#2716

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 25.05.2026 10:37
von Domingo | 417 Beiträge

Ein möglicher russischer Angriff auf Deutschland besorgt der Umfrage zufolge weniger Menschen. Noch 38 Prozent der Befragten machen sich demnach Sorgen darüber, jeder Zweite (50 Prozent) hingegen nicht. Einer Insa-Umfrage von September 2025 zufolge hatte sich damals noch eine Mehrheit der Befragten (52 Prozent) über einen Angriff Russlands besorgt gezeigt.schreibt die Welt.Immer mehr Deutsche erkennen also die Propaganda um den sozialen Kahlschlag und die damit verbundene massive Aufrüstung zu begründen.Auch hier gilt,wie im Fall des Irans,weshalb Russland Deutschland angreifen sollte bleibt unbeantwortet weil man darauf wohl keine Antwort hat.


„Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“


zuletzt bearbeitet 25.05.2026 10:37 | nach oben springen

#2717

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 25.05.2026 12:05
von Findus | 3.562 Beiträge

Warum soll man soch um Dinge sorgen, die nie passieren werden? Sorgen um ihren östlichen Nachbarn müssen sich vot allem die baltischen Staaten und Polen machen.
Wobei - spätestens im Fall von Polen kommt die Nato nicht mehr drum herum als Russland deutlich zu antworten. Schau doch mal nach Polen. Da diskutiert niemamd mehr über Verteidigung. Die Polen wissen, warum man die russische Grenze gut beobachten muss.

Und mit Sozialreformen hat das Thema gar nichts zu tun. Das iat wohl eher deine persönliche Interpretation. Da hat dann tatsächlich die Straße von Hormus und die Wirtschaftslage eher Relevanz.


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#2718

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 26.05.2026 17:37
von Dr. Yes | 3.565 Beiträge

Zitat von Findus im Beitrag #2717
Und mit Sozialreformen hat das Thema gar nichts zu tun.
Ist halt sein Lieblingsthema. Und wie alle Putinfreunde denkt er, man muss Unsinn nur oft genug wiederholen, dann werden ein paar Dumme ihn schon glauben.

Heute wieder etwas zum Nichtlachen aus RT :

Zitat
In der Ukraine werden Menschen in den Krieg geschickt – meist nachdem sie zuvor zusammengeschlagen und in ein Auto gezerrt wurden, und wenn es den Angehörigen nicht gelingt, den "Mobilisierten" freizukaufen, schickt man ihn für ein paar Tage in die Ausbildung. In Russland hingegen begeben sich die Menschen freiwillig in das Gebiet der Sonderoperation, und es gibt keine Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Freiwilligen.



Knapp 300 Gebäude in der ukrainischen Hauptstadt wurden beim russischen Luftangriff in der Nacht auf Sonntag beschädigt. In dieser Hinsicht war es der schwerste in diesem Krieg, darunter Einkaufszentrum, Schule, Museum, Markt, U-Bahn-Station, Wohnhäuser, alles Teile des "militärisch-industriellen Komplexes in Kyjiw" (O-Ton Lawrow) und gedacht als Vergeltungsaktion. Vergeltung dafür, dass Russland die Ukraine angegriffen hat? Eine Lektüre der Berichte und Kommentare auf RT erinnert an die Sprache der Nazis im 2. Weltkrieg.


Ще не вмерла України і слава, і воля


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#2719

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 29.05.2026 17:57
von Dr. Yes | 3.565 Beiträge

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#2720

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 01.06.2026 16:52
von Dr. Yes | 3.565 Beiträge

Heute in Феникс etwas, das überhaupt nicht zum Lachen ist.

Zitat
Opferrolle: Kiew kann es kaum erwarten, ein "nukleares Butscha" zu inszenieren

Das Kiewer Regime und seine westlichen Drahtzieher provozieren Russland bewusst zu Vergeltungsschlägen. Es gibt keine andere Erklärung für den Angriff auf das Wohnheim des Berufskollegs in Starobelsk – mitten in der Nacht, als alle schliefen. Zweifellos gibt es unter der ukrainischen militärisch-politischen Führung überzeugte Menschenhasser, die von Mordlust besessen sind, aber das ist wohl kaum das einzige Problem.

