#1

Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 14.09.2018 13:26
von Anthea | 12.418 Beiträge

Nichts mehr, wie vormals, dass diese gut zu erkennen waren. An ihren Glatzen, Springerstiefeln, Tatoos. Ihrer Kleidung mit besonderen Markenvorlieben, manchmal sehr zum Missfallen der Hersteller.

Heute kommen sie daher, fein gewandet und mit beruflich erfolgreichem Background.
Hier ein Beispiel: Der Verleger Götz Kubitschek.

Einen sehr interessanten Artikel über dessen Machenschaften und jahrelangem „braunen“ Engagement. Hat nur niemand so richtig bemerkt oder zum Thema gemacht? Oder ihn bewusst agitieren lassen? Der VS lässt grüßen....

Die „Biedermänner“ der Kategorie „oben hui und unten pfui“ sterben ja nie aus. Sind mitten unter uns.

Hauptsache, radikal: Wie der Verleger Götz Kubitschek die AfD auf seinen Kurs bringt

Hier Teil seiner „Wirkungsstätte“ in Sachsen-Anhalt

https://img.nzz.ch/S=W2000/O=75/https://...da82de13b8.jpeg]

Und trautes Familienfoto:

https://img.nzz.ch/S=W2000/O=75/https://...1f52bdbad5.jpeg

"Schnellroda ist das Zentrum von Deutschlands Neuen Rechten.
In Schnellroda befinden sich das von Kubitschek vor 18 Jahren mitgegründete Institut für Staatspolitik, die Redaktion seiner Zeitschrift «Sezession» und sein Buchverlag Antaios. Letztgenannter hat im vergangenen Jahr die berüchtigte Textsammlung «Finis Germania» aus dem Nachlass des Historikers Rolf Peter Sieferle publiziert, die erst die Sachbuch-Jury von NDR und «Süddeutscher Zeitung» zerlegt und dann den «Spiegel» dazu bewogen hat, seine eigene Bestsellerliste zu manipulieren. Hier gehen Mitglieder der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung ein und aus [...]"

"Größer werden als Greenpeace"

Hier der Link zum Artikel der Neuen Zürcher Zeitung

https://www.nzz.ch/international/hauptsa...ingt-ld.1419162

Deutschland und seine Demokratie lassen sich abschaffen. Dadurch, dass es möglich ist, dass solches „Ideenschlecht“ der Hitler-Aera wieder Fuß fassen konnte!

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Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)
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#2

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 14.09.2018 16:30
von gun0815 (gelöscht)
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Leben wir in zwei unterschiedlichen Deutschlands?

Oder ist dein erster Absatz eine neue Erkenntnis für dich?

Die Braunhirne gab und gibt es in jeglicher Couleur. Klar haben viele nur die "Glatzen" auf den Straßen gesehen, das ist ja auch einfach. Nur der brave, biedere und etwas ältere Herr von neben an, der immer so nett grüßt und auch sonst nicht groß auffällt, den haben dann einige nicht auf diversen Veranstaltungen gesehen, weil sie da ja nicht hingehen. Klar, der sieht nicht aus wie eines dieser Braunhirne. Da war der aber schon immer.

Ich komm nicht umhin solche Einlassungen gern als naive zu bezeichnen. Wer glaubst du, gibt den "Glatzen" denn ihre Ideologie, wer gibt denen die "Einsatzbefehle"? Selbst schaffen die das nicht, weil einfach viel zu doof. Nur wenige "Glatzen" schaffen den Aufstieg zum "Scheitelnazi" und noch wenige schaffen es zum älteren Biederen von nebenan, der immer so nett grüßt.

Und der Kubitschek ist ja nun kein unauffälliger. Auch kein neues Gesicht. Und nach meiner Analyse gab es latent die braune, rechtsdrehende Unkultur im Westen immer. Und gepflegt wurde die auch....sogar gesellschaftlich anerkannt. Also ist das jetzt ja auch nix sooo neues.

Was auch nicht grad neu ist, ist die Strafverfolgung. Allein wenn ich zurück schaue bis zum Oktoberfest-Attentat, dann kräuselt sich mein Rechtsverstädnis. Warum wurden die Hinweise und Beweise nicht konsequent zu Ende verfolgt? Warum wurden die Verbindungen der rechten Terrortruppe "Wehrsportgruppe Hoffmann" nicht aufgedeckt? Lag es womöglich an den V-Männern? Aber wenn keine Aufklärung statt findet, dann kann man sich sicher sein, dass dies Gründe hat.
Wir könnten jetzt nahtlos mit dem NSU weiter machen. Auch hier nix aufgeklärt. Keine Beweise, dass die Uwes abgedrückt haben, Ermittlungsverhinderung wird eh als Ungeschick verkauft oder es wird geblockt, weil die Aufklärung die innere Sicherheit gefährden würde. Natürlich kann dir auf Nachfragen auch niemand eine Antwort geben, denn die würde die Bevölkerung ja beunruhigen.

Wenn, wie in Hessen unter diesem Buffi, glasklar die Ansage kommt, dass Quellenschutz vor Aufklärung eines Mordes steht, dann sollte man sich fragen, warum?

