#1

Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 31.01.2018 15:35
von Anthea | 12.377 Beiträge

Dieser soll 2019 „kräftig“ ansteigen. Hierbei ist eine Summe von z.Zt. 8,84 auf 9,19 in der Erwartung.
Ganz sicher war es ein Schritt in eine richtige Richtung, überhaupt einen Mindestlohn einzuführen. Aber Papier ist ja bekanntlich geduldig. Und wo kein Kläger ist, da ist kein Richter? Was heißt, dass Arbeitgeber immer die Lücke suchen und auch finden werden, wo sie die Zahlung umgehen können. Nach dem Motto: Man kann alles machen, man darf sich nur nicht erwischen lassen.

Man sehe hierzu auch Tagesschau Meldung, dass Millionen keinen Mindestlohn erhalten.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/min...studie-101.html

Was also heißt „gesetzlich“?
Ich denke mal, es gibt allerdings nicht nur in Unternehmerkreisen die Ausbeuter, die an den Personalkosten sparen wollen. Vielmehr gibt es auch die kleinen Unternehmer, die Mühe haben, über die Runden zu kommen. Selbst und für und mit Mitarbeitern. Wobei man natürlich hier auch argumentieren könnte, dass keiner „Unternehmer“ werden sollte, so er den gesetzlichen Bestimmungen – in dem Falle der Zahlung von Mindestlohn – nicht nachkommen könnte.

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Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)
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#2

RE: Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 31.10.2018 14:22
von Findus (gelöscht)
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Das Kabinett hat es beschlossen. Trotz Scholz Interventionsversuch wird der Mindestlohn nur um 35 Cent auf 9,19 € pro Stunde ab Januar 2019.


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#3

RE: Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 03.11.2018 12:19
von Findus (gelöscht)
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Der Mindestlohn soll ab 2020 weiter erhöht werden. Schnell soll es in Richtung 12,- € Mindestlohn gehen. So will es die SPD. Nach Scholz, Nahles und Kühnert signalisiert auch Hubertus Heil, dass dies in die richtige Richtung gehe.

Fände sich eine Mehrheit für die Pläne, so würde der Mindestlohn zu den tariflichen Entgelten für einfach qualifizierte Berufe in besseren Tarifverträgen aufschließen.



zuletzt bearbeitet 03.11.2018 12:20 | nach oben springen

#4

RE: Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 03.11.2018 18:55
von denker_1 | 1.591 Beiträge

Da haben die noch die Große Fresse, wegen 9,19 BRUTTO. Die sollen mal selber für diesen Dumpinglohn malochen, aber dann bitte mal ohne die Sitzungen zu schwänzen und wenn schon Nebenjobs, dann 16 Stunden pro Tag für diese 9,19€/Stunde alles BRUTTO, versteht sich.

Nur ein richtig hohes BGE kann hier noch Gerechtigkeit schaffen, alles ANDERE IST NICHTS WEITER ALS BILIGE Kosmetik: Auch 12€ BRUTTO/Stunde reißen mich da nicht vom Hocker. Wie wär es denn mal mit Handwerkerlohn zuzüglich der Anfahrts und Heimfahrtskosten vom Arbeitsort. Fahrzeit vollstädig als Arbeitszeit mit vergütet?

Handwerker sind ja schon zu faul, mal paar Meter zu laufen, weil sie ihr Auto nicht direkt vor der Haustür parken können! Und kassieren 50€/Stunde einschließlich Anfahrt!

Wo bleibt die Gerechtigkeit?

Systemwechsel jetzt!

Die SPD ist eine Partei der Reichen und superreichen geworden, Nur ein richtig hohes BGE kann der SPD das verlorene Vertrauen zurück geben. 3000€ NETTO bei kostenloser Gesundheitsversogung auf Spitzenniveau obendrauf. Nur Maximaolforderungen bringen uns hier noch weiter. Lasst Euch nicht mehr verarschen, die Bonzen kassieren ein Vielfaches dessen, was sie uns zugestehen, ohne so hart zu arbeiten, wie der Billiglöhner!


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#5

RE: Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 03.11.2018 19:05
von grimmstone | 478 Beiträge

Ich gehe, wie Denker_1, davon aus, dass künftig Figuren wie MDL und MDB auf diesen "Lohn" gesetzt werden.
Gibt es Widerspruch?


