#1

Die neunte Kunst

in Literatur 09.01.2018 12:21
von Anthea | 12.377 Beiträge

So bezeichnen einige "Comics" schlechthin. Wobei auch hier wieder unterschieden werden muss zwischen Schund und hochwertig.

So sagte der Kabarettist Markus von Hagen, der Übersetzer von Mickey Mouse Heften, zu dieser Kunstgattung:

"Comic ist zuerst einmal ganz wertfrei eine Form des "sprachlich-bildlichen" Ausdrucks, den es schon seit tausenden Jahren gab, zum Beispiel im alten Ägypten aber auch im Mittelalter".

Voraussetzung für gute Comics ist immer der Text, der in die Sprechblasen eingefügt werden muss. Was wiederum eines guten Übersetzers bedarf, da z.B. im Englischen "knackige" Ausdrücke zum Verständnis von Situation und Charaktere in deutscher Übersetzung angepasst werden müssen.

Eigentlich, so denke ich, ein schöner Job. Humor sollte vorausgesetzt werden. Markus von Hagen kümmet sich also um die "Ducks für Deutsche" als gewissermaßen "Sprachrohr von Entenhausen".

Dagobert Duck wurde im vergangenen November gerade 70, berechnet ab ihrem Auftreten.

Übrigens: Wenn jemand sich selbst einen "Donaldisten" nennt, dann kann man ihm freundlich begegnen. Denn es ist nicht anzunehmen, dass dieser auf "Trampelpfaden" wandelt.

Mit einem fröhlichen grummel, ächz, kicher, tzzzt, stöhn und gröl

Frage: Sind Comics "Kunst"?

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
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#2

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 09.01.2018 19:55
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

"Frage: Sind Comics "Kunst"?" (Anthea)

Klar, wunderbare Ausdruckskunst, ähnlich den Karikaturen vermögen sie durch gezielte Symbolik und ironische Texte kurz und knackig ein Thema zu erörtern.


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#3

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 12:01
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Anthea im Beitrag #1
[…] Markus von Hagen, der Übersetzer von Mickey Mouse Heften […]
Ich wusste gar nicht, wer die Nachfolge von Dr. Erika Fuchs angetreten hat… 
Zitat von Anthea im Beitrag #1
[…] Frage: Sind Comics "Kunst"?
Es gibt Comicstrips, die den Anspruch Kunst zu sein, für sich beanspruchen - und zweifellos ist eine seit Jahrzehnten überholte Ansicht, das Medium Comic als Schund zu subsumieren. (Was bis in die 70er Jahre durchaus mehrheitsfähige Ansicht gewesen ist)


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#4

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 12:47
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Jackdaw im Beitrag #3
Zitat von Anthea im Beitrag #1
[…] Markus von Hagen, der Übersetzer von Mickey Mouse Heften […]
Ich wusste gar nicht, wer die Nachfolge von Dr. Erika Fuchs angetreten hat… 
Zitat von Anthea im Beitrag #1
[…] Frage: Sind Comics "Kunst"?
Es gibt Comicstrips, die den Anspruch Kunst zu sein, für sich beanspruchen - und zweifellos ist eine seit Jahrzehnten überholte Ansicht, das Medium Comic als Schund zu subsumieren. (Was bis in die 70er Jahre durchaus mehrheitsfähige Ansicht gewesen ist)


Das ist im Grunde genommen genau so wie bei der Literatur ohne Sprechblasen und bunte Bildchen. Lach* Da gibt es ganz gravierende Unterschiede, was die Qualität anbelangt. Oder in der Malerei, der Musik, des Theaters...
Wie immer liegt alles im Auge des Betrachters. Gefallen macht schön. Obwohl es dann, so man Vergleiche ziehen kann, den Ansprüchen einer Einordnung in anspruchsvolle "Kunst" nicht Genüge tun kann.

Man denke mal an die grandiosen Asterix und Obelix Heftchen. Genial!
Ich las als Kind auch unheimlich gerne Mickey Mouse, Fix und Foxie, Prinz Eisenherz, Tarzan oder was auch immer. ;-) So etwas war bei Deutschlehrern verpönt.

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Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
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#5

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 15:10
von Till (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #4
Das ist im Grunde genommen genau so wie bei der Literatur ohne Sprechblasen und bunte Bildchen. Lach* Da gibt es ganz gravierende Unterschiede, was die Qualität anbelangt. Oder in der Malerei, der Musik, des Theaters...
Wie immer liegt alles im Auge des Betrachters. Gefallen macht schön. Obwohl es dann, so man Vergleiche ziehen kann, den Ansprüchen einer Einordnung in anspruchsvolle "Kunst" nicht Genüge tun kann.
Wie genügt etwas den Ansprüchen anspruchsvoller Kunst? Vieles, was heute als "Kunst" verkauft wird, halte ich für Verarschung.


