Die Windenergie ist wieder da. Nachdem ja im Ersten Halbjahr 3 Monate hintereinander auffallend wenig Windstrom produziert wurde und auf einmal über die Unzuverlässigkeit der Windräder geredet wird oder wonach sogar ein Klimawandel mit weniger Wind erfolgen solle, gab es im Oktober die höchste Windstromeinspeisung aller Oktobermonate mit über 16 TWh (und bislang die höchste Windstromeispeisung eines Monats in diesem Jahr). Das gilt nebenbei auch für September mit über 12 TWh. Der Oktober hatte ja seine stürmischen Phasen, aber davor gab es eine längere, windarme Hochdrucklage, allerdings auch mit viel Hochnebel. Dennoch war auch die Einspeisung von Strom aus Photovoltaik die höchste eines Oktobermonats. Es dürfte aber eher dem Zubau geschuldet sein.
Hier die monatlichen Werte von PV und Windenergie dieses Jahres:
https://www.energy-charts.info/charts/en...=fw3w1&month=-1
Werte über 20 TWh waren bislang selten, aber 2025 ist das erste Jahr mit 2 Monaten mit über 20 TWh für Wind- und Solarenergie. Man sieht die Einbrüche der Windenergie von Feb-Apr nach einem mittelmäßigen Jan, Mai war normal bis leicht überdurchschnittlich, Jun deutlich über dem Mittel, Jul und Aug typisch für Sommer, Sep und Okt überdurchschnittlich.
DIe PV hat hingegen bereits Anfang September ihren Vorjahreswert von 2024 erreicht. Dieses Jahr war bislang nicht nur sonniger, es liegt auch am immer noch recht deutlichen Zubau.
Bei der Windenergie ist aber noch nicht sicher, ob der Vorjahreswert erreicht wird. Dazu müssen Nov und Dez recht windig werden (ist ja nicht ausgeschlossen, wenn die atlantischen Sturmtiefs dominieren). Die Einbrüche Feb-Apr waren doch sehr deutlich und haben ein Minus von 15 TWh hervorgebracht. Das Plus durch Jun, Sep und Okt liegt jetzt vielleicht bei 7-8 TWh, also ungefähr die Hälfte wurde wieder reingeholt.
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
(Benjamin Franklin)
Die Gasvorräte sind ja nicht ganz so gut gefüllt wie in den Vorjahren, max. 75%, und aktuell bereits unter 70%. Trotzdem wird munter Gas verbraucht. Hier die Energiedaten vom November 2025:
https://www.energy-charts.info/charts/en...total&year=2025
Hier ist die gesamte Netto-Stromerzeugung gemeint, nämlich Öffentlich plus Strom für Bergbau usw, was v.a. aus Gas kommt oder aber auch der Eigenverbrauch bei der Photovoltaik. Was hervorsticht:
Strom aus Erdgas hat den höchsten Anteil (13,5 TWh), selbst wenn man die Onshore- und die Offshore-Windenergie addiert (12,5-12,6 TWh). Für die Windenergie ist der November durchschnittlich oder leicht unterdurchschnittlich, für die PV gemessen an den jahreszeitlichen Bedingungen sogar gut.
Zum Vergleich der November 2024:
https://www.energy-charts.info/charts/en...total&year=2024
Wind (12,3 TWh) und PV ähnlich, ja sogar etwas weniger. Erdgas mit 7,7 TWh deutlich niedriger, die Kohle zusammen knapp 2 TWh mehr als 2025. Erklärt also nicht den so stark gestiegenen Bedarf an Erdgas.
Auch der grenzüberschreitende Stromhandel (unter den Graphiken entsprechenden Punkt anklicken) erklärt das auch nicht. Im Gegenteil: Der Netto-Import lag im Nov 24 bei 1,5 TWh, aber im Nov 25 bei fast 2,5 TWh. (Negative Zahlen würden einen Exportüberschuss bedeuten.)
Nach folgendem Artikel besteht kein Grund zur Sorge, da die Versorgung über Terminals wohl recht gut funktioniert und eine Speicherung wohl unwirtschaftlich ist. Aber gewisse Risiken v.a. bezüglich möglicher Kostenexplosionen bestehen:
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wenn-Gass...id30082422.html
Hoffen wir, dass wir nicht frieren müssen.