Bitte hier unterschreiben: https://abruesten.jetzt


zuletzt bearbeitet 03.11.2018 19:07 | nach oben springen

#6

RE: Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 03.11.2018 19:16
von moorhuhn | 1.486 Beiträge

"Nur ein richtig hohes BGE kann der SPD das verlorene Vertrauen zurück geben. 3000€ NETTO bei kostenloser Gesundheitsversogung auf Spitzenniveau obendrauf. Nur Maximaolforderungen bringen uns hier noch weiter. Lasst Euch nicht mehr verarschen, die Bonzen kassieren ein Vielfaches dessen, was sie uns zugestehen, ohne so hart zu arbeiten, wie der Billiglöhner!"

Ein Stück weit bin ich da ganz bei dir, Denker.
Sieht man sich die Politikerversorgung nach dem Ausscheiden aus dem Amt und die Boni der Wirtschaftsmagnaten an, fragt man sich wirklich, wo da die Gerechtigkeit bleibt.
In größere Zusammenhänge eingeordnet, ist ein BGE von 3000 netto aber nicht finanzierbar, es sei denn, JEDER, vom Zeitarbeiter, über den Politiker bis zum Vorstandsvorsitzenden wird sich zunächst mit 3000€ zufriedengeben. Es liefe darauf hinaus, dass marktwirtschaftliche Kriterien nicht mehr Grundlage des Wirtschaftssystems sind, sondern Gleichmacherei. Das hatten wir alles schon mal.


Der frühe Vogel kann mich mal !
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#7

RE: Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 03.11.2018 19:56
von Findus (gelöscht)
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Wenn das Einkommen bedingungslos ist, warum gibt es dann keinen Markt mehr? Das verstehe ich nicht so ganz Moorhuhn. Jeder kann mit seinem bGE dann machen, was er möchte. Was er aber daraus macht, hängt dann auch davon ab, ob er selbst am Markt tätig ist, ob er weiter arbeitet oder ob er vielleicht gut zur Pflege von Angehörigen oder Weiterbildung in Anspruch nimmt. Es besteht natürlich dann auch die Freiheit, nichts zu machen - die hätte man in der DDR vermutlich NIE akzeptiert.


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#8

RE: Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 03.11.2018 20:01
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von moorhuhn im Beitrag #6
In größere Zusammenhänge eingeordnet, ist ein BGE von 3000 netto aber nicht finanzierbar, es sei denn, JEDER, vom Zeitarbeiter, über den Politiker bis zum Vorstandsvorsitzenden wird sich zunächst mit 3000€ zufriedengeben.


So pauschalierte Aussagen sind natürlich in aller Regel falsch - genauso falsch wie die pauschalierte Forderung nach einem BGE von 3000€, die die Welt retten würde....

Prinzipiell ist nahezu jedes BGE finanzierbar - allerdings reicht es nicht, die Höhe des BGEs zu benennen. Man muss schon auch die Gesamtwirtschaftlichen und Staatlichen und Sozialen Rahmenbedingungen mit anschauen und auf den Tisch legen.

Relativ leicht finanzierbar ist ein BGE von 3000€, wenn wir mit der Einführung noch so ca. 35 Jahre warten, und die jährliche Inflation ca. 2% beträgt....
Illusorisch ist es, dass wir HEUTE ohne sonst irgendetwas zu verändern mal einfach so ein BGE in Höhe von 3000€ finanzieren könnten. Das wäre allerdings auch Quatsch!

Relativ gut lässt sich heute ein BGE von ca. 1.500€ finanzieren - wenn man im Gegenzug Grundsicherung, Kindergeld, die Steuerbefreiung des Existenzenminimums, den Kinderfreibetrag und Hartz IV entfallen lässt. Weitere Maßnahmen wären Kindergärten und Schulen kostenpflichtig zu machen (von 1.500€ BGE für Kinder lässt sich das finanzieren!) und die Krankenversicherung und Pflegeversicherung auf eine Kopfpauschale umzustellen, für die jeder selbst aufkommt.

Weitere sinnvolle Maßnahmen wären dann der Wegfall des Ehegattensplittings, eine einheitliche Mehrwertsteuer von 25%, eine deutliche Rentenreform (eventuell braucht es gar keiner staatlichen Rente mehr, nur noch staatliche geförderte private Renten), eine Reform der Arbeitslosenversicherung (das Hamburger Dreisprungmodell könnte hier Pate stehen) und (mein Liebling) eine Vermögenssteuer von 2%. Eine Transaktionssteuer wäre natürlich auch in meinem WünschDirWas-Päckchen.....Im Gegenzug kann man wahrscheinlich die Einkommensteuer pauschaliert bei allen Einkommensarten als FlatTax irgendwo zwischen 25% und 35% festsetzen.

