#1

Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 20.07.2017 22:33
von Anthea | 12.274 Beiträge

Man glaubt es kaum, dass solche Dinge überleben konnten! Dass aus unserer fortschrittlichen Gesellschaft heraus die Kinder quasi ins finsterste Mittelalter verbracht werden.

Aus dem Focus Artikel, der über den Appell an die Lehrer berichtet und Vorsichtsmaßnahmen für die Schüler

http://www.focus.de/politik/deutschland/...id_7378758.html

<<Die meisten Kinder verbinden mit ihren Schulferien unbeschwerten Spaß, bevor sie schließlich im neuen Schuljahr in ihre Klassenzimmer zurückkehren. Doch für manche Schüler bringt gerade diese Zeit eine dramatische Wendung mit sich: Sie reisen in ihre Herkunftsländer und werden dort zwangsverheiratet.

Zwangsverheiratung gilt in Deutschland als Menschenrechtsverletzung und ist seit 2011 ein Straftatbestand. Trotzdem ermittelte der Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung in einer Umfrage für das Jahr 2013 460 Fälle von Zwangsverheiratung in der Hauptstadt. Dazu kommt eine Dunkelziffer unbekannter Fälle.

Ein Drittel aller Opfer war demnach minderjährig, bei ebenfalls einem Drittel handelte es sich um Kinder mit türkischen Wurzeln. 22 Prozent der Opfer hatten einen arabischen Migrationshintergrund. Insgesamt mussten 430 Mädchen und 29 Jungen gegen ihren Willen den Bund der Ehe eingehen. […] <<

http://www.focus.de/politik/videos/angeb...id_6757703.html


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Träume, als lebtest du ewig - lebe, als stürbest du heute. James Dean


zuletzt bearbeitet 20.07.2017 22:33 | nach oben springen

#2

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 20.07.2017 22:57
von Till (gelöscht)
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In Deutschland galt Zwangsverheiratung bereits vor 2011 als besonders schwerer Fall von Nötigung (wurde von Rot-Grün 2005 ins StGB aufgenommen und in §240 ausdrücklich erwähnt) und wurde mit einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten bis 5 Jahren geahndet. (Ab 3 Jahren Freiheitsstrafe werden Straftäter zwingend ausgewiesen, ab 2 Jahren in der Regel, darunter ist es Ermessenssache.)

Das Hauptproblem ist, junge Erwachsene oder Minderjährige dazu zu bewegen, die eigenen Eltern anzuzeigen (noch dazu, wenn sie damit deren Ausweisung verursachen würden); der Staat kann in der Regel nicht kontrollierend ins Intim- und Privatleben eingreifen und von sich aus tätig werden. Für in Deutschland lebende Ausländer kommt erschwerend hinzu, dass Frauen oder Männer, deren Ehe wegen Zwangsverheiratung aufgehoben wird, selbst von Ausweisung bedroht sein können. Deshalb bin ich skeptisch, ob die beschriebenen Maßnahmen wirklich greifen werden.


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#3

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 21.07.2017 08:49
von Anthea | 12.274 Beiträge

Ein Problem hat ja in dem Artikel lesbar schon ein Anwalt angesprochen: Dass nämlich Kinder keinen Anwalt beauftragen dürften.

Ich muss sagen, ich fand diesen Artikel etwas "shocking", denn ich bin eigentlich von Einzelfällen ausgegangen. D.h., dass Neuankömmlinge bei uns bereits den Status "verheiratet" besitzen, obwohl sie noch minderjährig sind und unter unserem vorgegebenen Heiratsalter. Dass jedoch gezielt Kinder ins Ausland verbracht werden, um dort zwangsverheiratet zu werden, das finde ich angesichts unserer Gesellschaft, aus der diese Kinder quasi "entführt" werden, doch etwas "heavy".


