#1

Prävention

in Diverse Nachrichten 03.01.2018 08:55
von Anthea | 12.274 Beiträge

"Eine neue Studie stellt einen Zusammenhang zwischen dem Zuzug von Flüchtlingen und einem Anstieg von Gewaltstraftaten fest.
Als Mittel gegen Gewalttaten von Flüchtlingen mahnen Kriminologen eine bessere Prävention an. Unter anderem solle es bessere Angebote wie Sprachkurse, Sport oder Praktika für junge Flüchtlinge geben. […]"

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/flu...ention-100.html

Schon 2006 wurde die deutsche Sprache und deren Kenntnis als quasi "Allheilmittel" gegen Gewalt an Schulen genannt. Irgendwie hat sich das auch nicht so richtig als Vorbeugung bewährt?

Ich denke, dass schnelle Abschiebung die beste Prävention gegen weitere Ausbreitung von Gewaltkriminalität ist.

So erscheint es in meinen Augen durchaus sinnvoll, wie in der WELT aufgeführt:

„Wir brauchen eine Verschärfung des Ausweisungsrechts für alle kriminellen Ausländer, also auch für anerkannte Asylbewerber oder Minderjährige. Bei Sachbeschädigung, Diebstahl oder Körperverletzung besteht aus meiner Sicht ein schwerwiegendes Ausweisungsinteresse, insbesondere bei Wiederholungstätern“, sagte Schuster der WELT.

Bei unbegleiteten Minderjährigen sei es neben einer Ausweisungsentscheidung auch erforderlich, vor der Abschiebung Erziehungsberechtigte zu ermitteln. Weil viele Jugendliche mit ihren Eltern telefonieren, erscheint es Schuster sinnvoll, ihre Handydaten auszulesen, um die Familien ausfindig zu machen. „Das dürfte bei Straftätern ohne größere rechtliche Hürden möglich sein.“

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sagte der „Bild am Sonntag“, „eine begleitete Rückführung“ müsse auch bei unbegleiteten minderjährigen Ausländern möglich sein, wenn sie sich erzieherischen Maßnahmen verweigerten und ihre Familie ausfindig gemacht werden könne. Joachim Herrmann (CSU), Bayerns Innenminister, sagte den Funke-Medien: „Für mich ist klar, dass kriminelle jugendliche Flüchtlinge häufiger und konsequenter abgeschoben werden müssen.“

https://www.welt.de/politik/deutschland/...ben-werden.html

Geht nicht, gibt’s nicht. Man muss nur wollen und Gesetze dahingehend anpassen!

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
nach oben springen

#2

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 03.01.2018 09:33
von gun0815 (gelöscht)
avatar

Klingt ein wenig nach "grober Kelle".

Mich stört etwas, dass hier Kriminalität pauschal betrachtet wird und Sachbeschädigung und Körperverletzung in einen Topf geworfen werden. Auch Motivation und Background des Ursprungs scheinen keine Rolle zu spielen.

Was gern in solchen Vorschlägen unterschlagen wird, ist eben jener Background. Woher kommen denn viele Flüchtlinge? .....hier gehts ja schon los. Von welchen Flüchtlingen reden wir überhaupt?

Sind es innereuropäische Flüchtlingsbewegungen (Wirtschaftsflüchtlinge) oder sind es Flüchtlinge aus Kriegsgebieten? Dieser Unterschied wird gern von einigen Politikern unterschlagen und alles in einen Topf geworfen. Methodisch sicher ein grober Fehler. Denn so verschwimmen Grenzen zwischen den Motivationen.

Ich nehm jetzt mal nur Flüchtlinge aus Kriegsgebieten in den Fokus, weil die innereuropäischen mMn. ein gesondertes Problem darstellen, dass sich die EU durch ihre Expansion selbst geschafft hat.

