#1

Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 07.08.2017 19:36
von Beowulf (gelöscht)
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Mir ist durch einen Zufall dieses Buch von F.J.Radermacher in die Hände geraten: Welt mit Zukunft – Die ökosoziale Perspektive. Murmann Verlag, Hamburg 2011. ISBN 978-3-86774-111-8.
Ich finde hier sind sehr interessante Lösungsansätze für zukünftige globale Entwicklungen drin. Wer es nicht lesen mag, kann auch hier eine grobe Zusammenfassung bekommen.
Ich finde die Idee sehr realistisch, das eine wettbewerbsgerechte Politik betrieben werden soll, die sich aber in erster Linie in Einklang mit der Natur befindet, für optimierten Wirtschaftswachstum sorgt und gleichzeitig die zur Zeit abgehängten Staaten und Regionen auf einen gemeinsamen Stand bringen will. "Wohlstand für alle" ohne Gleichmacherei sozusagen.


Marie von Ebner-Eschenbach:

Ein Urteil lässt sich widerlegen, aber niemals ein Vorurteil.


zuletzt bearbeitet 07.08.2017 19:37 | nach oben springen

#2

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 07.08.2017 19:49
von Luftdrache (gelöscht)
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Wikipedia ist ja wirklich eine kurze Zusammenfassung. Ich denke nicht das das ausreicht, das Buch und seinen Inhalt ausreichend zu würdigen. Nach dem Wikipedia Artikel ergeben sich durchaus Fragen, die im Buch mit treffenden Argumenten erklärt sein könnten.
Nach der Wikipedia-Lektüre verstehe ich zwar sehr gut den hinsichtlich unserer Umwelt sympathischen Ansatz, muss mir aber doch die Frage stellen, wie das Soziale in das Konzept hinein kommt. Allein eine Wirtschtsethik zu haben, reicht noch nicht aus.


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#3

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 07.08.2017 19:57
von Iche | 136 Beiträge

Marktwirtschaft ist weder sozial noch ökologisch, sondern zutiefst asozial auf die Bereicherung weniger selbsternannter "Unternehmer" ausgelegt.

http://www.murmann-verlag.de/welt-mit-zukunft-30395.html


Allein die Tatsache, das "Marktwirtschaft" nur durch sogenanntes "Wachstum" funktioniert, zeigt mehr als deutlich, welch ein Irrweg diese ist. Im "Sozialismus" gab es da einen schönen Spruch, wir bauen auf und reißen nieder, immer wieder !
Lässt sich doch gleichfalls auf den Kapitalismus übertragen, produzieren und konsumieren, wer zum Konsumverzicht aufruft, ist schneller Staatsfeind wie ihm lieb erscheint. Und wenn die Wirtschaft auch mit der Brechstange nicht wachsen will, wird ein Krieg inszeniert, denn die Rüstungsindustrie ist der Wirtschaftszweig mit dem meisten Profit.



zuletzt bearbeitet 07.08.2017 20:03 | nach oben springen

#4

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 07.08.2017 23:48
von Gelöschtes Mitglied
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Das ist mir viel zu einseitig. Marktwirtschaft an und für sich ist kein Problem. Es ist eine systemische Eigenschaft der Marktwirtschaft, dass sie in Richtung der Proezssoptimierung arbeitet. Und das funktioniert ziemlich gut.

In der Folge verdienen auch einige daran - aber längst nicht nur die TOP-Unternehmer, sondern auch die Mitarbeiter der erfolgreichsten Unternehmen.

Auf der Strecke bleiben die Übrigen. Die, die nicht so erfolgreich waren und sind.

Die soziale Marktwirtschaft federt genau dies ab.
Die ökosoziale Marktwirtschaft versucht darüber hinaus noch Aspekte der Ökologie mit einzubringen.

Marktwirtschaft ist nicht asozial - sie dient auch nicht der Bereicherung von Unternehmern. Die Bereicherung derer ist vielmehr eine Folge der Optimierungen, die die Betroffenen für die Gesellschaften einrichten konnten.