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#6

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 15:23
von antenna (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #4
Ich las als Kind auch unheimlich gerne Mickey Mouse, Fix und Foxie, Prinz Eisenherz, Tarzan oder was auch immer. ;-) So etwas war bei Deutschlehrern verpönt.


Im Gegensatz zu mir hab ich - aus unerfindlichen Gruenden - diese nie gemocht. Kann mich nicht erinnern, dass sie Thema bei uns in der Schule waren, vermutlich waeren oder waren sie verpoent gewesen bei unserem Deutschlehrer.

Eine Deutschlehrerin am hiesigen Goethe-Institut hat sich dagegen einmal sehr positiv ueber Comics geauessert. Sie gab u.a. Unterricht fuer Kinder in Deutsch als Fremdsprache und fand diese "Lektueren" hilfreich. Hauptsache sei der Spass am Lesen. Was nuetze es, Kindern Buecher vorzulegen, deren Texte zu schwer oder uninteressant seien.



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#7

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 15:25
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Till im Beitrag #5
Zitat von Anthea im Beitrag #4
Das ist im Grunde genommen genau so wie bei der Literatur ohne Sprechblasen und bunte Bildchen. Lach* Da gibt es ganz gravierende Unterschiede, was die Qualität anbelangt. Oder in der Malerei, der Musik, des Theaters...
Wie immer liegt alles im Auge des Betrachters. Gefallen macht schön. Obwohl es dann, so man Vergleiche ziehen kann, den Ansprüchen einer Einordnung in anspruchsvolle "Kunst" nicht Genüge tun kann.
Wie genügt etwas den Ansprüchen anspruchsvoller Kunst? Vieles, was heute als "Kunst" verkauft wird, halte ich für Verarschung.



Ja, genau das ist ja der Punkt. Manche messen "Anspruch" am Preis. Wenn also jemand etwas ratlos vor einem Bild mit merkwürdigen Hieroglyphen steht, oder einen "weißen Punkt auf weißem Grund" und man ihm dann erklärt, dass dies den "Sinn der Welt" oder anderes hehres Zeugs darstellen würde, wodurch dann der hohen Kunst wegen der Preis auch 10.000 Euro betragen würde und jemand dann dieses Machwerk stolz erwirbt, dann sehe ich allerdings darin geglückte Verarsche.

Ich habe die "Kunst" in einem ausgekippten Mülleimer - vor Jahrzehnten in Düsseldorf in einer Galerie - nie verstehen können. Auch die berühme "Fettecke" von Beuys sah mich nicht Beifall klatschend sondern als Kunstbanausin. Schicki-Micki Personen lehnten mich ab.

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#8

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 15:27
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Anthea im Beitrag #4
[…| Gefallen macht schön. […]
Historisch betrachtet sollten die erstem Comicstrips, die in New Yorker Tageszeitungen abgedruckt wurden, die der Amts- und Verkehrssprache ihrer neuen Heimat noch nicht mächtigen Immigranten erleichtern, wenigstens einen Grundwortschatz aufzuschnappen.

Die Comicrezeption hier in Deutschland unterscheidet sich hiervon grundlegend, denn hierzulande wird der Comic ja gern als modernere Form des "Bilderbogens" betrachtet, weswegen hier etwa Wilhelm Busch als Urvater des Comics gilt, und weswegen populäre Serien wie "Lurchi" oder auch "Meclo" bis mindestens in die späten 60er Jahre ohne Sprechblasen ausgekommen sind, sondern Bildunterschriften in Versform aufweisen… 

Zur Popularität des Comics hat sicher die des Zeichentrickfilms massiv beigetragen - von den massiven Mogrationsbewegungen über Sprachgrenzen hinweg.

Mittlerweile ist der Comic als (Pop-) Kunstform doch recht etabliert, es gibt Unmengen von Fachliteratur (empfehlenswert: Scott McCloud "Comics richtig lesen"), es finden regelmäßig Symposien statt, die Klassiker des Genres liegen in Gesamtausgaben und als kommentierter Reprint vor (Windsor McKay's "Little Nemo" etwa aber auch Carl Barks gesammelte Werke) und die einst taschengeldtauglichen Heftserien, ob "pilote", ob "Zack!", ob "DC-" oder "Marvel" sind begehrte Objekte eines regen Sammlermarktes.


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#9

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 15:31
von antenna (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #7
Schicki-Micki Personen lehnten mich ab. Kichern]


Obwohl oder gerade weil sie selbst diese "Kunst" nicht definieren konnten. Aber so tun als ob.....