Wir reden hier von Menschen, die seit Jahren in Ländern/Gebieten leben, die sich in geo-und wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen befinden. Dazu kommt, dass die westliche Welt sich an einer Richtung des Islam festgebissen hat, denn Sunniten scheinen bessere Muslime als Schiiten zu sein. Anders kann ich mir sonst die Haltung gegenüber dieser Richtungen nicht erklären.

Aus dieser "Welt" und aus solchen Konflikten, ob nun interne Angelegenheiten der Länder selbst oder gepusht von Interessen Außenstehender, kommen nun Menschen, die regelmäßig mit Gewalt und Tod konfrontiert wurden und für einige dies "normaler Alltag" war/ist.

Wie soll man nun mit diesen Menschen umgehen? Sind die Resozialisierbar? Klar sind sie das. Leider ist das anstrengend und es dauert. ...oder neoliberal ausgedrückt: Es kostet einfach zu viel Geld! Geld, dass profitabler eingesetzt werden kann....im Sinne des Profits und gegen die Menschlichkeit.

Und wenn jetzt, so wie die Forderungen lauten, auch Minderjährige ausgewiesen werden sollen, dann ist das für mich ein klares Zeichen, dass man nicht nach DER Lösung sucht, sondern dass man nach einfachen und weniger kostenintensiven Lösungen sucht und diese auch umsetzen will.

Ich kann nur hoffen, dass solche Stimmen nicht Konsens werden, denn dann haben vor unseren eigenen Idealen versagt. So seh ich das.

Aber Zeit scheint etwas zu sein, dass man sich nicht mehr nehmen will. Konsequente Abschiebung heißt für mich, dass man sich auch mit den Problemen nicht befassen will, deren Ursprung indirekt oder teils auch direkt, mit der Außenpolitik der Länder zu tun hat, die jetzt über eine Abschiebung diskutieren.

Der leichte Weg muß nicht immer ein nachhaltiger sein. Und Entscheidungen treffen, die an den Problemen vorbei gehen, war auch noch nie eine gute Idee.

mfg


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!
nach oben springen

#3

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 03.01.2018 10:16
von Anthea | 12.274 Beiträge

Zitat von gun0815 im Beitrag #2
Konsequente Abschiebung heißt für mich, dass man sich auch mit den Problemen nicht befassen will, deren Ursprung indirekt oder teils auch direkt, mit der Außenpolitik der Länder zu tun hat, die jetzt über eine Abschiebung diskutieren.

Der leichte Weg muß nicht immer ein nachhaltiger sein. Und Entscheidungen treffen, die an den Problemen vorbei gehen, war auch noch nie eine gute Idee.


Ich sehe das etwas anders, was "konsequente Abschiebung" anbelangt.
Muss man denn "Nattern am Busen nähren"? Wenn es um Menschen geht, die nach Deutschland gekommen/geflohen sind. Denen das Aufnahmeland freundlich und hilfsbereit begegnet. Die jedoch nicht willens sind, sich der einfachen Regel, die im übrigen überall auf der Welt gilt! zu beugen? Dass "hier die Musik spielt", sprich: Dass unsere Gesetze und Regeln gelten.
Die Angebote diese zu erlernen sind durchaus vorhanden. Und diese Forderungen sind auch nicht verhandelbar!
Und wenn nun jemand partout sich diesen entgegenstellt, muss man dann noch - so intensive Bemühungen zum Verständnis und zur Bereitwilligkeit gescheitert sind - noch weiter "herumlaborieren"?

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich finde es gut und richtig, Menschen, die vor Krieg und Tod geflohen! sind, jeglichen Schutz und Hilfe angedeihen zu lassen. Damit sie hier bei uns in einem neuen Leben Fuß fassen und glücklich werden können. Und das Gros der Flüchtlinge weiß dies sicherlich zu schätzen. Und ist bereit, sich in unsere Gesellschaft einzubringen. Und sehr viele haben dies geschafft.
Aber wo viel Licht ist... Womit ich meine, es sind nicht alle "gut und edel", die sich da bei uns "einschleichen".Und was solche Leute von Deutschland halten, das hat vor Gericht noch kürzlich ein Angeklagter eindeutig gesagt.
Und eine gerechte Strafe erhalten! Ohne Samthandschuhe.

