Der Journalist Tarek Bae hat gestern eine "förmliche Beschwerde" nach "Art des Bayerischen Rundfunkgesetz" gegen den Informationsdirektor des BR Thomas Hinrichts eingereicht, wegen folgender und weiterer Aussagen in vier Punkten. Hinrichs verantwortet die ARD-Berichterstattung über Israel und Gaza durch das ARD Studio Tel Aviv und damit auch die der Tagesschau.
Während einer Veranstaltung der Konrad Adenauer -Stifung erklärte Hinrichs kürzlich, daß das Bekenntnis zur deutschen Staatsräson eine "Voraussetzung" sei, um aus Israel zu berichten. Er sprach als "Bürger, als Freund Israels" ..usw. Er räumte ein, als Direktor in rdaktionelle Prozesse einzugreifen, damit bestimmte Schschichten erzählt werden.
Über Gaza berichtete er als angebliche "Tatsache":
"Die [in Gaza] platzieren Kinder dort, wo Waffen sind, damit diese Kinder getötet werden und man dann sagen kann: Schaut mal, die armen Kinder!" Und Menschen, die nach Deutschland kommen, hielt er entgegen: „wenn euch das nicht passt, dann bleibt da, wo ihr seid."
"Beanstandet hat Bae u.a. den Verstoß gegen die Sorgfalts- und Wahrheitspflicht nach § 6 MStV und Art. 4 BayRG. Nachrichten sind auf Wahrheit und Herkunft zu prüfen, Bericht und Wertung zu trennen.
Stattdessen hat Hinrichs eine der schwersten denkbaren Unterstellungen, eine Bevölkerung töte gezielt ihre eigenen Kinder zu Propagandazwecken, beleg- und quellenlos als Fakt ausgegeben. Eine solche Zuschreibung kollektiven Tötungsvorsatzes ist durch keine unabhängige Untersuchung erwiesen. Es ist lediglich israelische Kriegspropaganda zur Selbstentlastung.
Genau darüber berichtete auch Shelly Steinberg auf facebook. Ihre Grosseltern sind vor den Nazis nach Palästina geflohen, während dem Grossteil der Familie nicht rechtzeitig die Flucht gelang und in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern ermordet wurden.
Shelly Steinberg engagiert sich aktiv, wie es auch ihre leider inzwischen verstorbene Mutter Judith Bernstein tat, für die Rechte von Palästinensern und einer kritischen Erinnerungskulter. Sie ist Mitglied der Jüdische-Palästinensischen Dialoggruppe und sieht sich sieht sich im Zuge ihres politischen Aktivismus immer wieder mit Antisemitismusvorwürfen konfrontiert.
Unerwünschte Erinnerungskultur und Antisemitismusdefinition der "anderen Art."