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zuletzt bearbeitet 21.07.2017 08:49 | nach oben springen

#4

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 21.07.2017 11:41
von Minou | 149 Beiträge

Es sind leider keine Einzelfälle, Anthea.

Bereits vor zwei Jahren schrieb ntv einen Artikel darüber, dass jedes Jahr 3000 Mädchen von Zwangsverheiratung bedroht sind. Die Angabe bezog sich damals allerdings nur auf die Zahl der Mädchen, die sich an Beratungsstellen gewandt hatten - die Dunkelziffer ist jedoch viel höher und dürfte zudem durch die Zuwanderung auch noch gestiegen sein:
https://www.welt.de/politik/deutschland/...at-bedroht.html

Der Gesetzentwurf für ein Verbot der Zwangsehe sollte eigentlich noch vor der Sommerpause verabschiedet werden, aber bis jetzt hat man nichts darüber gehört oder gelesen.

Es dauert Generationen, bevor diese alten Vorstellungen überwunden sind. Traurig, dass solche Traditionen (wie auch die Genitalverstümmelung von Mädchen) in den allermeisten Fällen unentdeckt bleiben und damit auch nicht geahndet werden können.


Beginne den Tag mit einem Lächeln, denn jeder Tag ist ein Geschenk.
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#5

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 21.07.2017 12:35
von Till (gelöscht)
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Zitat von Minou im Beitrag #4
Der Gesetzentwurf für ein Verbot der Zwangsehe sollte eigentlich noch vor der Sommerpause verabschiedet werden, aber bis jetzt hat man nichts darüber gehört oder gelesen.
Hier geht es um Ehen Minderjähriger (also unter 18), die nach ausländischem Recht geschlossen wurden (betrifft hauptsächlich Flüchtlinge). Sie sollen aufgehoben werden bzw. für nichtig erklärt werden können. Bis jetzt hat Deutschland (schon seit der Kaiserzeit) Ehen nach ausländischem Recht grundsätzlich anerkannt.


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#6

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 21.07.2017 17:00
von denker_1 | 1.591 Beiträge

Keine Ahnung ob es gut ist, hier unsere Wertmaßstäbe anzulegen. Es scheint mir, all die negativen Aspekte der muslimischen Religion dienen der Ächtung dieser Religion und Kultur als Ganzes, das Christentum ist ja soooooooo viiiiiieeeeel besser.

Da kommen dann solche Kinderehen oder der islamische Terrorismus oder Genitalverstümmelungen gerade Recht, um die Ächtung komplett zu machen.

Ich schlage statt Ächtung Aukflärung vor. Aufklärung statt pauschale Ächtung. Auf dem Gebiet der Genitalverstümmelung passiert da schon sehr viel. Die BeschneiderInnen brauchen halt eine andere Einkommensquelle. Wie auch immer.

Aber hier in der Diskussion in Deutschland über den Islam und seine zweifellos auch vorhandenen neggativen Seiten höre und lese ich eher die Ächtung der Religion als Ganzes heraus. Die Schächtung von Tieren zieht als Argument nicht mehr, da steht unsere Massentierhaltung entgegen, die für die Tiere mindestens genau so grausam ist. Da müssen eben Kinderehen oder Genitalverstümmelungen her, um die Ächtung dieser Religion weiter aufrecht erhalten zu können.

Man könnte aber auch einfach das Heiratalter auf 18 hoch setzen oder mal ganz differenziert schauen, ob sich die beiden vermählten vielleicht doch lieben. Wenn Liebe im Spiel ist, dann nichts tun, wenn Zewangsehe dann trennen. Warum da so viel Gewese um das Themas. Wohl, wie ich glaube zur Ächtung des Islam als Ganzes.

Nein, Religion an sich ist dann die Geißel der Menschheit. Die macht erst solche Knechtungen der Menschen möglich!


