RE: Zur Diskussionskultur
in Aller Anfang ;-) 30.01.2018 18:12von fagussylvatica •
| 142 Beiträge
... nur eine kurze Frage, nicht daß ich falsch bin: das ist hier ein (politisches) Diskussionsforum, oder? So eines wo man sich herrlich streiten und zoffen kann, richtig? Wenn das eher ein Bällebad oder eine Zustimmungs- Kuschel- Therapiegruppe ist müßt ihr mir das sagen. 
Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten. -Willy Brandt-
Ja, es ist ein politisches Diskussionsforum, wo ich der Ansicht bin, dass die Themen auch gut, vernünftig und respektvoll den Mitdiskutanten gegenüber bedient werden.
"Päpstlicher als der Papst" muss nun wirklich keiner sein.
Ich kann allerdings wohl sagen, dass seit dem Bestehen vor ca. 7 Monaten noch keine Beleidigung gegenüber anderen erfolgte. Doch, anfangs, der User hatte allerdings dann keine Bleibeerlaubnis.
Somit denke ich, dass wir "kulturell" hier gut aufgestellt sind.
Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)
RE: Zur Diskussionskultur
in Aller Anfang ;-) 30.01.2018 19:06von Hamlets Gummibärchen (gelöscht)
"Bosheit, mein Herr, ist der Geist der Kritik, und Kritik bedeutet den Ursprung des Fortschritts und der Aufklärung" (Thomas Mann, Der Zauberberg)
Man kann aus keiner Mücke einen Elefanten machen, aber jeden Elefanten zur Schnecke.
RE: Zur Diskussionskultur
in Aller Anfang ;-) 30.01.2018 19:45von SirPorthos •
| 3.238 Beiträge
Moin liebe Gemeinde,
ich bin ein gottverdammter norddeutscher Sturkopp und Haudegen. Außerdem bin ich auch noch ein ketzerischer Heide.
Ich wirke oft intolerant, arrogant und als "Kotzbrocken".
In meiner nun schon 15-jährigen Forenvita, in der ich mein Unwesen trieb, Moderatoren in die Psychatrie schickte, als Moderator ein Forum hackte und den Vorstand kurzerhand für ein paar (wirklich lustige) Tage entmachtete, habe ich jedoch einige Dinge gelernt:
1. Egal für wie klug ich mich halte, es gibt immer Menschen, von denen ich arroganter akademischer Schnösel lernen kann. Und das kann durchaus auch eine polnische Raumpflegerin sein.
2. Mich widert oft die Argumentation anderer Menschen an, weil ich mich überheblich überlegen fühle. Zu meinem Erstaunen war es bei Betrachtung am nächsten Tag jedoch so, dass nach kritischer Analyse ich im Unrecht war. Wie kann ich mich irren ? Das kann nur Hexerei sein.
3. Als Mathematiker halte ich meine Argumentation für bestechend, einleuchtend und logisch. Trotzdem versage ich bei der Sendung von Günther Jauch "Wer wird Millionär" schon bei den ersten dämlichen und erniedrigenden Fangfragen.
4. Ich bin als Geschäftsmann oft auf Dienstreise. Vor einem Jahr passierte es, dass ich in einem 5 Sterne Hotel einen Geschäftspartner empfangen wollte. Ich ging in den Fahrstuhl, fuhr runter und merkte erst bei der Begrüßung, dass ich vergessen hatte, mir meine Schuhe anzuziehen. Und meine rechte Socke hatte sogar ein Loch.
Ich erspare Euch weitere Peinlichkeiten, ich könnte damit Bücher füllen. Ma belle vie scandaleuse !
Mein Fazit ist:
Nimmt das Leben nicht so ernst. Jeder Tag, an dem ihr über euch selber lacht, ist ein toller Tag. Jeder Tag, an dem ihr mit Hass im Herzen ins Bett geht wegen Kleinigkeiten ist ein verlorener Tag.
Lasst anderen Menschen ihre Meinung, auch wenn ihr sie nicht teilt. Lasst euch treten und schlagen, um das Recht der freien Meinungsäußerung auch für (in eurer Meinung) Idioten zu verteidigen.
Das alles musste ich lernen durch Schmerzen.
Gruß aus der freien und Hansestadt Hamburg !
RE: Zur Diskussionskultur
in Aller Anfang ;-) 30.01.2018 20:39von fagussylvatica •
| 142 Beiträge
Zitat von SirPorthos im Beitrag #19
... ich bin ein gottverdammter norddeutscher Sturkopp und Haudegen. Außerdem bin ich auch noch ein ketzerischer Heide ...
Friesen! Gottloses Volk! Ich bin ein gottesfürchtigen, offener und durch und durch charmanter Niederrheiner- aber den Rest kann ich 1:1 unterschreiben- mit Ausnahme der Socken!
Dafür bin ich mal mit einer Entourage aus Geschäftspartnern -nach Verhandlungen die sehr zu meinen Gunsten ausgingen- mit stolzgeschwellter Brust als erster in den Aufzug geeilt und so souverrain vor den raumvergrößernden Spiegel gerauscht, daß ich den zuvor "Unterlegenen" zur Erheiterung aller im Foyer mit einem Mal zu Füßen lag. Es war mir so peinlich und es war sowas von verdient ...