Dass dabei einige reich werden können, ist kein Problem! Problematisch wird es nur, wenn dieser Reichtum nicht ausreichend gesellschaftlich wieder abgeschöpft wird.

Eine Grundorientierung könnte dabei sein, dass man die Staatsfinanzierung anteilig an der Vermögenssituation ausrichtet.Das würde nicht verhindern, dass Menschen reich werden können - es würde aber den Reichtum deutlich begrenzen.

Das wäre mal ein Ansatz!


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#5

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 08.08.2017 11:58
von Beowulf (gelöscht)
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Marktwirtschaft kann auch durchaus als Steuerungsmöglichkeit für Nachhaltigkeit eingesetzt werden. Das Problem ist nur das bei einer ungezügelten Marktwirtschaft sowohl sogenannte Bumerang-Effekte eintreffen. (In dem Buch wurde unter anderem das "papierfreie Büro" benannt, das durchaus eine gute Idee war, aber zum Effekt hatte, das wesentlich mehr Papier benötigt wird), als auch die Umverteilung des Vermögens von unten nach oben stattfindet. Demzufolge ist eine ordoliberale Steuerung sinnvoll, die dazu führen soll, das sogar das Wirtschaftswachstum um Faktor 10 steigt, also der Wohlstand des Nordens noch erhöht wird und ihn anschließend bremst, sobald das erreicht ist, wobei der des Südens dann erhöht wird. Dafür stehen verschiedene Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Ich persönlich finde das Szenario sehr realistisch, da es sowohl die individuellen Bedürfnisse anspricht, als auch Eigentum und Besitz größtenteils nicht antastet. Als oberste Prioritäten werden sowohl die Würde des Menschen, als auch die Grenzen, die die Natur den Menschen setzt anerkannt und respektiert, wobei es unter diesen Prämissen durchaus möglich erscheint eine gerechtere Ressourcenverteilung zu ermöglichen und bis zu 10 Mrd. Menschen auch zu ernähren.


Marie von Ebner-Eschenbach:

Ein Urteil lässt sich widerlegen, aber niemals ein Vorurteil.
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#6

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 08.08.2017 12:14
von denker_1 | 1.591 Beiträge

Ich bin bei diesem Punkt skeptisch:

Zitat

Zentrale Idee der ersten Säule ist dabei, die Nutzung des Faktors Umwelt zu quantifizieren und als handelbares “Produkt” in einen Markt zu überführen. Die Umwelt soll der produzierenden Industrie nicht mehr kostenlos als freies Gut zur Verfügung stehen, sondern durch staatliche Gesamtmengenbeschränkung zu einem knappen Gut werden. Der Faktor Umwelt erhält so das, was alle knappen Güter auszeichnet: einen Preis.



Warum: Weil Milliardäre sich dann doch wieder von allem frei kaufen können und eine zerstörte Umwelt hinterlassen. Zuerst müsste die Lebensgrundlage der betroffenen Menschen eine passend hohne Preis haben. Wenn zum Beispiel in Nigeria das Land der Menschen durch Ölverschmutzung zerstört wird und hierdurch deren Felder wertlos werden, müsste denen ein kompletter Einkommensaushleich aurf europäischem Standard zustehen. Plus volle Entschädigung bei Umzug. Ein neues Haus in mindestens gleicher Größe an einer Stelle, wo die Natur noch intakt ist. Hier in Europa müsste denen, deren Fabriken zerstört wurden ein BGE in mindestens dem damaligen Lohn als Entschädigung bedingungslos zustehen. Womit wir wieder fast beim BGE wären. Die Wirtschaft soll endlich den Menschen dienen und nicht umgekehrt,


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#7

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 08.08.2017 13:34
von heiner | 881 Beiträge

Markt ist kreativ. Wer mit einem Angebot auf den Markt kommt, der kann mit seinen Produkten nur Erfolg haben, wenn sie in Preis und Qualität anderen mindestens Ebenbürtig sind.
Wie viele Anbieter auf den Markt kommen, das hängt davon ab wie viel die Nachfrage erträgt.
Dass es Regeln gibt, die etwa Lebensmittel als gesund und Naturbelassen verlangen, das muss einfach sein und somit ist ein Regelwerk notwendig, das dem Markt "Leitplanken" gibt.
Solche Regelungen können den ökologischen Rahmen reglementieren und es gibt wichtige "soziale Aufgaben" die durch ein Regelwerk vor Elend schützen sollen.
Für viele Menschen im Land (derzeit die Mehrheit) wäre die passende politische Antwort "RRG". Der bürgerlichen SPD eine ökologische und eine soziale Komponente an die Seite gestellt, das hätte was, zumindest Licht am Horizont.