Ja auch das sind Nadelstreifen Nazis! Wer sich mit der rechten Ausscheidung besudelt, indem er sie vor Verfolgung und Aufklärung schützt, der ist selber ein Nazi, Basta!

Fassen wir also zusammen: Ja, es gab sie und es wird sie immer geben, die netten und biederen Staubhirne, die es einfach nicht schnallen, dass sie eine Ideologie verbreiten und andere damit infizieren, die in der Geschichte gescheitert ist und nur noch die NeoCons und eingefleischte Hardcore-Kapitalisten wirklich interessiert, weil die Nachläufer (Glatzen und Scheitelnazis) genau das machen, was die brauchen. Denn die spalten nämlich eben jene, die eigentlich im selben Boot sitzen und eben jenen ihre Misere zu verdanken haben, die andere mit diesem Mist infizieren.

Nationalismus ist und war immer ein Garant für gute Geschäfte. Nur wenn dieser Teufelskreis aufgebrochen wird, wird auch die Rekrutierung der Glatzen ins stocken geraten. Selbstredend wird dann auch diese Ideologie so verkümmern, dass sie nur noch zum lächerlichmachen taugt.

Die Wessis sollten sich endlich mal bewußt machen, dass sie größtenteils von Softnazis (CDU) regiert wurden. Was soll auf solchem Boden eigentlich noch wachsen? Erkenntnis? Wäre zu hoffen aber ich hab da meine Zweifel.

Is wie mit einem Drogenabhängigen, man wird es zu Anfang leugnen, dann kommt die Relativierung und am Ende die eigentliche Erkenntnis. Nur wird das dann, wie bei Drogenabhängigen, viel zu spät sein.

mfg


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!


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#3

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 14.09.2018 17:33
von Anthea | 12.418 Beiträge

Zitat von gun0815 im Beitrag #2
Leben wir in zwei unterschiedlichen Deutschlands?

Oder ist dein erster Absatz eine neue Erkenntnis für dich?

Die Braunhirne gab und gibt es in jeglicher Couleur.


Aber nein, für mich ist das sicherlich keine neue Erkenntnis, denn ich beobachte und schreibe schon seit etlichen Jahren gegen dieses braune Unwesen.
Und der Tenor meines Threads sollte eigentlich die Erkenntnis sein - auch mal wieder "same procedure every time" - dass sich offenbar nichts getan hat in puncto "wehret den (fortgeschrittenen) Anfängen". Daher natürlich, da hier die Regierungs-Musik spielt: Im Westen nichts Neues.

Tatsächlich haben viele Menschen gar keine Vorstellung von "dem Feind in ihrer Nachbarschaft". Und denken halt immer noch an das vormalige Erscheinungsbild.
Wer denkt schon heute bei Tätowierten daran, dass sie dem Hitler-Kult frönen? Welchen "normalen" Bürgern sagen in dem Zusammenhang Zahlen und Zahlenkombinationen als Chiffren etwas? 18, 88, 1919 oder 444 als verdeckte Parole (3xD) für "Deutschland den Deutschen", 4-20 etc...?

Warum du explizit mit diesem Satz "Die Wessis sollten sich endlich mal bewußt machen, dass sie größtenteils von Softnazis (CDU) regiert wurden" den Westen benennst/angreifst, erscheint mir irgendwie wie eine Ablenkung vom ganz großen Thema der braunen Brut in den neuen Bundesländern.
Aber zum Glück hast du ja die grammatikalische Vergangenheitsform gewählt. Was also heißt, dass unsere jetzige Regierung da "aus dem Schneider" ist.

Was verstehst du denn unter "Softnazis"? Welcher Ideologie hängen diese an?
Ich bin da etwas "naiv" - und da wir in zwei unterschiedlichen Deutschlands leben, ist die Definition aus der Sichtweise des östlichen Teils für mich nicht als Ergebnis eigenen Nachdenkens nachvollziehbar. Oder doch?

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Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)
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#4

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 15.09.2018 07:02
von gun0815 (gelöscht)
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Ja, ich wählt die Vergangenheitsform...
Ich will hier nur anreißen, denn das Thema ist jea eher aktuell angelegt.

Die CDU hat nach 45 nicht viel getan, um alte Größen aus Politik und Wirtschaft wirklich zu sanktionieren. Die meisten standen ganz schnell wieder auf der Matte und machten einfach weiter. Grad die Konzernbosse, die sich durch Zwangsarbeiter und noch schlimmeren Unmenschlichkeiten bereicherten sind hier die, die auch nach dem Krieg wieder ganz schnell ihren Einfluß wieder etablierten.
Rechte, paramilitärische Gruppen wurde regelmäßig als Spinner verharmlost. Ist dann mal was passiert, dann wurde das entweder linken Gruppen in die Schuhe geschoben oder es waren eben verwirrte Einzeltäter (Oktoberfestanschlag).

Ich erwähne das nur, weil es in der DDR solche massiven Probleme nicht gab. Ja, es gab "Nazis". Hab ich selbst als Punk in den letzten 80er Jahren erleben und kennen lernen dürfen. Nur hatten die keinen staatlichen/ideologischen Unterbau.