Dass es natürlich das Sinnvollste ist, "vor Ort", also in den entsprechenden Gebieten, woher die Menschen geflohen sind, Hilfe zu leisten, das steht mMn außer Frage.

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
nach oben springen

#4

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 03.01.2018 12:31
von gun0815 (gelöscht)
avatar

Es ging mir um Differenzierung. Diese "Natter" sind doch, wenn ich dich richtig verstehe, in der Minderheit. Und selbst da würde ich auch noch unterschieden.

Meine Holde hat in einer integrativen KITA gearbeitet und Kinder und deren Eltern (Kriegsflüchtlinge) kennen gelernt und die Kinder natürlich betreut.
Klar gibt es Angebote. Nur reichen die bei weiten nicht aus und sind auch nicht für jeden geeignet. Hier herrscht ein Ungleichgewicht in den Forderungen und den dazugehörigen realen Angeboten. Es fehlt an Personal, Geld und Lokalitäten. Und manche Angebote sind auch schlichtweg völlig sinnlos.

Versteh mich nicht falsch, wer denkt, hier könne man seine Probleme mit Gewalt lösen, der ist hier definitiv falsch. Das muß demjenigen aber auch bewußt gemacht werden. Allein daran scheitert es oft schon.

Wie wir mit Straftaten umgehen, regeln unsere Gesetze. Die machen auch keinen Unterschied zischen Ethnien, Religionen und Ideologien. Wenn dieses System nicht funktioniert, dann hat das System ein Problem und nicht diejenigen, die unvorbereitet in solch ein System einwandern.

Wenn Menschen ein/zwei Jahre auf solche Angebote waten müssen oder schlicht gar keine Chance haben, integrative Maßnahmen durchzuführen, dann würde ich nicht als erstes denen den schwarzen Peter zuschieben. Da sollte sich unsere Organisationsebene mal an ihre eigenen Nasen fassen.

Abschiebung ist ein durchaus probates Mittel Menschen zu zeigen, dass für sie kein Platz ist, wenn diese sich nicht willens zeigen, sich integrieren zu wollen. Nur sollte man auch die Mühe in Kauf nehmen, eben solches zu unterscheiden.

Ein zB. 15 jähriger Taschendieb, der sich der Tragweite seiner Taten nicht mal bewußt ist, sollte man versuchen dies klar zu machen. Hopp und weg ist einfach und genauso unseriös. Es zeigt für mich nur, dass wir überhaupt nicht willens sind.

Und schau dir letztlich an, welche Delikte Flüchtlinge überhaupt in Masse begehen. Die wenigsten sind auf solch einem Level, dass eine Abschiebung gerechtfertigt ist.
Letztlich hatte ich beim Lesen des Artikels eben diese Eindruck, dass man nach schnellen und populären Lösungen sucht. Nur ist das für mich persönlich eben immer eine Gratwanderung zwischen Desinteresse und blindes Vertrauen.


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!
nach oben springen

#5

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 03.01.2018 14:05
von Anthea | 12.274 Beiträge

Zitat
Zitat von gun0815 im Beitrag #4
Es ging mir um Differenzierung. Diese "Natter" sind doch, wenn ich dich richtig verstehe, in der Minderheit. Und selbst da würde ich auch noch unterschieden.



Ja, das ist richtig. Jedoch ist eine "Natter" schon zu viel. Man kann ja nicht in der Form relativieren und sagen: Ach, sind ja nicht so viele...Nun lass sie doch. Denn Giftnattern muss man - bildlich gesprochen - ihre Giftzähne ziehen. Und das geht dann bei manchen eben nur: Wer nicht hören will muss fühlen. Und da muss es "weh tun", nicht körperlich gemeint. Sondern es muss einfach klar werden - für andere - dass sich Deutschland nicht als "Erziehungsanstalt" versteht.