Wer Tränen ernten will, muss Liebe säen.

Friedrich Schiller
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#8

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 08.08.2017 21:18
von Luftdrache (gelöscht)
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Eine wirklich spannende Diskussion über die Marktwirtschaft.

Zitat von Atue im Beitrag #4
Marktwirtschaft ist nicht asozial - sie dient auch nicht der Bereicherung von Unternehmern. Die Bereicherung derer ist vielmehr eine Folge der Optimierungen, die die Betroffenen für die Gesellschaften einrichten konnten.

Dass dabei einige reich werden können, ist kein Problem! Problematisch wird es nur, wenn dieser Reichtum nicht ausreichend gesellschaftlich wieder abgeschöpft wird.

Eine Grundorientierung könnte dabei sein, dass man die Staatsfinanzierung anteilig an der Vermögenssituation ausrichtet.Das würde nicht verhindern, dass Menschen reich werden können - es würde aber den Reichtum deutlich begrenzen.


Ein Argument für eine hohe Erbschaftssteuer.

Zitat von Beowulf im Beitrag #5
Marktwirtschaft kann auch durchaus als Steuerungsmöglichkeit für Nachhaltigkeit eingesetzt werden. Das Problem ist nur das bei einer ungezügelten Marktwirtschaft sowohl sogenannte Bumerang-Effekte eintreffen. (In dem Buch wurde unter anderem das "papierfreie Büro" benannt, das durchaus eine gute Idee war, aber zum Effekt hatte, das wesentlich mehr Papier benötigt wird), als auch die Umverteilung des Vermögens von unten nach oben stattfindet. Demzufolge ist eine ordoliberale Steuerung sinnvoll, die dazu führen soll, das sogar das Wirtschaftswachstum um Faktor 10 steigt, also der Wohlstand des Nordens noch erhöht wird und ihn anschließend bremst, sobald das erreicht ist, wobei der des Südens dann erhöht wird. Dafür stehen verschiedene Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Ich persönlich finde das Szenario sehr realistisch, da es sowohl die individuellen Bedürfnisse anspricht, als auch Eigentum und Besitz größtenteils nicht antastet. Als oberste Prioritäten werden sowohl die Würde des Menschen, als auch die Grenzen, die die Natur den Menschen setzt anerkannt und respektiert, wobei es unter diesen Prämissen durchaus möglich erscheint eine gerechtere Ressourcenverteilung zu ermöglichen und bis zu 10 Mrd. Menschen auch zu ernähren.


Was zur Frage führt, wie ein ordoliberaler Ansatz das machen möchte.
Weiter folgt die nicht unberechtigte Kritik von denker:

Zitat von denker_1 im Beitrag #6

Warum: Weil Milliardäre sich dann doch wieder von allem frei kaufen können und eine zerstörte Umwelt hinterlassen. Zuerst müsste die Lebensgrundlage der betroffenen Menschen eine passend hohne Preis haben. Wenn zum Beispiel in Nigeria das Land der Menschen durch Ölverschmutzung zerstört wird und hierdurch deren Felder wertlos werden, müsste denen ein kompletter Einkommensaushleich aurf europäischem Standard zustehen. Plus volle Entschädigung bei Umzug. Ein neues Haus in mindestens gleicher Größe an einer Stelle, wo die Natur noch intakt ist. Hier in Europa müsste denen, deren Fabriken zerstört wurden ein BGE in mindestens dem damaligen Lohn als Entschädigung bedingungslos zustehen. Womit wir wieder fast beim BGE wären. Die Wirtschaft soll endlich den Menschen dienen und nicht umgekehrt,


Ob diese Kritik zu einem bGE führen müsste, ist allerdings eine ganz andere Frage.