Nach der Wende sah ich selbst und aus eigener Erfahrung, wie solche "Denker" unter den Spinnern sich in Dörfern im Harz breit machten und ich erschrak, wie schnell die Unterstützer fanden, die alles "klatschten" was nicht in ihr Schema passte.
Sowas gab es vorher nicht in der DDR, jedenfalls nicht so organisiert.

Du kannst also davon ausgehen, dass ich seit Ende der 80er diese Szene im Blick hab. Und in meiner von Nazis verseuchten Heimat (Ja, ich lasse mir diesen Begriff nicht von den Nazis klauen oder definieren! Der Harz ist nun mal meine Heimat) kennt man auch mein Gesicht und meinen Namen. ....und ich kennen deren Namen!

Ich kenne auch die Orte, wo Baufirmenbesitzer, Sicherheitsdienstleister oder kleine Lokalpolitiker Kneipen für Kameradschaftsabende angemietet haben und ich hab erlebt was nach solchen Treffen auf den Straßen los war. Diese Veranstalter kamen immer aus dem Westen.

Softnazi....hmm...wie erklär ich das am besten? Ich versuche es mit einem etwas älteren Video.



Ja, er ist für mich einer. Achte einfach auf den Wortlaut. Das Gebiet der ehemaligen DDR bezeichnet er als "Mitteldeuschland". So labern auch die ideologischen Scharfmacher in den Kneipen. Für die haben wir "Ostdeutschland" noch nicht wieder....also die Gebiete jenseits der Oder. Er haut in genau die gleiche Kerbe. Das ist für mich "Soft-Nazi".

Und natürlich sitzen im Publikum mindestens Staubhirne, die der alten Zeit hinterhertrauern und ebenso Softnazis, wie oben auf dem Pult. Jene, die gewisse Dinge durchgehen lassen und ließen, was heute offen auf der Straße statt findet.

Ändern können wir das Geschehene nicht mehr. Wir können es nur bloßstellen, die Lehren daraus ziehen und Erkenntnisse gewinnen. Leider sind dazu viele gar nicht in der Lage, weil sie sich einfach nicht tief genug in die Materie wagten. Das soll nicht anklagend gemeint sein, sondern analysierend.

Damals (3. Reich) haben die Nazis Wörter, Symbole und Ideologien verbogen, gestohlen und mißbraucht. Sie haben Dinge für sich beansprucht, die nicht ihnen gehören und mit denen sie nie etwas zu tun hatten (germanische Kulte und Symbole zB).

Fast das gleiche passiert im hier und jetzt. Und wenn ich dann höre, wie man mahnt, dass man nicht den Duktus der Braunen annehmen soll, dann frag ich immer, wer denen diesen denn geschenkt hat? Nein, wir dürfen nicht erlauben, dass diese Spinner unsere Sprache vereinnahmen! Die dürfen nicht definieren, was Wörter bedeuten. So einfach ist das.

Genau DAS machen aber Konsorten wie Kubi. Sarrazin auch. Schäuble haben wir gehört. Oder ist für dich Brandenburg und Sachsen auch Mitteldeutschland?

Versuch auch mal das Gequake gegen die AfD als Futterneid zu betrachten und schon relativieren sich einige Gegenreden. Ja, ich schätze die Meinungsfreihet, nur hab ich das Gefühl, einige sind da etwas freier als andere. Aber ganz wirr wird es dann, wenn Gründungsmitglieder rechter Parteien Mitarbeiter diverser Geheimdienste sind (siehe NPD WIKI

Das geht nun aber in ein Thema, dass ich hier nicht ausbreite, weil es viel zu komplex ist und nicht Thema.

Die rechtsdrehende Unkultur sitzt in erzkonservativen Kreisen tief. Die bekommt man da auch kaum raus. Nicht mit der Gesellschaft, die uns aktuell hier in D zur Verfügung steht.

mfg


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!


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#5

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 15.09.2018 10:57
von Meridian | 2.866 Beiträge

Zum Thema "mitteldeutsch":

Da gibt es noch den MDR, den mitteldeutschen Sender. Ich unterstelle ihm keine Verbreitung rechtsradikalen Gedankenguts. Aber das MDR-Gebiet liegt in den Flächen-Bundesländern Sachen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Gerade Sachsen ist nach den heutigen Grenzen absolut ostdeutsch. Dieses Bundesland grenzt an Tschechien und Polen. Thüringen und Sachsen-Anhalt sind politisch betrachtet ostdeutsch, geographisch kann man sie aber als mitteldeutsch sehen, weil sie die deutsche Außengrenze nirgendwo berühren. Dann wäre aber auch das westdeutsche Bundesland Hessen als mitteldeutsch zu betrachten, weil Hessen auch nirgendwo eine Staatsgrenze berührt.

