#1

Siemens

in Deutschland 25.11.2017 13:37
von Till (gelöscht)
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6,2 Milliarden Euro Gewinn machte Siemens, ein Plus von elf Prozent. Pro Aktie soll die Dividende um zehn Cent erhöht werden, auf 3,70 Euro. Mit anderen Worten: Siemens geht es glänzend.
Gleichzeitig will Siemens 6900 Stellen in Deutschland streichen sowie die Standorte Görlitz und Leipzig schließen.

Für die Rechtsbraunen ist die Sache klar: Schuld sind Union, SPD und Grüne mit ihrer Energiewende. Die sorgt dafür, dass erneuerbare Energien immer häufiger Großkraftwerke verdrängen, weshalb Siemens in dieser Sparte einen Auftragseinbruch erlebt. In Deutschland arbeiten in der Kraftwerkssparte noch 16.000 Menschen bei Siemens, in Mülheim, Offenbach, Erlangen, Berlin, Leipzig, Essen, Duisburg, Erfurt und Görlitz. Noch arbeiten die Angestellten Aufträge in Höhe von zusammen 40 Milliarden Euro ab.

Allerdings ist es ein weltweiter Trend, dass erneuerbare Energien und kleine dezentrale Anlagen immer häufiger Großkraftwerke verdrängen. Wäre Siemens allein vom deutschen Markt abhängig, hätte es schon lange schließen müssen. Und Siemens verdient auch an der Energiewende. Der Konzern selbst forderte von der Bundesregierung in den vergangenen Tagen noch mehr Klimaschutz - und damit auch einen Ausbau erneuerbarer Energien. In einem Aufruf verlangten Siemens und weitere 51 deutsche Großunternehmen, das anscheinend in weite Ferne gerückte Klimaziel für 2020 nicht aufzugeben.

Glücklich, wer so ein einfach gestricktes Weltbild hat wie die Rechtsbraunen.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/en...teckt-1.3752315



zuletzt bearbeitet 25.11.2017 13:43 | nach oben springen

#2

RE: Siemens

in Deutschland 25.11.2017 13:56
von Findus (gelöscht)
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Zitat von Till im Beitrag #1
6,2 Milliarden Euro Gewinn machte Siemens, ein Plus von elf Prozent. Pro Aktie soll die Dividende um zehn Cent erhöht werden, auf 3,70 Euro. Mit anderen Worten: Siemens geht es glänzend.


Die Annahme, glänzender wirtschaftlicher Aussichen würde ich nicht an einer Dividende festmachen. Sie kann genau so täuschender Schmuck sein. Den Wert einer Aktie kannst du nur in ihrer Gesamtheit und mit gesundem Blick auf die zugehörige AG bewerten.

Zitat

Gleichzeitig will Siemens 6900 Stellen in Deutschland streichen sowie die Standorte Görlitz und Leipzig schließen.



Worüber wir aber nur reden, da es um einen Stellenabbau im vierstelligen Bereich geht - sprich irgendjemand soll doch bitte wieder die Firma retten

Zitat
Die sorgt dafür, dass erneuerbare Energien immer häufiger Großkraftwerke verdrängen, weshalb Siemens in dieser Sparte einen Auftragseinbruch erlebt. In Deutschland arbeiten in der Kraftwerkssparte noch 16.000 Menschen bei Siemens, in Mülheim, Offenbach, Erlangen, Berlin, Leipzig, Essen, Duisburg, Erfurt und Görlitz. Noch arbeiten die Angestellten Aufträge in Höhe von zusammen 40 Milliarden Euro ab.



Wie soll eine Marktwirtschaft anders funktionieren? Wer auf veraltete Technologien setzt hat eben nur einen kleinen Markt. Wenn nicht andere Produkte angeboten werden oder die Unternehmenssparte besser diversifiziert wird, ist es doch kein Wunder, wenn die Auftragsbücher leer bleiben. Zusammengefasst: Managementversagen!

