#1156

RE: Energiebilanz 2025

in Die Grünen 26.05.2026 20:18
von Findus | 3.562 Beiträge

Die Wissenschaft hält aktuell das mittlere RPC 4.5 Szenario für realistisch, dass von 2 bis3 Grad Klimaerwärmung bis 2100 ausgeht. Als Grund wird das weltweite Fortschreiten der Energiewende genannt.
Jedoch stellt die Wissenschaft klar, dass sie ebenso die positiven Szenarien verwirft.

Nicht berücksichtigt sind jedoch Kaskadeneffekte, die auch bei mittlerem RPC - Szenario in der Kohlenstoffbilanz dann doch zu zusätzlichem Temperaturanstieg um ca. 1 weiteres Grad führen können. Ab einem gewissen Punkt wird das kippen der Klimakipppunkte unaufhaltsam und selbstverstärkend. Der Global Tiping Point Reprt 2025 beschreibt, dass mit der Korallenbleiche bereits ein Kipppunkt überschritten wurden. 5 weitere Kippelemente gelten als massiv bedroht.

Ohne es RPC 8.5 zu nennen, könnte die Welt in RPC 8.5 - artige Zustände langfristig reinlaufen.

In der Kommunikation hat der Weltklimarat einen Fehler gemacht.


zuletzt bearbeitet 26.05.2026 20:22 | nach oben springen

#1157

RE: Energiebilanz 2025

in Die Grünen 01.06.2026 20:46
von Meridian | 3.172 Beiträge

Die Energiewende ist nicht der einzige menschliche Eingriff in den Klimahaushalt. Auch Flächenversiegelung mit entsprechend veränderter dortiger Strahlungsbilanz, Abholzung und anderen Sünden beeinflussen das Klima. Aber es gibt zunehmend auch Wiederbegrünungsmaßnahmen, gerade in trockenen Regionen wie in der Sahelzone, in der Wüste Tharr (Indien) sowie in der Gobi (China). Hoffentlich greifen diese nachhaltig.

Zur Energiebilanz in DE im Frühling: Die Photovoltaik hat in den letzten 3 Monaten (März, April, Mai) für die betreffende Monate Rekordstrommengen erzeugt. Der Mai 2026 war sogar der ertragreichste Monat überhaupt und hat den Juni 2025 abgelöst. Grund ist v.a. der weiterhin anhaltende PV-Zubau. Auch waren alle 3 Monate überdurchschnittlich sonnig, aber nicht wirklich herausragend. In jedem Monat gab es neben sonnigen Phasen auch Phasen unbeständigen Wetters, gerade sogar im Mai mit seinem Kälteeinbruch während der 1. Maihälfte. Den Frühling kann man in der Summe aber als sehr sonnig sehen, weil alle 3 Monate überdurchschnittlich sonnig waren.
Wenn aber der Juni ähnlich sonnig wird wie der Mai, könnte der jetzige Rekord nicht lange halten.

Weniger gut ist es bei der Windenergie: V.a. der Mai war windarm wie ein typischer Sommermonat. Beim Zubau sieht es besser aus: In diesem Jahr sind schon mehr Offshore-Windräder aufgebaut wie im gesamten Vorjahr. Bei den Windrädern an Land nimmt der Zubau nur etwas zu.

Allerdings kommt es immer öfter zu Abriegelungen von PV- und Windanlagen, um die Netzstabilität zu gewährleisten. D.h. eigentlich ist noch spürbar mehr an PV- und Windstrom möglich. Z.B. könnte man gezielt mehr Speicher in der Nähe solcher Anlagen bauen. Wo Gasspeicher und Windräder oder große PV-Parks nahe beieinander sind, sollte man Power-to-Gas gezielt anbauen.

Nun, der Ausbau von Großspeichern nimmt ebenfalls zu.


Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
(Benjamin Franklin)
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#1158

RE: Energiebilanz 2025

in Die Grünen 05.06.2026 16:02
von Meridian | 3.172 Beiträge

Hier mal ein etwas kritischer Artikel zur Windenergie, besonders im Bereich Offshore:

Windräder nehmen sich gegenseitig den Wind weg.

Es gibt zwar Regeln, wie man einzelne WEA innerhalb eines Parks so positioniert, dass sie sich möglichst wenig Wind wegnehmen, z.B. größere Abstände zur Hauptwindrichtung. Aber im Bereich Offshore können im Windschatten hinter einem größeren Windpark bis zu 100 km weite Bereiche mit weniger Wind entstehen, v.a. bei gleichmäßigem Wind. (Bei böigem Wind werden aufgrund der besseren Durchmischung diese windschwächeren Regionen schneller geschlossen.) Das betrifft damit auch Windräder an Land in Küstennähe. Gleichmäßigen Wind gibt es aber auf der See viel öfter als an Land. Das Meer bietet kaum Fläche für Turbulenzen, vielmehr ist es das Wetter selber, v.a. bei Schauerwetter in labiler Kaltluft.

Ich glaube, bei optimaler Aufstellung könnte man sich bei gleichem Ertrag einige Windräder sparen. Aber da müssen die gesamten Offshore-Parks genau abgestimmt werden. Diese werden aber von verschiedenen Unternehmen errichtet (E.on, Vattenfall, RWE und EnBW, um nur die deutschen Unternehmen zu erwähnen). Kann man also vergessen. Abgestimmt sind nur die Stromtrassen für die Anbindung ans Festland.
Ich habe grundsätzlich nichts gegen Offshore-Windenergie. Aber hier scheint es so, dass durch voreiliges Handeln die Effizienz darunter leidet.


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