Ein weiterer Grenzfall ist die S-Bahn Miteldeutschland Sie hat eine sehr große räumliche Ausdehnung und ist in Halle und Leipzig zentriert. Die S-Bahnlinien führen teilweise weit ins Ländliche hinaus und haben auf ihren Außenästen eher RB- statt S-Bahncharakter, die Expresslinie S5X (Halle - Leipzig - Zwickau) ersetzt sogar 2 frühere RE-Linien. Eine S-Bahnlinie führt sogar bis nach Hoyerswerda, was schon weit im Osten liegt, d.h. der polnischen Grenze näher als Leipzig, ja sogar näher an Dresden, obwohl nicht an das Dresdener S-Bahnnetz angebunden. Jedenfalls ist "mitteldeutsch" schon ein wenig grenzwertig. Besser, man hätte die alte Bezeichnung "S-Bahn Leipzig - Halle" gelassen.

Zum Vergleich: Ziemlich in der Mitte Deutschlands ist Kassel.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.


zuletzt bearbeitet 15.09.2018 10:58 | nach oben springen

#6

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 15.09.2018 11:05
von Anthea | 12.418 Beiträge

Hier ist die Liste ehemaliger NSDAP-Anhänger, die nach 1945 in den Parteien wieder eine neue politische Heimat fanden. Habe diese schon des Öfteren angeführt mit dem „Staunen“, was doch so ein Persilschein der Entnazifizierung ausmachen sollte. Wie durch ein Wunder wurden dann die Leute von Saulus zu Paulus und erkannten dann schlagartig, das Verwerfliche ihres Tuns. Grübel*. Und dass ihr „Gott“ ein „Götze“ war. Wer glaubte das denn? „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, wie schon Altvater Goethe seinen Faust sprechen ließ.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_ehem...%C3%A4tig_waren

Genau so im Übrigen ist es auch bei vielen vom „Gauckler“ und seiner Stasi-Suchbehörde in Freiheit und bescheinigter Harmlosigkeit entlassene Ex-DDR-Bewohner.

Ich habe im Übrigen oftmals festgestellt, dass Ex-DDRler sagten: "Wir sind Mitteldeutsche". Allerdings nicht, weil sie besondere Kenntnisse des Zustandekommens damaliger geographischer und sprachlicher Zuordnung zu dem Begriff „Mitteldeutschland“ aufweisen konnten. Sondern es ging ihnen einzig und alleine darum, den in ihren Augen abwertenden Begriff „Ossi“ zu umgehen.

Und dass die „Nazis“ im Osten zur DDR-Zeit keinen „staatlich ideologischen Unterbau“ hatten, stimmt nur insofern, dass diese Ideologie keine der „deutschen demokratischen Republik“ war. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass viele (Mit)Krieger der Hitler Aera dort ansässig waren. Und das Ergebnis eines verlorenen Krieges mit ihrem Eingeschlossensein nicht unbedingt der falschen Ideologie zuordneten, sondern falscher Strategie. So hieß es dann von „Opa“, wenn er den Heranwachsenden vom „Krieg“ erzählte, dass Hitler da etwas falsch gemacht hätte. Denn wenn….dann. Und er selbst hätte „so und so“ gehandelt. Aber die Grundidee sei ja gar nicht falsch gewesen…Es war in der unfreiwilligen „Enklave“ der DDR viel Zeit für Spekulationen.

Und solche Dinge bleiben in der Erinnerung von Kindern und Jugendlichen. Und deshalb war es auch keine Schwierigkeit, wenn die „gewiefteren“ braunen Rattenfänger aus dem Westen sich dieser bereits gut auf den ideologischen Weg gebrachter Menschen annahmen, die sich dann nach dem Mauerfall „gut angenommen“ fühlten. Und dann mit ihrer braunen Aufbauarbeit begannen.

Man denke an das Nazi-Dorf Jamel in MeckPom, wodurch das Nazi-Unwesen ein Gesicht bekam. Aber da hat keiner der Verantwortlichen etwas gelernt. Anstatt dieses, bildlich gesprochen „dem Erdboden gleich zu machen“ und weitere Ansiedlungen zu verhindern trachten, wird munter weitergemacht und gefördert. Und bei 65 Euro Pachtgebühr geht es wohl kaum um Gewinnerzielung sondern um Unterstützung!

Siehe hierzu den neuen Bericht im Spiegel

http://www.spiegel.de/panorama/gesellsch...-a-1227695.html

Und wenn du so „anklagend“ - und eigentlich eher Schuld abweisend - von „Veranstaltern aus dem Westen“ schreibst, dann stellt sich doch die Frage, wie weit zurück denn die Einwohner der neuen Bundesländer 30 Jahre nach der „Wiedervereinigung“ noch sein müssen? Nichts dazu gelernt? Nicht verstanden, was schädliche Ideologie eines „GröFaZ“ bewirkt hat? Alle im Geiste kleine „Bessermacher“?

Natürlich gibt es im Westen auch dieses üble braungefärbte Volk. Aber dennoch ist die „Brutstätte" des braunen Hasses, der Menschenverachtung und des ideologischen Irrweglaufens in den NBL anzutreffen. Und da ist es nun wirklich zweitrangig, ob z.B. ein Höcke aus Lünen oder ein Meuthen aus Essen stammt. Gauland ist ja einer der „ihren“. Der „Pontifex“, wie er genannt wird. Tja, hier hat sich "Dunkeldeutschland" seinen Namen verdient.