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#10

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 15:36
von Jackdaw | 454 Beiträge

Zitat von Anthea im Beitrag #1
[…] Voraussetzung für gute Comics ist immer der Text, der in die Sprechblasen eingefügt werden muss. […]
Die Interaktion zwischen Bild und Text findet sich bereits im Filmstudio - beim Storyboard bzw. beim Drehbuch. Werbegrafik arbeitet mit ähnlichen Mitteln, und zudem enthielten früheste Comicstrips (wie etwa "Yellow Kid") keinerlei Sprechblasen… 


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#11

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 15:40
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von antenna im Beitrag #9
Zitat von Anthea im Beitrag #7
Schicki-Micki Personen lehnten mich ab. Kichern]


Obwohl oder gerade weil sie selbst diese "Kunst" nicht definieren konnten. Aber so tun als ob.....


Ja, die "konnten" schon, beziehungsweise bedienen sich der Nachplapperei des "Künstlers". ;-)

Als junges Mädchen schwärmte ich für Künstler. Düsseldorf hatte davon eine ganze Reihe zu bieten, die man in diversen Lokalen antraf. Da versuchte mir auch gar mancher, seine "Schöpfungen" nahe zu bringen. De Erklärungen dazu "erschöpften" mich meistens.

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#12

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 15:44
von Anthea | 12.377 Beiträge

Ach so, ich vergaß. Ich war sogar einmal die "Muse" eines Künstlers, der mich zuweilen zu potenziellen Auftraggebern mitschleppte. Das war ein liebenswerter älterer Herr, der eine Galerie am Rande der Altstadt besaß. Er war ein Düsseldorfer Original. Leider schon lange verstorben.

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#13

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 16:02
von Jackdaw | 454 Beiträge

Schade, dass die "Diskussion" längst vom Thema wieder abgekommen ist… ging's hier nicht ursprünglich um den Comic? (Ein doch oftmals irreführendes Wort) Ein doch vor kaum mehr als 120 Jahren erfundenes Genre, das die allgemeine Beschleunigung des Alltags auch in die Literaturrezeption übertrug… 


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#14

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 10.01.2018 16:25
von Anthea | 12.377 Beiträge

Zitat von Jackdaw im Beitrag #13
Schade, dass die "Diskussion" längst vom Thema wieder abgekommen ist… ging's hier nicht ursprünglich um den Comic? (Ein doch oftmals irreführendes Wort) Ein doch vor kaum mehr als 120 Jahren erfundenes Genre, das die allgemeine Beschleunigung des Alltags auch in die Literaturrezeption übertrug… 


Na ja, wirklich vom Thema abgekommen sind wir ja nicht. Denn man sollte auch den Oberbegriff "Kunst" beachten.


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#15

RE: Die neunte Kunst

in Literatur 23.01.2018 21:50
von woipe (gelöscht)
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Zitat von Till im Beitrag #5
Zitat von Anthea im Beitrag #4
Das ist im Grunde genommen genau so wie bei der Literatur ohne Sprechblasen und bunte Bildchen. Lach* Da gibt es ganz gravierende Unterschiede, was die Qualität anbelangt. Oder in der Malerei, der Musik, des Theaters...
Wie immer liegt alles im Auge des Betrachters. Gefallen macht schön. Obwohl es dann, so man Vergleiche ziehen kann, den Ansprüchen einer Einordnung in anspruchsvolle "Kunst" nicht Genüge tun kann.
Wie genügt etwas den Ansprüchen anspruchsvoller Kunst? Vieles, was heute als "Kunst" verkauft wird, halte ich für Verarschung.


wie anthea so schön geschrieben hat: es liegt im auge des betrachters.
ich kann dich zwar wirklich verstehen, wenn du bei vielen werken, die als kunst angeboten sind, einfach nur verarsche siehst. aber letztlich ist auch hinter den einfachsten und trivialsten werken irgendwo eine idee, ein wink der kreativität, die es zu respektieren gilt. gefallen muss es dir nicht - und kaufen musst du es ja auch nicht. das kann zum glück jeder auf seine weise betrachten - der künstler wie auch der rezipient.
ich für meinen teil, ich zeichne, male, modelliere, schreibe,... ob das gut ist? wer weiß das schon? ich weiß aber, was ich regelmäßig auf ausstellungen zu hören bekomme... und da ist vieles absolut unter der gürtellinie. ich denke, respekt sollte schon vorhanden sein.

nun noch mal explizit zu den comics. über die qualität - über gut oder schlecht will ich mich nicht auslassen. ich weiß, was mir gefällt: asterix und obelix, maus (spiegelmann), sandman (neil gaiman). da passen die geschichten und die zeichnungen.


"nichts habe ich mir fester zum grundsatz gemacht, als meine lebensführung nicht nach euren vorurteilen zu gestalten." seneca
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