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.
(Benjamin Franklin)
Die vorläufige Bilanz für 2025 lautet generell:
Strom aus erneuerbaren Energien wurde 2025 in ähnlicher Menge produziert wie 2024. Dabei hat die Photovoltaik deutlich zugelegt, wohingegen weniger Strom aus Windenergie, Wasserkraft und Biomasse produziert wurde. Das Jahr 2025 war gegenüber 2024 zwar sonniger, aber auch trockener und windärmer. Dabei fiel eine Zeit von 3 Monaten (Feb, Mär, Apr) besonders windarm aus. In dieser Zeit wurden nur ca. 60% der ansonsten üblichen Windstrommenge produziert. Es gab auch windige Monate, aber das Defizit konnte nicht so richtig ausgeglichen werden. Im Dezember war noch die Chance da, aber die in dieser Zeit üblichen Sturmtiefs haben DE bestenfalls gestreift. Gemessen daran war mit über 15 TWh die produzierte Windstrommenge noch überraschend hoch und damit nur leicht bis mäßig unterdurchschnittlich. Es gab ja auch kalten Ostwind. Insgesamt wurde die Windstrommenge von 2024 (136 TWh) knapp verfehlt (132 TWh). Deutlicher ist das Defizit, wenn man bedenkt, dass 2025 weiterhin Windräder zugebaut wurden (ca. 5 GW), ja sogar spürbar mehr als 2024 (3,3 GW).
Die Photovoltaik erfreute sich einiger Rekorde dank sonnigem Wetter, aber auch weiterhin dank starkem Zubau (mind. 16 GW). Dass der Zubau anhält, ist trotz Förderungen keineswegs sicher. Im privaten Sektor nimmt der PV-Zubau immer mehr ab, wohingegen große Dachanlagenund Freiflächenanlagen zunehmend und den Verlust vorerst ausgleichen. Bemerkenswert ist bei der PV der immer höhere Eigenverbrauch.
https://www.energy-charts.info/charts/en...ar&source=total
PV ist auch Nr. 2 nach der Windenergie und vor Erdgas.
Und da kommen wir zu einem brisanten Thema. Anfang Dezember lagen die Gasreserven bei 69%, zum Jahreswechsel bei 58%. Und nur die Weihnachtstage, an denen der Strom- und industrielle Gasverbrauch niedriger ist, haben dafür gesorgt, dass es nicht noch weniger geworden ist.
Januar und Februar sind Monate, bei denen es abgesehen von Karneval im einigen westdeutschen Großstädten nicht zu feiertagsbedingten Verbrauchsreduzierungen kommt. Zudem legt der Winter los wie schon lange nicht mehr. Es könnte ein Januar werden, wie er in den 80er-Jahren noch üblich war. Die Kälte soll demnach 1 Woche anhalten, aber so manche Modelle sehen sie mindestens bis zu Monatsmitte. Warmluftvorstöße wären demnach nur kurzzeitig. Immerhin sollen wohl immer wieder Sturmtiefs durchziehen, was wenigstens seitens der Windkraft einigen Strom einbringt. Dennoch: Bei Kälte wird schlicht und einfach mehr Gas für die Wärme benötigt. Ich kann nur hoffen, dass es Lösungen gibt, wenn der Winter kalt bleibt. Auch März und April sind noch Heizmonate.
Angeblich könne man für Engpässe genug Gas zusätzlich einkaufen, und die Terminals für Flüssiggas würden das hergeben. Der Grund für die geringe Speicherung ist, dass der Gaspreis wieder so gefallen ist, dass Speicherung teurer ist als direkte Lieferung. Allerdings ist DE bei einer Gasmangellage erpressbar und kann genötigt werden, zusätzliches Gas zu extrem hohen Preisen zu kaufen. Katar droht sogar damit, kein gas nach Europa zu liefern, wenn hohe Umweltstandards nicht zurück genommen werden. Also auch politisch ist man erpressbar.
