#1

Wohnungsnot - das vergessenee Politikfeld

in Deutschland 17.09.2017 09:28
von Luftdrache (gelöscht)
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Berlin, Hamburg, München, in den Großstädten ist die Tendenz deutlich zu spüren - Mieten steigen, Eigentum als Alternative ist in einem normalem Arbeitsleben nicht mehr zu bezahlen. Man bräuchte schon einen guten Lotto-Gewinn. Die Alternative ist das platte Land, auch wenn dies weite Pendelwege zur Arbeit bedeutet. Doch die Verdrängung des Normalverdieners aus der Stadt bedeutet auch, dass auf dem Land langsamer, aber ebenfalls die Preise am Miet- und Eigentumsmarkt zahlen. Der Preis / die Miete steht dabei nicht mehr überall in einem realen Verhältnis zum eingemieteten Objekt.

Mietpreisbremse und Eigentumsförderung sind dabei Konzepte, die versagen. Allenfalls die Vermieter oder Geldgeber profitieren. Da es in den Großstädten besonders schlimm steht, widment die TAZ dem Thema einen Artikel: http://taz.de/Debatte-Wahlkampf-und-Wohnungsnot/!5443534/


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#2

RE: Wohnungsnot - das vergessenee Politikfeld

in Deutschland 18.09.2017 07:06
von Archimedes | 148 Beiträge

Nun die Preise steigen vor allem im direkten Umland von Großstädten wie zum Beispiel Düsseldorf enorm. Die Politik hat hier auch die Aufgabe den ÖPNV deutlich zu stärken. Denn wenn schon die einfachen Arbeitnehmer aufs Land verschickt werden, kann man ja nicht wollen, dass sie alle mit ihren Dieselschleudern in die Städte zur Arbeit fahren, oder?


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#3

RE: Wohnungsnot - das vergessenee Politikfeld

in Deutschland 18.09.2017 15:43
von Minou | 149 Beiträge

Vergessen wird das Thema mit Sicherheit nicht. Aber was kann man in Großstädten wirklich tun, in denen sich die Privatwirtschaft um die Grundstücke reißt und wahnwitzige Summen dafür bieten kann? "Billig" kann man nur noch an der Peripherie bauen, und zusammenhängende Neubauareale mit Hochhäusern bergen heutzutage auch leider die Gefahr, relativ schnell zu Slums zu werden.


Beginne den Tag mit einem Lächeln, denn jeder Tag ist ein Geschenk.
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#4

RE: Wohnungsnot - das vergessenee Politikfeld

in Deutschland 18.09.2017 15:57
von heiner | 881 Beiträge

Auch hier, es wurde seitens der SPD, versucht die Mitpreissteigerungen über Gesetzesregelungen in den Griff zu bekommen. Der Koalitionspartner hat das boykottiert, so wurde kein Erfolgsmodell draus.

Einfach die SPD wählen, ohne wenn und aber, so kann man helfen dieses Problem zu bessern.


Hin zieht sich deine Zeit, du kannst sie gebrauchen aber, sie ist schnell abgelaufen, die Zeit.
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#5

RE: Wohnungsnot - das vergessenee Politikfeld

in Deutschland 18.09.2017 16:14
von Minou | 149 Beiträge

Eine Mietpreissteigerung über Gesetzesregelungen in den Griff zu bekommen, wird nicht funktionieren können, so lange Angebot und Nachfrage derartig weit auseinanderklaffen. Die Tricks der Vermieter reichen von notwendigen Renovierungen über zusätzliche Einbauten bis zu unzulässiger Erhöhung der Nebenkosten, und zu viele sind bereit, diese Preise zu bezahlen, nur um an eine Wohnung zu kommen.


Beginne den Tag mit einem Lächeln, denn jeder Tag ist ein Geschenk.
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#6

RE: Wohnungsnot - das vergessenee Politikfeld

in Deutschland 18.09.2017 17:12
von Luftdrache (gelöscht)
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Zitat von Minou im Beitrag #3
Vergessen wird das Thema mit Sicherheit nicht. Aber was kann man in Großstädten wirklich tun, in denen sich die Privatwirtschaft um die Grundstücke reißt und wahnwitzige Summen dafür bieten kann? "Billig" kann man nur noch an der Peripherie bauen, und zusammenhängende Neubauareale mit Hochhäusern bergen heutzutage auch leider die Gefahr, relativ schnell zu Slums zu werden.


Dein Argument der sozialen Risiken der Großstadt ist zugleich ein Argument, dass das Konstrukt Großstadt veraltet und überholt ist. Bietet uns die Digitalisierung nicht die Chance, viel aus der Ferne arbeiten zu können und dann auch dort zu leben, wo wir wollen?
Das ist ein klares Argument für eine Stärkung dezentraler Strukturen, z.B. auch den Breitbandausbau im ländlichen Raum. Erst wenn die Großstadt in ihrer Bedeutung zurücktritt, haben wir eine Möglichkeit, Trends wie Wohnungsnot etc. gegenzusteuern.

Zitat von heiner im Beitrag #4
Auch hier, es wurde seitens der SPD, versucht die Mitpreissteigerungen über Gesetzesregelungen in den Griff zu bekommen. Der Koalitionspartner hat das boykottiert, so wurde kein Erfolgsmodell draus.

Einfach die SPD wählen, ohne wenn und aber, so kann man helfen dieses Problem zu bessern.


Sicher, die CDU hat Gesetz verwässert. Aber die Mietpreisbremse funtkioniert so oder so nicht, da Marktmechanismen und -anreize natürlich weiter gelten.
Auch die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte im Sozialen Wohnungsbau verschiedenster Regierungen sind nicht aufzuholen.