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#7

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 21.07.2017 19:28
von antenna (gelöscht)
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Schoen gesagt, Denker 1.
Genitalverstuemmelung ist ein Thema, das sicher einem anderen Kapitel als jenes des Islam zugeordnet werden muss.
Zur "Aechtung', wie Sie es nennen, eignet sich natuerlich jedes Thema.

Das Thema ist Zwangsverheiratung. Inwieweit "Aufklaerung" zur Praevention von Zwangsheirat nuetzt, bzw. wie diese erfolgen sollte, da ist guter Rat teuer, wie ich finde. Es kommt vor allem in ungebildeten Kreisen vor , die einer traditionellen oder wie sie meinen religioesen "Pflicht" nachkommen, wenn sie, die Eltern die Partner der Kinder aussuchen. Moeglichst aus dem gleichen Dorf, aus dem sie stammen, wo seit jeher man untereinander heiratete. Manchmal auch Kusin und Kusine.
Man spricht dann von arrangierter Heirat, was in den meisten Faellen auch zutrifft. Inwieweit Zwang im Spiel ist, vermag ein Aussenstehender schwer zu beurteilen.

Ihr Vorschlag, man sollte pruefen bzw. differenziert schauen, "ob die beiden Vermaehlten sich doch lieben", halte ich fuer ziemlich unrealistisch. Wer sollte diese Differenzierung von Amts wegen durchfuehren?

Keine Idee, welche Massnahmen tauglich sind, in Deutschland gegen Zwangsheirat vorzugehen. Schoen und gut, dass es den Paragrafen im StGB gibt, und es waere interessant zu erfahren, wie viele seit der Existenz desselben verurteilt wurden, weil sie dagegen verstossen haben.

Aufklaerung koennte auch ueber Schulen mit grossem Migrantenteil erfolgen. Wenn eine minderjaehrige Schuelerin bzw. Schueler verheiratet aus den Ferien zurueckkommt, waere zumindest ein Gespraech mit dem Lehrer/In des Vertrauens notwendig. Nicht, um "unsere Wertmaessstaebe" anzulegen, sondern um zu erfragen, wie diese Heirat zustande kam. Mit etwas Feingefuehl koennte man vielleicht in Erfahrung bringen, ob der/die Jugendliche zu dieser Heirat gezwungen wurde.
Bei Verdacht sollte sich die Schulleitung einschalten und die naechsten Schritte einleiten.

Gewiss kein leichtes Unterfangen.



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#8

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 21.07.2017 21:07
von Anthea | 12.274 Beiträge

Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann ist es möglicherweise schon „ertrunken“.

Deshalb ist die Prävention, wie sie getroffen wird, werden soll, doch wohl sinnvoller?

Was denn, wenn die „verheirateten Kinder“ gar nicht zurück kommen? Ist das dann nicht angesichts der Tatsache, dass gewisse Dinge - oder Hilferaufrufe - darauf hinwiesen, dass etwas zum „Unwohl“ des Kindes getan werden sollte, nicht so etwas wie „unterlassene Hilfeleistung“?

Ist nicht „wehret den Anfängen“ besser?

Es ist ja auch eher vernachlässigbar zu erfahren, WER denn von den Eltern/Erziehungsberechtigten gegen den Paragrafen verstoßen hat. Wichtiger ist doch, dass eine Untat!!! vollzogen wurde. Eine, die gegen den Willen des Kindes/Jugendlichen ist/war, der sich nicht wehren konnte!

Im Übrigen sprechen ja die Zahlen für sich. Sind das denn alles „ungebildete Kreise“? Die Kinder sind „eingedeutscht“ – und zwar hier geboren. Und da greift die Fürsorgepflicht des Staates.


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zuletzt bearbeitet 21.07.2017 21:07 | nach oben springen

#9

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 21.07.2017 21:32
von Anthea | 12.274 Beiträge

Die Journalistin und Drehbuchautorin Güner Yasemin Ablaci, Tochter türkisch-kurdischer Einwanderer und aufgewachsen in Berlin-Neukölln führte ein interessantes in der WELT veröffentlichtes Interviw mit „Die Literarische Welt" Bezug nehmend auf ihr Buch: Aliyahs Flucht. Die gefährliche Reise in ein neues Leben,.