Fazit: Mit der jetzigen Vorgehensweise ist das Gasmanagement billiger, aber auch mit Risiken behaftet. Ein Strang der Nordstream 2 ist ja noch offen. Möglicherweise würde in einem heimlichen Deal zur Not russisches Gas über diese Pipeline geliefert. Würde mich nicht wundern.
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(Benjamin Franklin)
Zitat von Meridian im Beitrag #1143Das ist immer noch höher als der Stand am 1.1.2022, und damals wurden die Gasspeicher auf rund 25% leer gefahren. Man sieht heute die Gasversorgung gesicherter, weil man nicht mehr auf Gedeih und Verderb von einem einzelnen unzuverlässigen Lieferanten abhängig ist, sondern durch die zusätzlichen LNG-Terminals stärker diversifizieren kann.
Anfang Dezember lagen die Gasreserven bei 69%, zum Jahreswechsel bei 58%.
Ще не вмерла України і слава, і воля
Hoffen wir das Beste. Nach KI-Angaben lag der Füllstand am 1.1.2022 bei 54%, also noch etwas niedriger als am 1.1.2026. Doch damals wurde noch Gas aus Russland geliefert. Die Lieferung wurde erst vom Frühling bis September schrittweise auf Null reduziert. Zudem war der Winter nicht kalt.
Wenn dieser Winter nicht ungewöhnlich kalt wird und / oder sich bis in den April hineinziehen, sollte es reichen.
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(Benjamin Franklin)
Dann geh du mit gutem Beispiel voran und stell die Heizung ab oder wenigstens soweit herunter, solange nichts im Haus einzufrieren droht. Spart nebenbei die Energie des Kühlschranks.
Kommt der jetzt mit "Frieren für die Freiheit"...
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(Benjamin Franklin)
Und du duscht dich natürlich stets kalt ab, auch beim Haarewaschen. Aber nein, du duscht dich gar nicht, sondern du wäscht dich nur des Wassersparens wegen. Und das Waschwasser ist gesammeltes Regenwasser oder - aktuell - geschmolzener Schnee. (So Schnee bei dir liegt, bei mir sind es auf den freien Flächen immerhin 10cm).
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(Benjamin Franklin)
Hier noch die Daten der Bundesnetzagentur.
https://www.solarserver.de/2026/01/05/bu...daten-2025-vor/
Es stimmt halbwegs mit denen des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), deren Statistiken (energy-charts.info) immer wieder verlinke. Unterschiede gibt es am ehesten noch mit der Photovoltaik, wonach laut Bundesnetzagentur ca. 3 TWH mehr geliefert werden als laut ISE. Nun, die PV-Installationen sind oft noch geschätzt, v.a. für Dezember (wobei das im Dezember nicht so wichtig ist, da gemäß Sonnenstand am wenigsten PV-Strom geliefert wird). PV besteht halt eben teils aus Großanlagen wie auf Freiflächen und auf großen Hallendächern, aber auch auf kleinen Dächern oder gar auf Balkonen. Einfacher ist es mit der Windenergie, deren Anzahl an Windrädern im Vergleich zu den PV-Anlagen gering ist und damit rasch erfassbar sind.
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Die erste ernsthafte Kältewelle ist nun vorbei oder geht auch im Osten zu Ende. Die Gasspeicher sind jetzt zu 50% gefüllt.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Bundesnet...xing_share=news
Ist die Frage: Reicht das? Sollte, aber bei erneuten Kältewellen kann es knapp werden. Zunächst wird es erst einmal mild. Aber wie lange. Schon gibt es Vorhersagemodelle, wonach wir nächste Woche in eine Südostströmung geraten. Südostlagen im Winter sind temperaturmäßig schwer einzuschätzen. Sie reichen von Regenwetter bis zu sonnigem Dauerfrostwetter, wenn auch meist nicht so kalt wie eine Ostlage. Oft gibt es bei dieser Wetterlage eine Luftmassengrenze, die milde Luft im Südwesten von kalter im Nordosten trennt. Im Übergangsbereich gibt es Schnee, Eisregen oder Regen. Man kann sagen, Südostlagen sind so ein bisschen der Hintereingang für Kaltluft im Winter.