Zitat von Minou im Beitrag #5
Eine Mietpreissteigerung über Gesetzesregelungen in den Griff zu bekommen, wird nicht funktionieren können, so lange Angebot und Nachfrage derartig weit auseinanderklaffen. Die Tricks der Vermieter reichen von notwendigen Renovierungen über zusätzliche Einbauten bis zu unzulässiger Erhöhung der Nebenkosten, und zu viele sind bereit, diese Preise zu bezahlen, nur um an eine Wohnung zu kommen.


Danke für diese schöne Zusammenfassung


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#7

RE: Wohnungsnot - das vergessenee Politikfeld

in Deutschland 18.09.2017 17:39
von Minou | 149 Beiträge

Zitat von Luftdrache im Beitrag #6
Erst wenn die Großstadt in ihrer Bedeutung zurücktritt, haben wir eine Möglichkeit, Trends wie Wohnungsnot etc. gegenzusteuern.


Luftdrache, das ist doch Utopie, Die Anziehungskraft der Großstädte wird sich nicht mindern lassen. Billigeren Wohnraum könnte man doch heute schon in Kleinstädten, vor allem im Osten Deutschlands, wo die Mieten weit unter der Hälfte liegen, bekommen. In ziemlich allen mir bekannten Ländern in Europa, wahrscheinlich weltweit, zieht es die Menschen in die wichtigen Städte, und das bestimmt nicht nur, weil sie sich bessere Lebensbedingungen erwarten.


Beginne den Tag mit einem Lächeln, denn jeder Tag ist ein Geschenk.
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#8

Chancen des ländlichen Raums

in Deutschland 18.09.2017 18:04
von Luftdrache (gelöscht)
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Zitat von Minou im Beitrag #7

Luftdrache, das ist doch Utopie, Die Anziehungskraft der Großstädte wird sich nicht mindern lassen. Billigeren Wohnraum könnte man doch heute schon in Kleinstädten, vor allem im Osten Deutschlands, wo die Mieten weit unter der Hälfte liegen, bekommen. In ziemlich allen mir bekannten Ländern in Europa, wahrscheinlich weltweit, zieht es die Menschen in die wichtigen Städte, und das bestimmt nicht nur, weil sie sich bessere Lebensbedingungen erwarten.


Ob das Utopie ist, musst jeder selbst beurteilen. Das ist mir ehrlich gesagt Einerlei.
Es geht doch darum, dass wir durch die Digitalisierung vielleicht Chancen bekommen, die Städte zu entzerren. Natürlich haben Städte Anziehungskraft und das ist auch in Ordnung. Wer es sich leisten kann und die Möglichkeit hat, zieht aber auch gerne auf das Land. Warum? Weil man sich mit Wohnung in der Großstadt all die ungewünschten Probleme mit einkaufen würde.
Es überrascht daher wenig, dass die Demographie "auf dem Land" am gesündesten ist und mit dem Landkreis Cloppenburg sogar ein stark ländlich und durch Landwirtschaft geprägter Kreis die höchste Geburtenziffer in Deutschland hat.
Also alles nur Utopie? Oder ist die Digitalisierung Chance für den ländlichen Raum?



zuletzt bearbeitet 18.09.2017 18:12 | nach oben springen

#9

RE: Chancen des ländlichen Raums

in Deutschland 18.09.2017 21:19
von Till (gelöscht)
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Die Wohnungsnot in den Ballungsgebieten ist auch eine Folge der sozialen Schieflage. Es ist zu viel Geld in Umlauf, das Anlageformen sucht. Einerseits wurde noch nie so viel vererbt wie heute, so dass ich mich manchmal wundere, wie sich junge Familien schon Eigenheime leisten können, von denen ich mit 30 nicht mal zu träumen wagte. Andererseits profitieren von den niedrigen Zinsen auch die Bauträger, die aufgrund der hohen Nachfrage jeden Preis verlangen können. Hinzu kommt, dass der soziale Wohnungsbau aus ideologischen Gründen fast zum Erliegen gekommen ist.



zuletzt bearbeitet 18.09.2017 21:20 | nach oben springen

#10

RE: Chancen des ländlichen Raums

in Deutschland 19.09.2017 09:31
von heiner | 881 Beiträge

Der soziale Wohnungsbau, etwa der 1970er Jahre, hat die Richtung vorgegeben.

Finanzierungsanreize, die nach Fertigstellung von Wohnungen, eine auf einige Jahre fixierte "Sozialmiete" sichern, das ist auch für die Zukunft ein Modell.


Hin zieht sich deine Zeit, du kannst sie gebrauchen aber, sie ist schnell abgelaufen, die Zeit.
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#11

RE: Chancen des ländlichen Raums

in Deutschland 19.09.2017 18:54
von Luftdrache (gelöscht)
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Zitat von heiner im Beitrag #10
Der soziale Wohnungsbau, etwa der 1970er Jahre, hat die Richtung vorgegeben.

Finanzierungsanreize, die nach Fertigstellung von Wohnungen, eine auf einige Jahre fixierte "Sozialmiete" sichern, das ist auch für die Zukunft ein Modell.


Findet aber nicht in ausreichendem Maße statt.
Ohne Abschied aus den Städten wird Segregation und Ghettoisierung leider zunehmen. Die Zukunft liegt dezentral auf dem Land, verbunden mit den Möglichkeiten einer zukünftig Digitalen Arbeitswelt. Denn auch hier: Welchen Sinn würde Digitalisierung ohne positiv besetzte Vision / Versprechen an die Menschen machen? Keinen!



zuletzt bearbeitet 19.09.2017 18:55 | nach oben springen


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