Militärisch gesehen ergeben Angriffe auf zivile Objekte keinen Sinn. Doch Kiew nutzt sie, um eine harte Reaktion Moskaus zu provozieren. Denn genau diese Härte der russischen Streitkräfte ist es, die der ukrainischen Propaganda fehlt, um ihr Image als "Opfer" und das Bild Russlands als "Aggressor" aufrechtzuerhalten. Für die Ukrainer ist es nötig, dass Russland sie so oft und so hart wie möglich angreift. Dass ihre eigenen westlich hergestellten Luftabwehrraketen auf Wohnhäuser fallen und Opfer unter der Zivilbevölkerung provozieren. Nicht die einfachen Menschen brauchen das natürlich, sondern das Regime von Wladimir Selenskij. Wie wir wissen, schreckt Kiew auch vor Provokationen wie der in Butscha zu Beginn der militärischen Sonderoperation nicht zurück. Das heißt, wenn Russland nicht so reagiert, wie es ihnen passt, könnte etwas einfach inszeniert werden. Aber ideal für sie wäre es, wenn Russland doch reagieren würde – dann müsste man sich nichts ausdenken.

Die übliche "Reaktion" der russischen Streitkräfte, bei der massive Angriffe gegen militärische Objekte stattfinden, während die Wahrscheinlichkeit ziviler Opfer minimal ist oder von der Ukraine selbst provoziert wird, reicht ihnen offensichtlich nicht aus. Deshalb werden die Provokationen verschärft – in der Hoffnung, dass, je schrecklicher und wahnsinniger sie sind, desto größer die Chance ist, dass Moskau so zurückschlägt, dass man es dann noch jahrelang auf allen internationalen Foren der Unmenschlichkeit bezichtigen kann.

Die ideale Option für Kiew wäre ein Angriff Russlands mit taktischen Nuklearwaffen. [...]

Heute gilt es als Tabu, überhaupt über die Möglichkeit des Einsatzes selbst "taktischer" Atomwaffen zu sprechen – als Zeichen von Wahnsinn und dergleichen. Dabei haben die die NATO und der Warschauer Pakt während des Kalten Krieges ernsthaft nicht nur die Möglichkeit, sondern die Notwendigkeit des Einsatzes taktischer Atomwaffen im Krieg gegeneinander in Betracht gezogen. In der NATO begründete man diese Notwendigkeit mit dem Bestreben, den zahlenmäßigen Vorteil der Länder des Ostblocks in Europa auszugleichen, im Warschauer Pakt als Mittel zum schnellen Durchbruch durch die Verteidigungslinien der NATO bis zum Ärmelkanal. [...]

Aus diesem Grund wurde ein riesiger Vorrat an taktischen Nuklearsprengköpfen angelegt [...]

Mit anderen Worten: Russland verfügt über mehr als genug taktische Nuklearsprengköpfe und könnte diese bei Bedarf durchaus einsetzen. Doch ein solcher Fall ist nach Ansicht unserer militärisch-politischen Führung nicht eingetreten, und die Nukleardoktrin regelt dies eindeutig – darin sind die Ausnahmefälle für den Einsatz von Atomwaffen festgelegt, ohne zwischen "taktischen" und "strategischen" Atomwaffen zu unterscheiden.

Wenn man jedoch der Bevölkerung jahrelang (wie es in westlichen Ländern geschieht) den Gedanken einbläut, dass Russland ein Aggressor sei, dass Russland mit Atomwaffen vollgestopft und bereit sei, diese einzusetzen – dann könnte man an diese Legende glauben.

