#1

"Me Too" in der Malerei

in Malerei, Bildhauerei und Architektur 23.02.2018 16:38
von Till (gelöscht)
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"Hylas und die Nymphen" (John William Waterhouse 1896) wurde in der Manchester Art Gallery abgehängt; das gleiche soll "Thérèse, träumend" (Balthus 1938) im New Yorker Metropolitan Museum of Art widerfahren, geht es nach einer Petition von 10.000 Unterstützern; das Selbstporträt des amerikanischen Fotorealisten Chuck Close wurde wegen dessen "sexuell anzüglichen Verhaltens" aus der Universität von Seattle entfernt - sorgt "Me Too" nun für eine Säuberung in der Malerei?
Philipp Demandt, der Leiter des Städel-Museums, der Liebieghaus-Skulpturensammlung und der Kunsthalle Schirn in Frankfurt, gab derweil zu bedenken, dass die "Museen bald leer" wären, mache man "die Tugendhaftigkeit des Künstlers zum Maßstab".
http://www.sueddeutsche.de/kultur/kunst-...nheit-1.3849687


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#2

RE: "Me Too" in der Malerei

in Malerei, Bildhauerei und Architektur 23.02.2018 17:39
von Findus (gelöscht)
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Aristoteles darf man auch nicht mehr lesen, der soll frauenfeindlich geschrieben haben.



zuletzt bearbeitet 23.02.2018 17:51 | nach oben springen

#3

RE: "Me Too" in der Malerei

in Malerei, Bildhauerei und Architektur 23.02.2018 18:14
von woipe (gelöscht)
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@ findus und till

mir kommt als kunstliebhaber und als kunst erschaffender das kalte grausen bei diesem thema.
das lachen ist mir vergangen...

me too verhalten sich wie content manager bei facebock und zwitter...


"nichts habe ich mir fester zum grundsatz gemacht, als meine lebensführung nicht nach euren vorurteilen zu gestalten." seneca


zuletzt bearbeitet 23.02.2018 18:42 | nach oben springen

#4

RE: "Me Too" in der Malerei

in Malerei, Bildhauerei und Architektur 23.02.2018 19:12
von woipe (gelöscht)
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sorry - muss heißen content moderator (nix manager)


"nichts habe ich mir fester zum grundsatz gemacht, als meine lebensführung nicht nach euren vorurteilen zu gestalten." seneca
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#5

RE: "Me Too" in der Malerei

in Malerei, Bildhauerei und Architektur 23.02.2018 19:27
von Anthea | 12.282 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #2
Aristoteles darf man auch nicht mehr lesen, der soll frauenfeindlich geschrieben haben.


Nietzsche schon mal gar nicht. Der ließ seinem Zarathustra den bedeutungsvollen Satz sagen: Gehst du zum Weibe, vergiss die Peitsche nicht.


---


Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)
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#6

RE: "Me Too" in der Malerei

in Malerei, Bildhauerei und Architektur 23.02.2018 19:40
von Hamlets Gummibärchen (gelöscht)
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Zitat von Till im Beitrag #1
"Hylas und die Nymphen" (John William Waterhouse 1896) wurde in der Manchester Art Gallery abgehängt; das gleiche soll "Thérèse, träumend" (Balthus 1938) im New Yorker Metropolitan Museum of Art widerfahren, geht es nach einer Petition von 10.000 Unterstützern; das Selbstporträt des amerikanischen Fotorealisten Chuck Close wurde wegen dessen "sexuell anzüglichen Verhaltens" aus der Universität von Seattle entfernt - sorgt "Me Too" nun für eine Säuberung in der Malerei?
Philipp Demandt, der Leiter des Städel-Museums, der Liebieghaus-Skulpturensammlung und der Kunsthalle Schirn in Frankfurt, gab derweil zu bedenken, dass die "Museen bald leer" wären, mache man "die Tugendhaftigkeit des Künstlers zum Maßstab".
http://www.sueddeutsche.de/kultur/kunst-...nheit-1.3849687
Gerade Balthus ist ein Beispiel, an dem die Verlogenheit und Heuchelei der Debatte offensichtlich wird. Balthus mag pädophil gewesen sein, nur: solange er seine Obsessionen nur malt, ist das reichlich nebensächlich. Rubens jedenfalls mit seiner Verherrlichung von antiken Vergewaltigungen wäre da weitaus angreifbarer.

Zudem muß man in diesen Zeiten zugeben - tut man es nicht, ist man blind und verlogen - daß gegenüber der träumenden Therese die Darbietung 15jähriger Mädels im Eiskunstlauf, bei deren gespreizten Beinen man fast bis in die Gebärmutter schauen kann, weitaus anzüglicher und aufreizender ist. Oder die Darbeitungen der Cheer Leader Mädels Aber hier zeigt sich die Verlogenheit: das eine ist erlaubt, obwohl es weitaus anzüglicher ist, weil es sich hinter der Maske sozialer Gepflogenheit wie dem Sport verstecken kann,

Vollends verlogen und fast schon nur als Satire zu fassen ist das Gomringer-Gedicht. Aber Lächerlichkeiten sollte man nicht ernst nehmen, sondern herzlich darüber lachen. Vor allem sollte man sie nicht mit #metoo in Verbindung setzen. Hier geht es nämlich nicht um Bewunderung, sondern um krasse Gewalt und um die Ausnützung von Machtgefügen.


"Bosheit, mein Herr, ist der Geist der Kritik, und Kritik bedeutet den Ursprung des Fortschritts und der Aufklärung" (Thomas Mann, Der Zauberberg)

Man kann aus keiner Mücke einen Elefanten machen, aber jeden Elefanten zur Schnecke.
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#7

RE: "Me Too" in der Malerei

in Malerei, Bildhauerei und Architektur 23.02.2018 19:49
von woipe (gelöscht)
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kunst und kultur brauchen gegensätze, müssen polarisieren können, ... - brauchen den diskurs.

wer mit vermeintlicher political correctness dies unterminiert betreibt kultur-flädderei...


"nichts habe ich mir fester zum grundsatz gemacht, als meine lebensführung nicht nach euren vorurteilen zu gestalten." seneca
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#8

RE: "Me Too" in der Malerei

in Malerei, Bildhauerei und Architektur 04.05.2018 09:38
von Aoife | 90 Beiträge

Mein Mann hat eine Tuschezeichnung einer nackten Frau angefertigt und ich habe diese Vorlage zu einem Scherenschnitt umgearbeitet. Müssen wir beide jetzt unsere Bilder verbrennen - das wäre ja wie Bücher verbrennen. Hatten wir das nicht schon?
Sebstverständlich ist sexuelle Belästigung zu bekämpfen. Man kann es mit der "political correctness" aber auch schwer übertreiben.


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#9

RE: "Me Too" in der Malerei

in Malerei, Bildhauerei und Architektur 04.05.2018 09:44
von woipe (gelöscht)
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gut gebrüllt!


"nichts habe ich mir fester zum grundsatz gemacht, als meine lebensführung nicht nach euren vorurteilen zu gestalten." seneca
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