Hieraus – passend zu der Nichtselbstbestimmung der Frauen:

<<Die Literarische Welt: Die eigentliche Geschichte, die Sie mit „Aliyahs Flucht“ erzählen, handelt von der fehlenden sexuellen Selbstbestimmung der muslimischen Frau.

Güner Balci: In einer Gesellschaft, in der es keine sexuelle Revolution gab, also die Haltung, Sexualität selbstbestimmt zu leben, gibt es keine Beziehung zwischen Mann und Frau außerhalb einer sexuellen. Junge Frauen und Männer, die sowohl in einer Beziehung leben als auch gleichzeitig Freundschaften zum anderen Geschlecht pflegen, trifft man in der Türkei ganz selten. <<

https://www.welt.de/kultur/literarischew...nhaeutchen.html

Wenn am Ende des Interviews Güner Balci sagt…

<< Ich sehe, dass viele Leute einen reformierten Islam für sich leben. Nun sollten auch unsere Strukturen das abbilden: geistliche Instanzen, an denen sich junge Leute orientieren können, die muslimisch sein wollen – aber nicht so leben wollen wie zu Zeiten des Propheten. Es liegt auch an uns, sie zu finden und zu fördern-... <<

dann stimme ich dem nicht zu. Denn es ist an den „reformierten und modernen Muslimen“, den anderen, den „Antiquierten“ beizubringen, WAS Sache ist. Was richtig und was falsch. Nun ja, sie hat „auch“ gesagt. Das ist korrekt.

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zuletzt bearbeitet 21.07.2017 21:33 | nach oben springen

#10

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 22.07.2017 07:37
von denker_1 | 1.591 Beiträge

Ich glaube unserer Berichterstattung nicht mehr. Ich bin für den reformierten Islam, ich glaube ganz fest daran, das auch Moslems in der Lage sind, gläubig zu bleiben aber den Ballast der Religiösen Versklavung abzustreifen. Haben wir Christen das nicht auch geschafft? Warum sollte das ein Moslem nicht auch können?

Wenn das nicht möglich ist, hilft nur eines:

Ganz und gar hinweg mit jeglicher Religion. Auch der Christlichen! Bevormundung in der Partnerwahl sobald einer der Partner Ausländer ist, zeugt auch nicht gerade von großer Aufgeklärtheit. Immer erst den Balken im eigenen Auge anschauen!


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#11

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 22.07.2017 08:54
von Anthea | 12.274 Beiträge

Hallo denker_1, wie sagt man? Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Womit ich meine, dass der Islam als eine der drei monotheistischen Religionen ca. 7 Jahrhunderte jünger ist als das Christentum.

Und dieses hat sich auch erst im Laufe der Zeit zu dem "gemausert", was es heute ist. Und in der Zwischenzeit ging es sehr blutig zu! Man denke an die Kriege im Namen Gottes "Deo lo vult", wo ganze Völker und Kulturen vernichtet wurden. Man erinnere sich an die Inquisition etc.....Ganz ganz viele schreckliche Dinge.Und auch der Islam wird sich mMn weiter entwickeln.

Ja, und auch das Christentum muss weiter denken und sich entwickeln. Da gibt es auch noch viele "Baustellen".


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zuletzt bearbeitet 22.07.2017 08:55 | nach oben springen

#12

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 22.07.2017 12:29
von Minou | 149 Beiträge

Zwangsverheiratungen sind nun wirklich keine Erfindung des Islam, solche Traditionen gibt es auch in anderen Religionen und Gebieten.