Wie man an dem ganzen Bündel an Maßnahmen erkennt, wäre der Staat danach nicht mehr derselbe, der er jetzt ist. Es kann gut sein, dass solche Maßnahmen dazu führen, dass auch ein BGE von 2000€ finanzierbar wäre, und sogar finanziert werden müsste, um vergleichbaren Lebensstandard zu heute in der Breite sicher zu stellen.

Übringens: Einen Mindestlohn braucht es dann nicht mehr. Den halte ich eh für allenfalls die Zweitbeste Lösung.



zuletzt bearbeitet 03.11.2018 20:02 | nach oben springen

#9

RE: Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 03.11.2018 20:37
von Meridian | 2.857 Beiträge

Wenn man einen Mindestlohn von 12€ einführt, sollte das mit einer ersten Steuerreform verbunden werden, die letztlich den Weg für ein späteres BGE vorbereitet. Wegfall oder deutlich Senkung der Sozialabgaben für Unternehmer und statt dessen eine Wertschöpfungssteuer auf alle Produkte einführen. Sie ersetzt dabei die Mehrwertsteuer und ist je nach Art des Produktes unterschiedlich hoch. Sie kann bis zu 35% betragen. Auf jeden Fall werden Betriebe, die mit wenigen Mitarbeitern viel automatisch produzieren lassen, höher besteuert, während Dienstleister wie Handwerker oder Friseure entlastet werden. Für gerade letztere ist eine Entlastung dringend nötig, wenn sie den Mitarbeitern überhaupt 12€ zahlen können. Oder es wird beim Friseur deutlich teurer. Dann kommen weniger Kunden, weil man sich privat die Haare gegenseitig schneidet.

Oder will man Haare schneiden privat gesetzlich verbieten? Möglich ist alles, wenn eine Lobby das durchsetzt. In einem Bundesstaat von Australien (Queens?) ist es angeblich verboten, eine Glühbirne selber zu montieren. Das dürfen nur dazu befähigte Handwerker.


Die äußere Welt ist der Spiegel deines Inneren.
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#10

RE: Die Farce „Mindestlohn“

in Diverse Nachrichten 03.11.2018 23:18
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Meridian im Beitrag #9
Wenn man einen Mindestlohn von 12€ einführt, sollte das mit einer ersten Steuerreform verbunden werden, die letztlich den Weg für ein späteres BGE vorbereitet. Wegfall oder deutlich Senkung der Sozialabgaben für Unternehmer und statt dessen eine Wertschöpfungssteuer auf alle Produkte einführen.


Eine Alternative wäre, wenn man die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung nicht mehr nach Arbeitnehmern, sondern entsprechend dem Umsatz erheben würde. 8-10% vom Umsatz (abzüglich Vorleistungen, also analog der Mehrwertsteuerberechnung) reichen aus. Dies würde die Versicherungskosten von den Arbeitskosten entkoppeln - Automatisierung würde nicht zu geringeren Sozialkosten führen.

Prinzipiell wären damit umsatzstarke stark automatisierte Unternehmen stärker belastet - während insbesondere der Dienstleistungssektor entlastet würde. Es reicht dabei aus, die Umsätze im Inland zu betrachten, wenn gleichzeitig eine passende Umsatzabgabe auf ausländische Waren erhoben wird. Das würde den Export nicht zusätzlich belasten. Berechnet würden nur die Umsätze ohne Vorleistungen

Das ist auch ziemlich ähnlich zur Wertschöpfungssteuer! Entscheidender Unterschied wäre jeweils, ob die Steuer innerhalb des Betriebsergebnisses erhoben wird, oder beim Endkunden. Aus Sicht des Kunden macht es keinen Unterschied - aus Sicht der Unternehmen bezogen auf die Kostenrechnung und den Gewinn aber schon. Und: In Deutschland wollen viele die paritätische Finanzierung der Sozialversicherungen haben....die würde entfallen, wenn man es beim Verbraucher erhebt.



zuletzt bearbeitet 03.11.2018 23:20 | nach oben springen



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