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#7

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 15.09.2018 18:14
von Teddybär | 1.675 Beiträge

Diese Diskussion geht m.M.n. an den Realitäten vorbei und ist wenig ergiebig für Theorie und Praxis


🐻🐻🐻 an die Macht // es gibt immer ein a🐻 // Plüsch ist liebe // Wer Fehler findet, darf sie behalten // Wer sich 🐻schweren will, soll sich Gewichte umhängen //
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#8

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 16.09.2018 08:14
von gun0815 (gelöscht)
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Zitat von Teddybär im Beitrag #7
Diese Diskussion geht m.M.n. an den Realitäten vorbei und ist wenig ergiebig für Theorie und Praxis


Dann wäre es sehr hilfreich, wenn du dich in die Diskussion einbringen würdest.


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!


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#9

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 16.09.2018 09:11
von gun0815 (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #6
Und wenn du so „anklagend“ - und eigentlich eher Schuld abweisend - von „Veranstaltern aus dem Westen“ schreibst, dann stellt sich doch die Frage, wie weit zurück denn die Einwohner der neuen Bundesländer 30 Jahre nach der „Wiedervereinigung“ noch sein müssen? Nichts dazu gelernt? Nicht verstanden, was schädliche Ideologie eines „GröFaZ“ bewirkt hat? Alle im Geiste kleine „Bessermacher“?




Ich habe lediglich von den Ereignissen Anfang der 90er berichtet, die ich selbst beobachtet habe. Das bedingt keine allgemeine Gültigkeit oder soll irgendwas an Schuld "abweisen"...

Beispiel:
Es zieht ein Bauunternehmer in ein Dorf. Baut sich da ein schönes Haus, spendiert der Gemeinde einen schönen Spielplatz, renoviert den heruntergekommenen Jugendclub, spendet 2-3 Fässer Freibier zum nächsten Dorffest, hält bei einer Gemeindesitzung eine nette Rede......so weit, so gut.
Nun bringt er sich auch noch über einen Freund oder Mitarbeiter in die Jugendarbeit ein und organisiert zB ein Sportfest. Auch nicht sonderlich verdächtig. Nun stehen aber Kommunalwahlen vor der Tür und siehe da, auf den besonders hoch hängenden Plakaten (rechte hängen immer höher als andere ) der Republikaner oder NPD oder.....sieht man dann das Portrait dieses netten Herrn. Es stellt sich dann auch heraus, dass der Mitarbeiter eigentlich nicht in der Firma dieses Herrn arbeitet, sondern eher ein Externer Selbständiger ist, der sich lieber der Jugendarbeit widmet und grad in jener Zeit sich um eben die kümmert, die sich abgehängt fühlten. Die damalige Perspektivlosigkeit hat das ganze vllt noch begünstigt, die allgemeine Situation ganz gewiß.

Ich kann da nur die Worte meines Neffen, der in Marzahn den Glatzen auf den Leim gegangen ist und ein aktiver Mitläufer wurde, zitieren: Die gaben uns eine Identität und ein Ziel. .....so ungefähr war es auch Anfang der 90er. Und viele heutige Probleme wurden eben in dieser Zeit initiiert. Sie wirken bis heute nach. Wer an diesem Desaster Schuld hat, ist nicht mal ganz klar zu benennen, denn eigentlich haben gleich mehrere versagt.
Der Staat, der nicht konsequent genug Straftaten dieser rechten Ideologen nachging, die Gesellschaft, die eher mit Schweigen diese Spinner hat agieren lassen, so lange sie selbst nicht zum Ziel wird und natürlich die Politik, die sich von ihren eigenen exekutiven Diensten ins Knie schießen lässt, weil die rekrutierten V-Männer natürlich vor Strafverfolgung geschützt wurden und bis heute werden.

Und ja, es braucht jene, die sich "fangen" lassen. Für mich immer etwas, an das ich etwas wütend zurück schaue, denn ich hätte in jedem Fall meine Generation für resistenter gehalten.

Wo ich dir nicht Recht gebe, ist deine klare Verortung des Hasses. Ja, die Prügelnazis haben sich besonders in den NBL gezeigt. Nur war hier nicht das Zentrum des Hasses und es war auch kein alleiniges Ostdeutsches Problem. Denn einschlägige und rechts ausgerichtete Motorradclubs und Hooligans gab es schon im Westen. Leider wurde solches nie so richtig in den damaligen Medien dargestellt. Wenn ich Presse aus der Zeit des Oktoberanschlags lese, dann ist da immer vom schlimmen Verbrechen die Rede aber nie von den Strukturen, die hinter diesem Verbrechen standen und dieses erst ermöglichte. Die sind heute im Groben bekannt und kein alleiniges deutsches Problem, sondern eher ein europäisches.
Das haben jedenfalls die Recherchen zum Terrorzweig des Stay Behind Netzwerkes ergeben.

Und die Vernetzung heute ist nicht schlechter geworden. Netzwerke wie 218 (BaH= Blood and Honour ) B&H , das heute in D zwar offiziell verboten ist, aber nichts desto Trotz weiter die Fäden zieht, veranstalten weiter Konzerte mit ihren unter Vertrag stehenden Bands. Das komplette Merchandising Geschäft läuft bis heute über diese Truppe.
Nun sind das aber nicht reine Musikveranstalter, die sind auch politische Aktivisten, Terrortruppe und Ideologiegeber.