[quote]Meine Holde hat in einer integrativen KITA gearbeitet und Kinder und deren Eltern (Kriegsflüchtlinge) kennen gelernt und die Kinder natürlich betreut.
Klar gibt es Angebote. Nur reichen die bei weiten nicht aus und sind auch nicht für jeden geeignet. Hier herrscht ein Ungleichgewicht in den Forderungen und den dazugehörigen realen Angeboten. Es fehlt an Personal, Geld und Lokalitäten. Und manche Angebote sind auch schlichtweg völlig sinnlos.



Das ist auf jeden Fall eine große und achtenswerte Aufgabe. Denn die Kinder sind die wirklich unschuldigsten Opfer der/aller Umstände. Natürlich fehlt es an vielem - und das ist unverständlich. Und wenn es nicht so viele ehrenamtliche Helfer geben würde, dann wäre die berüchtigte Ka***e wirklich am dampfen.

Zitat
Versteh mich nicht falsch, wer denkt, hier könne man seine Probleme mit Gewalt lösen, der ist hier definitiv falsch. Das muß demjenigen aber auch bewußt gemacht werden. Allein daran scheitert es oft schon.



Ein jeder - egal woher - weiß doch, dass Mord, Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltung Straftaten sind. Und doch wohl überall! bestraft werden. Mehr oder weniger, Letzteres zum Beispiel je nach Wertschätzung der Frau im Land resp. der Kultur.

Zitat
Wie wir mit Straftaten umgehen, regeln unsere Gesetze. Die machen auch keinen Unterschied zischen Ethnien, Religionen und Ideologien. Wenn dieses System nicht funktioniert, dann hat das System ein Problem und nicht diejenigen, die unvorbereitet in solch ein System einwandern.



Das System ist ganz in Ordnung. Und "unvorbereitet" in Bezug auf nicht nur mögliche sondern grundsätzliche Bestrafung bei oben angeführten Delikten kann doch keiner sein!


Zitat
Wenn Menschen ein/zwei Jahre auf solche Angebote waten müssen oder schlicht gar keine Chance haben, integrative Maßnahmen durchzuführen, dann würde ich nicht als erstes denen den schwarzen Peter zuschieben. Da sollte sich unsere Organisationsebene mal an ihre eigenen Nasen fassen.



Ich bin da immer etwas skeptisch, wenn ich davon höre, dass Menschen auf "Integrationsangebote" so lange würden warten müssen Das mag in Einzelfällen der Fall sein, aber nicht die Norm. Ich kann mich da natürlich irren.
Aber ich habe dann so Assoziationen von jammernden Langzeitarbeitslosen, die jedoch, so eine Anstellung "droht", immer wieder Gründe finden, dieser zu entgehen. Ist auch nicht die Norm, um Himmelswillen. Aber es gibt sie, die so genannten "Hängemattentypen", die es sich in der von der arbeitendenn Bevölkerung gestrickten gut gehen lassen.


Zitat
Abschiebung ist ein durchaus probates Mittel Menschen zu zeigen, dass für sie kein Platz ist, wenn diese sich nicht willens zeigen, sich integrieren zu wollen. Nur sollte man auch die Mühe in Kauf nehmen, eben solches zu unterscheiden.



Da gehe ich durchaus mit dir einig. "Wer nicht will, der hat schon..." Das ist aber meiner Meinung nach - so man sich die Mühe gibt - gut unterscheidbar.

Zitat
Ein zB. 15 jähriger Taschendieb, der sich der Tragweite seiner Taten nicht mal bewußt ist, sollte man versuchen dies klar zu machen. Hopp und weg ist einfach und genauso unseriös. Es zeigt für mich nur, dass wir überhaupt nicht willens sind.



