#1

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 12.04.2018 18:36
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Integrationsprobleme begründest du jetzt also mit mangelnden Ressourcen für die Integration - den welche andere Aufgabe hätte staatliche Logistik - (was soll der Begriff Logistik eigentlich aussagen?). Verstehe ich dich da richtig?[/quote]

Als Ressourcen sehe ich in erster Linie eine funktionierende Verwaltung, die den zugezogenen Flüchtlingen gerecht wird, ausreichendes Fachpersonal zur Betreuung und Integration und eine deutliche Verbesserung schulischer Bedingungen.
Sorry, dass ich immer wieder mit Schule ankomme, aber sie ist mein Arbeitsfeld und sehe die schulische Ausbildung als Startposition für eine gelingende Integration. Wenn denn die Bedingungen passen. Eigentlich möchte ich mich auch nicht ständig wiederholen, habe dazu in vielen Beiträgen schon was geschrieben. Sieh im Ordner Schule/Bildung nach, gell


Der frühe Vogel kann mich mal !
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#2

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 12.04.2018 18:42
von Findus (gelöscht)
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Du wirst aber nicht umhinkommen festzustellen, dass die Verwaltung die notwendigen Stellen zur Integration schaffen könnte. Mittelfristig ist das billiger, als nur halbherzig zu integrieren. Spielräume sind da - die Staatsschulden sinken langsam und kontinuierlich und die Steuern sprudeln.


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#3

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 12.04.2018 18:47
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Alte Zeiten...aber waren sie schlechter als heute ?

Gruß aus der freien und Hansestadt Hamburg ![/quote]

moin,
die Zeiten waren anders, ich war jung und nur für mich selbst zuständig, habe völlig unbeschwert aus allem das Beste gemacht und mich um Politik nicht gekümmert, SirPorthos

Allerdings hab ich die letzten Züge der DDR freudig begleitet, weil mir klar wurde, dass nach dem Studium ein anderer Wind wehen wird, ein autoritärer Staat hätte seine Lehrer ordentlich in die Pflicht genommen.
Als alles zusammenbrach, war ich glücklich und habe mich auch wieder für Politik interessiert


Der frühe Vogel kann mich mal !
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#4

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 12.04.2018 21:57
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Konjunktive machen die Sache nicht besser, Findus.
Es ist erwiesen, dass die Verwaltung völlig überfordert, angemessener Wohnraum nicht vorhanden ist, von zügigen Asylverfahren ganz zu schweigen.

Zum Thema auch noch ein Zahlenspiel, was ich nicht unbedingt als "Bruchteil" bezeichnen würde.

https://www.welt.de/politik/deutschland/...eutschland.html


Der frühe Vogel kann mich mal !
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#5

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 13.04.2018 14:02
von Findus (gelöscht)
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Eine starke Behauptung ist zwar oft besser, als ein schlechter Beweis, liebes moorhuhn. Dennoch bleibt eine Behauptung nur eine Behauptung. Der Konjunktiv "könnte" ist durchaus klarer zu formulieren: Die Ressourcen mehr Unterstützung für die Aufgabe der Integration zu schaffen sind vorhanden. Es braucht Entscheider, die diese Ressourcen auch bereitstellen wollen. Das ob oder ob nicht wiederum ist eine politische Frage.


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#6

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 13.04.2018 14:34
von Findus (gelöscht)
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Zum Thema Ressourcen für Integration

Wer gute Integration möchte, muss gute strukturelle Rahmenbedingungen schaffen. Schaut man z.B. auf die Arbeit der Bildungsträger, stellt man auf der einen Seite die hohe Motivation der Lehrkräfte fest, auf der anderen Seite ungesicherte Lebensverhältnisse durch Selbstständigkeit und geringe Honorare. Und wie intensives Lernen in Integrationskursen mit einer Regelgröße von 25 Personen sein soll, bleibt ebenso eine offene Frage.
Im Gespräch mit einer Lehrerin in einem Integrationskurs zeigt die TAZ exemplarisch die unzureichende Bereitstellung von Ressourcen nach sowie die geringe Wertschätzung der Bevölkerung für die Arbeit seiner in Integrationskursen Lehrenden. Unteritelt ist der Artikel daher mit dem gedankenvollen Satz "Die Wertschätzung, die sie von ihren Kursteilnehmern erhält, hätte sie gerne auch von ihrem Land.".
Zum Bericht (Quelle): http://taz.de/Integration-von-Gefluechte...-Geld/!5495511/



zuletzt bearbeitet 13.04.2018 14:37 | nach oben springen

#7

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 13.04.2018 22:58
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #51
Zum Thema Ressourcen für Integration