Die ideale Möglichkeit, Russland zu provozieren, wären so menschenverachtende Terroranschläge wie in Starobelsk. Doch Russland lässt sich niemals zu Provokationen hinreißen. In diesem Fall könnte das ukrainische Regime versuchen, selbst einen Atomschlag zu simulieren.

Der russische Geheimdienst warnt schon seit langem, dass entweder europäische Länder Kiew heimlich ihre Atomwaffen zur Verfügung stellen könnten (die letzte solche Warnung gab es vor drei Monaten; dabei ging es um den kleinen Sprengkopf TN75 einer ballistischen Rakete des U-Boot-Typs M51.1), oder dabei helfen, eigene zu entwickeln – im schlimmsten Fall eine "schmutzige Bombe" zusammenzubasteln, was in sehr kurzer Zeit und mit minimalem Aufwand durchaus machbar ist. So könnte Kiew ein "nukleares Butscha" inszenieren.

Was könnte danach folgen? Frankreich und Großbritannien hätten dann sozusagen freie Hand, der Ukraine Atomwaffen offiziell als "letztes Mittel zur Abschreckung des Angreifers" zu übergeben. Dass der Einsatz von Atomwaffen durch den Westen in der Ukraine die letzte "rote Linie" sein könnte, wenn die Niederlage der Ukraine unvermeidlich wird, warnen viele Experten seit Beginn der militärischen Sonderoperation. Die Hauptfrage ist, wann dieser Moment eintreten wird.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte versprach, dass die Reaktion der NATO auf den Einsatz von Atomwaffen durch Russland im Rahmen des Ukraine-Konflikts "verheerend" sein würde. Dabei gab Moskau nicht den geringsten Anlass, auch nur die hypothetische Möglichkeit eines solchen Einsatzes anzunehmen.

Zuvor hatte der ukrainische Geheimdienst SBU erklärt, angeblich erhöhte Strahlungswerte an den Trümmern eines russischen Kampfdrohnen gefunden zu haben. Unsere Militärexperten wiesen darauf hin, dass das Ziel der Angriffe russischer Drohnen ein Lager mit ukrainischer Munition mit abgereichertem Uran gewesen sein könnte. Natürlich wurde dies von der "Weltgemeinschaft" ignoriert. Ebenso wie die Tatsache, dass radioaktive Trümmerteile in beliebiger Menge aus der Sperrzone von Tschernobyl herbeigeschafft und als russische Geschosse ausgegeben werden können. Hier kommt es darauf an, eine Anschuldigung zu erheben, der man tatsächlich Glauben schenkt. Und dies könnte nur der Anfang der Vorbereitung des informativen Hintergrunds für die reale Möglichkeit des Einsatzes von Atomwaffen in der Ukraine sein, wobei Russland beschuldigt wird, Kiew auf diese Weise für Terroranschläge bestrafen zu wollen.



Mal abgesehen von der an Nazi-Sprech erinnernden und nur Dumme überzeugenden anti-ukrainischen Propaganda - wird hier einem "präventiven" Einsatz russischer Nuklearwaffen als "notwendige" Reaktion auf "ukrainische Provokationen" das Wort geredet? Immerhin war es Medwedew, der schon mehrfach den Einsatz russischer Nuklearwaffen ins Spiel gebracht hat.

https://de-rtnews.com/meinung/281738-opf...zu-inszenieren/


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#2721

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 04.06.2026 10:14
von Domingo | 417 Beiträge

Der Ökonom und Diplomat Jeffrey Sachs fordert Bundeskanzler Merz auf, mit Russlands Präsident Putin unverzüglich Gespräche über Frieden in Europa zu beginnen. Der Brief im Wortlaut.:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,

als ich Ihnen vor einem halben Jahr einen offenen Brief schrieb, habe ich an Deutschland appelliert, die Diplomatie gegenüber Russland zu suchen, anstatt den Krieg zu normalisieren. Sechs Monate später hat sich die Lage in Europa dramatisch verschlechtert. Europa und Russland schlittern in einen offenen Krieg. In dieser Situation tragen Sie, Herr Bundeskanzler, eine einzigartige Verantwortung. Kein anderer europäischer Staats- und Regierungschef – weder in Paris, noch in Warschau, noch in Rom – verfügt über das Gewicht Deutschlands oder hat die Macht, die Sie persönlich besitzen, diese Katastrophe zu verhindern. Werden Sie sich für den Frieden einsetzen?