Ich glaube nicht, dass es um solche Menschen dieser Art von Straftaten geht, die ausgewiesen werden sollen.


Zitat
Und schau dir letztlich an, welche Delikte Flüchtlinge überhaupt in Masse begehen. Die wenigsten sind auf solch einem Level, dass eine Abschiebung gerechtfertigt ist.
Letztlich hatte ich beim Lesen des Artikels eben diese Eindruck, dass man nach schnellen und populären Lösungen sucht. Nur ist das für mich persönlich eben immer eine Gratwanderung zwischen Desinteresse und blindes Vertrauen.



Na ja, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Das hat schon seine Berechtigung.

Ich hörte heute im Radio bezüglich dieser Erhebung von Kriminologen, dass ein Grund für Straftaten auch darin zu sehen sei, dass viele Männer ohne eine Frau in Heimen zusammen leben würden.
Auch das ist kein Entschuldigungsgrund für Gewalttaten. Höchstens eine Erklärung für aufkommende Aggressionen. Denn überall dort, wo Menschen auf engem Raum zusammen leben müssen, ist die Gefahr dafür vorhanden.


---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
nach oben springen

#6

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 03.01.2018 16:32
von sagittarius (gelöscht)
avatar

Zitat von gun0815 im Beitrag #2
Klingt ein wenig nach "grober Kelle".

Mich stört etwas, dass hier Kriminalität pauschal betrachtet wird und Sachbeschädigung und Körperverletzung in einen Topf geworfen werden. Auch Motivation und Background des Ursprungs scheinen keine Rolle zu spielen.

Was gern in solchen Vorschlägen unterschlagen wird, ist eben jener Background. Woher kommen denn viele Flüchtlinge? .....hier gehts ja schon los. Von welchen Flüchtlingen reden wir überhaupt?

Sind es innereuropäische Flüchtlingsbewegungen (Wirtschaftsflüchtlinge) oder sind es Flüchtlinge aus Kriegsgebieten? Dieser Unterschied wird gern von einigen Politikern unterschlagen und alles in einen Topf geworfen. Methodisch sicher ein grober Fehler. Denn so verschwimmen Grenzen zwischen den Motivationen.

Ich nehm jetzt mal nur Flüchtlinge aus Kriegsgebieten in den Fokus, weil die innereuropäischen mMn. ein gesondertes Problem darstellen, dass sich die EU durch ihre Expansion selbst geschafft hat.

Wir reden hier von Menschen, die seit Jahren in Ländern/Gebieten leben, die sich in geo-und wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen befinden. Dazu kommt, dass die westliche Welt sich an einer Richtung des Islam festgebissen hat, denn Sunniten scheinen bessere Muslime als Schiiten zu sein. Anders kann ich mir sonst die Haltung gegenüber dieser Richtungen nicht erklären.

Aus dieser "Welt" und aus solchen Konflikten, ob nun interne Angelegenheiten der Länder selbst oder gepusht von Interessen Außenstehender, kommen nun Menschen, die regelmäßig mit Gewalt und Tod konfrontiert wurden und für einige dies "normaler Alltag" war/ist.

Wie soll man nun mit diesen Menschen umgehen? Sind die Resozialisierbar? Klar sind sie das. Leider ist das anstrengend und es dauert. ...oder neoliberal ausgedrückt: Es kostet einfach zu viel Geld! Geld, dass profitabler eingesetzt werden kann....im Sinne des Profits und gegen die Menschlichkeit.

Und wenn jetzt, so wie die Forderungen lauten, auch Minderjährige ausgewiesen werden sollen, dann ist das für mich ein klares Zeichen, dass man nicht nach DER Lösung sucht, sondern dass man nach einfachen und weniger kostenintensiven Lösungen sucht und diese auch umsetzen will.