Wer gute Integration möchte, muss gute strukturelle Rahmenbedingungen schaffen. Schaut man z.B. auf die Arbeit der Bildungsträger, stellt man auf der einen Seite die hohe Motivation der Lehrkräfte fest, auf der anderen Seite ungesicherte Lebensverhältnisse durch Selbstständigkeit und geringe Honorare. Und wie intensives Lernen in Integrationskursen mit einer Regelgröße von 25 Personen sein soll, bleibt ebenso eine offene Frage.
Im Gespräch mit einer Lehrerin in einem Integrationskurs zeigt die TAZ exemplarisch die unzureichende Bereitstellung von Ressourcen nach sowie die geringe Wertschätzung der Bevölkerung für die Arbeit seiner in Integrationskursen Lehrenden. Unteritelt ist der Artikel daher mit dem gedankenvollen Satz "Die Wertschätzung, die sie von ihren Kursteilnehmern erhält, hätte sie gerne auch von ihrem Land.".
Zum Bericht (Quelle): http://taz.de/Integration-von-Gefluechte...-Geld/!5495511/



Nichts anderes schreibe ich hier permanent.
Ich kenne mich in anderen BL nicht so gut aus, aber das Land Sachsen geht besonders "effizient" mit Integration und auch mit Inclusion um. Förderschulen werden abgeschafft, weil es neuerdings diskriminierend ist, Kinder mit besonderem Förderbedarf in einem geschützten Raum von hochqualifiziertem Personal ausbilden zu lassen. Sie sollen in der allgemeinbildenden Schule zusammen mit bis zu 28 Kindern unterschiedlichen Leistungsniveaus lernen. Einen richtigen Plan hat man außer den allgemeinen Lehrplänen aber nicht, von Personal ganz zu schweigen. Man könnte das weiter führen mit der Integration von ausländischen Kindern, die auch im Gymnasium sitzen, jedoch nicht mal 50% die sprachliche Befähigung dafür haben, dem Unterricht folgen zu können.
Und ja, solche Politik hat auch immer einen Anflug von mangelnder Wertschätzung- sowohl für die Lehrkräfte als auch für die zu Integrierenden und zu Includierenden.
Das war jetzt definitiv mein letztes Wort zu diesem Thema.


Der frühe Vogel kann mich mal !
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#8

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 14.04.2018 08:56
von Findus (gelöscht)
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Zitat von moorhuhn im Beitrag #52
Nichts anderes schreibe ich hier permanent.Ich kenne mich in anderen BL nicht so gut aus, aber das Land Sachsen geht besonders "effizient" mit Integration und auch mit Inclusion um. Förderschulen werden abgeschafft, weil es neuerdings diskriminierend ist, Kinder mit besonderem Förderbedarf in einem geschützten Raum von hochqualifiziertem Personal ausbilden zu lassen. Sie sollen in der allgemeinbildenden Schule zusammen mit bis zu 28 Kindern unterschiedlichen Leistungsniveaus lernen. Einen richtigen Plan hat man außer den allgemeinen Lehrplänen aber nicht, von Personal ganz zu schweigen. Man könnte das weiter führen mit der Integration von ausländischen Kindern, die auch im Gymnasium sitzen, jedoch nicht mal 50% die sprachliche Befähigung dafür haben, dem Unterricht folgen zu können.Und ja, solche Politik hat auch immer einen Anflug von mangelnder Wertschätzung- sowohl für die Lehrkräfte als auch für die zu Integrierenden und zu Includierenden.Das war jetzt definitiv mein letztes Wort zu diesem Thema.


Man merkt, dass du den TAZ - Artikel und die Position der Integrationskurs-Lehrerin nicht wirklich gelesen hast.
Stumpf mit konservativem Ismus zu antworten - wie einfach.
Gott sei dank müssen wir uns nicht einig werden - das würde über ein "mehr Resssourcen für Schule und andere Institutionen werden gebraucht" wohl kaum hinaus gehen.
Inklusion ist der richtige Schritt um Teilhabe in der Gesellschaft zu gewährleisten. Seperierte Inseln führen nicht zur Teilhabe. Auch die Inklusion braucht Ressourcen. Sie ist damit aber umsetzbar - mit anderen pädagogischen Konzepten als die Förderbeschulung. Inklusion ist darüber hinaus Teil der UN-Behindertenkonvention und damit Teil geltenden Rechts!

Ach ja zum Stichwort deiner geliebten Sonderpädagogik auch noch ein Bericht der TAZ: http://www.taz.de/!5292139/
So dolle scheint es also wohl mit den Förderschulen als Nachfolger der Sonderschulen auch nicht sein.



zuletzt bearbeitet 14.04.2018 16:12 | nach oben springen

#9

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 14.04.2018 11:28
von Anthea | 12.274 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #8
Zitat von moorhuhn im Beitrag #7
Nichts anderes schreibe ich hier permanent.Ich kenne mich in anderen BL nicht so gut aus, aber das Land Sachsen geht besonders "effizient" mit Integration und auch mit Inclusion um. Förderschulen werden abgeschafft, weil es neuerdings diskriminierend ist, Kinder mit besonderem Förderbedarf in einem geschützten Raum von hochqualifiziertem Personal ausbilden zu lassen. Sie sollen in der allgemeinbildenden Schule zusammen mit bis zu 28 Kindern unterschiedlichen Leistungsniveaus lernen. Einen richtigen Plan hat man außer den allgemeinen Lehrplänen aber nicht, von Personal ganz zu schweigen. Man könnte das weiter führen mit der Integration von ausländischen Kindern, die auch im Gymnasium sitzen, jedoch nicht mal 50% die sprachliche Befähigung dafür haben, dem Unterricht folgen zu können.Und ja, solche Politik hat auch immer einen Anflug von mangelnder Wertschätzung- sowohl für die Lehrkräfte als auch für die zu Integrierenden und zu Includierenden.Das war jetzt definitiv mein letztes Wort zu diesem Thema.