Du hast vollkommen Recht, Till. Ein wenig wirtschaftliche Grundkenntnisse würden so manchen Wutburger sein selbstgestricktes Weltbild nehmen.



zuletzt bearbeitet 25.11.2017 13:59 | nach oben springen

#3

RE: Siemens

in Deutschland 25.11.2017 15:17
von Till (gelöscht)
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Zitat von Findus im Beitrag #2
Die Annahme, glänzender wirtschaftlicher Aussichen würde ich nicht an einer Dividende festmachen. Sie kann genau so täuschender Schmuck sein. Den Wert einer Aktie kannst du nur in ihrer Gesamtheit und mit gesundem Blick auf die zugehörige AG bewerten.
Die Höhe der Dividende sagt in der Regel nichts über die Zukunftsaussichten aus, sondern über die aktuelle Lage. Und die ist bei 6,2 Milliarden Euro Gewinn bestimmt nicht schlecht.
Der Wert einer Aktie sagt dagegen nichts über die Lage einer Firma aus, da sie ein reines Spekulationsobjekt ist und durch den kleinsten Pups beeinflusst wird.



zuletzt bearbeitet 25.11.2017 15:23 | nach oben springen

#4

Siemens

in Deutschland 25.11.2017 20:50
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Till im Beitrag #1
[…] Siemens geht es glänzend. Gleichzeitig will Siemens 6900 Stellen in Deutschland streichen sowie die Standorte Görlitz und Leipzig schließen. […]
Es schadet nicht, aufmerksamer zu lesen… die Zahl von ca. 6900 Arbeitsplätzen bezieht sich auf die weltweit angesetzte Personalreduktion, innerhalb Deutschland wird es nur etwa halb so viele Arbeitnehmer treffen - und in Görlitz und Leipzig zusammengerechnet bloß etwa 920.
Siemens ist ein recht breit aufgestellter Konzern, und wenn die Kraftwerkssparte für die nächste Zukunft wenig Beschäftigung verspricht, dann wird sicher - auch im Zusammenhang mit Kyoto-Protokoll und anderen Absichtserklärungen - garantiert demnächst ein staatliches Infrastrukturinvestitionsprogramm aufgelegt werden, das in ohnehin längst ausgelagerten Betriebsteilen neuen Personalbedarf bewirkt… 
Die derzeitige "Einsparungswelle" betrifft nach Kugels Worten übrigens zum Großteil nicht Arbeiter, sondern Jobs von Ingenieuren, IT-Fachkräften und anderen hoch qualifizierten Spezialisten. Logisch. Die Arbeiter sind ja schließlich innerhalb der letzten ca. 30 Jahre soweit reduziert worden, dass da kaum noch Spielraum für weitere Entlassungen geblieben ist.


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#5

RE: Siemens

in Deutschland 25.11.2017 22:03
von Till (gelöscht)
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Stimmt, 6900 sind es weltweit, in Deutschland die Hälfte. Der Stellenabbau soll auch "sozialverträglich" vonstatten gehen. Allerdings werden Standorte ausgerechnet in einer Region geschlossen, die schon jetzt von hoher Arbeitslosigkeit betroffen ist. Und es würde mich sehr wundern, hätte Siemens dort keine Subventionen erhalten.

Mein Thema war allerdings, wie die rechtsbraune AfD und ihre rechtsbraunen Sympathisanten den Personalabbau kommentieren - bar jeden wirtschaftlichen Verständnisses.



zuletzt bearbeitet 25.11.2017 22:04 | nach oben springen

#6

Offener Brief von Kaeser an Martin Schulz

in Deutschland 27.11.2017 22:52
von Meridian | 2.884 Beiträge

Hier der offene Brief an Martin Schulz:

https://www.welt.de/wirtschaft/article17...Schulz-los.html

Bestimmt tut Kaeser sein Unternehmen mehr "highlighten", als es ihm vielleicht zusteht. Aber er hat ein Grundproblem der SPD völlig richtig erkannt: Nämlich dass die SPD oder zumindest Teile von ihr immer noch dem klassischen Kohlearbeiter nachtrauert. Aber den klassischen Arbeiter gibt es immer weniger.

Schulz will angeblich die SPD erneuern. Da ist doch dieser Brief gerade zur rechten Zeit gekommen. Das heiß nicht, dass er einem wie Kaeser bedingungslos folgen soll, aber zumindest den Aspekt beachten, wie die SPD neue Wege findet, die derzeitigen sozialen Herausforderungen der heutigen Gesellschaft anzugehen.


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