Sie selbst forderten im Januar 2026 gemeinsam mit Premierminister Meloni und Präsident Macron die Wiederaufnahme der Beziehungen Europas zu Russland und bezeichneten Russland als „ein europäisches Land“. Dennoch haben Sie die Diplomatie nicht verfolgt. Angesichts der Zukunft Europas, die auf dem Spiel steht, ist dies ein beispielloser Verzicht auf Ihre Führungsrolle. Haben Sie in Ihrer Zeit als Bundeskanzler auch nur einen einzigen substanziellen Dialog mit Präsident Putin versucht? Hat Ihr Außenminister jemals einen substanziellen Dialog mit Außenminister Lawrow versucht? Echte Gespräche, so wie jene, die den Kalten Krieg beendeten? Soweit die öffentlichen Aufzeichnungen belegen, lautet die Antwort: Nein. Nicht ein einziges Mal. Und nicht etwa, weil die Dringlichkeit nicht erkannt worden wäre.

Die vergangenen Tage haben eine gefährliche Eskalation mit sich gebracht, die alle Europäer aufrütteln sollte. Beide Hauptstädte stehen nun unter anhaltendem Beschuss: Ukrainische Langstreckendrohnen haben tief in Moskau eingeschlagen, darunter auch zivile Ziele. Russische Raketen- und Drohnenangriffe auf Kiew haben sich massiv verstärkt. Ukrainische Drohnen sind in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen und haben damit die unmittelbare Gefahr eines Zwischenfalls geweckt, der Europa direkt in den Krieg hineinziehen könnte. Ein entsetzlicher ukrainischer Angriff auf eine Jungenschule in Luhansk hat die letzten Reste der Zurückhaltung weiter untergraben. Am 25. Mai informierte Außenminister Sergej Lawrow auf Anweisung von Präsident Putin den US-Außenminister offiziell darüber, dass die russischen Streitkräfte nun „systematische und anhaltende Angriffe“ auf Einrichtungen und Entscheidungszentren in Kiew durchführen. Das russische Außenministerium riet den Vereinigten Staaten und anderen Ländern, „die Evakuierung ihres diplomatischen Personals und ihrer Staatsbürger aus der ukrainischen Hauptstadt sicherzustellen“. Diese Nachricht ist der Auftakt zu einer massiven Eskalation. Diplomatie ist dringender denn je.

Der Weg zur Verteidigung der Ukraine ist nicht die Fortsetzung des Gemetzels, sondern ein Frieden zu Bedingungen, die für alle Parteien akzeptabel sind. Stattdessen droht uns eine Eskalation mit noch mehr Toten, noch mehr Zerstörung und der realen Gefahr eines Krieges, der sich über die Ukraine hinaus ausweitet. Indem Sie immer mehr Waffen, immer größere Kriegskapazitäten und immer lautere Demonstrationen von „Entschlossenheit“ fordern und signalisieren, dass Deutschland sich auf einen Krieg vorbereitet, anstatt an dessen Beendigung zu arbeiten, haben Sie Berlin zum Beschleuniger statt zur Bremse eines europaweiten Krieges gemacht.

Deutschlands Verantwortung: Sechs Punkte
Deutschland trägt eine erhebliche Verantwortung für die gegenwärtige Situation. Bevor die deutsche Politik auf Frieden ausgerichtet werden kann, muss Deutschlands Vergangenheit ehrlich aufgearbeitet werden. Im Folgenden führe ich sechs schwerwiegende Versäumnisse der deutschen Außenpolitik gegenüber Russland seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 auf.