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(Benjamin Franklin)
Jetzt liegen die Gasvorräte bei nur noch wenig über 20%. Das ist aber nur der Bundesdurchschnitt. In Bayern gibt es eine fast schon leere Gasdepots. Zwar sind die Gasdepots verbunden, aber die Zuleitungskapazität ist beschränkt.
Das Wetter könnte uns vielleicht noch retten: Ab dem Wochenende soll es angeblich mild und windig werden, auch im Osten. Wenn das stimmt, muss weniger stark geheizt werden, und die Windräder würden richtig in Fahrt kommen und die Stromproduktion der Gaskraftwerke teilweise ersetzen.
Es war aber auch eine sehr persistente Wetterlage seit Mitte Januar: eine Südostlage, anfangs unter Hochdruck, dann unter Tiefdruck. Eigentlich halten Südostlange nicht lange. (Ostlagen sind deutlich stabiler.) Doch es ist eine Erscheinung des Klimawandels, dass Wetterlagen sich über längere Zeit festfahren können, was zu Dürren, zu massenweise Regen oder anderseits zu zuviel des Guten führt.
Die Südostlage ist im Winter unter Hochdruck der etwas weniger kalte Bruder der Ostlage. Unter Tiefdruck ist die Südostlage eine Grenzwetterlage. D.h. eine Luftmassengrenze, die kalte Luft im Norden und Osten von milder Luft im Süden und Westen trennt. Dabei pendelt diese Wetterfront mal nach Osten, mal nach Westen. Typisch war, dass es in Berlin oft um viele Grad kälter war als in Köln. In der Luftmassengrenze fallen je nach Temperatur Schnee, Regen oder gefrierender Regen. Letzteres ist geradezu typisch für eine Südostlage und macht sie dadurch unwetterträchtig.
Aber wie gesagt: Ab dem Wochenende scheint sich eine milde West- oder sogar fast schon warme Südwestlage durchzusetzen.
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(Benjamin Franklin)
Das Gasstand liegt jetzt bei etwa 20%. Aktuell sinkt er kaum noch dank des milden Wetters. Am So, den 22.2. gab es diesjahr erstmals einen Tag mit mehr Gasimport als -verbrauch, d.h. der Speicherstand stieg sogar leicht. Werktags dürfte er hingegen weiter sinken, wenn auch deutlich langsamer. Allenfalls Mi und Do, wo es sonnig und in manchen Regionen fast schon warm werden soll, könnte er steigen. Danach wird es wieder kühler, aber voraussichtlich nicht so kalt wie zuvor, tagsüber meist 2-stellig oder wenigstens hohe 1-stellige Temperaturen, nachts nur vereinzelt Frost.
Kann also sein, dass wir nochmals davon kommen, aber kriegen wir die Speicher bis zum nächsten Winter genügend gefüllt?
Weniger eingetroffen ist, dass es längere Zeit windig werden soll. Ja, die Windräder liefern seit der Milderung schon etwas mehr, aber nicht so wie ursprünglich erwartet, so kommt es gerade heute wegen Zwischenhoch fast zu einem kompletten Stillstand in DE (aktuell, beim Verfassen dieses Beitrags: knapp über 2 GW geleisteter Strom aus Windkraft on- und offshore zusammen, und das bei einer Nennleistung von fast 80 GW). Zumindest im Vgl. zum Vorjahr ist es schon mehr. Aber der Feb. 2025 war so windarm, dass er kaum unterboten werden kann (gilt auch für Mär und Apr 2025). Diesjahr wird es im Feb. spürbar mehr Windstrom, aber dennoch leicht unter dem Mittel. Die PV wird aber geringer ausfallen.
Aber sollen wir wieder in die Atomkraft einsteigen? Die ist ja so billig, und die Kraftwerke gehen pünktlich ans Netz... 
https://www.iwr.de/news/britisches-atomk...tunde-news39541
Und wenn man noch inflationsbereinigte Einspeiseverütung für Atomstrom für 35 Jahre verspricht... Jetzt sind es schon umgerechnet 15 ct/kWh. Das bekommen hier nicht einmal mehr kleine PV-Anlagen. Aber es geht beim britischen Atomstrom um mehr, und dafür werden keine Kosten gescheut: Man erhält sich damit auch die Technologie für Atomwaffen.
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