Man merkt, dass du den TAZ - Artikel und die Position der Integrationskurs-Lehrerin nicht wirklich gelesen hast.
Stumpf mit konservativem Ismus zu antworten - wie einfach.
Gott sei dank müssen wir uns nicht einig werden - das würde über ein "mehr Resssourcen für Schule und andere Institutionen werden gebraucht" wohl kaum hinaus gehen.
Inklusion ist der richtige Schritt um Teilhabe in der Gesellschaft zu gewährleisten. Seperierte Inseln führen nicht zur Teilhabe. Auch die Inklusion braucht Ressourcen. Sie ist damit aber umsetzbar - mit anderen pädagogischen Konzepten als die Förderbeschulung. Inklusion ist darüber hinaus Teil der UN-Behindertenkonvention und damit Teil geltenden Rechts!

Ach ja zum Stichwort deiner geliebten Sonderpädagogik auch noch ein Bericht der TAZ: http://www.taz.de/!5292139/
So dolle scheint es also wohl mit den Förderschulen als Nachfolger der Sonderschulen auch nicht sein.

Zitat von Findus im Beitrag #8
/
So dolle scheint es also wohl mit den Förderschulen als Nachfolger der Sonderschulen auch nicht sein.


Lieber Findus, jeder darf/dürfte, aber nicht jeder kann/wird können. Und somit ist es eine gute Sache, aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen von Kindern hier die bestmöglichen schulischen Institutionen zu errichten, wo sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten gefördert und gefordert werden. Ohne dass Frust aufkommt.
Und dazu bedarf es der Sonderpädagogik.

Jetzt sollte man das ganze Nazigewäsch der Rechercheure und Autoren des Artikels mal außer Acht lassen und ganz einfach die Frage stellen: Was ist das Beste für ein Kind.
Vielleicht erinnerst du dich noch an den "Fall Henri" aus 2014, wo eine Mutter den Ehrgeiz hatte, ihren Sohn, der an Down Syndrom leidet, auf ein Gymnasium mit anderen Kindern zu verbringen, was seitens der Schule abgelehnt wurde.

[...]

Dass ihr Henri kaum das Abitur schaffen wird, räumt Kirsten Ehrhardt ein. Ihr gehe es darum, dass er mit seinen Freunden aus der Grundschule zusammen bleibt und mit dem Sonderpädagogen, der Henri sowie vier andere gehandicapte Kinder bisher betreut, er wechselt bald mit zwei körperbehinderten Schülern auf das Walldorfer Gymnasium. "Henri könnte die Klasse bereichern", Aus SPON

Wobei es natürlich ein Unterschied ist, ob es sich um eine körperliche oder geistige Beeinträchtigung handelt. Und es geht ja nicht hauptsächlich in der Schule darum, dass sich Schüler wohlfühlen sollen.

Es geht immer und überall um Einfühlsamkeit und fachlicher Kompetenz von Lehrpersonal. Ausgerichtet auf die entsprechende Situation resp. dem Schülerkreis. Und auch hier kann man nicht einen jeden überall einsetzen. Das ist dann wieder wie die "Peter Leiter". Scheitern auf ganzer Linie.

Irgendwie kommt das Thema vom ursprünglich Gedachtem ab.
Aber um es wieder auf Integration zu bringen: Es sind Ideen im Schwange, Kinder erst in eine Schule zu lassen, wenn sie die deutsche Sprache sprechen u.a. Also Pflicht zur Erlernung dieser, bevor es weitergehen kann.

---


Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)


zuletzt bearbeitet 14.04.2018 16:42 | nach oben springen

#10

RE:Schulformen - für jeden etwas

in Schule und Bildung 14.04.2018 15:55
von Findus (gelöscht)
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In der Tat, wir kommen ein wenig vom Thema ab. Verlegen wir die schulische Inklusion vielleicht in den Bereich Bildung?

Hier nur so viel: Ich habe keine Ahnung, ob Henri das Abitur schaffen wird oder nicht. Wohl aber sollte Henri so normal wie möglich an der Gesellschaft teilhaben, statt auf der Insel Förderschule abgeschottet zu werden. Viele Kinder sind in Förderschulen letztlich falsch beschult und könnten an einer Regelschule einen allgemeinbildenden Abschluss erwerben. Gänzlich abschaffen können wird man die Förderschule wohl vermutlich aber nicht. Hier wäre zu überlegen, wie sich diese Schulform aber weiter gesellschaftlich öffnen könnte.



zuletzt bearbeitet 14.04.2018 16:04 | nach oben springen


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