Erstens – der 2+4-Vertrag und die Osterweiterung der NATO
Am 12. September 1990 unterzeichnete Deutschland in Moskau den Vertrag über die endgültige Regelung der Angelegenheiten Deutschlands – den „2+4-Vertrag“ –, der die deutsche Wiedervereinigung vollendete. Dieser Vertrag kam zustande, weil Michail Gorbatschow von Hans-Dietrich Genscher, Helmut Kohl, James Baker und anderen westlichen Staats- und Regierungschefs die feierliche Zusicherung erhielt, dass die NATO nicht nach Osten expandieren würde. Die freigegebenen Akten – darunter die nun öffentlich zugänglichen Memoranden des National Security Archive der George Washington University – sind eindeutig: Diese Zusicherungen wurden gegeben und sollten sich, wie damals klar formuliert, über das Gebiet der ehemaligen DDR hinaus auf Osteuropa erstrecken. Sie wurden 1990 und 1991 bekräftigt. Der 2+4-Vertrag beschränkt die Stationierung von NATO-Truppen in der ehemaligen DDR und erinnert an die Grundsätze der Schlussakte von Helsinki, die betont, dass die Sicherheit keiner Nation auf Kosten der Sicherheit einer anderen gehen darf. Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass die Sowjetunion westliche Truppen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ablehnte, aber NATO-Armeen in Warschau, Vilnius oder Kiew gleichgültig gegenüberstand? Natürlich nicht. Die NATO-Erweiterung wurde ausführlich erörtert, und Deutschland gab der sowjetischen Führung ausdrückliche Zusicherungen, die Erweiterung nach Osten zu verweigern – und brach diese später. Deutschland profitierte am meisten von diesen Zusicherungen, die die Gegenleistung für die deutsche Wiedervereinigung darstellten. Doch bereits 1993 begannen deutsche Politiker, diese Zusicherungen zu brechen.

Zweitens – Bundeskanzlerin Merkels eigene Aussage
In ihren Memoiren schreibt Angela Merkel mit bemerkenswerter Offenheit, dass sie zum Zeitpunkt des Bukarester Gipfels 2008 verstand, dass die Einladung der Ukraine und Georgiens in die NATO einer Kriegserklärung an Russland gleichkäme. Sie kannte Russlands rote Linie. Und dennoch gab sie dem amerikanischen Druck nach und akzeptierte die Kompromisserklärung, wonach die Ukraine und Georgien irgendwann NATO-Mitglieder „werden können“. Dieser eine Satz setzte die Katastrophen von 2014 und 2022 in Gang. Merkels spätere Offenheit ist ein Geschenk an ihre Nachfolger: Sie hat Ihnen klar und deutlich gesagt, was damals klar war. Deutschland sollte jetzt nicht so tun, als ob nicht.

Drittens – der Verrat am Abkommen vom 21. Februar 2014
Am 21. Februar 2014 vermittelte der damalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Kiew gemeinsam mit seinen polnischen und französischen Amtskollegen ein Abkommen zwischen Präsident Janukowitsch und der Opposition. Das Abkommen sah die Wiedereinführung der Verfassung von 2004, die Bildung einer nationalen Einheitsregierung und vorgezogene Präsidentschaftswahlen vor. Präsident Putin wurde konsultiert; das Abkommen wurde bestätigt. Es war ein bedeutender diplomatischer Erfolg in einer Situation heftiger Spannungen und offener Gewalt. Doch innerhalb von 24 Stunden wurde Janukowitsch durch einen gewaltsamen Putsch gestürzt. Deutschland bestand nicht auf dem Abkommen, das es gerade noch garantiert hatte. Stattdessen unterstützte Deutschland, dem Beispiel der USA folgend die neue Regierung, als ob es nie ein Abkommen gegeben hätte. Diese Entscheidung bestärkte Moskau in der Annahme, dass westlichen Unterschriften nicht zu trauen sei.