Vielen Dank für Deine Lebensbeichte- jetzt geht es mir schon viel besser. :D
Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu gestalten. -Willy Brandt-
Zitat von SirPorthos im Beitrag #19
Moin liebe Gemeinde,
ich bin ein gottverdammter norddeutscher Sturkopp und Haudegen. Außerdem bin ich auch noch ein ketzerischer Heide.
Ich wirke oft intolerant, arrogant und als "Kotzbrocken".
In meiner nun schon 15-jährigen Forenvita, in der ich mein Unwesen trieb, Moderatoren in die Psychatrie schickte, als Moderator ein Forum hackte und den Vorstand kurzerhand für ein paar (wirklich lustige) Tage entmachtete, habe ich jedoch einige Dinge gelernt:
1. Egal für wie klug ich mich halte, es gibt immer Menschen, von denen ich arroganter akademischer Schnösel lernen kann. Und das kann durchaus auch eine polnische Raumpflegerin sein.
2. Mich widert oft die Argumentation anderer Menschen an, weil ich mich überheblich überlegen fühle. Zu meinem Erstaunen war es bei Betrachtung am nächsten Tag jedoch so, dass nach kritischer Analyse ich im Unrecht war. Wie kann ich mich irren ? Das kann nur Hexerei sein.
3. Als Mathematiker halte ich meine Argumentation für bestechend, einleuchtend und logisch. Trotzdem versage ich bei der Sendung von Günther Jauch "Wer wird Millionär" schon bei den ersten dämlichen und erniedrigenden Fangfragen.
4. Ich bin als Geschäftsmann oft auf Dienstreise. Vor einem Jahr passierte es, dass ich in einem 5 Sterne Hotel einen Geschäftspartner empfangen wollte. Ich ging in den Fahrstuhl, fuhr runter und merkte erst bei der Begrüßung, dass ich vergessen hatte, mir meine Schuhe anzuziehen. Und meine rechte Socke hatte sogar ein Loch.
Ich erspare Euch weitere Peinlichkeiten, ich könnte damit Bücher füllen. Ma belle vie scandaleuse !
Mein Fazit ist:
Nimmt das Leben nicht so ernst. Jeder Tag, an dem ihr über euch selber lacht, ist ein toller Tag. Jeder Tag, an dem ihr mit Hass im Herzen ins Bett geht wegen Kleinigkeiten ist ein verlorener Tag.
Lasst anderen Menschen ihre Meinung, auch wenn ihr sie nicht teilt. Lasst euch treten und schlagen, um das Recht der freien Meinungsäußerung auch für (in eurer Meinung) Idioten zu verteidigen.
Das alles musste ich lernen durch Schmerzen.
Gruß aus der freien und Hansestadt Hamburg !
Sehr schöner und wahrer Beitrag, den ich mit ein paar kleinen Abstrichen meinerseits unterschreiben würde, nämlich dann, wenn eine "freie Meinung" in Menschenverachtung und demagogisch geprägtem Haß mündet. Da bin ich zugegebenermaßen selber sehr "intolerant" und was die Socken angeht, kenne ich das Problem, zumal auch Waschmaschinen ja gerne bekanntermaßen Socken wegbeamen und in die unbekannten Weiten entschwinden lassen.
Ich sortiere regelmäßig die Bestände von einzelnen aus...

Marie von Ebner-Eschenbach:
Ein Urteil lässt sich widerlegen, aber niemals ein Vorurteil.
Zitat von Jackdaw im Beitrag #22
Die allgemeine Tieferlegung des Gesprächsniveaus, wie sie sich in Onlineforen oftmals zeigt, ist wahrlich lästig. Und die übliche Einbindung von Fullquotes macht's nicht besser.
Wir wollen ja nun nicht "päpstlicher als der Papst" sein. Und kein Online-Forum mit der Vielzahl unterschiedlicher Menschen wird die Welt retten können.
Ich bevorzuge durchaus das "brainstorming", wenn es nicht zu sehr vom "Hölzke" abgeht, beziehungsweise wenn es wieder auf den Kern zurückkommt.
"Fullquotes" haben im Übrigen den Vorteil, dass genau diese die Zusammenhänge explizit aufführen.
Wobei ein herausreißen z.B. eines Satzes durchaus als unseriös und tendenziös gelten kann. Mit der Absicht ausgestattet, eine andere "Lesart" zu installieren.
Kaum ein Leser unterzieht sich der Mühe, erst einmal im Diskussionsverlauf zurückzublättern, um dann die richtige Anbindung herauszufinden.
Es hat alles sein "Für" und "Wider". Und alles auch irgendwie eine Frage der Gewöhnung. ;-)
---
Um das Herz und den Verstand eines anderen Menschen zu verstehen, schaue nicht darauf, was er erreicht hat, sondern wonach er sich sehnt. (Khalil Gibran)
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