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#9

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 10.08.2017 21:21
von Beowulf (gelöscht)
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Grundsätzlich finde ich persönlich die Idee des BGE sehr gut, wenn sie nicht dazu führt, das der Staat sich somit aus seiner Verantwortung "herauskauft". Sie ist auch in einer ÖSM denkbar und wäre durchaus in der BRD sicher ein gangbarer Weg.. Nur das BGE einzuführen ohne globale Maßnahmen, gerade im Bereich der Ökologie verbunden mit der Ressourcenfrage, löst wohl nur temporär soziale Probleme. Daher ist ein Global Marshallplan sicher eine Notwendigkeit, will man langfristig den Wohlstand für alle erreichen. Auch sollte explizit die BRD endlich einmal innerhalb der eigenen Grenzen, ein einheitliches Schulsystem schaffen, sowohl mit einheitlichen Standards als auch mit kostenlosem Zugang für alle inklusive der Schulmittel., denn Wissen ist die größte Ressource, die man gesellschaftlich einbringen kann.


Marie von Ebner-Eschenbach:

Ein Urteil lässt sich widerlegen, aber niemals ein Vorurteil.
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#10

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 27.08.2017 03:11
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat
Grundsätzlich finde ich persönlich die Idee des BGE sehr gut, wenn sie nicht dazu führt, das der Staat sich somit aus seiner Verantwortung "herauskauft". Sie ist auch in einer ÖSM denkbar und wäre durchaus in der BRD sicher ein gangbarer Weg.. Nur das BGE einzuführen ohne globale Maßnahmen, gerade im Bereich der Ökologie verbunden mit der Ressourcenfrage, löst wohl nur temporär soziale Probleme. Daher ist ein Global Marshallplan sicher eine Notwendigkeit, will man langfristig den Wohlstand für alle erreichen. Auch sollte explizit die BRD endlich einmal innerhalb der eigenen Grenzen, ein einheitliches Schulsystem schaffen, sowohl mit einheitlichen Standards als auch mit kostenlosem Zugang für alle inklusive der Schulmittel., denn Wissen ist die größte Ressource, die man gesellschaftlich einbringen kann.



Der Staat hat keine Verantwortung, die ihm nicht durch die Bürger auferlegt wurde. Er kann sich auch nicht aus irgendetwas herauskaufen, wenn dies die Bürger nicht wollen. Umgekehrt kann der Staat auch kein BGE einführen - wenn nicht ausreichend viele Bürger dies wollen.

Dass es nicht reicht, wenn ein Staat alleine (also beispielsweise die BRD) eine Politik betreibt, um zumindest etwas nachhaltiger zu werden, ist klar. So betrug beispielsweise der gesamte Kohlendioxidausstoß der BRD 2011 nur 2,4% am Kohlendioxidausstoß weltweit. Und: Hätte Deutschland 2011 seinen Kohlendioxidausstoß komplett auf 0 gesetzt - es wäre nahezu unbemerkt verpufft, weil der Zuwachs (!) von China und Indien von 2010 auf 2011 den Gesamtausstoß an CO2 der BRD in 2011 bei weitem übetraf.

Umgekehrt gilt, dass Deutschland zu den großen Volkswirtschaften der Welt gehört - dazu noch eine Volkswirtschaft, die in einem demokratischen Umfeld existiert. Wenn es noch nicht einmal Deutschland schafft, sich auf Nachhaltigkeit umzustellen - wie wahrscheinlich ist es, dass dies mit den Rezepten der westlichen Welt gelingen kann?

Es kann nicht sein, dass wir mit ersten Maßnahmen in Deutschland abwarten, bis es einen globalen Mashallplan gibt......vielmehr müssen wir überlegen, wie wir mit Maßnahmen in Deutschland schon mal vorbereiten können, was zukünftig weltweit helfen kann.