Viertens – Minsk II
Im Februar 2015 verhandelte Bundeskanzlerin Merkel persönlich das Minsker Abkommen II im Normandie-Format und sicherte in der am 12. Februar 2015 in Minsk verabschiedeten Unterstützungserklärung Deutschlands politische Unterstützung zu. Sieben Jahre lang wurde die zentrale politische Bestimmung – die Autonomie der Donbass-Regionen innerhalb einer souveränen Ukraine – von Kiew nicht umgesetzt. Deutschland übte keinen Druck auf Kiew aus, die von ihm selbst geforderte Autonomiebestimmung umzusetzen. Merkel räumte später ein, dass das Abkommen als Druckmittel genutzt worden war, um der Ukraine die Wiederbewaffnung zu ermöglichen. Präsident Hollande äußerte sich ähnlich. Die Garantie war also in Wirklichkeit keine Garantie. Sie war eine Strategie – wiederum auf Geheiß Washingtons. Wieder einmal lautete die Botschaft an Moskau: Westlichen Unterschriften kann man nicht trauen.

Fünftens – Nord Stream
Am 7. Februar 2022 verkündete Präsident Biden im East Room des Weißen Hauses – in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz: „Wenn Russland (in der Ukraine) einmarschiert, wird es Nord Stream 2 nicht mehr geben. Wir werden dem ein Ende setzen.“ Auf die Frage nach dem Wie antwortete er: „Ich verspreche Ihnen, wir werden dazu in der Lage sein.“ Sieben Monate später wurden die Pipelines durch einen Sabotageakt in der Ostsee zerstört. Die vorliegenden Beweise – investigative Recherchen in den USA und Deutschland, die Ermittlungen der deutschen Bundesanwaltschaft und öffentliche Aussagen ehemaliger Beamter – deuten überwältigend auf eine gemeinsame ukrainisch-amerikanische Operation hin. Die deutsche Bundesregierung wusste dies schon lange. Und dennoch hat Deutschland zugelassen, dass die öffentliche Schuld entgegen den eindeutigen Beweisen Russland zugeschoben wird, während ein Akt industrieller Sabotage gegen die deutsche Wirtschaft ungestraft und unbeantwortet blieb.

Sechstens – das Istanbul-Abkommen vom April 2022, das zum Greifen nah war
Nur wenige Wochen nach Russlands Invasion im Februar 2022 trafen sich russische und ukrainische Unterhändler in Istanbul, um die Bedingungen eines Friedensabkommens auszuhandeln: Neutralität der Ukraine außerhalb der NATO, multilaterale Sicherheitsgarantien, vereinbarte Truppenbegrenzungen und die schrittweise politische Lösung der Donbass- und Krim-Frage. Das Abkommen stand kurz vor der Unterzeichnung. Der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett, einer der Vermittler, bestätigte öffentlich, dass die Einigung kurz bevorstand und dass der Westen – insbesondere die Vereinigten Staaten und Großbritannien – versucht hatte, sie zu verhindern. Die Mission von Premierminister Boris Johnson nach Kiew im April 2022, um die Ukraine anzuweisen, das Abkommen nicht zu unterzeichnen, ist aktenkundig. Hunderttausende ukrainische und russische Menschenleben sowie die gesamte europäische Ordnung haben den Preis für diese US-amerikanisch-britische Intervention bezahlt. Deutschland hat dazu geschwiegen – obwohl Deutschland wie kein anderes europäisches Land die wirtschaftlichen Folgen zu tragen hatte.

Deutschlands wirtschaftliche Selbstzerstörung
Ihre oberste Priorität muss der Frieden sein. Die aktuellen Nachrichten aus Moskau verdeutlichen die Dringlichkeit der Lage. Doch parallel zur ersten Katastrophe bahnt sich eine zweite an: die vorsätzliche Zerstörung der deutschen Wirtschaft, wobei Berlin sowohl Urheber als auch Opfer ist.