Ich kann nur hoffen, dass solche Stimmen nicht Konsens werden, denn dann haben vor unseren eigenen Idealen versagt. So seh ich das.

Aber Zeit scheint etwas zu sein, dass man sich nicht mehr nehmen will. Konsequente Abschiebung heißt für mich, dass man sich auch mit den Problemen nicht befassen will, deren Ursprung indirekt oder teils auch direkt, mit der Außenpolitik der Länder zu tun hat, die jetzt über eine Abschiebung diskutieren.

Der leichte Weg muß nicht immer ein nachhaltiger sein. Und Entscheidungen treffen, die an den Problemen vorbei gehen, war auch noch nie eine gute Idee.

mfg

Dem stimme ich weitgehend zu.Eine Studie zum Thema habe ich heute im DLF gehört.Die übergroße Mehrheit jener Migranten,die berechtigte Hoffnung auf ein positives Asylverfahren haben,verhalten sich der Studie zufolge gesetzeskonform.Wesentlich anders verhält es sich (laut Studie) bei Ausländern die wissen,dass sie keine Chance auf Aufenthalt in D haben.Soweit erst einmal zur notwendigen Differenzierung.Nun stellt sich die Frage,was mit jenen geschehen soll die kein Anrecht auf Asyl haben.Sie auf längere Zeit im Land zu behalten dürfte nicht sehr sinnvoll sein.Ein Abdriften in die Illigalität,verbunden mit dem Versuch irgendwie über die Runden zu kommen dürfte da vorprogrammiert sein.Hier wird am Ende eine Abschiebung unumgänglich sein und das in größeren Maß als bisher.Im Moment ist es so,dass nicht asylberechtigte Ausländer keine Möglichkeit haben Deutschkurse zu besuchen.Bis zu ihrer Ausweisung sollte man ihnen aber diese Möglichkeit nicht verwehren.Damit könnten sie sich in ihren Heimatländern durchaus eine Existenz aufbauen.Hier spart man an der falschen Stelle.
Bei schwerwiegenden Verbrechen wäre die Motivation genau zu klären.Bei Fällen wie kürzlich geschehen, als eine 15jährige von ihrem Exfreund erstochen wurde,sollte genau beleuchtet werden ob hinter solchen Verbrechen ein Frauenbild steht,das mit unseren Vorstellungen nicht in Übereinstimmung zu bringen ist.Dann sollte nach verbüßen der Strafe Abschiebung erfolgen.Solche festgezimmerten Einstellungen haben keinen Platz bei uns.


nach oben springen

#7

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 03.01.2018 18:47
von Findus (gelöscht)
avatar

Zitat von Anthea im Beitrag #1
„Wir brauchen eine Verschärfung des Ausweisungsrechts für alle kriminellen Ausländer, also auch für anerkannte Asylbewerber oder Minderjährige. Bei Sachbeschädigung, Diebstahl oder Körperverletzung besteht aus meiner Sicht ein schwerwiegendes Ausweisungsinteresse, insbesondere bei Wiederholungstätern“, sagte Schuster der WELT.

Bei unbegleiteten Minderjährigen sei es neben einer Ausweisungsentscheidung auch erforderlich, vor der Abschiebung Erziehungsberechtigte zu ermitteln. Weil viele Jugendliche mit ihren Eltern telefonieren, erscheint es Schuster sinnvoll, ihre Handydaten auszulesen, um die Familien ausfindig zu machen. „Das dürfte bei Straftätern ohne größere rechtliche Hürden möglich sein.“


Die UN-Kinderrechtskonvention - ein schwieriges Thema selbst in Europa. Man denke z.B. an die langen Jahre der Vorbehaltserklärung Deutschlands gegen diese internationale Konvention. Erst 2010 erkannte unser Land die UN-Kinderrechtskonvention vorbehaltlos an!
Ausweisungen von unbegleiteten Minderjährigen würde wohl in einem Bruch internationalem Rechts enden.