Und nur noch mal ganz kurz erklärend. Nein, ich schiebe keine Schuld von mir oder andere, ich will nichts relativieren und ich will nichts verharmlosen. Einzig die Analyse ist es, die mich interessiert. "Ihr seid Schuld!" bringt nichts, wenn man etwas mit diesen "Schuldigen" ändern will. Ja, man kann Personen benennen, die sich besonders hervorgetan haben und entweder durch Unterlassung oder Verharmlosung dieser Ideologie Futter gab, nur bringt das alles nix, wenn man im Heute die aktuellen Probleme lösen will.

Meinungsfreiheit beinhaltet, dass man auch Meinungen zulassen muß, die einem nicht immer gefallen. Wenn sich aber Menschen durch ihre Meinung von anderen radikal abgrenzen wollen, dann ist die gesellschaftliche Abgrenzung solcher Menschen nichts, was die wieder in die Gesellschaft integrieren könnte.
Wenn es nach mir geht, dann sollten die Staubhirne sich argumentativ einer gesellschaftlichen Diskussion stellen. Das wäre ein gutes Mittel, die Ideen und die Ideologien hinter diesen Staubhirnen zu entlarven, sie vorzuführen. Denn dann würde die Unentschlossenen oder Leichtgläubigen oder Wutbürger erkennen, dass die Antworten nicht befriedigend sein werden.
Die Monothematik dieser Szene ist ihre Schwachstelle. Das historische Scheitern dieser Ideologie ist deren Schwachstelle.
Zeigen, wer hinter den Scharfmachern steht, ist eine Schwachstelle.

Keines dieser Mittel wurde in den letzten Jahren wirklich benutzt, um zu zeigen, das mann von denen zwar alles erwarten kann, nur eben keine Antworten auf Fragen und Probleme unserer heutigen Gesellschaft.

mfg


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#10

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 16.09.2018 10:37
von Anthea | 12.418 Beiträge

Das Problem ist in meinen Augen Gutgläubigkeit resp. Naivität derjenigen, die "reinen Herzens sind". Und somit leichte Beute für Verführer und Rattenfänger. Das war schon immer so. Und gerade im Falle der auf diesem Gebiet arbeitenden Agitatoren in den NBL - wobei es egal ist, woher die kommen - zeigte sich das. Ich weiß nicht mehr, wo das war. Jedenfalls richteten nette Frauen Feste aus, boten sich für Kinderbetreuung an etc. Wer wollte dazu schon nein sagen? Und so fielen eben viele auf die Wölfe im Schafspelz herein. Denn der bürgerliche, joviale Anstrich, den sich solche Leute geben, birgt die Gefahr der Falscheinschätzung. So bleibt dann: Ach, die sind doch eigentlich ganz nett. Ich weiß nicht, was ihr dagegen habt...
Wenn man Menschen Nettigkeiten angedeihen lässt, dann werden sie schnell zu Fans. Und macht man sie auf deren politische Absichten aufmerksam, dann heißt es: "Ach, Politik interessiert mich nicht..." So hat man dann schnell Leute eingefangen. Und kann sie nach und nach "weich kochen", Bewusstseinsbildung der braunen Art betreiben. Indem ganz gezielt und scheinbar besorgt sich des "Schlamassels" angenommen wird, in dem Menschen stecken oder zu stecken meinen. Um dann gleich einen Verursacher zu präsentieren! Das ist Methode und bekannt.

Dazu auch und im Hinblick auf Vernetzungen etc. las ich gestern den Fall einer gewissen "Jenny S. aus Köthen", die genau so agiert, wie beschrieben. "Wie sich eine Rechtsextreme als besorgte Bürgerin ausgibt".

https://www.focus.de/politik/deutschland...tter_TOP_THEMEN

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#11

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 16.09.2018 11:24
von SirPorthos | 3.127 Beiträge

Moin liebe Gemeinde,

nach dem "Untergang" gab es in Ost und West eine sogenannte "Entnazifizierung".

Nur was verbirgt sich dahinter ?

In den Nürnberger Prozessen wurden nur die Köpfe der Bewegung von ihrem Corpus getrennt.

Bei der zweiten und dritten Liga sah es anders aus.

Die Siegermächte haben klar durchschaut, wen sie noch gebrauchen können und wen sie als Bauernopfer öffentlich hinrichten.

1. Beispiel "Wernher von Braun"
Dieser Mann war ein führender Wissenschaftler in der Raketentechnologie. Durch sein Wissen haben die Amerikaner 1969 die "Mondlandung" durchführen können.
Dass Wernher von Braun zur Zeit des dritten Reiches "großzügig" über die für ihn gestorbenen Zwangsarbeiter hinwegsah, an ihrem menschenunwürdigen und erbärmlichen Schicksal kein Anteil nahm, wurde vergessen. Denn sein Nutzen für die Technik war größer als sein verabscheungswürdiges Verhalten im dritten Reich.
Steckt da eine Moral drin ? Nein !