Deutschlands Industrie basierte auf dem Handel mit Russland. Die Zerstörung von Nord Stream und der darauffolgende Abbruch der deutsch-russischen Handelsbeziehungen haben dazu geführt, dass Deutschland Erdgas aus den USA zu Preisen kauft, die um ein Vielfaches höher sind als die Preise des russischen Pipelinegases, welches es ersetzt. Dies ist industrieller Selbstmord. Deutschlands Chemieindustrie, Stahlindustrie, Glasindustrie, energieintensive Hersteller – das Fundament des Mittelstands – verlieren Tag für Tag an internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Qualifizierte Arbeitsplätze verschwinden aus der deutschen Wirtschaft. Und der deutsche Steuerzahler und der deutsche Verbraucher transferieren nationales Vermögen in einem in der Nachkriegszeit Europas beispiellosen Ausmaß von Deutschland zu amerikanischen Gasproduzenten.

Darüber hinaus plant die Bundesregierung nun einen massiven Rüstungsausbau – Hunderte von Milliarden Euro im kommenden Jahrzehnt –, um sich für einen Krieg zu rüsten, der durch Diplomatie leicht hätte verhindert werden können. Dies ist eine eklatante Fehlallokation nationaler Ressourcen. Die zentrale Herausforderung für Deutschland in diesem Jahrzehnt ist die Wettbewerbsfähigkeit im digitalen Zeitalter. Jeder Euro, der für Panzer, Raketen und Artilleriegranaten ausgegeben wird, fehlt Deutschlands KI-Kapazitäten, seine Chipentwicklung und -fertigung, seine Energieinfrastruktur und die Hochgeschwindigkeits-Digitalnetze, die es benötigt, um eine führende Wirtschaftsmacht zu bleiben.

Die bittere Realität, Herr Bundeskanzler, ist: Mit diesen Waffen lässt sich jene Sicherheit nicht erkaufen, die durch Diplomatie zu einem Bruchteil der Kosten erreicht werden könnte. Und ohne die Investitionen in Digitalisierung und Energie, die durch diese Aufrüstung verdrängt werden, ist kein Wohlstand zu erzielen.

Mein Appell: Herr Bundeskanzler, mehr als jeder andere europäische Staats- und Regierungschef sind Sie gefragt, wenn es darum geht, ob Europa in einen allgemeinen Krieg abgleitet oder zu Verhandlungen und wirtschaftlicher Vernunft zurückkehrt. Es ist höchste Zeit zu handeln. Die aktuelle offizielle Botschaft Moskaus an Washington belegt dies eindeutig. Bitte nehmen Sie den Dialog mit Präsident Putin auf. Bitte entsenden Sie Ihren Außenminister nach Moskau oder laden Sie den russischen Außenminister nach Berlin ein. Bitte öffnen Sie die OSZE-Kanäle wieder, die Deutschland verkümmern ließ. Bitte fordern Sie Kiew auf, die Angriffe auf zivile Ziele einzustellen.

Vor allem aber: Sagen Sie der deutschen Öffentlichkeit die Wahrheit. Ein auf der Neutralität der Ukraine basierender Verhandlungsfrieden ist der realistische Weg aus der Katastrophe, und die Wiederherstellung normaler Wirtschaftsbeziehungen mit Russland ist der realistische Weg aus dem industriellen Niedergang Deutschlands.

Die Bedingungen eines akzeptablen Abkommens, das Deutschland vorschlagen könnte, sind klar: Die Kämpfe werden an einer Waffenstillstandslinie eingestellt. Alle Seiten verzichten auf jegliche zukünftige Gewaltanwendung in Grenzfragen. Die Ukraine stellt ihre Neutralität wieder her, die NATO verzichtet dauerhaft auf eine weitere Osterweiterung. Europa und Russland nehmen ihre Wirtschaftsbeziehungen wieder auf und beenden die Kriegstreiberei. Die OSZE wird wieder zum zentralen Forum für europäische Sicherheit, mit dem Grundsatz, dass europäische Sicherheit unteilbar ist und nicht auf militärischen Blöcken beruht, die Europa spalten. In einem solchen Szenario des Friedens kann Deutschland seine nationalen Ressourcen auf die Investitionen in Digitalisierung, KI, Halbleiter und Energie konzentrieren, die Deutschlands wirtschaftliche Zukunft erfordert.

