in International
10.11.2019 23:06
von
Meridian
• | 3.170 Beiträge
Seit Wochen gibt es in Chile gewalttätige Auseinandersetzungen, die nebenbei indirekt auch Greta Thunberg betreffen (Ausfall, dann Verlagerung der Klimakonferenz). Es gibt Protest gegen die Regierung.
Irgendwie schade, denn er hat das sehr rückständige Land deutlich vorangebracht. Doch ihm ist wohl die Macht über den Kopf gestiegen. Bolivien hat aber anders als Venezuela die Chance auf einen relativ friedlichen Wechsel und die positiven Hinterlassenschaften von Morales nicht kaputt zu machen.
Auch in Brasilien knirscht es. Bolsanero sitzt keineswegs so sicher. Und nun ist sein Widersacher Lula wieder auf freiem Fuß.
Erstaunlich friedlich ist es in Kolumbien. Doch nach so langem Bürgerkrieg muss es auch einmal friedlicher zugehen. Venezuela versinkt dagegen weiterhin im Sumpf ohne Aussicht auf Besserung.
Zudem ist Venezuela Schauplatz eines Machtkampfes um die Interessen der USA auf der einen und Russland und China auf der anderen Seite.
Es ist diesmal nicht eine Phase des Rechts- oder Linksrucks. Diesmal ist es teils so, teils so. Bolivien dürfte wieder nach rechts rücken. Argentinien rückt nach links. In Chile und Brasilien sind ebenso linke Bestrebungen vorhanden, in Ecuador dagegen rechte Bestrebungen. Doch eines ist klar: Südamerika wird wirtschaftlich uninteressant und droht zu verarmen, wenn es in Unruhen versinkt.
in International
11.11.2019 19:43
von
Findus
• | 3.546 Beiträge
In Südamerika finden recht unterschiedliche Proteste statt. In Chile soziale Unruhen gegen eine konservative Regierung. In Bolivien Unruhen mit dem Ziel von mehr Bürgerlichkeit.
PS: Es freut mich, dass ein Thema zu einem so spannenden Kontinent wie Südamerika aufgemacht wurde
zuletzt bearbeitet 11.11.2019 19:44 |
nach oben springen
Genau das drückt es aus, was ich so schade finde. Aber Morales hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Und ist jetzt wie ein Hühnerdieb verjagt worden. Er kann froh sein, dass er das überlebt. Wenigstens klammert er nicht wie Maduro in Venezuela an der Macht und ist rasch zurück getreten. Hoffentlich ist das nicht zu spät, nicht dass alles, was unter Morales aufgebaut wurde, wieder zerstört wird. Durch das Machtvakuum besteht die Gefahr eines Bürgerkrieges. Außerdem lauern Rechtsgerichtete auf einen Putsch, die Bolsanero nahe stehen und für die die indigene Bevölkerung nichts als Dreck ist.
Es besteht die Gefahr, dass alles, was Morales aufgebaut hat, wieder zerstört wird und dieses Land wieder in der Entwicklung vor Morales stehen wird. Gerade die Reichen in den tiefer gelegenen Provinzen, die sowieso etwas gegen die indigene Bevölkerung des Hochlandes haben, hätten nichts dagegen, dass es so kommen würde.
Ein Land, das nach einem jahrzehntelangen Drogenkrieg endlich befriedet scheint, droht erneut zu zerfallen. Die Drogenbarone dürfte das freuen, wenn wieder rechtsfreie Räume entstehen. Aber es könnte auch die Schuld der neoliberalen Regierung sein. Soziale Reformen sind offenbar dringend nötig. Sonst "kümmern" sich die Drogenkartelle wieder darum.
in International
22.11.2019 23:08
von
Gelöschtes Mitglied
Jedem Land dieser Erde empfehle ich ganz klar, nicht länger als 10 Jahre denselben Regierungschef zu haben!
10 Jahre sind genug!
Lieber trauere ich im Einzelfall mal dem oder der einen nach, die noch ein elftes oder zwölftes Jahr hätten machen können.....als die vielen etwas antworten zu müssen, die sich viel zu lange an einen Job klammern, der Erneuerung braucht.
in International
19.10.2020 12:19
von
Meridian
• | 3.170 Beiträge
Neues aus Bolivien:
Die Sozialisten kehren wohl wieder an die Macht zurück. Ihr Kandidat Arce, vom (noch) verbannten Morales unterstützt, gewinnt offenbar bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit.
Gerade für die Armen hat Morales viel getan, um deren Lebensstandard zu heben. Nach einem Jahr Unruhe und wirtschaftlichem Rückschlag haben diese wohl erkannt, was sie während der Ära Morales gewonnen haben, und was man während solcher Unruhen ganz schnell wieder verlieren kann.
Ich halte es dennoch für gut, dass Morales nicht mehr regiert (auch wenn er vermutlich die Fäden im Hintergrund ziehen wird). Denn er war wohl vor seinem Sturz doch etwas überheblich geworden, ein typisches Erscheinungsbild von jemanden, der zu lange an der Macht ist.