2. Beispiel "Richter"
Ich kenne keinen Richter, der nach Ende des WK2 für seine Unrechtsprechung zur Rechenschaft gezogen wurde. Und warum nicht ? Man brauchte sie zum Aufbau der Bundesrepublik Deutschland. Moral ? Nicht auffindbar.

3. Beispiel "Jüdisches Vermögen"
Noch heute liegen in der Schweiz Unsummen an Geldern, die aus dem Reich vertriebene oder im KZ deportierte Juden in Sicherheit gebracht hatten. Die Schweiz hat kein Interesse daran, diese Gelder den Nachkommen zur Verfügung zu stellen aus eigenem Antrieb. Auch wenn die Schweiz dazu in der Lage wäre, so tun sie es nur auf "Nachfrage". Moral ? Nein !

Es geht in dieser Welt nur um eines: Nutzen, Kapital und Wissen. Moral steht ganz weit hinten.

Gruß aus dem alten Land !


Die Freiheit führt das Volk ! Eugène Delacroix


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#12

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 22.10.2018 18:22
von gun0815 (gelöscht)
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Passt gut zum Thema...

Ein Buch ist erschienen. Eines, dass mit Infos kommt, die, wären sie damals bekannt gewesen, Adenauer den Kopf hätte kosten können. Aber nichts wußten die Bürger der jungen BRD. Und sie haben sich auch nicht sonderlich dafür interessiert.

Das Buch: "Geheime Dienste" ...und es ist von Menschen, denen man nichts schmutziges anhängen kann. Gott sei dank!

Hier ein Beitrag vom DLF zum Buch.

Zitat
Bislang gab es überwiegend Gerüchte und Spekulationen. Dass die Organisation Gehlen, aus der 1956 der Bundesnachrichtendienst hervorging, gesetzwidrig politische Inlandsspionage betrieb, kann die Unabhängige Historikerkommission zur Erforschung der BND-Geschichte von 1945 bis ‚68 jetzt erstmals belegen.:

„Die Organisation Gehlen hat in allen relevanten Milieus, in den wichtigsten Parteien Spitzel implantiert, so genannte V-Leute. Sie hatte Sonderverbindungen. Sie hat Informationen eingezogen, für die sie gar keine Legitimation hatte, nämlich Informationen aus den Gewerkschaften, aus der FDP, aus der SPD, aus der CDU, und natürlich aus den linksliberalen Milieus, aus den kritischen Milieus. Im Grunde hat sie alles beobachtet was nicht in ihr autoritär-antiliberales Weltbild passte und alle Persönlichkeiten und Milieus, die mit der adenauerschen Politik nicht einverstanden waren.“


DLF

Also niemand braucht jetzt mehr die Märchen von politischer Verfolgung nur in den Osten schieben, der Westen war nicht besser.

Es wird eh mal Zeit, sich um die 50/60 zu kümmern. Die staatlichen Terrorakte in den 70ern brauchen einen gesonderten Platz und können ja später mal Thema werden.

Grad die ersten Jahrzehnte waren geprägt vom krankhaften Antikommunismus und wenn er nicht ernst gemeint war, dann diente er als Feigenblatt für Gesetze zur Aufhebung des Briefgeheimnis und der verfassungsmäßigen Grundrechte.

Und wenn Altnazis wie Globe kund Gehlen küngeln und sich einen Dreck um die neuen Gesetze scheren, dann kommt eine Melange heraus, wie sie hier vor uns liegt.

Ja, solch Aufdeckungen relativieren mMn einige Kritik, die gern aus den konservativen und pseudodemokratischen Reihen der Neu-BRD-Bürger kam und gegen den Osten geschossen wurde. Ja, es sind Unmöglichkeiten die eigentlich an den Pranger und richtigerweis vor Gericht gehören. Nur hat es damals irgendwie niemanden so richtig interessiert.

Und heute? Ich sachs euch, es wird nicht besser. Niemand wird in Zeitungen lesen, wie dieser Skandal aufgearbeitet werden soll und welche Konsequenzen man daraus zieht, um solchen nicht wieder passieren zu lassen.

Ich werds mir kaufen und lesen.

mfg


Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt!


zuletzt bearbeitet 22.10.2018 18:24 | nach oben springen

#13

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 23.10.2018 12:06
von Hamlets Gummibärchen (gelöscht)
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Zitat von gun0815 im Beitrag #12
Passt gut zum Thema...

Ein Buch ist erschienen. Eines, dass mit Infos kommt, die, wären sie damals bekannt gewesen, Adenauer den Kopf hätte kosten können. Aber nichts wußten die Bürger der jungen BRD. Und sie haben sich auch nicht sonderlich dafür interessiert.

Das Buch: "Geheime Dienste" ...und es ist von Menschen, denen man nichts schmutziges anhängen kann. Gott sei dank!

Hier ein Beitrag vom DLF zum Buch.