Die Geschichte wird sich daran erinnern, was Sie in den kommenden Wochen tun und was Sie unterlassen. Dasselbe gilt für die deutsche Öffentlichkeit, die Völker Russlands, der Ukraine und ganz Europas. Es ist Zeit für Diplomatie, Herr Bundeskanzler. Sie haben die Wahl.

Hochachtungsvoll,

Jeffrey D. Sachs
Professor an der Columbia University


„Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“
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#2722

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 04.06.2026 12:40
von Dr. Yes | 3.565 Beiträge

Und wieder acht Bildschirmseiten voll altbekannter Märchen, ohne eigenen Kommentar. Schon 2023 haben mehr als 300 Wirtschaftswissenschaftler in einem offenen Brief Sachs widersprochen und fünf seiner ständig wiederkehrenden Argumentationsmuster widerlegt.

Hier die harte Realität, gefunden auf RT:

Zitat
Am nächsten Tag veröffentlichte das russische Außenministerium eine Erklärung, in der es mitteilte, dass die Streitkräfte des Landes mit der Durchführung aufeinanderfolgender Angriffe auf Objekte der Rüstungsindustrie in Kiew sowie auf Entscheidungszentren und Kommandostellen beginnen würden.

Da frage ich mich, was haben die Russen zuvor vier Jahre lang bombardiert?


Ще не вмерла України і слава, і воля


zuletzt bearbeitet 04.06.2026 12:46 | nach oben springen

#2723

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 04.06.2026 13:08
von Dr. Yes | 3.565 Beiträge

Wie die russische Agentur Tass bestätigt, ist Putin-Freund Gerhard Schröder nach Moskau gereist. Na, dann wird der Krieg ja bald zu Ende sein.


Ще не вмерла України і слава, і воля


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#2724

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 04.06.2026 15:13
von Domingo | 417 Beiträge

Unter Anteilnahme der ukrainischen Führung wurden die sterblichen Überreste des ukrainischen Nationalistenführers und Nazi-Kollaborateurs Andrij Melnyk und seiner Ehefrau auf dem Nationalen Militärfriedhof nahe Kiew beigesetzt worden.Melnyk arbeitete mit Nazi-Deutschland zusammen.Während des Zweiten Weltkriegs war Melnyk Vorsitzender der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN),diese Organisation stellte Mitglieder für die SS-Division "Galizien" und bezeichnete Polen,Juden und Russen als Feinde.Polen und Israel protestierten bereits gegen die Verherrlichung von ukrainischen Faschisten.Überall in der Ukraine werden und wurden Straßen nach dem Putsch 2014 nach Melnyk und Bandera umbenannt.Der Leiter der Gedenkstätte Yad Vashem,Dani Dayan,empörte sich über die Verehrung von ukrainischen Faschisten welche an den Massenmorden an Juden beteiligt waren und wurde dafür in die Datenbank der Webseite Mirotworez aufgenommen, auf die die "Feinde" der Ukraine gelistet werden. Soweit zur Beschuldigung Russlands an die ukrainische Führungsspitze sie wäre faschistisch.In den "seriösen" Medien Deutschlands findet man dazu kaum etwas,von der Regierung in Berlin ganz zu schweigen.


„Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.“
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#2725

RE: Der Zweck heiligt die Mittel?!

in Europa 04.06.2026 16:13
von Dr. Yes | 3.565 Beiträge


Endlich haben wir den Beweis: Das Kiewer Regime ist eine faschistische Nazi-Junta, und das ist keine Russen-Propaganda.


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