Genau wie viele offenbar meinen, es sei "ehrenrührig" oder zumindest nicht konform einem selbst geschaffenem Image, so hört man eigentlich selten, dass Menschen zugeben, beim Discounter einzukaufen. Oder "second hand" Kleidung oder auch "Billigware" irgendwelcher Art. Das Verneinen auf Anfrage ist wohl oft nach dem Motto: Wer angibt, hat mehr vom Leben...
Und es gibt auch kaum jemand zu, dass er/sie Reality-TV schaut. Oder z.B. die BILD Zeitung liest... und, und, und.
Eine Bekannte sagte mir, dass sie auch keine Filme schauen würde, da sie die Probleme anderer Leute nicht interessieren würde
Und Beschäftigung mit "Literatur" geht nicht über Klatsch und Tratsch-Illustrierte bis hin zu leichter Urlaubskost à la "Liebe unter Palmen", oder ähnlich, hinaus.
Um so erstaunlicher ist es eigentlich, wenn solche Menschen sich mit Begeisterung in "sozialen Medien" tummeln. Selbstdarsteller? Was erwarten sie, wenn sie der zuweilen erstaunlich hohen "Freundeszahl", die man wohl "Follower" nennt, minutiös ihren Tagesablauf mit Bildern garniert mitteilen? Ist es Interesse, wenn sie einem anderen Benutzer einer Plattform "folgen"? Ist das Voyeurismus oder auf der anderen Seite geistiger "Exhibitionismus"? Wobei hier das Wort "geistig" nicht unbedingt immer als Qualtätsmerkmal empfunden werden kann.
Ich selbst habe immer einen großen Bogen um FB oder Twitter und Co. gemacht.
Die Frage, die sich eigentlich stellt ist die nach Abgrenzung von Neugier und tatsächlichen Interesse am/an "anderen".
Das nur mal als ein paar Gedankkengänge...