Wenn wir Prävention wollen, so sollte unabhängig von den Bleibeperspektiven doch lieber Sprache und eine gute Ausbildung jungen Menschen mit Fluchterfahrung ermöglicht werden. Ausbildung ist ein Grundstein, später im Heimatland eine Lebensperspektive aufbauen zu können!

Der Ansatzpunkt ist es doch eher, mit einer guten Entwicklungspolitik die Lebenslagen in den Flucht-Ländern zu verbessern, so dass niemand mehr auf die gefährliche Reise gehen muss.


nach oben springen

#8

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 03.01.2018 18:50
von Findus (gelöscht)
avatar

Zitat von gun0815 im Beitrag #2

Wie soll man nun mit diesen Menschen umgehen? Sind die Resozialisierbar? Klar sind sie das. Leider ist das anstrengend und es dauert. ...oder neoliberal ausgedrückt: Es kostet einfach zu viel Geld! Geld, dass profitabler eingesetzt werden kann....im Sinne des Profits und gegen die Menschlichkeit.


Ja, der üble alte Gaul "Kostenargument". Und das in einer der wohlhabendsten Gesellschaften


nach oben springen

#9

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 04.01.2018 08:01
von gun0815 (gelöscht)
avatar

Zitat
Dem stimme ich weitgehend zu.Eine Studie zum Thema habe ich heute im DLF gehört.Die übergroße Mehrheit jener Migranten,die berechtigte Hoffnung auf ein positives Asylverfahren haben,verhalten sich der Studie zufolge gesetzeskonform.Wesentlich anders verhält es sich (laut Studie) bei Ausländern die wissen,dass sie keine Chance auf Aufenthalt in D haben.Soweit erst einmal zur notwendigen Differenzierung.Nun stellt sich die Frage,was mit jenen geschehen soll die kein Anrecht auf Asyl haben.Sie auf längere Zeit im Land zu behalten dürfte nicht sehr sinnvoll sein.Ein Abdriften in die Illigalität,verbunden mit dem Versuch irgendwie über die Runden zu kommen dürfte da vorprogrammiert sein.Hier wird am Ende eine Abschiebung unumgänglich sein und das in größeren Maß als bisher.Im Moment ist es so,dass nicht asylberechtigte Ausländer keine Möglichkeit haben Deutschkurse zu besuchen.Bis zu ihrer Ausweisung sollte man ihnen aber diese Möglichkeit nicht verwehren.Damit könnten sie sich in ihren Heimatländern durchaus eine Existenz aufbauen.Hier spart man an der falschen Stelle.
Bei schwerwiegenden Verbrechen wäre die Motivation genau zu klären.Bei Fällen wie kürzlich geschehen, als eine 15jährige von ihrem Exfreund erstochen wurde,sollte genau beleuchtet werden ob hinter solchen Verbrechen ein Frauenbild steht,das mit unseren Vorstellungen nicht in Übereinstimmung zu bringen ist.Dann sollte nach verbüßen der Strafe Abschiebung erfolgen.Solche festgezimmerten Einstellungen haben keinen Platz bei uns



Ich verlinke hier mal einen Beitrag von MDR Aktuell, der sich mit eben dieser Studie befasst. Sie nimmt die Zahlen schön auseinander und zeigt, dass die grobe Darstellung in einigen Kurzmeldungen fehlinterpretiert werden können.
http://www.mdr.de/nachrichten/politik/in...tlinge-100.html

Desweiteren bin ich der Meinung, dass wir weder schärfere Gesetze brauchen, noch neue. Wir sollte aber unsere bestehenden auch anwenden. Allein das würde schon reichen.

Ich sehe nämlich Forderungen nach Verschärfung etwas skeptisch, denn letztlich betreffen solche Verschärfungen auch Menschen, die gar nicht Ursache sind.