Zitat
Bislang gab es überwiegend Gerüchte und Spekulationen. Dass die Organisation Gehlen, aus der 1956 der Bundesnachrichtendienst hervorging, gesetzwidrig politische Inlandsspionage betrieb, kann die Unabhängige Historikerkommission zur Erforschung der BND-Geschichte von 1945 bis ‚68 jetzt erstmals belegen.:

„Die Organisation Gehlen hat in allen relevanten Milieus, in den wichtigsten Parteien Spitzel implantiert, so genannte V-Leute. Sie hatte Sonderverbindungen. Sie hat Informationen eingezogen, für die sie gar keine Legitimation hatte, nämlich Informationen aus den Gewerkschaften, aus der FDP, aus der SPD, aus der CDU, und natürlich aus den linksliberalen Milieus, aus den kritischen Milieus. Im Grunde hat sie alles beobachtet was nicht in ihr autoritär-antiliberales Weltbild passte und alle Persönlichkeiten und Milieus, die mit der adenauerschen Politik nicht einverstanden waren.“

DLF

Also niemand braucht jetzt mehr die Märchen von politischer Verfolgung nur in den Osten schieben, der Westen war nicht besser.

Es wird eh mal Zeit, sich um die 50/60 zu kümmern. Die staatlichen Terrorakte in den 70ern brauchen einen gesonderten Platz und können ja später mal Thema werden.

Grad die ersten Jahrzehnte waren geprägt vom krankhaften Antikommunismus und wenn er nicht ernst gemeint war, dann diente er als Feigenblatt für Gesetze zur Aufhebung des Briefgeheimnis und der verfassungsmäßigen Grundrechte.

Und wenn Altnazis wie Globe kund Gehlen küngeln und sich einen Dreck um die neuen Gesetze scheren, dann kommt eine Melange heraus, wie sie hier vor uns liegt.

Ja, solch Aufdeckungen relativieren mMn einige Kritik, die gern aus den konservativen und pseudodemokratischen Reihen der Neu-BRD-Bürger kam und gegen den Osten geschossen wurde. Ja, es sind Unmöglichkeiten die eigentlich an den Pranger und richtigerweis vor Gericht gehören. Nur hat es damals irgendwie niemanden so richtig interessiert.

Und heute? Ich sachs euch, es wird nicht besser. Niemand wird in Zeitungen lesen, wie dieser Skandal aufgearbeitet werden soll und welche Konsequenzen man daraus zieht, um solchen nicht wieder passieren zu lassen.

Ich werds mir kaufen und lesen.

mfg

Aber das weiß man doch schon seit Jahrzehnten. War auch gar nicht anders zu handhaben angesichts einer damals durchweg von der alten Nazi-Sippschaft durchseuchten Beamtenschaft. Wichtig ist nur, daß trotz dieser korrupten unnd braun belasteten Horde, trotz eines Glaobkes und eines Gehlen, die BRD ein leidlich demokratischer Staat geworden ist.


"Bosheit, mein Herr, ist der Geist der Kritik, und Kritik bedeutet den Ursprung des Fortschritts und der Aufklärung" (Thomas Mann, Der Zauberberg)

Man kann aus keiner Mücke einen Elefanten machen, aber jeden Elefanten zur Schnecke.


zuletzt bearbeitet 23.10.2018 12:07 | nach oben springen

#14

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 23.10.2018 13:56
von denker_1 | 1.598 Beiträge

Dessen Demokratie erneut aufgeweicht wird. Eigentlich schon mindestens seit 9/11, dem Ereignis, das die Herrschenden zur Rechtfertigung jener "Anti Terror Gesetze" heranziehen, die in Wahrheit keine sind, die das einzige Ziel haben, die Grundrechte unserer Bevölkerung abzubauen. Hinzugesellt haben sich da noch die Vorratsdatenspeicherung, die Aushebelung des Bankgeheimnisses, das neue Urheberrecht, das nicht dem Urheberrechtsschutz, sondern der weiteren Gängelung und Überwachung der Bürger und der Erschwerung von Veröffentlichungen unlauterer Machenschaften der Politik dient.


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#15

RE: Die neuen, alten Gesichter der Nazis

in Deutschland 23.10.2018 14:21
von Bicyclerepairman | 105 Beiträge

Zitat von Hamlets Gummibärchen im Beitrag #13
]Aber das weiß man doch schon seit Jahrzehnten. War auch gar nicht anders zu handhaben angesichts einer damals durchweg von der alten Nazi-Sippschaft durchseuchten Beamtenschaft. Wichtig ist nur, daß trotz dieser korrupten unnd braun belasteten Horde, trotz eines Glaobkes und eines Gehlen, die BRD ein leidlich demokratischer Staat geworden ist.


Völlig richtig. Deutschland war aber auch genauso als Vorzeigeschaufenster der sogenannten westlichen Werte als Frontstaat gegen über dem Ostblock aufgestellt worden. (Andere Länder zur gleichen Zeit hatten in dieser Konstallation weniger Glück ). Und wenn sowohl die akademische als auch Volkestimme, einmal in Rage gebracht noch 20, bzw 23 Jahre nach Kriegsende Andersdenkende und Aussehende ohne Scham in KZ befördert sehen wollten, wird deutlich wo der braune Kern immer noch recht rege zum Vorschein kam. Also nicht nur bei "denen" da oben......



zuletzt bearbeitet 23.10.2018 14:23 | nach oben springen


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