Beginne den Tag mit einem Lächeln, denn jeder Tag ist ein Geschenk.
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#13

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 22.07.2017 13:10
von Anthea | 12.274 Beiträge

Zitat von Minou im Beitrag #12
Zwangsverheiratungen sind nun wirklich keine Erfindung des Islam, solche Traditionen gibt es auch in anderen Religionen und Gebieten.



Das ist richtig. Man denke nur an die Fürstenheiraten, wo schon die Kinder miteinander vermählt wurden.

Aber egal, wer wo wann wie und warum so etwas mal "erfunden" oder eingeführt hat: Wir dürfen das hier in Deutschland nicht gut heißen. Vor allen Dingen, wenn es gegen den Willen der Kinder/Jugendlichen ist.


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#14

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 22.07.2017 14:37
von Till (gelöscht)
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Zitat von antenna im Beitrag #7
Das Thema ist Zwangsverheiratung. Inwieweit "Aufklaerung" zur Praevention von Zwangsheirat nuetzt, bzw. wie diese erfolgen sollte, da ist guter Rat teuer, wie ich finde. Es kommt vor allem in ungebildeten Kreisen vor , die einer traditionellen oder wie sie meinen religioesen "Pflicht" nachkommen, wenn sie, die Eltern die Partner der Kinder aussuchen. Moeglichst aus dem gleichen Dorf, aus dem sie stammen, wo seit jeher man untereinander heiratete. Manchmal auch Kusin und Kusine.
Was "Aufklärung" zur Prävention betrifft, bin ich auch eher skeptisch. Es sind Leute mit archaischem Denken, das sich nicht von heute auf morgen abstellen lässt. Meine Hoffnung ist eher, dass sich das Problem in der nächsten Generation reduziert oder erledigt.

Zitat
Man spricht dann von arrangierter Heirat, was in den meisten Faellen auch zutrifft. Inwieweit Zwang im Spiel ist, vermag ein Aussenstehender schwer zu beurteilen.

Das ist das nächste Problem. Gegen eine arrangierte Ehe ist im Grunde nichts einzuwenden. Auch christliche Kreise bedauern, dass es bei uns zu wenige arrangierte Ehen gibt und daraus Probleme wie Abtreibungen, hohe Scheidungsraten bis hin zu "Familientragödien" resultieren.

Zitat
Schoen und gut, dass es den Paragrafen im StGB gibt, und es waere interessant zu erfahren, wie viele seit der Existenz desselben verurteilt wurden, weil sie dagegen verstossen haben.

Ich habe noch von keinem Fall gehört.


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#15

RE: Ferienzeit- Reisezeit - Zwangsverheiratungszeit

in Deutschland 22.07.2017 14:51
von Till (gelöscht)
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Zitat von Anthea im Beitrag #9
Wenn am Ende des Interviews Güner Balci sagt…

&lt;&lt; Ich sehe, dass viele Leute einen reformierten Islam für sich leben. Nun sollten auch unsere Strukturen das abbilden: geistliche Instanzen, an denen sich junge Leute orientieren können, die muslimisch sein wollen – aber nicht so leben wollen wie zu Zeiten des Propheten. Es liegt auch an uns, sie zu finden und zu fördern-... &lt;&lt;

dann stimme ich dem nicht zu. Denn es ist an den „reformierten und modernen Muslimen“, den anderen, den „Antiquierten“ beizubringen, WAS Sache ist.

Das sehe ich anders. Ich kann von keinem aufgeklärten Muslim erwarten, andere Muslime, die ein archaisches Weltbild haben, zu missionieren. Es verlangt keiner von aufgeklärten Christen, evangelikale Fundamentalisten zu bekehren, keiner von aufgeklärten Juden, ultraorthodoxen Juden von ihren Ansichten zu überzeugen.
Was Güner Balci mMn meint, ist, praktizierten Islam nicht den Konservativen zu überlassen, sondern eigene Angebote machen. Die müssen dann allerdings von den aufgeklärten Muslimen selbst kommen.


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