Die deutsche Volkswirtschaft ist weit davon entfernt, eine ökosoziale Marktwirtschaft zu sein. Sie wird es auch nicht durch ein BGE - ein BGE würde gleichwohl auf andere Problemstellungen eine stimmige Antwort zumindest mal adressieren.

Um ausreichend nachhaltig sozial zu werden empfehle ich ergänzend zu einem BGE, die Finanzierung des Staatshaushaltes anteilig entsprechend dem jeweiligen Privatvermögen zu organisieren.

Damit es dann noch nachhaltig wird, empfehle ich, dass der Staat die Interessen der Kinder, der ungeborenen Kinder und aller folgender Generationen angemessen in seiner Interessenvertretung einfließen lassen muss. Kann dies nicht über die demokratischen Strukturen von heute garantiert werden, sollten passende Strukturen entwickelt werden, die dies sicherstellen.

Ein Beispiel hierfür könnte beispielsweise ein 10%iger Nachhaltigkeitsaufschlag auf die Mehrwertsteuer sein - wenn die Mehrwertsteuer auf Produkte angewendet wird, die nicht nachhaltig produziert werden. Die Einnahmen aus diesem Aufschlag sollten zwingend dafür genutzt werden, den nachteil der zukünftigen Generationen auszugleichen, dass die betroffene Ressource zukünftig von ihnen nicht mehr genutzt werden kann, weil sie nicht nachhaltig ist, und deshalb weg ist. Für diesen Nachteil brauchen zukünftige Generationen einen finanziellen Vorteil - den man mit einem solchen Aufschlag schon mal in Anfängen finanzieren könnte.

Im Übrigen wäre ich dafür, auch auf Finanztransaktionen Mehrwertsteuer zu erheben......das würde aufgeregte Finanzmärkte nachhaltig beruhigen......


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#11

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 27.08.2017 12:29
von Luftdrache (gelöscht)
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Zitat von Atue im Beitrag #10

Um ausreichend nachhaltig sozial zu werden empfehle ich ergänzend zu einem BGE, die Finanzierung des Staatshaushaltes anteilig entsprechend dem jeweiligen Privatvermögen zu organisieren.


Also ein negatvies bGE für Millionäre?


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#12

RE: Ökosoziale Marktwirtschaft

in International 27.08.2017 23:16
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat
Also ein negatvies bGE für Millionäre?



Ein BGE ist erst mal eine (soziale) Leistung des Staates.
Die Finanzierung solcher Leistungen des Staates ist eine davon unabhängige Sache.

Ein BGE gibt es für alle Bürger, sonst wäre es ja an finanzielle Bedingungen geknüpft und dann nicht mehr bedingungslos.

Wenn man die Staatsfinanzierung an der Vermögenssituation orientiert gestaltet, und es auch ein BGE zu finanzieren gibt, wird dies faktisch bedeuten, dass Millionäre zwar positiv ein BGE bekommen, aber negativ höhere Steuern oder Abgaben zu leisten haben, so dass ihre Finanzbilanz negativ ausfällt.

Generell gilt (mit und ohne BGE!) dass im heutigen Finanzierungssystem der Staatshaushalte die Vermögenssituation der Bürger im großen und ganzen durchaus berücksichtigt wird. Wer viel hat, zahlt auch mehr Steuern und/oder Abgaben. Im Detail aber wird dieses Prinzip speziell bei sehr großen Vermögen nicht mehr eingehalten - obwohl nur eine relativ kleine Personengruppe über solche Vermögen verfügt, gesteht diesen die Gesellschaft heute zu, dass sie sich nicht entsprechend ihrer Vermögenssituation an der Staatsfinanzierung beteiligen müssen.

Heute wird der Mittelstand etwas über Gebühr belastet - sehr Reiche und Superreiche kommen deutlich zu gut weg. Interessanterweise schafft es diese relativ kleine Klientel in der öffentlichen Diskussion immer wieder, die Grundstimmung in der Republik so zu drehen, dass Mehrheiten leichter dafür zu finden sind, soziale Leistungen bei Bedürftigen zu kürzen, anstatt Reiche und Superreiche angemessen an der Staatsfinanzierung zu beteiligen.


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