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!


zuletzt bearbeitet 04.01.2018 08:04 | nach oben springen

#10

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 04.01.2018 08:06
von gun0815 (gelöscht)
avatar

....ich glaube, ich sollte mich mal mit der Zitatfunktion befassen. Aber ich bin ja noch neu hier. Das wird schon.


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!
nach oben springen

#11

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 04.01.2018 09:44
von Anthea | 12.274 Beiträge

Zitat
Das Bundesfamilienministerium hatte die Studie in Auftrag gegeben. Aus ihr geht auch hervor, dass nach wie vor die meisten Gewalttaten von deutschen Tätern begangen werden. Bei knapp 16.000 Delikten im Jahr 2016 in Niedersachsen wurden gut 11.000 deutsche Verdächtige ermittelt.



Solche "Statistiken" sind nicht wirklich aussagekräftig. Richtig wäre, gemessen an der Einwohnerzahl Niedersachsens die Zahl der Einheimischen und der Ausländer aufzuzeigen und dann die Straftaten prozentual auszuwerten.
Beispiel: Wären z.B.nur 5000 Ausländer in Niedersachsen ansässig, dann wäre somit jeder straffällig geworden.

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
nach oben springen

#12

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 04.01.2018 09:49
von Findus (gelöscht)
avatar

Du kannst von ca. 7,7 Mio Einwohern in Nds. ausgehen mit einer Tendenz Richtung 8 Mio.

Dein Beispiel ist wenig sinnvoll, da konstruiert.


nach oben springen

#13

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 04.01.2018 09:49
von Anthea | 12.274 Beiträge

Zitat von gun0815 im Beitrag #10
....ich glaube, ich sollte mich mal mit der Zitatfunktion befassen. Aber ich bin ja noch neu hier. Das wird schon.


Mach dir nichts draus, auch andere haben zuweilen Probleme damit. Die ist etwas gewöhnungsbedürftig, kann ich aber leider nicht ändern.

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran
nach oben springen

#14

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 04.01.2018 09:53
von Anthea | 12.274 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #12
Du kannst von ca. 7,7 Mio Einwohern in Nds. ausgehen mit einer Tendenz Richtung 8 Mio.

Dein Beispiel ist wenig sinnvoll, da konstruiert.


Ich kann ja mangels tatsächlicher Zahlen nur konstruieren. Denn die Prozentzahl der zwei Gruppen Deutsche-Ausländer wäre interessant. Somit ist mein Beispiel logisch.

---


Ist das, was das Herz glaubt, nicht genau so wahr wie das, was das Auge sieht? Khalil Gibran


zuletzt bearbeitet 04.01.2018 09:54 | nach oben springen

#15

RE: Prävention

in Diverse Nachrichten 04.01.2018 10:03
von Findus (gelöscht)
avatar

Es gibt dennoch keine reale Verteilung wieder.

Schau hier: https://www.statistik.niedersachsen.de/a...und-140114.html

Wenn 36,2% von 1,4 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund keine deutsche Staatsangehörigkeit haben (Quelle ist die obige Pressemitteilung des Statistikamtes) leben knapp 510.000 Ausländer in Niedersachsen. Die Zahl dürfte nach 2015 / 2016 noch gestiegen sein. Die Zahlen sind eben leider aus 2014.
Eine Aussage ist dir aber immer noch nicht möglich, da dir dazu Zahlenmaterial aus 2016 fehlt. Aber selbst mit den (sicher deutlich) niedrigeren 2014er Zahlen ist weniger als ein Prozent der Ausländer in Nds. auffällig geworden. So what?



zuletzt bearbeitet 04.01.2018 10:07 | nach oben springen


Besucher
0 Mitglieder und 5 Gäste sind Online

Besucherzähler
Heute waren 41 Gäste , gestern 207 Gäste online

Forum Statistiken
Das Forum hat 2246 Themen und 49762 Beiträge.

Heute waren 0 Mitglieder Online: