nawalny von Präsidentschaftswahl ausgeschlossen

Nawalny ist der bedeutendste Gegner von Präsident Wladimir Putin, der seit 18 Jahren an der Macht ist. Für den Oppositionellen gilt derzeit eine Bewährungsstrafe wegen Betrugs. Kritiker betrachten das Urteil gegen ihn als politische Vergeltungsaktion.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-...Fzen.yandex.com

Während sich in Deutschland alle größeren Parteien zumindest offiziell gegen die AfD,wegen ihrer nationalistischen und fremdenfeindlichen Haltung,abgrenzen,ist dass im Fall des russischen Nationalisten Nawalny anders. Der Verfechter eines liberaleren Waffengesetzes forderte , "militante Kaukasier« mit der Pistole zu bekämpfen". Im Herbst trat er beim »Russischen Marsch« vor schwarz-gelb-weißen Zarenflaggen schwenkenden Rechtsextremisten als Volkstribun auf und wetterte dort gegen die Oligarchen. Nawalny beendete seine Rede mit dem Nationalisten-Gruß "Es lebe Russland".In einem Video vergleicht er Kaukasier mit Kakerlaken und gibt auch gleich Empfehlungen wie damit umzugehen sei.Als Putingegner darf er aber solche Sprüche loslassen.Da sind Leute wie er bei uns willkommen.


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#13

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 26.12.2017 15:56
von Anthea | 12.544 Beiträge

Zitat
Als Putingegner darf er aber solche Sprüche loslassen.Da sind Leute wie er bei uns willkommen.



Ich zähle mich nicht zu den "uns".

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
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#14

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 30.12.2017 14:12
von sagittarius (gelöscht)
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Bis vor kurzem waren es noch die Chinesen die beschuldigt wurden Öl nach Nordkorea zu liefern,obwohl es diesbezüglich Sanktionen gibt.Gab es nun eine Anweisung von "oben" die Marschrichtung zu ändern?Jetzt soll es Russland sein dass die Sanktionen mißachtet und Öl nach N-Korea liefert.Die komplette Presse hat ihre Meldungen entsprechend umgestellt.Da hat wohl der ZK-Sekretär für Agitation und Propaganda ein Machtwort gesprochen.


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#15

RE: Russland – Buhmann für alles

in Deutschland 10.01.2018 23:41
von sagittarius (gelöscht)
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https://www.focus.de/finanzen/boerse/neu...Fzen.yandex.com

Neue Öl-Allianz im Osten
Putin schießt uns ab: Warum Russlands Ölstrategie für Europa richtig teuer wird


So titelt der Focus über die Hinwendung Russlands nach China.Dümmer gehts nimmer.Nicht Putin schießt uns ab sondern eine an Dümmlichkeit kaum zu überbietende Politik des Westens und Deutschlands.Na wenigstens wird Putin noch nicht als Wiedergänger Hitlers tituliert denn das wäre ein Zeichen für bevorstehende Kriegshandlungen gegen Russland.Aber man kann ja wenigstens versuchen im Volk das neue und alte Feindbild zu schüren.



zuletzt bearbeitet 10.01.2018 23:42 | nach oben springen


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